Das FreeBSD-Handbuch

The FreeBSD German Documentation Project

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3Com und HomeConnect sind eingetragene Warenzeichen der 3Com Corporation.

3ware und Escalade sind eingetragene Warenzeichen von 3ware Inc.

ARM ist ein eingetragenes Warenzeichen von ARM Limited.

Adaptec ist ein eingetragenes Warenzeichen von Adaptec, Inc.

Adobe, Acrobat, Acrobat Reader und PostScript sind entweder eingetragene Warenzeichen oder Warenzeichen von Adobe Systems Incorporated in den Vereinigten Staaten und/oder in anderen Ländern.

Apple, FireWire, Mac, Macintosh, Mac OS, Quicktime und TrueType sind eingetragene Warenzeichen von Apple Computer, Inc., in den Vereinigten Staaten und anderen Ländern.

Corel und WordPerfect sind Warenzeichen oder eingetragene Warenzeichen der Corel Corporation und/oder ihren Gesellschaften in den Vereinigten Staaten und/oder anderen Ländern.

Sound Blaster ist ein Warenzeichen von Creative Technology Ltd. in den Vereinigten Staaten und/oder in anderen Ländern.

CVSup ist ein eingetragenes Warenzeichen von John D. Polstra.

Heidelberg, Helvetica, Palatino und Times Roman sind Marken der Heidelberger Druckmaschinen AG in Deutschland und anderen Ländern.

IBM, AIX, EtherJet, Netfinity, OS/2, PowerPC, PS/2, S/390 und ThinPad sind Warenzeichen der International Business Machines Corporation in den Vereinigten Staaten, anderen Ländern oder beiden.

IEEE, POSIX und 802 sind eingetragene Warenzeichen vom Institute of Electrical and Electronics Engineers, Inc. in den Vereinigten Staaten.

Intel, Celeron, EtherExpress, i386, i486, Itanium, Pentium und Xeon sind Warenzeichen oder eingetragene Warenzeichen der Intel Corporation oder ihrer Gesellschaften in den Vereinigten Staaten und in anderen Ländern.

Intuit und Quicken sind eingetragene Warenzeichen und/oder Dienstleistungsmarken von Intuit Inc. oder einer ihrer Geselllschaften in den Vereinigten Staaten und in anderen Ländern.

Linux ist ein eingetragenes Warenzeichen von Linus Torvalds.

LSI Logic, AcceleRAID, eXtremeRAID, MegaRAID und Mylex sind Warenzeichen oder eingetragene Warenzeichen der LSI Logic Corp.

M-Systems und DiskOnChip sind Warenzeichen oder eingetragene Warenzeichen von M-Systems Flash Disk Pioneers, Ltd.

Macromedia, Flash und Shockwave sind Warenzeichen oder eingetragene Warenzeichen von Macromedia, Inc. in den Vereinigten Staaten und/oder in anderen Ländern.

Microsoft, MS-DOS, Outlook, Windows, Windows Media und Windows NT sind entweder eingetragene Warenzeichen oder Warenzeichen der Microsoft Corporation in den Vereinigten Staaten und/oder in anderen Ländern.

Netscape und Netscape Navigator sind eingetragene Warenzeichen der Netscape Communications Corporation in den Vereinigten Staaten und in anderen Ländern.

GateD und NextHop sind eingetragene Warenzeichen und Warenzeichen von NextHop in den Vereinigten Staaten und in anderen Ländern.

Motif, OSF/1 und UNIX sind eingetragene Warenzeichen und IT DialTone und The Open Group sind Warenzeichen der The Open Group in den Vereinigten Staaten und in anderen Ländern.

Oracle ist ein eingetragenes Warenzeichen der Oracle Corporation.

PowerQuest und PartitionMagic sind eingetragene Warenzeichender PowerQuest Corporation in den Vereinigten Staaten und/oder anderen Ländern.

RealNetworks, RealPlayer und RealAudio sind eingetragene Warenzeichen von RealNetworks, Inc.

Red Hat, RPM, sind Warenzeichen oder eingetragene Warenzeichen von Red Hat, Inc. in den Vereinigten Staaten und in anderen Ländern.

SAP, R/3 und mySAP sind Warenzeichen oder eingetragene Warenzeichen der SAP AG in Deutschland und in anderen Ländern der Welt.

Sun, Sun Microsystems, Java, Java Virtual Machine, JavaServer Pages, JDK, JSP, JVM, Netra, Solaris, StarOffice, Sun Blade, Sun Enterprise, Sun Fire, SunOS und Ultra sind Warenzeichen oder eingetragene Warenzeichen von Sun Microsystems, Inc. in den Vereinigten Staaten und in anderen Ländern.

Symantec und Ghost sind eingetragene Warenzeichen der Symantec Corporation in den Vereinigten Staaten und in anderen Ländern.

MATLAB ist ein eingetragenes Warenzeichen von The MathWorks, Inc.

SpeedTouch ist ein Warenzeichen von Thomson

U.S. Robotics und Sportster sind eingetragene Warenzeichen der U.S. Robotics Corporation.

VMware ist ein Warenzeichen von VMware, Inc

Waterloo Maple und Maple sind Warenzeichen oder eingetragene Warenzeichen von Waterloo Maple Inc.

Mathematica ist ein eingetragenes Warenzeichen von Wolfram Research, Inc.

XFree86 ist ein Warenzeichen von The XFree86 Project, Inc.

Ogg Vorbis und Xiph.Org sind Warenzeichen von Xiph.Org.

Viele Produktbezeichnungen von Herstellern und Verkäufern sind Warenzeichen. Soweit dem FreeBSD Project das Warenzeichen bekannt ist, werden die in diesem Dokument vorkommenden Bezeichnungen mit dem Symbol “™” oder dem Symbol “®” gekennzeichnet.


Inhaltsverzeichnis
Vorwort
I. Erste Schritte
1. Einführung
1.1. Übersicht
1.2. Willkommen bei FreeBSD!
1.3. Das FreeBSD Project
2. FreeBSD installieren
2.1. Übersicht
2.2. Hardware-Anforderungen
2.3. Vor der Installation
2.4. Die Installation starten
2.5. Das Werkzeug sysinstall
2.6. Plattenplatz für FreeBSD bereitstellen
2.7. Den Installationsumfang bestimmen
2.8. Das Installationsmedium auswählen
2.9. Die Installation festschreiben
2.10. Arbeiten nach der Installation
2.11. Fehlersuche
2.12. Anspruchsvollere Installationen
2.13. Eigene Installationsmedien herstellen
3. Grundlagen des UNIX Betriebssystems
3.1. Übersicht
3.2. Virtuelle Konsolen und Terminals
3.3. Zugriffsrechte
3.4. Verzeichnis-Strukturen
3.5. Festplatten, Slices und Partitionen
3.6. Anhängen und Abhängen von Dateisystemen
3.7. Prozesse
3.8. Dämonen, Signale und Stoppen von Prozessen
3.9. Shells
3.10. Text-Editoren
3.11. Geräte und Gerätedateien
3.12. Binärformate
3.13. Weitere Informationen
4. Installieren von Anwendungen: Pakete und Ports
4.1. Übersicht
4.2. Installation von Software
4.3. Suchen einer Anwendung
4.4. Benutzen des Paketsystems
4.5. Benutzen der Ports-Sammlung
4.6. Nach der Installation
4.7. Kaputte Ports
5. Das X-Window-System
5.1. Übersicht
5.2. X-Grundlagen
5.3. X11 installieren
5.4. X11 konfigurieren
5.5. Schriftarten in X11 benutzen
5.6. Der X-Display-Manager
5.7. Grafische Oberflächen
II. Oft benutzte Funktionen
6. Desktop-Anwendungen
6.1. Übersicht
6.2. Browser
6.3. Büroanwendungen
6.4. Anzeigen von Dokumenten
6.5. Finanzsoftware
6.6. Zusammenfassung
7. Multimedia
7.1. Übersicht
7.2. Soundkarten einrichten
7.3. MP3-Audio
7.4. Videos wiedergeben
7.5. TV-Karten einrichten
7.6. Scanner
8. Konfiguration des FreeBSD-Kernels
8.1. Übersicht
8.2. Wieso einen eigenen Kernel bauen?
8.3. Informationen über die vorhandene Hardware beschaffen
8.4. Kerneltreiber, Subsysteme und Module
8.5. Erstellen und Installation eines angepassten Kernels
8.6. Die Kernelkonfigurationsdatei
8.7. Wenn etwas schiefgeht
9. Drucken
9.1. Übersicht
9.2. Einführung
9.3. Grund-Konfiguration
9.4. Erweiterte Drucker-Konfiguration
9.5. Drucker verwenden
9.6. Alternativen zum LPD-Drucksystem
9.7. Problembehandlung
10. Linux-Binärkompatibilität
10.1. Übersicht
10.2. Installation
10.3. Mathematica® installieren
10.4. Maple™ installieren
10.5. MATLAB® installieren
10.6. Oracle® installieren
10.7. SAP® R/3® installieren
10.8. Weiterführende Themen
III. Systemadministration
11. Konfiguration und Tuning
11.1. Übersicht
11.2. Vorbereitende Konfiguration
11.3. Basiskonfiguration
11.4. Konfiguration von Anwendungen
11.5. Start von Diensten
11.6. Programme mit cron starten
11.7. Das rc-System für Systemdienste
11.8. Einrichten von Netzwerkkarten
11.9. Virtual Hosts
11.10. Konfigurationsdateien
11.11. Einstellungen mit sysctl
11.12. Tuning von Laufwerken
11.13. Einstellungen von Kernel Limits
11.14. Hinzufügen von Swap-Bereichen
11.15. Energie- und Ressourcenverwaltung
11.16. ACPI-Fehlersuche
12. FreeBSDs Bootvorgang
12.1. Übersicht
12.2. Das Problem des Bootens
12.3. Boot-Manager und Boot-Phasen
12.4. Kernel Interaktion während des Bootprozesses
12.5. Konfiguration von Geräten
12.6. Init: Initialisierung der Prozess-Kontrolle
12.7. Der Shutdown-Vorgang
13. Benutzer und grundlegende Account-Verwaltung
13.1. Übersicht
13.2. Einführung
13.3. Der Superuser-Account
13.4. System-Accounts
13.5. Benutzer-Accounts
13.6. Accounts verändern
13.7. Benutzer einschränken
13.8. Gruppen
14. Sicherheit
14.1. Übersicht
14.2. Einführung
14.3. Absichern von FreeBSD
14.4. DES, Blowfish, MD5, und Crypt
14.5. Einmalpasswörter
14.6. TCP-Wrapper
14.7. KerberosIV
14.8. Kerberos5
14.9. OpenSSL
14.10. VPNs mit IPsec
14.11. OpenSSH
14.12. Zugriffskontrolllisten für Dateisysteme
14.13. Sicherheitsprobleme in Software Dritter überwachen
14.14. FreeBSD Sicherheitshinweise
14.15. Prozess-Überwachung
15. Jails
15.1. Übersicht
15.2. Jails - Definitionen
15.3. Einführung
15.4. Einrichtung und Verwaltung von Jails
15.5. Feinabstimmung und Administration
15.6. Anwendung von Jails
16. Mandatory Access Control (noch nicht übersetzt)
17. Security Event Auditing
17.1. Einleitung
17.2. Schlüsselbegriffe
17.3. Installation der Audit-Unterstützung
17.4. Die Konfiguration des Audit
17.5. Administration des Audit-Subsystems
18. Speichermedien
18.1. Übersicht
18.2. Gerätenamen
18.3. Hinzufügen von Laufwerken
18.4. RAID
18.5. USB Speichermedien
18.6. CDs benutzen
18.7. DVDs benutzen
18.8. Disketten benutzen
18.9. Bandmedien benutzen
18.10. Was ist mit Backups auf Disketten?
18.11. Backup-Strategien
18.12. Datensicherung
18.13. Netzwerk-, speicher- und dateibasierte Dateisysteme
18.14. Schnappschüsse von Dateisystemen
18.15. Dateisystem-Quotas
18.16. Partitionen verschlüsseln
18.17. Den Auslagerungsspeicher verschlüsseln
19. GEOM: Modulares Framework zur Plattentransformation
19.1. Übersicht
19.2. Einführung in GEOM
19.3. RAID0 - Striping
19.4. RAID1 - Spiegelung
19.5. GEOM Gate Netzwerkgeräte
19.6. Das Labeln von Laufwerken
19.7. UFS Journaling in GEOM
20. Dateisystemunterstützung
20.1. Übersicht
20.2. Das Z-Dateisystem (ZFS)
21. Der Vinum Volume Manager
21.1. Übersicht
21.2. Ihre Platten sind zu klein.
21.3. Mögliche Engpässe
21.4. Datenintegrität
21.5. Vinum-Objekte
21.6. Einige Beispiele
21.7. Objektbenennung
21.8. Vinum konfigurieren
21.9. Vinum für das Root-Dateisystem benutzen
22. Virtualisierung
22.1. Übersicht
22.2. FreeBSD als Gast-Betriebssystem
22.3. FreeBSD als Host-Betriebssystem
23. Lokalisierung - I18N/L10N einrichten und benutzen
23.1. Übersicht
23.2. Grundlagen
23.3. Lokale Anpassungen benutzen
23.4. I18N-Programme übersetzen
23.5. Lokalisierung für einzelne Sprachen
24. FreeBSD aktualisieren
24.1. Übersicht
24.2. FreeBSD Update (noch nicht übersetzt)
24.3. Portsnap: A Ports Collection Update Tool (noch nicht übersetzt)
24.4. Einem Entwicklungszweig folgen
24.5. Synchronisation der Quellen
24.6. Das komplette Basissystem neu bauen
24.7. Installation mehrerer Maschinen
25. DTrace
25.1. Überblick
25.2. Unterschiede in der Implementierung
25.3. Die DTrace Unterstützung aktivieren
25.4. DTrace verwenden
25.5. Die Sprache D
IV. Netzwerke
26. Serielle Datenübertragung
26.1. Übersicht
26.2. Einführung
26.3. Terminals
26.4. Einwählverbindungen
26.5. Verbindungen nach Außen
26.6. Einrichten der seriellen Konsole
27. PPP und SLIP
27.1. Übersicht
27.2. User-PPP
27.3. Kernel-PPP
27.4. Probleme bei PPP-Verbindungen
27.5. PPP over Ethernet (PPPoE)
27.6. PPP over ATM (PPPoA)
27.7. SLIP
28. Elektronische Post (E-Mail)
28.1. Terminologie
28.2. Übersicht
28.3. Elektronische Post benutzen
28.4. sendmail-Konfiguration
28.5. Wechseln des Mailübertragungs-Agenten
28.6. Fehlerbehebung
28.7. Weiterführende Themen
28.8. SMTP über UUCP
28.9. Ausgehende E-Mail über einen Relay versenden
28.10. E-Mail über Einwahl-Verbindungen
28.11. SMTP-Authentifizierung
28.12. E-Mail-Programme
28.13. E-Mails mit fetchmail abholen
28.14. E-Mails mit procmail filtern
29. Netzwerkserver
29.1. Übersicht
29.2. Der inetd “Super-Server”
29.3. NFS - Network File System
29.4. NIS/YP - Network Information Service
29.5. Automatische Netzwerkkonfiguration mit DHCP
29.6. DNS - Domain Name Service
29.7. Der Apache HTTP-Server
29.8. FTP - File Transfer Protocol
29.9. Mit Samba einen Datei- und Druckserver für Microsoft Windows-Clients einrichten
29.10. Die Uhrzeit mit NTP synchronisieren
30. Firewalls
30.1. Einführung
30.2. Firewallkonzepte
30.3. Firewallpakete
30.4. Paket Filter (PF) von OpenBSD und ALTQ
30.5. Die IPFILTER-Firewall (IPF)
30.6. IPFW
31. Weiterführende Netzwerkthemen
31.1. Übersicht
31.2. Gateways und Routen
31.3. Drahtlose Netzwerke
31.4. Bluetooth
31.5. LAN-Kopplung mit einer Bridge
31.6. Link Aggregation und Failover
31.7. Start und Betrieb von FreeBSD über ein Netzwerk
31.8. ISDN - diensteintegrierendes digitales Netzwerk
31.9. NAT - Network Address Translation
31.10. PLIP - Parallel Line IP
31.11. IPv6 - Internet Protocol Version 6
31.12. ATM - Asynchronous Transfer Mode
31.13. CARP - Common Address Redundancy Protocol
V. Anhang
A. Bezugsquellen für FreeBSD
A.1. CD-ROM und DVD Verleger
A.2. FTP-Server
A.3. BitTorrent
A.4. Anonymous CVS
A.5. CTM
A.6. Benutzen von CVSup
A.7. CVS-Tags
A.8. AFS-Server
A.9. rsync-Server
B. Bibliografie
B.1. Bücher und Magazine speziell für FreeBSD
B.2. Handbücher
B.3. Administrations-Anleitungen
B.4. Programmierhandbücher
B.5. Betriebssystem-Interna
B.6. Sicherheits-Anleitung
B.7. Hardware-Anleitung
B.8. UNIX® Geschichte
B.9. Magazine und Journale
C. Ressourcen im Internet
C.1. Mailinglisten
C.2. Usenet-News
C.3. World Wide Web Server
C.4. E-Mail Adressen
D. PGP Schlüssel
D.1. Ansprechpartner
D.2. Mitglieder des Core Teams
D.3. Entwickler
FreeBSD Glossar
Kolophon
Tabellenverzeichnis
2-1. Gerätekonfiguration
2-2. Partitionen auf dem ersten Laufwerk
2-3. Partitionen auf weiteren Laufwerken
2-4. FreeBSD 6.X sowie 7.X-ISO-Abbilder
3-1. Laufwerk-Codes
18-1. Namenskonventionen von physikalischen Laufwerken
21-1. Vinum-Plexus - Aufbau
26-1. Nullmodemkabel vom Typ DB-25-zu-DB-25
26-2. Nullmodemkabel vom Typ DB-9-zu-DB-9
26-3. Nullmodemkabel vom Typ DB-9-zu-DB-25
26-4. Signalnamen
31-1. Die Netzwerk-Verdrahtung eines parallelen Kabels
31-2. Reservierte IPv6-Adressen
Abbildungsverzeichnis
2-1. FreeBSD Boot Loader Menu
2-2. Ausgabe der Geräteerkennung
2-3. Ihr Land auswählen
2-4. sysinstall beenden
2-5. Die Gebrauchsanweisung von sysinstall auswählen
2-6. Die Dokumentation abrufen
2-7. Das Dokumentationsmenü von sysinstall
2-8. Das Hauptmenü von sysinstall
2-9. Sysinstall Keymap Menu
2-10. Das Hauptmenü von sysinstall
2-11. Optionen von sysinstall
2-12. Die Standard-Installation starten
2-13. Ein Laufwerk für Fdisk aussuchen
2-14. Typischer Fdisk-Bildschirm vor dem Editieren
2-15. Eine Partition über die gesamte Platte
2-16. Sysinstall Boot-Manager-Menü
2-17. Die Laufwerksauswahl verlassen
2-18. Sysinstall Disklabel-Editor
2-19. Sysinstall Disklabel-Editor mit automatischen Vorgaben
2-20. Die Größe einer Partition festlegen
2-21. Die Größe einer Partition ändern
2-22. Den Partitionstyp festlegen
2-23. Den Mountpoint festlegen
2-24. Sysinstall Disklabel-Editor
2-25. Die Distribution auswählen
2-26. Die Distributionen bestätigen
2-27. Das Installationsmedium auswählen
2-28. Eine Netzwerkkarte auswählen
2-29. Die Netzwerkkarte ed0 konfigurieren
2-30. inetd.conf editieren
2-31. Anonymous-FTP konfigurieren
2-32. Begrüßungsmeldung des FTP-Servers editieren
2-33. exports editieren
2-34. Merkmale der Systemkonsole
2-35. Bildschirmschoner auswählen
2-36. Den Bildschirmschoner einstellen
2-37. Die Konfiguration der Systemkonsole verlassen
2-38. Das Gebiet auswählen
2-39. Das Land auswählen
2-40. Die Zeitzone auswählen
2-41. Das Mausprotokoll festlegen
2-42. Das Mausprotokoll festlegen
2-43. Den Mausport einstellen
2-44. Den Mausport einstellen
2-45. Den Mouse-Daemon aktivieren
2-46. Den Mouse-Daemon testen
2-47. Die Paketkategorie aussuchen
2-48. Pakete auswählen
2-49. Pakete installieren
2-50. Paketinstallation bestätigen
2-51. Benutzerkonto auswählen
2-52. Benutzerkonto anlegen
2-53. Benutzermenü verlassen
2-54. Die Installation beenden
2-55. Netzwerkdienste - obere Hälfte
2-56. Den MTA festlegen
2-57. Ntpdate konfigurieren
2-58. Netzwerkdienste - untere Hälfte
21-1. Konkatenierte Anordnung
21-2. Striped-Anordnung
21-3. RAID-5 Aufbau
21-4. Ein einfaches Vinum-Volume
21-5. Ein gespiegeltes Vinum Volume
21-6. Ein Striped Vinum Volume
21-7. Ein gespiegeltes, Striped Vinum Volume
Beispiele
2-1. Eine bestehende Partition verwenden
2-2. Eine bestehende Partition verkleinern
3-1. Namen von Platten, Slices und Partitionen
3-2. Aufteilung einer Festplatte
4-1. Download vor Installation eines Pakets
11-1. Erstellen einer Swap-Datei
12-1. boot0-Screenshot
12-2. boot2-Screenshot
12-3. Auf insecure gesetzte Konsole in /etc/ttys
13-1. Einen Benutzer unter FreeBSD anlegen
13-2. Interaktives Löschen von Account mit rmuser
13-3. Interaktives chpass des Superusers
13-4. Interaktives chpass eines normalen Benutzers
13-5. Wechseln des Passworts
13-6. Als Superuser das Passwort eines anderen Accounts verändern
13-7. Setzen der Mitgliederliste einer Gruppe mit pw(8)
13-8. Ein Gruppenmitglied mit pw hinzufügen
13-9. Hinzufügen eines neuen Gruppenmitglieds mittels pw(8)
13-10. Mit id die Gruppenzugehörigkeit bestimmen
14-1. Mit SSH einen sicheren Tunnel für SMTP erstellen
18-1. dump mit ssh benutzen
18-2. dump über ssh mit gesetzter RSH benutzen
18-3. Ein Beispielskript zum Erstellen eigener Bootdisketten
18-4. Einhängen eines existierenden Abbildes unter FreeBSD
18-5. Erstellen eines dateibasierten Laufwerks mit mdconfig
18-6. Mit mdmfs ein dateibasiertes Dateisystem erstellen
18-7. Erstellen eines speicherbasierten Laufwerks mit mdconfig
18-8. Erstellen eines speicherbasierten Laufwerks mit mdmfs
19-1. Die Partitionen einer Bootplatte labeln
26-1. Einträge in /etc/ttys hinzufügen
28-1. Konfigurieren der sendmail Zugriffsdatenbank
28-2. E-Mail Aliases
28-3. Beispiel einer virtuellen Domänen Zuordnung
29-1. Die inetd-Konfiguration neu einlesen
29-2. Ein exportiertes Dateisystem mit amd in den Verzeichnisbaum einhängen
29-3. Django mit Apache2, mod_python3, und PostgreSQL installieren
29-4. Apache-Konfiguration für Django/mod_python
31-1. LACP Aggregation mit einem Switch von Cisco®
31-2. Ausfallsicherer Modus
31-3. Kleines Netzwerk (Privatnetz)
31-4. Großes Netzwerk (Firmennetz)
A-1. ls(1) von -CURRENT auschecken
A-2. Den src/-Baum über SSH auschecken
A-3. ls(1) aus dem 6-STABLE-Zweig auschecken
A-4. Änderungen in ls(1) zwischen 5.3 RELEASE und 5.4 RELEASE (als unified diff)
A-5. Gültige Modulnamen herausfinden

Vorwort

Über dieses Buch

Der erste Teil dieses Buchs führt FreeBSD-Einsteiger durch den Installationsprozess und stellt leicht verständlich Konzepte und Konventionen vor, die UNIX® zu Grunde liegen. Sie müssen nur neugierig sein und bereitwillig neue Konzepte aufnehmen, wenn diese vorgestellt werden, um diesen Teil durchzuarbeiten.

Wenn Sie den ersten Teil bewältigt haben, bietet der umfangreichere zweite Teil eine verständliche Darstellung vieler Themen, die für FreeBSD-Administratoren relevant sind. Wenn Kapitel auf anderen Kapiteln aufbauen, wird das in der Übersicht am Anfang eines Kapitels erläutert.

Weitere Informationsquellen entnehmen Sie bitte Anhang B.

Änderungen gegenüber der dritten Auflage

Die aktuelle Auflage des Handbuchs ist das Ergebnis der engagierten Arbeit Hunderter Mitarbeiter des FreeBSD Documentation Projects in den vergangenen 10 Jahren. Die wichtigsten Änderungen dieser Auflage gegenüber der dritten Auflage von 2004 sind:

Änderungen gegenüber der zweiten Auflage (2004)

Die dritte Auflage des Handbuchs war das Ergebnis der über zwei Jahre dauernden engagierten Arbeit des FreeBSD Documentation Projects. Die gedruckte Ausgabe war derart umfangreich, dass es notwendig wurde, sie in zwei Bände aufzuteilen. Die wichtigsten Änderungen dieser Auflage waren:

Änderungen gegenüber der ersten Auflage (2001)

Die zweite Auflage ist das Ergebnis der engagierten Arbeit der Mitglieder des FreeBSD Documentation Projects über zwei Jahre. Die wichtigsten Änderungen gegenüber der ersten Auflage sind:

Gliederung

Dieses Buch ist in fünf Abschnitte unterteilt. Der erste Abschnitt, Erste Schritte, behandelt die Installation und die Grundlagen von FreeBSD. Dieser Abschnitt sollte in der vorgegebenen Reihenfolge durchgearbeitet werden, schon Bekanntes darf aber übersprungen werden. Der zweite Abschnitt, Oft benutzte Funktionen, behandelt häufig benutzte Funktionen von FreeBSD. Dieser Abschnitt sowie alle nachfolgenden Abschnitte können in beliebiger Reihenfolge gelesen werden. Jeder Abschnitt beginnt mit einer kurzen Übersicht, die das Thema des Abschnitts und das nötige Vorwissen erläutert. Die Übersichten helfen dem Leser, interessante Kapitel zu finden und erleichtern das Stöbern im Handbuch. Der dritte Abschnitt, Systemadministration, behandelt die Administration eines FreeBSD-Systems. Der vierte Abschnitt, Netzwerke, bespricht Netzwerke und Netzwerkdienste. Der fünfte Abschnitt enthält Anhänge und Verweise auf weitere Informationen.

Kapitel 1, Einführung

Dieses Kapitel macht Einsteiger mit FreeBSD vertraut. Es behandelt die Geschichte, die Ziele und das Entwicklungsmodell des FreeBSD-Projekts.

Kapitel 2, Installation

Beschreibt den Ablauf der Installation. Spezielle Installationsmethoden, wie die Installation mit einer seriellen Konsole, werden ebenfalls behandelt.

Kapitel 3, Grundlagen des UNIX Betriebssystems

Erläutert die elementaren Kommandos und Funktionen von FreeBSD. Wenn Sie schon mit Linux oder einem anderen UNIX System vertraut sind, können Sie dieses Kapitel überspringen.

Kapitel 4, Installieren von Anwendungen

Zeigt wie mit der innovativen Ports-Sammlung oder mit Paketen Software von Fremdherstellern installiert wird.

Kapitel 5, Das X Window System

Beschreibt allgemein das X Window System und geht speziell auf X11 unter FreeBSD ein. Weiterhin werden grafische Benutzeroberflächen wie KDE und GNOME behandelt.

Kapitel 6, Desktop-Anwendungen

Enthält eine Aufstellung verbreiteter Anwendungen wie Browser, Büroanwendungen und Office-Pakete und beschreibt wie diese Anwendungen installiert werden.

Kapitel 7, Multimedia

Erklärt, wie Sie auf Ihrem System Musik und Videos abspielen können. Beispielhaft werden auch Anwendungen aus dem Multimedia-Bereich beleuchtet.

Kapitel 8, Konfiguration des FreeBSD-Kernels

Erklärt, warum Sie einen angepassten Kernel erzeugen sollten und gibt ausführliche Anweisungen wie Sie einen angepassten Kernel konfigurieren, bauen und installieren.

Kapitel 9, Drucken

Beschreibt, wie Sie Drucker unter FreeBSD verwalten. Diskutiert werden Deckblätter, das Einrichten eines Druckers und ein Abrechnungssystem für ausgedruckte Seiten.

Kapitel 10, Linux-Binärkompatibilität

Beschreibt die binäre Kompatibilität zu Linux. Weiterhin werden ausführliche Installationsanleitungen für Oracle, SAP R/3 und Mathematica gegeben.

Kapitel 11, Konfiguration und Tuning

Beschreibt die Einstellungen, die ein Systemadministrator vornehmen kann, um die Leistungsfähigkeit eines FreeBSD Systems zu verbessern. In diesem Kapitel werden auch verschiedene Konfigurationsdateien besprochen.

Kapitel 12, FreeBSDs Bootvorgang

Erklärt den Bootprozess von FreeBSD und beschreibt die Optionen, mit denen sich der Bootprozess beeinflussen lässt.

Kapitel 13, Benutzer und grundlegende Account-Verwaltung

Beschreibt, wie Benutzer-Accounts angelegt, verändert und verwaltet werden. Weiterhin wird beschrieben, wie dem Benutzer zur Verfügung stehende Ressourcen beschränkt werden können.

Kapitel 14, Sicherheit

Beschreibt die Werkzeuge mit denen Sie Ihr FreeBSD-System absichern. Unter Anderem werden Kerberos, IPsec und OpenSSH besprochen.

Kapitel 15, Jails

Dieses Kapitel beschreibt das Jails-Framework sowie die Vorteile von Jails gegenüber der traditionellen chroot-Unterstützung von FreeBSD.

Kapitel 16, Mandatory Access Control

Erklärt vorgeschriebene Zugriffskontrollen (MACs) und wie mit ihrer Hilfe FreeBSD-Systeme gesichert werden.

Kapitel 17, Security Event Auditing

Beschreibt, was FreeBSD Event Auditing ist, wie Sie diese Funktion installieren und konfigurieren und die damit erzeugten Audit-Trails überwachen und auswerten können.

Kapitel 18, Speichermedien

Erläutert den Umgang mit Speichermedien und Dateisystemen. Behandelt werden Plattenlaufwerke, RAID-Systeme, optische Medien, Bandlaufwerke, RAM-Laufwerke und verteilte Dateisysteme.

Kapitel 19, GEOM

Beschreibt das GEOM-Framework von FreeBSD sowie die Konfiguration der verschiedenen unterstützten RAID-Level.

Kapitel 20, File Systems Support

Beschreibt die Unterstützung nicht-nativer Dateisysteme (beispielsweise des Z-Dateisystems (zfs) von Sun) durch FreeBSD.

Kapitel 21, Vinum

Beschreibt den Vinum Volume Manager, der virtuelle Laufwerke, RAID-0, RAID-1 und RAID-5 auf Software-Ebene bereitstellt.

Kapitel 22, Virtualisierung

Dieses Kapitel beschreibt verschiedene Virtualisierungslösungen und wie diese mit FreeBSD zusammenarbeiten.

Kapitel 23, Lokalisierung

Zeigt wie Sie FreeBSD mit anderen Sprachen als Englisch einsetzen. Es wird sowohl die Lokalisierung auf der System-Ebene wie auch auf der Anwendungs-Ebene betrachtet.

Kapitel 24, FreeBSD aktualisieren

Erklärt die Unterschiede zwischen FreeBSD-STABLE, FreeBSD-CURRENT und FreeBSD-Releases. Das Kapitel enthält Kriterien anhand derer Sie entscheiden können, ob es sich lohnt, ein Entwickler-System zu installieren und aktuell zu halten. Außerdem wird beschrieben, wie Sie Ihr System durch das Einspielen neuer Sicherheits-Patches absichern.

Kapitel 25, DTrace

Beschreibt, wie das von Sun entwickelte DTrace-Werkzeug unter FreeBSD konfiguriert und eingesetzt werden kann. Dynamisches Tracing kann Ihnen beim Aufspüren von Leistungsproblemen helfen, indem Sie Echtzeit-Systemanalysen durchführen.

Kapitel 26, Serielle Datenübertragung

Erläutert, wie Sie Terminals und Modems an Ihr FreeBSD-System anschließen und sich so ein- und auswählen können.

Kapitel 27, PPP und SLIP

Erklärt wie Sie mit PPP, SLIP oder PPP über Ethernet ein FreeBSD-System mit einem entfernten System verbinden.

Kapitel 28, Elektronische Post (E-Mail)

Erläutert die verschiedenen Bestandteile eines E-Mail Servers und zeigt einfache Konfigurationen für sendmail, dem meist genutzten E-Mail-Server.

Kapitel 29, Netzwerkserver

Bietet ausführliche Informationen und Beispielkonfigurationen, die es Ihnen ermöglichen, Ihren FreeBSD-Rechner als Network File System Server, Domain Name Server, Network Information Server, oder als Zeitsynchronisationsserver einzurichten.

Kapitel 30, Firewalls

Erklärt die Philosophie hinter softwarebasierten Firewalls und bietet ausführliche Informationen zur Konfiguration der verschiedenen, für FreeBSD verfügbaren Firewalls.

Kapitel 31, Weiterführende Netzwerkthemen

Behandelt viele Netzwerkthemen, beispielsweise das Verfügbarmachen einer Internetverbindung für andere Rechner eines LANs, Routing, drahtlose Netzwerke, Bluetooth, IPv6, ATM und andere mehr.

Anhang A, Bezugsquellen für FreeBSD

Enthält eine Aufstellung der Quellen von denen Sie FreeBSD beziehen können: CD-ROM, DVD sowie Internet-Sites.

Anhang B, Bibliografie

Dieses Buch behandelt viele Themen und kann nicht alle Fragen erschöpfend beantworten. Die Bibliografie enthält weiterführende Bücher, die im Text zitiert werden.

Anhang C, Ressourcen im Internet

Enthält eine Aufstellung der Foren, die FreeBSD Benutzern für Fragen und Diskussionen zur Verfügung stehen.

Anhang D, PGP Schlüssel

Enthält PGP-Fingerabdrücke von etlichen FreeBSD Entwicklern.

Konventionen in diesem Buch

Damit der Text einheitlich erscheint und leicht zu lesen ist, werden im ganzen Buch die nachstehenden Konventionen beachtet:

Typographie

Kursiv

Für Dateinamen, URLs, betonte Teile eines Satzes und das erste Vorkommen eines Fachbegriffs wird ein kursiver Zeichensatz benutzt.

Fixschrift

Fehlermeldungen, Kommandos, Umgebungsvariablen, Namen von Ports, Hostnamen, Benutzernamen, Gruppennamen, Gerätenamen, Variablen und Code-Ausschnitte werden in einer Fixschrift dargestellt.

Fett

Fett kennzeichnet Anwendungen, Kommandozeilen und Tastensymbole.

Benutzereingaben

Tasten werden fett dargestellt, um sie von dem umgebenden Text abzuheben. Tasten, die gleichzeitig gedrückt werden müssen, werden durch ein + zwischen den einzelnen Tasten dargestellt:

Ctrl+Alt+Del

Im gezeigten Beispiel soll der Benutzer die Tasten Ctrl, Alt und Del gleichzeitig drücken.

Tasten, die nacheinander gedrückt werden müssen, sind durch Kommas getrennt:

Ctrl+X, Ctrl+S

Das letzte Beispiel bedeutet, dass die Tasten Ctrl und X gleichzeitig betätigt werden und danach die Tasten Ctrl und S gleichzeitig gedrückt werden müssen.

Beispiele

Beispiele, die durch E:\> eingeleitet werden, zeigen ein MS-DOS® Kommando. Wenn nichts Anderes angezeigt wird, können diese Kommandos unter neuen Versionen von Microsoft Windows auch in einem DOS-Fenster ausgeführt werden.

E:\> tools\fdimage floppies\kern.flp A:

Beispiele, die mit # beginnen, müssen unter FreeBSD mit Superuser-Rechten ausgeführt werden. Dazu melden Sie sich entweder als root an oder Sie wechseln von Ihrem normalen Account mit su(1) zu dem Benutzer root.

# dd if=kern.flp of=/dev/fd0

Beispiele, die mit % anfangen, werden unter einem normalen Benutzer-Account ausgeführt. Sofern nichts Anderes angezeigt wird, verwenden die Beispiele die Syntax der C-Shell.

% top

Danksagung

Dieses Buch ist aus Beiträgen von vielen Leuten aus allen Teilen der Welt entstanden. Alle eingegangen Beiträge, zum Beispiel Korrekturen oder vollständige Kapitel, waren wertvoll.

Einige Firmen haben dieses Buch dadurch unterstützt, dass Sie Autoren in Vollzeit beschäftigt und die Veröffentlichung des Buchs finanziert haben. Besonders BSDi (das später von Wind River Systems übernommen wurde) beschäftigte Mitglieder des FreeBSD Documentation Projects, um dieses Buch zu erstellen. Dadurch wurde die erste (englische) gedruckte Auflage im März 2000 möglich (ISBN 1-57176-241-8). Wind River Systems bezahlte dann weitere Autoren, die die zum Drucken nötige Infrastruktur verbesserten und zusätzliche Kapitel beisteuerten. Das Ergebnis dieser Arbeit ist die zweite (englische) Auflage vom November 2001 (ISBN 1-57176-303-1). Zwischen 2003 und 2004 bezahlte FreeBSD Mall, Inc mehrere Mitarbeiter für die Vorbereitung der gedruckten dritten Auflage.

I. Erste Schritte

Dieser Teil des FreeBSD-Handbuchs richtet sich an Benutzer und Administratoren für die FreeBSD neu ist. Diese Kapitel

  • geben Ihnen eine Einführung in FreeBSD,

  • geleiten Sie durch den Installationsprozess,

  • erklären Ihnen die Grundlagen von UNIX Systemen,

  • zeigen Ihnen, wie Sie die Fülle der erhältlichen Anwendungen Dritter installieren und

  • führen Sie in X, der Benutzeroberfläche von UNIX Systemen ein. Es wird gezeigt, wie Sie den Desktop konfigurieren, um effektiver arbeiten zu können.

Wir haben uns bemüht, Referenzen auf weiter vorne liegende Textteile auf ein Minimum zu beschränken, so dass Sie diesen Teil des Handbuchs ohne viel Blättern durcharbeiten können.


Kapitel 1. Einführung

Neu zusammengestellt, umstrukturiert und um Abschnitte erweitert durch Jim Mock. Übersetzt von Sascha Edelburg.

1.1. Übersicht

Herzlichen Dank für Ihr Interesse an FreeBSD! Das folgende Kapitel behandelt verschiedene Aspekte des FreeBSD Projects wie dessen geschichtliche Entwicklung, dessen Ziele oder dessen Entwicklungsmodell.

Nach dem Durcharbeiten des Kapitels wissen Sie über folgende Punkte Bescheid:

  • Wo FreeBSD im Vergleich zu anderen Betriebssystemen steht

  • Die Geschichte des FreeBSD Projects

  • Die Ziele des FreeBSD Projects

  • Die Grundlagen des FreeBSD-Open-Source-Entwicklungsmodells

  • Und natürlich wo der Name “FreeBSD” herrührt


1.2. Willkommen bei FreeBSD!

FreeBSD ist ein auf 4.4BSD-Lite basierendes Betriebssystem für Intel (x86 und Itanium®), AMD64, Alpha™ und Sun UltraSPARC® Rechner. An Portierungen zu anderen Architekturen wird derzeit gearbeitet. Mehr zu Geschichte von FreeBSD können Sie im kurzen geschichtlichen Abriss zu FreeBSD oder im Abschnitt Das aktuelle FreeBSD-Release nachlesen. Falls Sie das FreeBSD Project unterstützen wollen (mit Quellcode, Hardware- oder Geldspenden), sollten Sie den Artikel FreeBSD unterstützen lesen.


1.2.1. Was kann FreeBSD?

FreeBSD hat zahlreiche bemerkenswerte Eigenschaften. Um nur einige zu nennen:

  • Präemptives Multitasking mit dynamischer Prioritätsanpassung zum reibungslosen und ausgeglichenen Teilen der Systemressourcen zwischen Anwendungen und Anwendern, selbst unter schwerster Last.

  • Der Mehrbenutzerbetrieb von FreeBSD erlaubt es, viele Anwender gleichzeitig am System mit verschiedenen Aufgaben arbeiten zu lassen. Beispielsweise Geräte wie Drucker oder Bandlaufwerke, die sich nur schwerlich unter allen Anwendern des Systems oder im Netzwerk teilen lassen, können durch Setzen von Verwendungsbeschränkungen auf Benutzer oder Benutzergruppen wichtige Systemressourcen vor Überbeanspruchung schützen.

  • Hervorragende TCP/IP-Netzwerkfähigkeit mit Unterstützung von Industriestandards wie SCTP, DHCP, NFS, NIS, PPP, SLIP, IPsec und IPv6. Das heißt, Ihr FreeBSD-System kann in einfachster Weise mit anderen Systemen interagieren. Zudem kann es als Server-System im Unternehmen wichtige Aufgaben übernehmen, beispielsweise als NFS- oder E-Mail-Server oder es kann Ihren Betrieb durch HTTP- und FTP-Server beziehungsweise durch Routing und Firewalling Internet-fähig machen.

  • Der Speicherschutz stellt sicher, dass Anwendungen (oder Anwender) sich nicht gegenseitig stören. Stürzt eine Anwendung ab, hat das keine Auswirkung auf andere Prozesse.

  • FreeBSD ist ein 32-Bit-Betriebssystem (64-Bit auf Alpha, Itanium, AMD64, und UltraSPARC) und wurde als solches von Grund auf neu entworfen.

  • Das X-Window-System (X11R7) als Industriestandard bietet eine grafische Benutzeroberfläche (GUI). Minimale Voraussetzung zur Verwendung ist lediglich eine Grafikkarte und ein Bildschirm, die beide den VGA-Modus unterstützen.

  • Binärkompatibilität mit vielen unter verschiedenen Betriebssystemen erstellten Programmen wie Linux, SCO, SVR4, BSDI und NetBSD.

  • Tausende von sofort lauffähigen Anwendungen sind aus den Ports- und Packages-Sammlungen für FreeBSD verfügbar. Warum mühselig im Netz Software suchen, wenn sie bereits hier vorhanden ist?

  • Tausende zusätzliche leicht zu portierende Anwendungen sind über das Internet zu beziehen. FreeBSD ist Quellcode-kompatibel mit den meisten kommerziellen UNIX Systemen. Daher bedürfen Anwendungen häufig nur geringer oder gar keiner Anpassung, um auf einem FreeBSD-System zu kompilieren.

  • Seitenweise anforderbarer Virtueller Speicher und der “merged VM/buffer cache”-Entwurf bedient effektiv den großen Speicherhunger mancher Anwendungen bei gleichzeitigem Aufrechterhalten der Bedienbarkeit des Systems für weitere Benutzer.

  • SMP-Unterstützung für Mehrprozessorsysteme

  • Ein voller Satz von C, C++ und Fortran- Entwicklungswerkzeugen. Viele zusätzliche Programmiersprachen für Wissenschaft und Entwicklung sind aus der Ports- und Packages-Sammlung zu haben.

  • Quellcode für das gesamte System bedeutet größtmögliche Kontrolle über Ihre Umgebung. Warum sollte man sich durch proprietäre Lösungen knebeln und sich auf Gedeih und Verderb der Gnade eines Herstellers ausliefern, wenn man doch ein wahrhaft offenes System haben kann?

  • Umfangreiche Online-Dokumentation.

FreeBSD basiert auf dem 4.4BSD-Lite-Release der Computer Systems Research Group (CSRG) der Universität von Kalifornien in Berkeley und führt die namhafte Tradition der Entwicklung von BSD-Systemen fort. Zusätzlich zu der herausragenden Arbeit der CSRG hat das FreeBSD Project tausende weitere Arbeitsstunden investiert, um das System zu verfeinern und maximale Leistung und Zuverlässigkeit bei Alltagslast zu bieten. Während viele kommerzielle Riesen Probleme haben PC-Betriebssysteme mit derartigen Funktionen, Leistungpotential und Zuverlässigkeit anzubieten, kann FreeBSD damit schon jetzt aufwarten!

Die Anwendungsmöglichkeiten von FreeBSD werden nur durch Ihre Vorstellungskraft begrenzt. Von Software-Entwicklung bis zu Produktionsautomatisierung, von Lagerverwaltung über Abweichungskorrektur bei Satelliten; Falls etwas mit kommerziellen UNIX Produkten machbar ist, dann ist es höchstwahrscheinlich auch mit FreeBSD möglich. FreeBSD profitiert stark von tausenden hochwertigen Anwendungen aus wissenschaftlichen Instituten und Universitäten in aller Welt. Häufig sind diese für wenig Geld oder sogar kostenlos zu bekommen. Kommerzielle Anwendungen sind ebenso verfügbar und es werden täglich mehr.

Durch den freien Zugang zum Quellcode von FreeBSD ist es in unvergleichbarer Weise möglich, das System für spezielle Anwendungen oder Projekte anzupassen. Dies ist mit den meisten kommerziellen Betriebssystemen einfach nicht möglich. Beispiele für Anwendungen, die unter FreeBSD laufen, sind:

  • Internet-Dienste: Die robuste TCP/IP-Implementierung in FreeBSD macht es zu einer idealen Plattform für verschiedenste Internet-Dienste, wie zum Beispiel:

    • FTP-Server

    • HTTP-Server (Standard-Web-Server oder mit SSL-Verschlüsselung)

    • IPv4- und IPv6-Routing

    • Firewalls und NAT-Gateways (“IP-Masquerading”)

    • E-Mail-Server

    • Usenet-News und Foren (BBS)

    Zum Betreiben von FreeBSD reicht schon ein günstiger 386-PC. Wenn es das Wachstum Ihres Unternehmens verlangt, kann FreeBSD aber auch auf einem hochgerüsteten 4-Wege-System mit Xeon-Prozessoren und RAID-Plattenspeicher Verwendung finden.

  • Bildung: Sind Sie Informatikstudent oder Student eines verwandten Studiengangs? Die praktischen Einblicke in FreeBSD sind die beste Möglichkeit etwas über Betriebssysteme, Rechnerarchitektur und Netzwerke zu lernen. Einige frei erhältliche CAD-, mathematische und grafische Anwendungen sind sehr nützlich, gerade für diejenigen, die FreeBSD nicht zum Selbstzweck, sondern als Arbeitsmittel einsetzen.

  • Wissenschaft: Mit dem frei verfügbaren Quellcode für das gesamte System bildet FreeBSD ein exzellentes Studienobjekt in der Disziplin der Betriebssysteme, wie auch in anderen Zweigen der Informatik. Es ist beispielsweise denkbar, das räumlich getrennte Gruppen gemeinsam an einer Idee oder Entwicklung arbeiten. Das Konzept der freien Verfügbarkeit und -nutzung von FreeBSD ermöglicht so einen Gebrauch, auch ohne sich groß Gedanken über Lizenzbedingungen oder -beschränkungen machen zu müssen.

  • Netzwerkfähigkeit: Brauchen Sie einen neuen Router? Oder einen Name-Server (DNS)? Eine Firewall zum Schutze Ihres Intranets vor Fremdzugriff? FreeBSD macht aus dem in der Ecke verstaubenden 386- oder 486-PC im Handumdrehen einen leistungsfähigen Router mit anspruchsvollen Packet-Filter-Fähigkeiten.

  • X-Window-Workstation: FreeBSD ist eine gute Wahl für kostengünstige X-Terminals mit dem frei verfügbaren X11-Server. Im Gegensatz zu einem X-Terminal erlaubt es FreeBSD, viele Anwendungen lokal laufen zu lassen, was die Last eines zentralen Servers erleichtern kann. FreeBSD kann selbst “plattenlos” starten, was einzelne Workstations noch günstiger macht und die Wartung erleichtert.

  • Software-Entwicklung: Das Standard-System von FreeBSD wird mit einem kompletten Satz an Entwicklungswerkzeugen bereitgestellt, unter anderem mit dem bekannten GNU C/C++-Kompiler und -Debugger.

FreeBSD ist sowohl in Form von Quellcode als auch in Binärform auf CD-ROM, DVD und über anonymous FTP erhältlich. Näheres zum Bezug von FreeBSD enthält Anhang A.


1.2.2. Wer benutzt FreeBSD?

FreeBSD dient als Plattform für Geräte und Produkte einiger der weltgrößten IT-Firmen, darunter:

Außerdem laufen einige der größten Internet-Auftritte unter FreeBSD, beispielsweise:


1.3. Das FreeBSD Project

Der folgende Abschnitt bietet einige Hintergrundinformationen zum FreeBSD Project, einschließlich einem kurzen geschichtlichen Abriss, den Projektzielen und dem Entwicklungsmodell.


1.3.1. Kurzer geschichtlicher Abriss zu FreeBSD

Beigesteuert von Jordan Hubbard.

Das FreeBSD Project erblickte das Licht der Welt Anfang 1993 teils als Auswuchs des “Unofficial 386BSD Patchkit” unter der Regie der letzten drei Koordinatoren des Patchkits: Nate Williams, Rod Grimes und mir.

Unser eigentliches Ziel war es, einen zwischenzeitlichen Abzug von 386BSD zu erstellen, um ein paar Probleme zu beseitigen, die das Patchkit-Verfahren nicht lösen konnte. Einige von Ihnen werden sich in dem Zusammenhang noch an die frühen Arbeitstitel “386BSD 0.5” oder “386BSD Interim” erinnern.

386BSD war das Betriebssystem von Bill Jolitz. Dieses litt bis zu diesem Zeitpunkt heftig unter fast einjähriger Vernachlässigung. Als das Patchkit mit jedem Tag anschwoll und unhandlicher wurde, waren wir einhellig der Meinung, es müsse etwas geschehen. Wir entschieden uns Bill Jolitz zu helfen, indem wir den übergangsweise “bereinigten” Abzug zur Verfügung stellten. Diese Pläne wurden unschön durchkreuzt als Bill Jolitz plötzlich seine Zustimmung zu diesem Projekt zurückzog, ohne einen Hinweis darauf, was stattdessen geschehen sollte.

Es hat nicht lange gedauert zu entscheiden, dass das Ziel es wert war, weiterverfolgt zu werden, selbst ohne Bills Unterstützung. Also haben wir den von David Greenman geprägten Namen “FreeBSD” angenommen. Unsere anfänglichen Ziele setzten wir nach Rücksprache mit den damaligen Benutzern des Systems fest. Und als deutlich wurde, das Projekt würde möglicherweise Realität, nahm ich Kontakt mit Walnut Creek CDROM auf, mit einem Auge darauf, den Vertriebsweg für die vielen Missbegünstigten zu verbessern, die keinen einfachen Zugang zum Internet hatten. Walnut Creek CDROM unterstützte nicht nur die Idee des CD-ROM-Vertriebs, sondern stellte sogar dem Projekt einen Arbeitsrechner und eine schnelle Internetverbindung zur Verfügung. Ohne den beispiellosen Glauben von Walnut Creek CDROM in ein zu der Zeit absolut unbekanntes Projekt, gäbe es FreeBSD in der heutigen Form wohl nicht.

Die erste auf CD-ROM (und netzweit) verfügbare Veröffentlichung war FreeBSD 1.0 im Dezember 1993. Diese basierte auf dem Band der 4.3BSD-Lite (“Net/2”) der Universität von Kalifornien in Berkeley. Viele Teile stammten aus 386BSD und von der Free Software Foundation. Gemessen am ersten Angebot, war das ein ziemlicher Erfolg und wir ließen dem das extrem erfolgreiche FreeBSD 1.1 im Mai 1994 folgen.

Zu dieser Zeit formierten sich unerwartete Gewitterwolken am Horizont, als Novell und die Universität von Kalifornien in Berkeley (UCB) ihren langen Rechtsstreit über den rechtlichen Status des Berkeley Net/2-Bandes mit einem Vergleich beilegten. Eine Bedingung dieser Einigung war es, dass die UCB große Teile des Net/2-Quellcodes als “belastet” zugestehen musste, und dass diese Besitz von Novell sind, welches den Code selbst einige Zeit vorher von AT&T bezogen hatte. Im Gegenzug bekam die UCB den “Segen” von Novell, dass sich das 4.4BSD-Lite-Release bei seiner endgültigen Veröffentlichung als unbelastet bezeichnen darf. Alle Net/2-Benutzer sollten auf das neue Release wechseln. Das betraf auch FreeBSD. Dem Projekt wurde eine Frist bis Ende Juli 1994 eingeräumt, das auf Net/2-basierende Produkt nicht mehr zu vertreiben. Unter den Bedingungen dieser Übereinkunft war es dem Projekt noch erlaubt ein letztes Release vor diesem festgesetzten Zeitpunkt herauszugeben. Das war FreeBSD 1.1.5.1.

FreeBSD machte sich dann an die beschwerliche Aufgabe, sich Stück für Stück, aus einem neuen und ziemlich unvollständigen Satz von 4.4BSD-Lite-Teilen, wieder aufzubauen. Die “Lite”-Veröffentlichungen waren deswegen leicht, weil Berkeleys CSRG große Code-Teile, die für ein start- und lauffähiges System gebraucht wurden, aufgrund diverser rechtlicher Anforderungen entfernen musste und weil die 4.4-Portierung für Intel-Rechner extrem unvollständig war. Das Projekt hat bis November 1994 gebraucht diesen Übergang zu vollziehen, was dann zu dem im Netz veröffentlichten FreeBSD 2.0 und zur CD-ROM-Version (im späten Dezember) führte. Obwohl FreeBSD gerade die ersten Hürden genommen hatte, war dieses Release ein maßgeblicher Erfolg. Diesem folgte im Juni 1995 das robustere und einfacher zu installierende FreeBSD 2.0.5.

Im August 1996 veröffentlichten wir FreeBSD 2.1.5. Es schien unter ISPs und der Wirtschaft beliebt genug zu sein, ein weiteres Release aus dem 2.1-STABLE-Zweig zu rechtfertigen. Das war FreeBSD 2.1.7.1. Es wurde im Februar 1997 veröffentlicht und bildete das Ende des Hauptentwicklungszweiges 2.1-STABLE. Derzeit unterliegt dieser Zweig dem Wartungsmodus, das heißt, es werden nur noch Sicherheitsverbesserungen und die Beseitigung von kritischen Fehlern vorgenommen (RELENG_2_1_0).

FreeBSD 2.2 entsprang dem Hauptentwicklungszweig (“-CURRENT”) im November 1996 als RELENG_2_2-Zweig und das erste komplette Release (2.2.1) wurde im April 1997 herausgegeben. Weitere Veröffentlichungen des 2.2-Zweiges gab es im Sommer und Herbst 1997. Das letzte Release des 2.2-Zweiges bildete die Version 2.2.8, die im November 1998 erschien. Das erste offizielle 3.0-Release erschien im Oktober 1998 und läutete das Endes des 2.2-Zweiges ein.

Am 20. Januar 1999 teilte sich der Quellbaum in die Zweige 4.0-CURRENT und 3.X-STABLE. Auf dem 3.X-STABLE-Zweig wurden folgende Releases erstellt: 3.1 am 15. Februar 1999, 3.2 am 15. Mai 1999, 3.3 am 16. September 1999, 3.4 am 20. Dezember 1999 und 3.5 am 24. Juni 2000. Letzterem folgte ein paar Tage später das Release 3.5.1, welches einige akute Sicherheitslöcher von Kerberos stopfte und die letzte Veröffentlichung des 3.X-Zweiges darstellte.

Eine weitere Aufspaltung, aus dem der 4.X-STABLE-Zweig hervorging, erfolgte am 13. März 2000. Bisher gab es mehrere Veröffentlichungen aus diesem Zweig: 4.0-RELEASE erschien im März 2000. Das letzte Release, 4.11-RELEASE, erschien im Januar 2005.

Das lang erwartete 5.0-RELEASE wurde am 19. Januar 2003 veröffentlicht. Nach nahezu drei Jahren Entwicklungszeit brachte dieses Release die Unterstützung für Mehrprozessor-Systeme sowie für Multithreading. Mit diesem Release lief FreeBSD erstmalig auf den Plattformen UltraSPARC und ia64. Im Juni 2003 folgte 5.1-RELEASE. Das letzte 5.X-Release aus dem CURRENT-Zweig war 5.2.1-RELEASE, das im Februar 2004 veröffentlicht wurde.

Der Zweig RELENG_5 wurde im August 2004 erzeugt. Als erstes Release dieses Zweiges wurde 5.3-RELEASE veröffentlicht, bei dem es sich gleichzeitig auch um das erste 5-STABLE-Release handelte. Das aktuelle 5.5-RELEASE (dem keine RELENG_5-Versionen mehr folgen werden) erschien im Mai 2006.

Der Zweig RELENG_6 wurde im Juli 2005 erzeugt. 6.0-RELEASE, das erste Release des 6.X-Zweiges, wurde im November 2005 veröffentlicht. Das aktuelle 7.2-RELEASE (dem keine weiteren RELENG_6-Versionen folgen werden) erschien im November 2008.

Der Zweig RELENG_7 wurde im Oktober 2007 erzeugt. 7.0-RELEASE, das erste Release des 7.X-Zweiges, wurde im Februar 2008 veröffentlicht. Das aktuelle 8.0-RELEASE (dem weitere RELENG_7-Versionen folgen werden) erschien im Januar 2009.

Zurzeit werden Projekte mit langem Entwicklungshorizont im Zweig 8.X-CURRENT verfolgt, Schnappschüsse von 8.X auf CD-ROM (und natürlich im Netz) werden bei fortlaufender Entwicklung auf dem Snapshot-Server zur Verfügung gestellt.


1.3.2. Ziele des FreeBSD Projects

Beigesteuert von Jordan Hubbard.

Das FreeBSD Project stellt Software her, die ohne Einschränkungen für beliebige Zwecke eingesetzt werden kann. Viele von uns haben beträchtlich in Quellcode und Projekt investiert und hätten sicher nichts dagegen, hin und wieder ein wenig finanziellen Ausgleich dafür zu bekommen. Aber in keinem Fall bestehen wir darauf. Wir glauben unsere erste und wichtigste “Mission” ist es, Software für jeden Interessierten und zu jedem Zweck zur Verfügung zu stellen, damit die Software größtmögliche Verbreitung erlangt und größtmöglichen Nutzen stiftet. Das ist, glaube ich, eines der grundlegenden Ziele freier Software, welche wir mit größter Begeisterung unterstützen.

Der Code in unserem Quellbaum, der unter die General Public License (GPL) oder die Library General Public License (LGPL) fällt, stellt geringfügig mehr Bedingungen. Das aber vielmehr im Sinne von eingefordertem Zugriff, als das übliche Gegenteil der Beschränkungen. Aufgrund zusätzlicher Abhängigkeiten, die sich durch die Verwendung von GPL-Software bei kommerziellem Gebrauch ergeben, bevorzugen wir daher Software unter dem transparenteren BSD-Copyright, wo immer es angebracht ist.


1.3.3. Das Entwicklungsmodell von FreeBSD

Beigesteuert von Satoshi Asami.

Die Entwicklung von FreeBSD ist ein offener und vielseitiger Prozess. FreeBSD besteht aus Beisteuerungen von Hunderten Leuten rund um die Welt, wie Sie aus der Liste der Beitragenden ersehen können. Die vielen Entwickler können aufgrund der Entwicklungs-Infrastruktur von FreeBSD über das Internet zusammenarbeiten. Wir suchen ständig nach neuen Entwicklern, Ideen und jenen, die sich in das Projekt tiefer einbringen wollen. Nehmen Sie einfach auf der Mailingliste FreeBSD technical discussions Kontakt mit uns auf. Die Mailingliste FreeBSD announcements steht für wichtige Ankündigungen, die alle FreeBSD-Benutzer betreffen, zur Verfügung.

Unabhängig davon ob Sie alleine oder mit anderen eng zusammen arbeiten, enthält die folgende Aufstellung nützliche Informationen über das FreeBSD Project und dessen Entwicklungsabläufe.

CVS- und SVN-Repositories

Der Hauptquellbaum von FreeBSD wurde über viele Jahre ausschließlich mit CVS gepflegt, einem frei erhältlichen Versionskontrollsystem, welches mit FreeBSD geliefert wird. Im Juni 2008 begann das FreeBSD Project mit dem Umstieg auf SVN (Subversion). Dieser Schritt wurde notwendig, weil CVS aufgrund des rapide wachsenden Quellcodebaumes und dem Umfang der bereits gespeichterten Revisisionsinformationen an seine Grenzen zu stoßen begann. Während das Hauptrepository nun SVN verwendet, hat sich auf der Client-Seite nichts geändert. Werkzeuge wie CVSup und csup, die auf der alten CVS-Infrastruktur aufbauen, funktionieren weiterhin, weil alle Änderungen, die im SVN-Repository erfolgen, in das CVS-Repository portiert werden. Im Moment wird nur src-Quellcodebaum über SVN verwaltet. Die Dokumentation, die Webseiten sowie die Ports befinden sich weiterhin in einem CVS-Repository. Das Haupt-CVS-Repository läuft auf einer Maschine in Santa Clara, Kalifornien, USA. Von dort wird es auf zahlreiche Server in aller Welt gespiegelt. Der SVN-Quellbaum, der die Zweige -CURRENT und -STABLE enthält, kann so einfach auf Ihr eigenes System gespiegelt werden. Näheres dazu können Sie im Handbuch unter Synchronisation der Quellen in Erfahrung bringen.

Die Committer-Liste

Die Committer sind Personen mit Schreibzugriff auf den CVS-Quellbaum (der Begriff “Committer” stammt vom cvs(1)-Befehl commit, der zum Einspeisen von Änderungen ins Repository gebraucht wird). Der beste Weg, Vorschläge zur Prüfung durch die Mitglieder der Committer-Liste einzureichen, bietet der Befehl send-pr(1). Sollte es unerwartete Probleme mit diesem Verfahren geben, besteht immer noch die Möglichkeit eine E-Mail an die Liste “FreeBSD committers” zu schicken.

Das FreeeBSD-Core-Team

Würde man das FreeBSD Project mit einem Unternehmen vergleichen, so wäre das FreeBSD-Core-Team das Gegenstück zum Vorstand. Die Hauptaufgabe des Core-Teams ist es, das Projekt als Ganzes in gesunder Verfassung zu halten und die weitere Entwicklung in die richtige Bahn zu lenken. Das Anwerben leidenschaftlicher und verantwortungsbewusster Entwickler ist eine Aufgabe des Core-Team, genauso wie die Rekrutierung neuer Mitglieder für das Core-Team, im Falle, dass Altmitglieder aus dem Projekt aussteigen. Das derzeitige Core-Team wurde im Juli 2008 aus einem Kreis kandidierender Committer gewählt. Wahlen werden alle zwei Jahre abgehalten.

Einige Core-Team-Mitglieder haben auch spezielle Verantwortungsbereiche. Das bedeutet, sie haben sich darauf festgelegt, sicherzustellen, dass ein größerer Teil des Systems so funktioniert wie ausgewiesen. Eine vollständige Liste an FreeBSD beteiligter Entwickler und ihrer Verantwortungsbereiche kann in der Liste der Beitragenden eingesehen werden.

Anmerkung: Die Mehrzahl der Mitglieder des Core-Teams sind Freiwillige in Bezug auf die FreeBSD-Entwicklung und profitieren nicht finanziell vom Projekt. Daher sollte “Verpflichtung” nicht als “garantierter Support” fehlinterpretiert werden. Der oben angeführte Vergleich mit einem Vorstand hinkt und es wäre angebrachter zu erwähnen, dass diese Leute - wider besseres Wissen - ihr eigenes Leben für FreeBSD aufgegeben haben!

Weitere Beitragende

Die größte Entwicklergruppe sind nicht zuletzt die Anwender selbst, die Rückmeldungen und Fehlerbehebungen in einem anhaltend hohen Maße an uns senden. Der bevorzugte Weg an dem weniger zentralisierten Bereich der FreeBSD-Entwicklung teilzuhaben, ist die Möglichkeit sich bei der Liste FreeBSD technical discussions anzumelden. Weitere Informationen über die verschiedenen FreeBSD-Mailinglisten erhalten Sie in Anhang C.

Die Liste der zu FreeBSD Beitragenden ist eine lange und wachsende. Also warum nicht selbst dort stehen, indem Sie gleich persönlich etwas zu FreeBSD beitragen?

Quellcode ist nicht der einzige Weg, etwas zum Projekt beizusteuern. Eine genauere Übersicht über offene Aufgaben finden Sie auf der FreeBSD-Web-Site.

Zusammengefasst bildet unser Entwicklungsmodell einen losen Verbund konzentrischer Kreise. Das zentralisierte Modell ist auf die Bedürfnisse der Anwender zugeschnitten, mit der einfachen Möglichkeit eine zentrale Code-Basis zu verfolgen und möglichen neuen Beitragenden nicht das Leben zu erschweren! Unser Ziel ist es, ein stabiles Betriebssystem mit einer großen Zahl passender Programme zu bieten, die der Anwender leicht installieren und anwenden kann. Und dieses Modell funktioniert für diese Aufgabe ziemlich gut.

Das Einzige was wir von möglichen neuen Mitgliedern fordern, ist die gleiche Hingabe, mit der die jetzigen Mitglieder am dauerhaften Erfolg arbeiten!


1.3.4. Das aktuelle FreeBSD-Release

FreeBSD ist ein (mit vollem Quellcode und ein frei erhältliches) auf 4.4BSD-Lite-basierendes Release für Intel i386™, i486™, Pentium®, Pentium Pro, Celeron®, Pentium II, Pentium III, Pentium 4 (oder ein dazu kompatibler Prozessor), Xeon™, DEC Alpha und Sun UltraSPARC Systeme. Es stützt sich zum größten Teil auf Software der Computer Systems Research Group (CSRG) der Universität von Kalifornien in Berkeley mit einigen Verbesserungen aus NetBSD, OpenBSD, 386BSD und der Free Software Foundation.

Seit unserem FreeBSD 2.0 von Ende 1994 hat sich Leistung, Funktionsvielfalt und Stabilität dramatisch verbessert. Die größte Änderung erfuhr das virtuelle Speichermanagement durch eine Kopplung von virtuellem Speicher und dem Buffer-Cache, das nicht nur die Leistung steigert, sondern auch den Hauptspeicherverbrauch reduziert und ein 5 MB-System zu einem nutzbaren Minimal-System verhilft. Weitere Verbesserungen sind volle NIS-Client- und Server-Unterstützung, T/TCP, Dial-On-Demand-PPP, integriertes DHCP, ein verbessertes SCSI-Subsystem, ISDN-Support, Unterstützung für ATM-, FDDI-, Fast- und Gigabit-Ethernet-Karten (1000 Mbit), verbesserter Support der neusten Adaptec-Controller und tausende Fehlerkorrekturen.

Zusätzlich zur Standard-Distribution bietet FreeBSD eine Sammlung von portierter Software mit tausenden begehrten Programmen. Zum Verfassungszeitpunkt waren über 20,000 Anwendungen in der Ports-Sammlung! Das Spektrum der Ports-Sammlung reicht von HTTP-Servern über Spiele, Programmiersprachen, Editoren und so ziemlich allem dazwischen. Die gesamte Ports-Sammlung benötigt 417 MB an Speicherplatz, wobei jeder Port anhand eines “Deltas” zu den Quellen angegeben wird. Das macht es für uns erheblich leichter, Ports zu aktualisieren und es verringert den Plattenbedarf im Vergleich zur älteren 1.0-Port-Sammlung. Um ein Port zu übersetzen, müssen Sie einfach ins Verzeichnis des Programms wechseln und ein make install absetzen. Den Rest erledigt das System. Die originalen Quellen jedes zu installierenden Port werden dynamisch von CD-ROM oder einem FTP-Server bezogen. Es reicht also für genügend Plattenplatz zu sorgen, um die gewünschten Ports zu erstellen. Allen, die Ports nicht selbst kompilieren wollen: Es gibt zu fast jedem Port ein vorkompiliertes Paket, das einfach mit dem Befehl (pkg_add) installiert wird. Pakete und Ports werden in Kapitel 4 beschrieben.

Eine Reihe von weiteren Dokumenten, die sich als hilfreich bei der Installation oder dem Arbeiten mit FreeBSD erweisen könnten, liegen auf neueren FreeBSD-Systemen im Verzeichnis /usr/share/doc. Die lokal installierten Anleitungen lassen sich mit jedem HTML-fähigen Browser unter folgenden Adressen betrachten:

Es besteht auch die Möglichkeit, sich die jeweils aktuellste Version der Referenzdokumente unter http://www.FreeBSD.org anzusehen.


Kapitel 2. FreeBSD installieren

Überarbeitet und teilweise neu geschrieben von Jim Mock. Der Gang durch sysinstall und alle Bildschirmabzüge von Randy Pratt. Übersetzt von Martin Heinen und Johann Kois.

2.1. Übersicht

FreeBSD wird mit dem textorientierten Programm sysinstall installiert. Distributoren können ein anderes Installationsprogramm verwenden, voreingestellt ist jedoch sysinstall. Dieses Kapitel zeigt Ihnen, wie Sie mithilfe von sysinstall FreeBSD installieren.

Dieses Kapitel behandelt folgende Punkte:

  • Das Erzeugen von FreeBSD-Startdisketten.

  • Wie FreeBSD Platten anspricht und aufteilt.

  • Wie sysinstall ausgeführt wird.

  • Die Menüs von sysinstall und die erforderlichen Eingaben in den Menüs.

Bevor Sie dieses Kapitel lesen, sollten Sie

  • Die Hardware-Notes der FreeBSD-Release, die Sie installieren wollen, lesen und sicherstellen, dass Ihre Hardware unterstützt wird.

Anmerkung: Diese Installationsanleitung gilt für Rechner mit i386-Architektur (PC-kompatible Rechner). Abweichende Anweisungen für andere Plattformen (beispielsweise Alpha) werden wo notwendig gegeben. Obwohl diese Anleitung so aktuell wie möglich ist, kann das Installationsverfahren von dem hier gezeigten geringfügig abweichen. Legen Sie bitte daher diese Anleitung nicht wortwörtlich aus, sondern lassen Sie sich von diesem Kapitel durch den Installationsprozess leiten.


2.2. Hardware-Anforderungen

2.2.1. Minimalkonfiguration

Die zur Installation von FreeBSD erforderliche Minimalkonfiguration hängt von der zu installierenden FreeBSD-Version sowie von der Hardware-Architektur ab.

Informationen zur jeweiligen Minimalkonfiguration finden Sie in Installation Notes auf der Unterseite Release Information der FreeBSD-Internetseiten. Die folgenden Abschnitte fassen diese Informationen zusammen. Je nachdem, wie Sie FreeBSD installieren, benötigen Sie eventuell auch ein Diskettenlaufwerk, ein unterstütztes CD-ROM-Laufwerk, oder auch eine Netzwerkkarte. Abschnitt 2.3.7 des Handbuchs enthält weitere Informationen zu den verschiedenen Installationsarten.


2.2.1.1. Die FreeBSD/i386- und FreeBSD/pc98-Architekturen

Sowohl FreeBSD/i386 als auch FreeBSD/pc98 benötigen jeweils mindestens einen 486-Prozessor sowie mindestens 24 MB RAM. Außerdem benötigen Sie für eine Minimalinstallation mindestens 150 MB freien Platz auf Ihrer Festplatte.

Anmerkung: In den meisten derartigen Konfigurationen ist es besser, für mehr RAM und mehr Plattenplatz zu sorgen, statt einen schnelleren Prozessor einzubauen.


2.2.1.2. Die FreeBSD/alpha-Architektur

Um FreeBSD/alpha zu installieren, benötigen Sie eine unterstützte Plattorm (lesen Sie dazu auch Abschnitt 2.2.2 des Handbuchs) sowie eine seperate Festplatte für die FreeBSD-Installation. Es ist nicht derzeit möglich, die Platte mit einem weiteren Betriebssystem zu teilen. Diese seperate Platte muss an einen SCSI-Controller angeschlossen sein, der von der SRM-Firmware unterstützt wird. Alternativ können Sie auch eine IDE-Platte verwenden, wenn Ihr SRM das Starten von IDE-Platten unterstützt.

Für die FreeBSD-Installation benötigen Sie die SRM-Konsolen-Firmware für Ihre Plattform. Manchmal ist es möglich, zwischen der AlphaBIOS-Firmware (auch ARC genannt) und SRM zu wechseln. Ist dies bei Ihnen nicht möglich, müssen Sie sich die neue Firmware von der Internetseite Ihres Herstellers herunterladen.

Anmerkung: Die Unterstützung für die Alpha-Plattform wurde mit FreeBSD 7.0 eingestellt. Die FreeBSD 6.X-Serie ist damit die letzte Serie, die diese Architektur noch unterstützt.


2.2.1.3. Die FreeBSD/amd64-Architektur

Es gibt zwei Klassen von Prozessoren, auf denen Sie FreeBSD/amd64 ausführen können. Die erste Klasse bilden die AMD64-Prozessoren (zu denen AMD Athlon 64-, AMD Athlon 64-FX-, oder AMD Opteron-Prozessoren gehören).

Die zweite Klasse von Prozessoren, auf denen Sie diese FreeBSD/amd64 einsetzen können, ist die Intel® EM64T-Architektur. Prozessoren dieser Klasse sind beispielsweise Intel Core™ 2 Duo-, Quad-, und Extreme-Prozessoren sowie die Intel Xeon-Prozessorreihen 3000, 5000, und 7000.

Wenn Sie einen auf dem Chipsatz nVidia nForce3 Pro-150 basierenden Rechner haben, müssen Sie im BIOS das IO-APIC deaktivieren. Erlaubt ihr BIOS dies nicht, müssen Sie stattdessen ACPI deaktivieren. Der Grund dafür sind Fehler im Pro-150-Chipsatz, die bis jetzt nicht behoben werden konnten.


2.2.1.4. Die FreeBSD/sparc64-Architektur

Um FreeBSD/sparc64 zu installieren, benötigen Sie eine unterstützte Plattform (lesen Sie dazu auch Abschnitt 2.2.2 des Handbuchs).

Sie benötigen außerdem eine seperate Festplatte, wenn Sie FreeBSD/sparc64 installieren wollen, da es derzeit leider noch nicht möglich ist, die Platte mit einem weiteren Betriebssystem zu teilen.


2.2.2. Unterstützte Hardware

Die Hardware-Notes, die mit jedem FreeBSD-Release ausgeliefert werden, enthalten eine Liste lauffähiger Hardware. Die Hardware-Notes befinden sich üblicherweise in der Datei HARDWARE.TXT im Wurzelverzeichnis der Distribution (CD-ROM oder FTP). Sie können die Hardware-Notes außerdem im Dokumentationsmenü von sysinstall oder auf der Webseite Release Information lesen.


2.3. Vor der Installation

2.3.1. Erstellen Sie eine Geräteliste

Bevor Sie FreeBSD installieren, erfassen Sie die Komponenten Ihres Rechners. Die FreeBSD-Installation wird die Komponenten (Festplatten, Netzwerkkarten, CD-ROM-Laufwerke) zusammen mit der Modellbezeichnung und des Herstellers anzeigen. FreeBSD wird auch versuchen, die richtige Konfiguration der Geräte zu ermitteln. Dazu gehören die benutzten Interrupts (IRQ) und IO-Ports. Wegen der Unwägbarkeiten von PC-Hardware kann die Konfiguration der Geräte allerdings fehlschlagen. In diesem Fall müssen Sie die von FreeBSD ermittelte Konfiguration korrigieren.

Wenn Sie schon ein anderes Betriebssystem, wie Windows oder Linux installiert haben, können Sie die Hardware-Konfiguration mit den Mitteln dieses Betriebssystems bestimmen. Wenn Sie nicht sicher sind, welche Einstellungen eine Erweiterungskarte besitzt, sehen Sie auf der Karte selbst nach. Manchmal sind die Einstellungen dort aufgedruckt. Gebräuchliche IRQs sind 3, 5 und 7. Die Adressen von IO-Ports werden normalerweise hexadezimal, zum Beispiel 0x330, angegeben.

Halten Sie die Gerätekonfiguration vor der Installation in einer Tabelle wie der nachstehenden fest:

Tabelle 2-1. Gerätekonfiguration

Gerät IRQ IO-Ports Anmerkung
erste Festplatte - - 40 GB, Seagate, erster IDE-Master
CD-ROM - - erster IDE-Slave
zweite Festplatte - - 20 GB, IBM, zweiter IDE-Master
erster IDE-Controller 14 0x1f0  
Netzwerkkarte - - Intel 10/100
Modem - - 3Com® 56K Faxmodem, an COM1
...      

Nachdem Sie wissen, über welche Hardware Ihr Rechner verfügt, müssen Sie diese Informationen mit den Hardwareanforderungen der zu installierenden FreeBSD-Version abgleichen.


2.3.2. Sichern Sie Ihre Daten

Wenn der Rechner, auf dem Sie FreeBSD installieren wollen, wichtige Daten enthält, sichern Sie bitte diese Daten. Prüfen Sie auch, dass Sie die Daten aus der Sicherung wiederherstellen können, bevor Sie FreeBSD installieren. Die FreeBSD-Installation fragt zwar nach, bevor Sie Daten auf Ihre Festplatte schreibt, Ihre Daten sind allerdings unwiderruflich verloren, wenn der Installationsvorgang einmal angelaufen ist.


2.3.3. Den Installationsort von FreeBSD festlegen

Wenn Sie die gesamte Festplatte für FreeBSD verwenden wollen, müssen Sie sich an dieser Stelle keine weiteren Gedanken machen - lesen Sie bitte im nächsten Abschnitt weiter.

Wenn Sie allerdings FreeBSD neben anderen Betriebssystemen betreiben wollen, müssen Sie wissen, wie Daten auf einer Festplatte abgelegt werden und welche Auswirkungen dies hat.


2.3.3.1. Platteneinteilung von FreeBSD/i386-Systemen

Eine PC-Festplatte wird in einzelne Bereiche unterteilt, die Partitionen heißen. FreeBSD verwendet intern ebenfalls Partitionen. Um Verwechslungen und Unklarheiten zu vermeiden, werden diese Plattenbereiche unter FreeBSD als Slices bezeichnet. So verwendet beispielsweise das Werkzeug fdisk den Begriff Slices, um sich auf PC-Partitionen zu beziehen. Auf einer PC-Festplatte können maximal vier Partitionen, die primäre Partitionen genannt werden, angelegt werden. Eine erweiterte Partition hebt diese Beschränkung auf. Eine Festplatte kann nur eine erweiterte Partition enthalten, die wiederum weitere so genannte logische Partitionen enthalten kann.

Jede Partition besitzt eine Partitions-ID - eine Zahl, die den Typ der Partition festlegt. FreeBSD-Partitionen tragen die Partitions-ID 165.

Üblicherweise kennzeichnen Betriebssysteme Partitionen in einer besonderen Art und Weise. Beispielsweise werden jeder primären und logischen Partition unter DOS und dem verwandten Windows Laufwerksbuchstaben beginnend mit C: zugewiesen.

FreeBSD muss auf einer primären Partition installiert werden. In dieser Partition hält FreeBSD alle Daten einschließlich der Dateien, die Sie anlegen. Verfügt das System über mehrere Festplatten, können Sie auf allen oder einigen Platten eine FreeBSD-Partition einrichten. Zur Installation von FreeBSD benötigen Sie eine freie Partition: Dies kann eine extra für die Installation eingerichtete Partition sein oder eine existierende Partition, die nicht mehr benötigte Daten enthält.

Wenn auf allen Platten bereits sämtliche Partitionen benutzt werden, müssen Sie eine der Partitionen für FreeBSD frei machen. Benutzen Sie dazu die Werkzeuge des eingesetzten Betriebssystems (fdisk unter DOS oder Windows).

Verfügt das System über eine freie Partition, benutzen Sie diese Partition. Es kann allerdings sein, dass Sie eine oder mehrere der vorhandenen Partitionen vorher verkleinern müssen.

Eine minimale FreeBSD-Installation benötigt nur 100 MB Plattenplatz. Diese Installation ist allerdings sehr begrenzt und lässt wenig Platz für Ihre eigenen Dateien. Realistischer sind 250 MB für FreeBSD ohne graphische Benutzeroberfläche und 350 MB für FreeBSD mit einer graphischen Benutzeroberfläche. Sie benötigen weiteren Platz für die Installation zusätzlicher Software.

Um die Partitionen zu verkleinern, können Sie beispielsweise das kommerzielle PartitionMagic® oder das freie GParted benutzen. Alternativ enthält das Verzeichnis tools der CD-ROM für diesen Zweck bereits die freien Werkzeuge FIPS und PResizer. Die Dokumentation zu beiden Werkzeugen befindet sich ebenfalls in diesem Verzeichnis. FIPS und PResizer können nur die Größen von FAT16- und FAT32-Partitionen verändern, während GParted und PartitionMagic auch NTFS-Partitionen verändern können. GParted ist auf vielen Linux-Live-CDs, beispielsweise der SystemRescueCD, verfügbar.

Bei der Veränderung von Microsoft Vista-Partionen kommt es manchmal zu Problemen. In einem solchen Fall ist es von Vorteil, wenn Sie eine Vista-Installations-CD zur Verfügung haben. Wie bei jeder Änderung an Ihrer Festplatte sollten Sie auch hier zuerst ein aktuelles Backup anlegen.

Warnung: Der falsche Gebrauch dieser Werkzeuge kann Daten auf der Festplatte löschen. Vor dem Einsatz dieser Werkzeuge stellen Sie bitte sicher, dass Sie frische, funktionierende Datensicherungen besitzen.

Beispiel 2-1. Eine bestehende Partition verwenden

Nehmen wir an, Sie haben einen Rechner mit einer 4 GB Festplatte, auf der schon eine Version von Windows installiert ist. Weiterhin haben Sie die Platte in zwei Laufwerke C: und D: unterteilt, die jeweils 2 GB groß sind. Auf C: wird 1 GB benutzt und 0,5 GB von Laufwerk D: werden benutzt.

Sie haben also eine Festplatte mit zwei Partitionen und könnten alle Daten von Laufwerk D: auf das Laufwerk C: kopieren. Damit wäre die zweite Partition für FreeBSD frei.

Beispiel 2-2. Eine bestehende Partition verkleinern

Nehmen wir an, Sie haben einen Rechner mit einer 4 GB Festplatte auf der schon eine Version von Windows installiert ist. Während der Installation von Windows haben sie eine große Partition C: angelegt, die 4 GB groß ist. Von den 4 GB werden 1,5 GB benutzt und Sie wollen 2 GB für FreeBSD verwenden.

Sie haben zwei Möglichkeiten, FreeBSD zu installieren:

  1. Sichern Sie die Daten der Windows-Partition und installieren Sie Windows erneut auf einer 2 GB großen Partition.

  2. Verkleinern Sie die Windows-Partition mit einem der oben aufgeführten Werkzeuge.


2.3.3.2. Platteneinteilung von Alpha-Systemen

Auf einer Alpha müssen Sie FreeBSD auf einer eigenen Festplatte installieren. Zurzeit können Sie diese Festplatte nicht mit einem anderen Betriebssystem zusammen benutzen. Abhängig von der Alpha-Maschine, die Sie besitzen, können Sie eine SCSI- oder eine IDE-Festplatte verwenden; Voraussetzung ist, dass Sie das System von der gewählten Platte starten können.

Entsprechend den Konventionen der Handbücher von Digital/Compaq werden Eingaben im SRM in Großbuchstaben dargestellt. Der SRM beachtet Groß- und Kleinschreibung nicht.

Das SRM-Kommando SHOW DEVICE zeigt die Art und die Namen der Laufwerke des Systems an. Geben Sie das Kommando an der SRM-Eingabeaufforderung ein:

>>>SHOW DEVICE
dka0.0.0.4.0               DKA0           TOSHIBA CD-ROM XM-57  3476
dkc0.0.0.1009.0            DKC0                       RZ1BB-BS  0658
dkc100.1.0.1009.0          DKC100             SEAGATE ST34501W  0015
dva0.0.0.0.1               DVA0
ewa0.0.0.3.0               EWA0              00-00-F8-75-6D-01
pkc0.7.0.1009.0            PKC0                  SCSI Bus ID 7  5.27
pqa0.0.0.4.0               PQA0                       PCI EIDE
pqb0.0.1.4.0               PQB0                       PCI EIDE

Die Ausgabe stammt von einer Digital Personal Workstation 433au und zeigt drei an das System angeschlossene Laufwerke. Das erste Laufwerk ist ein CD-ROM mit dem Namen DKA0, die anderen beiden sind Festplatten mit den Namen DKC0 und DKC100.

Laufwerke mit Namen wie DKx sind SCSI-Laufwerke. Der Name DKA100 zeigt ein SCSI-Laufwerk mit der SCSI-ID 1 auf dem ersten SCSI-Bus (A) an. DKC300 zeigt ein SCSI-Laufwerk mit der SCSI-ID 3 auf dem dritten SCSI-Bus (C) an. SCSI Host-Bus-Adapter werden mit dem Namen PKx bezeichnet. Wie in der Ausgabe von SHOW DEVICE gezeigt, werden SCSI-CD-ROM-Laufwerke wie andere SCSI-Festplatten behandelt.

IDE-Laufwerke werden mit DQx bezeichnet, der dazugehörige IDE-Controller heißt PQx.


2.3.4. Netzwerkparameter ermitteln

Wird während der Installation ein Netzwerk benötigt (weil Sie über FTP oder von einem NFS-Server installieren wollen), müssen Sie die Konfiguration des Netzwerks kennen. Während der Installation werden Netzwerkparameter abgefragt, damit sich FreeBSD mit dem Netzwerk verbinden und die Installation abschließen kann.


2.3.4.1. Verbindung über Ethernet oder ein Kabel/DSL-Modem

Wenn Sie sich mit einem Ethernet verbinden oder eine Internet-Verbindung mit einem Ethernet-Adapter über Kabel oder DSL herstellen, benötigen Sie die nachstehenden Daten:

  1. IP-Adresse

  2. IP-Adresse des Default-Gateways

  3. Hostname

  4. IP-Adressen der DNS-Server

  5. Subnetzmaske

Wenn Sie die Daten nicht besitzen, fragen Sie bitte Ihren Systemadministrator oder Ihren Service-Provider. Können die Daten über DHCP bezogen werden, merken Sie sich diese Tatsache.


2.3.4.2. Verbindung über ein Modem

Auch wenn Sie sich mit einem normalen Modem bei einem ISP einwählen, können Sie FreeBSD aus dem Internet installieren. Die Installation über ein Modem dauert nur sehr lange.

Sie benötigen die nachstehenden Daten:

  1. Die Telefonnummer des ISPs.

  2. Die COM-Schnittstelle, an der das Modem angeschlossen ist.

  3. Den Benutzernamen und das Passwort für Ihr Konto.


2.3.5. Lesen Sie die FreeBSD-Errata

Auch wenn das FreeBSD-Project bemüht ist, ein Release so stabil wie möglich herzustellen, treten ab und an Fehler auf. In seltenen Fällen betrifft ein Fehler die Installations-Prozedur. Die Fehler und deren Behebungen werden in den FreeBSD-Errata festgehalten. Lesen Sie bitte die Errata, bevor Sie FreeBSD installieren, damit Sie nicht in frisch entdeckte Probleme laufen.

Dokumentation zu jedem Release, inklusive der Errata zu jedem Release, finden Sie im Release-Bereich des FreeBSD Webauftritts.


2.3.6. Die Installationsdateien beschaffen

FreeBSD kann von Dateien aus irgendeiner der nachstehenden Quellen installiert werden:

Lokale Medien

  • von einer CD-ROM oder einer DVD

  • von einer DOS-Partition auf demselben Rechner

  • von einem SCSI- oder QIC-Bandlaufwerk

  • von Disketten

Netzwerk

  • von einem FTP-Server, wenn erforderlich auch durch eine Firewall oder durch einen HTTP-Proxy

  • von einem NFS-Server

  • über eine feste serielle oder eine feste parallele Verbindung

Wenn Sie eine FreeBSD-CD oder FreeBSD-DVD gekauft haben, besitzen Sie schon alles, was Sie zur Installation benötigen. Lesen Sie bitte im nächsten Abschnitt (Abschnitt 2.3.7) weiter.

Wenn Sie sich die FreeBSD-Installationsdateien noch nicht besorgt haben, lesen Sie bitte zuerst den Abschnitt 2.13. Dort werden die notwendigen Vorbereitungen für eine Installation von den eben genannten Medien beschrieben. Wenn Sie den Abschnitt durchgearbeitet haben, lesen Sie bitte in Abschnitt 2.3.7 weiter.


2.3.7. Das Startmedium vorbereiten

Um FreeBSD zu installieren, müssen Sie Ihren Rechner mit einem speziellen Startmedium hochfahren, das die Installationsroutine startet. Sie können das Installationsprogramm nicht unter einem anderen Betriebssystem ausführen. Ein Rechner startet normalerweise das auf der Festplatte installierte Betriebssystem, er kann aber auch von Disketten gestartet werden. Heutige Rechner können ebenfalls mit einer CD-ROM gestartet werden.

Tipp: Wenn Sie eine FreeBSD CD-ROM oder DVD besitzen (gekauft oder selbst erstellt) und Ihr Rechner von CD-ROM oder DVD starten kann (üblicherweise können Sie das mit der BIOS-Option Boot Order einstellen), können Sie diesen Abschnitt überspringen. Eine FreeBSD CD-ROM oder DVD lässt sich direkt starten; Sie können damit FreeBSD ohne weitere Vorbereitungen installieren.

Um Startdisketten zu erzeugen, benutzen Sie die nachstehende Anleitung:

  1. Abbilder der Startdisketten besorgen

    Die Abbilder Startdisketten befinden sich auf dem Installationsmedium im Verzeichnis floppies/; sie können auch aus dem Internet heruntergeladen werden: ftp://ftp.FreeBSD.org/pub/FreeBSD/releases/<arch>/<version>-RELEASE/floppies/. Ersetzen Sie <arch> und <version> durch die passende Architektur und die passende Version. Beispielsweise stehen die Startdisketten von FreeBSD/i386 8.0-RELEASE unter ftp://ftp.FreeBSD.org/pub/FreeBSD/releases/i386/8.0-RELEASE/floppies/.

    Die Abbilder besitzen die Dateinamenerweiterung .flp. Im Verzeichnis floppies/ befinden sich verschiedene Abbilder; welches Sie benutzen, hängt von der zu installierenden FreeBSD-Version und in einigen Fällen vom Zielrechner ab. In den meisten Fällen werden Sie vier Disketten benötigen: boot.flp, kern1.flp, kern2.flp sowie kern3.flp. Lesen Sie bitte die Datei README.TXT im Verzeichnis floppies/, sie enthält aktuelle Informationen zu den Abbildern.

    Wichtig: Wenn Sie die Abbilder aus dem Internet herunterladen, benutzen Sie bitte den Binärmodus des FTP-Programms. Einige Web-Browser verwenden den Textmodus (oder ASCII-Modus), was dazu führt, dass sich die erstellten Disketten nicht starten lassen.

  2. Die Disketten vorbereiten

    Pro Abbild benötigen Sie eine Diskette. Es ist wichtig, dass die verwendeten Disketten fehlerfrei sind. Sie können dies sicherstellen, indem Sie die Disketten selbst formatieren, verlassen Sie sich bitte nicht auf vorformatierte Disketten. Das Formatierprogramm von Windows zeigt fehlerhafte Blöcke nicht an, es markiert die Blöcke einfach als fehlerhaft und ignoriert sie dann. Benutzen Sie neue Disketten, wenn Sie diese Installationsart verwenden.

    Wichtig: Wenn Sie FreeBSD installieren und das Installationsprogramm abstürzt, einfriert oder sich merkwürdig verhält, sind oft fehlerbehaftete Disketten die Ursache. Schreiben Sie die Abbilder auf neue Disketten und versuchen Sie, noch mal zu installieren.

  3. Die Abbilder auf Disketten schreiben

    Die .flp-Dateien sind keine normalen Dateien, die Sie auf eine Diskette kopieren. Sie können die Abbilder nicht von einem Laufwerk auf ein anderes Laufwerk kopieren. Die Abbilder werden mit einem speziellen Werkzeug direkt auf die Diskette geschrieben.

    Wenn Sie die Startdisketten unter MS-DOS oder Windows erstellen, können Sie das mitgelieferte Werkzeug fdimage verwenden.

    Wenn Sie die Abbilder auf der CD-ROM verwenden und das CD-ROM-Laufwerk den Laufwerksbuchstaben E: besitzt, führen Sie den nachstehenden Befehl aus:

    E:\> tools\fdimage floppies\boot.flp A:
    

    Führen Sie das Kommando für jede .flp-Datei aus. Wechseln Sie bitte jedes Mal die Diskette und beschriften Sie die Diskette mit dem Namen der kopierten Datei. Falls Sie die Abbilder an anderer Stelle liegen haben, passen Sie bitte die Kommandozeile an. Wenn Sie keine CD-ROM besitzen, können Sie fdimage aus dem Verzeichnis tools des FreeBSD-FTP-Servers herunterladen.

    Wenn Sie Startdisketten auf einem UNIX System (zum Beispiel einem anderen FreeBSD System) erstellen, schreiben Sie die Abbilder mit dem Befehl dd(1) direkt auf die Disketten. Auf einem FreeBSD-System lautet die Kommandozeile:

    # dd if=boot.flp of=/dev/fd0
    

    Unter FreeBSD spricht /dev/fd0 das erste Diskettenlaufwerk an (das Laufwerk A:), /dev/fd1 spricht das Laufwerk B: an. Andere UNIX Varianten verwenden unter Umständen andere Gerätenamen, die in der Dokumentation des jeweiligen Systems beschrieben sind.

Nun ist alles für die FreeBSD-Installation vorbereitet.


2.4. Die Installation starten

Wichtig: Die Installationsprozedur lässt die Daten auf Ihren Laufwerken solange unverändert bis die nachstehende Meldung erscheint:

Last Chance: Are you SURE you want continue the installation?

If you're running this on a disk with data you wish to save then WE
STRONGLY ENCOURAGE YOU TO MAKE PROPER BACKUPS before proceeding!

We can take no responsibility for lost disk contents!

Vor dieser Meldung kann die Installationsprozedur jederzeit abgebrochen werden, ohne die Daten auf der Festplatte zu verändern. Wenn Sie meinen, etwas falsch konfiguriert zu haben, können Sie vor diesem Zeitpunkt einfach den Rechner ausschalten.


2.4.1. Der Systemstart

2.4.1.1. Systemstart von i386™-Systemen

  1. Schalten Sie zunächst Ihren Rechner aus.

  2. Schalten Sie den Rechner ein. Während des Starts sollte angezeigt werden, wie Sie das Systemeinstellungsmenü (oder BIOS) erreichen. Meist drücken Sie dazu die Tasten F2, F10, Del oder Alt+S. Benutzen Sie die angezeigte Tastenkombination. Viele Rechner zeigen beim Systemstart eine Grafik an. Typischerweise können Sie die Grafik mit der Taste Esc entfernen und so die angezeigten Meldungen lesen.

  3. Suchen Sie Option, die einstellt von welchem Gerät der Rechner startet. Normalerweise wird die Option Boot Order genannt und zeigt eine Geräteliste, beispielsweise Floppy, CD-ROM, First Hard Disk an.

    Wenn Sie Startdisketten erstellt haben, wählen Sie Floppy aus, wenn Sie von CD-ROM starten, stellen Sie sicher, dass die CD-ROM ausgewählt ist. Wenn Sie nicht sicher sind, lesen Sie bitte im Handbuch des Rechners oder im Handbuch der Systemplatine nach.

    Stellen Sie das gewünschte Startmedium ein und sichern Sie die Einstellungen. Der Rechner sollte dann neu starten.

  4. Wenn Sie, wie in Abschnitt 2.3.7 beschrieben, Startdisketten vorbereitet haben, benötigen Sie nun die erste Diskette, die boot.flp enthält. Legen Sie diese Diskette in das Diskettenlaufwerk ein.

    Wenn Sie den Rechner von einer CD-ROM starten, legen Sie die CD-ROM so früh wie möglich in das Laufwerk ein.

    Wenn Ihr Rechner wie normal startet und das existierende Betriebssystem lädt, kann das folgende Ursachen haben:

    1. Das Startmedium (Diskette, CD-ROM) ist nicht schnell genug eingelegt worden. Belassen Sie das Startmedium im Laufwerk und starten Sie Ihren Rechner neu.

    2. Die BIOS-Einstellungen sind falsch vorgenommen worden. Wiederholen Sie diesen Schritt, bis Sie die richtige Einstellung gefunden haben.

    3. Das verwendete BIOS kann nicht von dem gewünschten Medium starten.

  5. FreeBSD startet jetzt. Wenn Sie von einer CD-ROM starten, sehen Sie die folgenden Meldungen (Versionsangaben entfernt):

    Booting from CD-Rom...
    CD Loader 1.2
    
    Building the boot loader arguments
    Looking up /BOOT/LOADER... Found
    Relocating the loader and the BTX
    Starting the BTX loader
    
    BTX loader 1.00 BTX version is 1.01
    Console: internal video/keyboard
    BIOS CD is cd0
    BIOS drive C: is disk0
    BIOS drive D: is disk1
    BIOS 639kB/261120kB available memory
    
    FreeBSD/i386 bootstrap loader, Revision 1.1
    
    Loading /boot/defaults/loader.conf
    /boot/kernel/kernel text=0x64daa0 data=0xa4e80+0xa9e40 syms=[0x4+0x6cac0+0x4+0x88e9d]
    \          
    

    Wenn Sie mit Startdisketten hochfahren, sehen Sie folgende Meldungen (Versionsangaben entfernt):

    Booting from Floppy...
    Uncompressing ... done
    
    BTX loader 1.00  BTX version is 1.01
    Console: internal video/keyboard
    BIOS drive A: is disk0
    BIOS drive C: is disk1
    BIOS 639kB/261120kB available memory
    
    FreeBSD/i386 bootstrap loader, Revision 1.1
    
    Loading /boot/defaults/loader.conf
    /kernel text=0x277391 data=0x3268c+0x332a8 |
    
    Insert disk labelled "Kernel floppy 1" and press any key...
    

    Folgen Sie der Anweisung und entfernen Sie die boot.flp-Diskette, anschließend legen Sie die kern1.flp-Diskette ein und drücken Enter. Starten Sie das System mit der ersten Diskette und legen Sie, wenn Sie dazu aufgefordert werden, die anderen Disketten ein.

  6. Unabhängig davon, ob Sie von Disketten oder von CD-ROM gestartet haben, erscheint danach das FreeBSD Bootloader-Menü:

    Abbildung 2-1. FreeBSD Boot Loader Menu

    Warten Sie entweder zehn Sekunden oder drücken Sie Enter.


2.4.1.2. Systemstart von Alpha-Systemen

  1. Schalten Sie zunächst Ihren Rechner aus.

  2. Schalten Sie den Rechner ein und warten Sie auf die Eingabeaufforderung des Boot-Monitors.

  3. Wenn Sie, wie in Abschnitt 2.3.7 beschrieben, Startdisketten vorbereitet haben, benötigen Sie nun die erste Diskette, die boot.flp enthält. Legen Sie diese Diskette in das Diskettenlaufwerk ein. Das nachstehende Kommando startet den Rechner von der Diskette (falls nötig, passen Sie den Gerätenamen der Diskette an):

    >>>BOOT DVA0 -FLAGS '' -FILE ''
    

    Wenn Sie den Rechner von einer CD-ROM starten, legen Sie die CD-ROM in das Laufwerk ein und führen das folgende Kommando aus (wenn nötig, passen Sie den Gerätenamen des CD-ROM-Laufwerks an):

    >>>BOOT DKA0 -FLAGS '' -FILE ''
    
  4. FreeBSD wird jetzt starten. Wenn Sie den Rechner mit einer Diskette gestartet haben, wird irgendwann die nachstehende Meldung erscheinen:

    Insert disk labelled "Kernel floppy 1" and press any key...
    

    Folgen Sie der Anweisung und entfernen Sie die boot.flp-Diskette, anschließend legen Sie die kern1.flp-Diskette ein und drücken Enter.

  5. Unabhängig davon, ob Sie von Disketten oder von CD-ROM gestartet haben, wird folgende Meldung erscheinen:

    Hit [Enter] to boot immediately, or any other key for command prompt.
    Booting [kernel] in 9 seconds... _
    

    Warten Sie entweder zehn Sekunden oder drücken Sie Enter, danach erscheint das Kernelkonfigurationsmenü.


2.4.1.3. Systemstart bei Sparc64®-Systemen

Die meisten Sparc64®-Systeme sind so konfiguriert, dass sie automatisch von der Festplatte starten. Um FreeBSD auf einem solchen System zu installieren, müssen Sie das System aber über das Netzwerk oder von einer CD-ROM starten. Daher müssen Sie den Bootprozess unterbrechen und das System über das PROM (OpenFirmware) starten.

Dazu starten Sie Ihr System neu und warten, bis die Startmeldung erscheint. Der genaue Wortlaut hängt vom eingesetzten Modell ab, die Nachricht sollte aber ähnlich der folgenden aussehen:

Sun Blade 100 (UltraSPARC-IIe), Keyboard Present
Copyright 1998-2001 Sun Microsystems, Inc.  All rights reserved.
OpenBoot 4.2, 128 MB memory installed, Serial #51090132.
Ethernet address 0:3:ba:b:92:d4, Host ID: 830b92d4.

Um den Startvorgang zu unterbrechen, drücken Sie nun die Tastenkombination L1+A oder Stop+A. Verwenden Sie eine serielle Verbindung, senden Sie das Signal BREAK über die serielle Konsole (etwa durch die Eingabe von ~# in den Programmen tip(1) oder cu(1)). In beiden Fällen landen Sie anschließend am PROM-Prompt:

ok         (1)
ok {0}     (2)
(1)
Der auf Einprozessorsystemen verwendete Prompt.
(2)
Der Prompt auf Mehrprozessorsystemen. Die Zahl steht dabei für die Anzahl der vorhandenen Prozessoren.

Nun legen Sie Ihre CD-ROM in das Laufwerk ein und geben am PROM-Prompt boot cdrom ein. Danach startet Ihr System von der eingelegten CD-ROM.


2.4.2. Die Geräteerkennung prüfen

Die letzten paar Hundert Zeilen der Bildschirmausgabe werden gesichert und können geprüft werden.

Um sich den Bildschirmpuffer anzusehen, drücken Sie die Taste Scroll-Lock. Im Puffer können Sie mit den Pfeiltasten oder den Tasten PageUp und PageDown blättern. Um zur normalen Bildschirmausgabe zurückzukehren, drücken Sie nochmals die Taste Scroll-Lock.

Prüfen Sie mit diesem Verfahren nun die Ausgaben der Geräteerkennung. Sie werden einen Text ähnlich wie in Abbildung 2-2 sehen. Die genauen Ausgaben sind abhängig von den in Ihrem System installierten Geräten.

Abbildung 2-2. Ausgabe der Geräteerkennung

avail memory = 253050880 (247120K bytes)
Preloaded elf kernel "kernel" at 0xc0817000.
Preloaded mfs_root "/mfsroot" at 0xc0817084.
md0: Preloaded image </mfsroot> 4423680 bytes at 0xc03ddcd4

md1: Malloc disk
Using $PIR table, 4 entries at 0xc00fde60
npx0: <math processor> on motherboard
npx0: INT 16 interface
pcib0: <Host to PCI bridge> on motherboard
pci0: <PCI bus> on pcib0
pcib1:<VIA 82C598MVP (Apollo MVP3) PCI-PCI (AGP) bridge> at device 1.0 on pci0
pci1: <PCI bus> on pcib1
pci1: <Matrox MGA G200 AGP graphics accelerator> at 0.0 irq 11
isab0: <VIA 82C586 PCI-ISA bridge> at device 7.0 on pci0
isa0: <iSA bus> on isab0
atapci0: <VIA 82C586 ATA33 controller> port 0xe000-0xe00f at device 7.1 on pci0
ata0: at 0x1f0 irq 14 on atapci0
ata1: at 0x170 irq 15 on atapci0
uhci0 <VIA 83C572 USB controller> port 0xe400-0xe41f irq 10 at device 7.2 on pci
0
usb0: <VIA 83572 USB controller> on uhci0
usb0: USB revision 1.0
uhub0: VIA UHCI root hub, class 9/0, rev 1.00/1.00, addr1
uhub0: 2 ports with 2 removable, self powered
pci0: <unknown card> (vendor=0x1106, dev=0x3040) at 7.3
dc0: <ADMtek AN985 10/100BaseTX> port 0xe800-0xe8ff mem 0xdb000000-0xeb0003ff ir
q 11 at device 8.0 on pci0
dc0: Ethernet address: 00:04:5a:74:6b:b5
miibus0: <MII bus> on dc0
ukphy0: <Generic IEEE 802.3u media interface> on miibus0
ukphy0: 10baseT, 10baseT-FDX, 100baseTX, 100baseTX-FDX, auto
ed0: <NE2000 PCI Ethernet (RealTek 8029)> port 0xec00-0xec1f irq 9 at device 10.
0 on pci0
ed0 address 52:54:05:de:73:1b, type NE2000 (16 bit)
isa0: too many dependant configs (8)
isa0: unexpected small tag 14
orm0: <Option ROM> at iomem 0xc0000-0xc7fff on isa0
fdc0: <NEC 72065B or clone> at port 0x3f0-0x3f5,0x3f7 irq 6 drq2 on isa0
fdc0: FIFO enabled, 8 bytes threshold
fd0: <1440-KB 3.5'' drive> on fdc0 drive 0
atkbdc0: <Keyboard controller (i8042)> at port 0x60,0x64 on isa0
atkbd0: <AT Keyboard> flags 0x1 irq1 on atkbdc0
kbd0 at atkbd0
psm0: <PS/2 Mouse> irq 12 on atkbdc0
psm0: model Generic PS/@ mouse, device ID 0
vga0: <Generic ISA VGA> at port 0x3c0-0x3df iomem 0xa0000-0xbffff on isa0
sc0: <System console> at flags 0x100 on isa0
sc0: VGA <16 virtual consoles, flags=0x300>
sio0 at port 0x3f8-0x3ff irq 4 flags 0x10 on isa0
sio0: type 16550A
sio1 at port 0x2f8-0x2ff irq 3 on isa0
sio1: type 16550A
ppc0: <Parallel port> at port 0x378-0x37f irq 7 on isa0
pppc0: SMC-like chipset (ECP/EPP/PS2/NIBBLE) in COMPATIBLE mode
ppc0: FIFO with 16/16/15 bytes threshold
plip0: <PLIP network interface> on ppbus0
ad0: 8063MB <IBM-DHEA-38451> [16383/16/63] at ata0-master UDMA33
acd0: CD-RW <LITE-ON LTR-1210B> at ata1-slave PIO4
Mounting root from ufs:/dev/md0c
/stand/sysinstall running as init on vty0

Prüfen Sie die Ausgabe der Geräteerkennung sorgfältig und stellen Sie sicher, dass FreeBSD alle erwarteten Geräte gefunden hat. Wenn ein Gerät nicht gefunden wurde, wird es nicht angezeigt. Ist dies bei Ihnen der Fall, müssen Sie einen angepassten Kernel erstellen, da das betroffene Gerät (beispielsweise eine Soundkarte) in diesem Fall vom GENERIC-Kernel nicht unterstützt wird.

Ab FreeBSD 6.2 gelangen Sie im nächsten Schritt in ein Menü, in dem Sie über die Cursortasten das Land, in dem Sie sich befinden, auswählen können (Abbildung 2-3). Durch die Bestätigung mit der Enter-Taste wird automatisch das von Ihnen gewählte Land sowie die dazu passende Tastaturbelegung gewählt. Alternativ ist es auch hier möglich, sysinstall zu verlassen und von vorne zu beginnen.

Abbildung 2-3. Ihr Land auswählen

Abbildung 2-4. sysinstall beenden

Wählen Sie mit den Pfeiltasten den Punkt Exit Install des Hauptmenüs aus. Nach der Auswahl wird die folgende Meldung angezeigt:

                      User Confirmation Requested
         Are you sure you wish to exit? The system will reboot
           (be sure to remove any floppies/CDs/DVDs from the drives).

                            [ Yes ]    No

Wenn Sie die Auswahl mit [ Yes ] bestätigen, wird das Installationsprogramm erneut starten, falls sich die CD-ROM noch im Laufwerk befindet.

Wenn Sie mit Disketten gestartet haben, müssen Sie vor dem Neustart die boot.flp-Diskette entfernen.


2.5. Das Werkzeug sysinstall

Zum Installieren von FreeBSD stellt das FreeBSD-Project das Werkzeug sysinstall zur Verfügung. Das Werkzeug arbeitet textorientiert und bietet eine Reihe von Menüs und Bildschirmen, um den Installationsprozess zu konfigurieren und zu steuern.

Die Menüs von sysinstall werden mit Tasten wie den Pfeiltasten, Enter, Tab oder Space bedient. Eine ausführliche Beschreibung der Tastenbelegung ist in der Gebrauchsanweisung von sysinstall enthalten.

Die Gebrauchsanweisung können Sie lesen, indem Sie den Menüpunkt Usage auswählen. Stellen Sie sicher, dass die Schaltfläche [Select], wie in Abbildung 2-5 gezeigt, aktiviert ist und drücken Sie die Taste Enter.

Es erscheinen Anweisungen wie das Menüsystem zu bedienen ist. Wenn Sie diese gelesen haben, drücken Sie Enter, um in das Hauptmenü zurückzukehren.

Abbildung 2-5. Die Gebrauchsanweisung von sysinstall auswählen


2.5.1. Die Dokumentation abrufen

Aus dem Hauptmenü wählen Sie mit den Pfeiltasten Doc aus und drücken Enter.

Abbildung 2-6. Die Dokumentation abrufen

Es wird das Dokumentationsmenü angezeigt.

Abbildung 2-7. Das Dokumentationsmenü von sysinstall

Lesen Sie bitte unbedingt die mitgelieferte Dokumentation.

Um ein Dokument zu lesen, wählen Sie das Dokument mit den Pfeiltasten aus und drücken Enter. Wenn Sie das Dokument gelesen haben, kommen Sie mit der Taste Enter in das Dokumentationsmenü zurück.

Um in das Hauptmenü zurückzukommen, wählen Sie mit den Pfeiltasten Exit aus und drücken die Taste Enter.


2.5.2. Die Tastaturbelegung ändern

Um die Tastaturbelegung zu ändern, wählen Sie den Menüpunkt Keymap und drücken Enter. Dies ist nur erforderlich wenn Sie eine nicht standard-konforme Tastatur oder eine andere als eine amerikanische Tastatur einsetzen.

Abbildung 2-8. Das Hauptmenü von sysinstall

Eine andere Tastaturbelegung können Sie mit den Pfeiltasten markieren und der Taste Space auswählen. Wenn Sie die Taste Space nochmals drücken wird die Auswahl aufgehoben. Haben Sie eine Tastaturbelegung ausgewählt, markieren Sie mit den Pfeiltasten [ OK ] und drücken Sie Enter.

Der Bildschirmabzug zeigt nur einen der verfügbaren Belegungen an. Mit der Taste Tab markieren Sie die Schaltfläche [ Cancel ], die mit der Vorgabe-Belegung wieder in das Hauptmenü zurückführt.

Abbildung 2-9. Sysinstall Keymap Menu


2.5.3. Installationsoptionen einstellen

Wählen Sie Options aus und rücken die Taste Enter.

Abbildung 2-10. Das Hauptmenü von sysinstall

Abbildung 2-11. Optionen von sysinstall

Für die meisten Benutzer sind die voreingestellten Werte völlig ausreichend und brauchen daher nicht geändert werden. Der Name des Releases variiert mit der zu installierenden Version von FreeBSD.

Eine Beschreibung der ausgewählten Option erscheint blau hervorgehoben am unteren Ende des Bildschirms. Mit der Option Use Defaults können Sie alle Optionen auf die Vorgabewerte zurückstellen.

Wenn Sie die Hilfeseite zu den verschiedenen Optionen lesen wollen, drücken Sie die Taste F1.

Die Taste Q führt in das Hauptmenü zurück.


2.5.4. Eine Standard-Installation starten

Die Standard-Installation sollte von allen UNIX- oder FreeBSD-Anfängern benutzt werden. Markieren Sie mit den Pfeiltasten Standard und drücken Sie Enter, um die Installation zu starten.

Abbildung 2-12. Die Standard-Installation starten


2.6. Plattenplatz für FreeBSD bereitstellen

Ihre erste Aufgabe ist, FreeBSD Plattenplatz bereitzustellen und den Plattenplatz für sysinstall kenntlich zu machen (label). Sie müssen daher wissen, wie FreeBSD mit Platten umgeht.


2.6.1. Nummerierung der Laufwerke im BIOS

Bevor Sie FreeBSD installieren und konfigurieren, sollten Sie Sie einen wichtigen Punkt beachten. Dies gilt insbesondere dann, wenn Sie mehrere Festplatten besitzen.

In einem PC, der unter einem vom BIOS abhängigen Betriebssystem, wie MS-DOS oder Microsoft Windows läuft, kann das BIOS die normale Reihenfolge der Laufwerke verändern und das Betriebssystem beachtet diese Änderung. Mit dieser Funktion kann der Rechner von einem anderen Laufwerk als dem so genannten “primären Laufwerk” gestartet werden. Die Funktion ist sehr zweckmäßig für Benutzer, die Datensicherungen auf einer zweiten Platte erstellen und dafür Werkzeuge wie Ghost® oder xcopy einsetzen. Wenn die erste Platte ausfällt, von einem Virus befallen wird oder durch einen Fehler des Betriebssystems verunstaltet wird, können die Platten im BIOS logisch getauscht werden. Es sieht so aus, als wären die Laufwerke, ohne Öffnen des Gehäuses getauscht worden.

Teurere Systeme mit SCSI-Controllern haben oft BIOS-Erweiterungen, mit denen die Reihenfolge von bis zu sieben SCSI-Platten in ähnlicher Weise verändert werden kann.

Ein Benutzer, der es gewohnt ist, diese BIOS-Funktionen zu benutzen, mag überrascht sein, dass FreeBSD sich nicht wie erwartet verhält. FreeBSD verwendet das BIOS nicht und weiß daher nichts von der logischen Plattenordnung im BIOS. Dies kann zu sehr verwirrenden Situationen führen, insbesondere wenn die Platten identische Geometrien besitzen und Kopien voneinander sind.

Vor der Installation von FreeBSD sollte im BIOS die normale Nummerierung der Laufwerke eingestellt und so belassen werden. Ist es nötig, die Reihenfolge der Laufwerke zu verändern, so sollte das immer auf dem schweren Weg, also durch Öffnen des Gehäuses und Verändern der Jumper und Kabel, erfolgen.


2.6.2. Slices mit Fdisk erstellen

Anmerkung: Zu diesem Zeitpunkt werden noch keine Änderungen auf die Festplatte ausgeschrieben. Sie können daher sysinstall jederzeit verlassen, und erneut beginnen, wenn Sie denken, einen Fehler gemacht zu haben. Sie können sysinstall über die Menüs verlassen, die Taste U drücken oder die Option Undo wählen. Wenn Sie einmal nicht wissen, wie Sie ein Menü verlassen, können Sie den Rechner auch einfach ausschalten.

Nachdem Sie in sysinstall die Standard-Installation ausgewählt haben, werden Sie folgende Meldung sehen:

                                 Message
 In the next menu, you will need to set up a DOS-style ("fdisk")
 partitioning scheme for your hard disk. If you simply wish to devote
 all disk space to FreeBSD (overwriting anything else that might be on
 the disk(s) selected) then use the (A)ll command to select the default
 partitioning scheme followed by a (Q)uit. If you wish to allocate only
 free space to FreeBSD, move to a partition marked "unused" and use the
 (C)reate command.
                                [  OK  ]

                      [ Press enter or space ]

Drücken Sie, wie angegeben, Enter. Im nächsten Bildschirm werden alle Festplatten angezeigt, die der Kernel während der Geräteerkennung gefunden hat. Abbildung 2-13 zeigt ein Beispiel von einem System mit zwei IDE-Platten, die als ad0 und ad2 erkannt wurden.

Abbildung 2-13. Ein Laufwerk für Fdisk aussuchen

Sie fragen sich vielleicht, warum ad1 nicht angezeigt wird. Wurde die Platte vielleicht nicht erkannt?

Stellen Sie sich ein System mit zwei IDE-Platten vor. Eine Platte ist als Master am ersten Controller, die andere als Master am zweiten Controller angeschlossen. Wenn FreeBSD die Platten in der Reihenfolge, in der sie gefunden werden, nummerieren würde, hießen die Platten ad0 und ad1 und alles würde funktionieren.

Wenn Sie nun am ersten IDE-Controller eine dritte Platte als Slave anschließen würden, wäre diese Platte ad1. Die vorher ad1 genannte Platte würde nun ad2 heißen. Dateisysteme werden auf Geräten wie ad1s1a angelegt. Daher könnte es passieren, dass auf einmal Dateisysteme nicht mehr gefunden werden und Sie FreeBSD umkonfigurieren müssten.

Um diese Probleme zu umgehen, kann der Kernel so eingestellt werden, dass er Platten nach ihrem Anschlussort anstelle der gefundenen Reihenfolge benennt. Nach diesem Schema ist die Master-Platte am zweiten IDE-Controller immer ad2, auch wenn es die Geräte ad0 oder ad1 gar nicht gibt.

Dieses Verhalten ist in FreeBSD voreingestellt und der Grund warum im Beispiel die Geräte ad0 und ad2 angezeigt werden. Der Rechner, von dem die gezeigte Ausgabe stammt, hatte zwei IDE-Platten, die beide als Master konfiguriert waren, und keine Slave-Platten.

Wählen Sie die Platte aus, auf die Sie FreeBSD installieren wollen und drücken Sie [ OK ]. Anschließend startet Fdisk und zeigt einen Bildschirm wie den in Abbildung 2-14.

Der Bildschirm von Fdisk ist in drei Abschnitte unterteilt.

Der erste Abschnitt umfasst die ersten beiden Zeilen der Anzeige. Er enthält Einzelheiten über die aktuell ausgewählte Platte, unter anderem den FreeBSD-Gerätenamen, die Plattengeometrie und die Kapazität der Platte.

Der zweite Abschnitt zeigt die auf der Platte befindlichen Slices. Angezeigt wird der Anfang und das Ende der Slice, die Größe der Slice, der FreeBSD-Gerätename, eine Beschreibung und der Subtyp. Im Beispiel sehen Sie zwei unbenutzte Slices, die durch die Plattenbelegung auf PCs entstehen. Weiterhin sehen Sie eine große FAT-Slice, die ziemlich sicher unter MS-DOS/Windows als Laufwerk C: auftaucht und eine erweiterte Slice, die unter MS-DOS/Windows weitere Laufwerke enthalten kann.

Im dritten Abschnitt sind die Kommandos von Fdisk zusammengefasst.

Abbildung 2-14. Typischer Fdisk-Bildschirm vor dem Editieren

Die nächsten Schritte hängen von der beabsichtigten Einteilung der Festplatte ab.

Wenn Sie die gesamte Festplatte für FreeBSD verwenden wollen, drücken Sie die Taste A (entspricht dem Menüpunkt Use Entire Disk). Später im Installationsverlauf müssen Sie diese Auswahl bestätigen, danach werden alle bisherigen Daten von der Festplatte gelöscht. Diese Auswahl löscht vorher vorhandene Slices und ersetzt sie durch einen kleinen unbenutzten Bereich (der wieder durch das PC-Design bedingt ist) und eine große Slice für FreeBSD. Wählen Sie dann die neu erstellte Slice mit den Pfeiltasten aus und drücken Sie die Taste S, um die Slice als startfähig (bootbar) zu markieren. Abbildung 2-15 zeigt den Bildschirm zu diesem Zeitpunkt. Beachten Sie das A in der Spalte Flags. Dies zeigt an, dass die Slice aktiv ist und das System von dieser Slice starten wird.

Um Platz für FreeBSD zu schaffen, können Sie auch bestehende Slices löschen. Markieren Sie dazu die Slice mit den Pfeiltasten und drücken Sie die Taste D. Danach legen Sie eine neue Slice mit der Taste C an. Sie werden nach der Größe der zu erstellenden Slice gefragt; der Vorgabewert entspricht der größten Slice, die angelegt werden kann (entspricht entweder dem größten freien Bereich auf der Festplatte oder der ganzen Festplatte).

Wenn Sie schon Platz für FreeBSD geschaffen haben (beispielsweise mit PartitionMagic), können Sie eine neue Slice direkt mit der Taste C anlegen. Sie werden wieder nach der Größe der anzulegenden Slice gefragt.

Abbildung 2-15. Eine Partition über die gesamte Platte

Drücken Sie die Taste Q, wenn Sie fertig sind. Sysinstall merkt sich die Änderungen, schreibt sie aber noch nicht auf die Festplatte.


2.6.3. Einen Boot-Manager installieren

Sie können nun einen Boot-Manager installieren. Unter folgenden Umständen sollten Sie den FreeBSD-Boot-Manager installieren:

  • Das System besitzt mehr als ein Laufwerk und FreeBSD ist auf einem anderen Laufwerk als dem ersten Laufwerk installiert.

  • FreeBSD teilt sich das Laufwerk mit einem anderen Betriebssystem. Beim Systemstart wollen Sie auswählen, welches Betriebssystem gestartet wird.

Wird der Rechner ausschließlich mit FreeBSD betrieben und FreeBSD ist auf dem ersten Laufwerk installiert, dann genügt der Standard-Boot-Manager. Wenn Sie einen anderen Boot-Manager benutzen, der FreeBSD starten kann, wählen Sie bitte None aus.

Nachdem Sie die Auswahl getroffen haben, drücken Sie die Taste Enter.

Abbildung 2-16. Sysinstall Boot-Manager-Menü

In der Hilfe, die Sie mit der Taste F1 aufrufen, werden Probleme beschrieben, die entstehen können, wenn sich zwei Betriebssysteme ein Laufwerk teilen.


2.6.4. Slices auf einem anderen Laufwerk anlegen

Wenn das System mehr als ein Laufwerk besitzt, kehrt die Installationsprozedur nach der Auswahl des Boot-Managers zum Bildschirm Select Drives zurück. Sie können hier ein anderes Laufwerk auswählen und auf diesem Laufwerk mit Fdisk weitere Slices anlegen.

Wichtig: Wenn Sie FreeBSD auf einem anderen Laufwerk als dem ersten Laufwerk installieren, müssen Sie den FreeBSD-Boot-Manager auf beiden Laufwerken installieren.

Abbildung 2-17. Die Laufwerksauswahl verlassen

Die Taste Tab wechselt zwischen dem zuletzt ausgewählten Laufwerk und den Schaltflächen [ OK ] und [ Cancel ].

Drücken Sie einmal die Taste Tab, um [ OK ] auszuwählen und drücken Sie anschließend Enter um die Installation weiterzuführen.


2.6.5. Partitionen mit Bsdlabel anlegen

In jeder angelegten Slice müssen Sie Partitionen anlegen. Die Partitionen werden mit Buchstaben von a bis h gekennzeichnet. Die Buchstaben b, c und d haben eine besondere Bedeutung, die Sie beachten sollten.

Einige Anwendungen profitieren von einer besonderen Aufteilung der Partitionen, insbesondere wenn das System mehr als ein Laufwerk besitzt. Bei der ersten FreeBSD-Installation sollten Sie sich allerdings nicht zu viele Gedanken über die Partitionen machen. Wichtiger ist, dass Sie FreeBSD installieren und benutzen. Wenn Sie mehr Erfahrung mit FreeBSD gesammelt haben, können Sie FreeBSD jederzeit mit anderen Partitionen installieren.

Das folgende Schema legt vier Partitionen an: Eine Partition für den Auslagerungsbereich (swap space) und drei Partitionen für Dateisysteme.

Tabelle 2-2. Partitionen auf dem ersten Laufwerk

Partition Dateisystem Größe Beschreibung
a / 512 MB Das Root-Dateisystem. Jedes andere Dateisystem wird irgendwo unterhalb von diesem Dateisystem eingehangen. 512 MB ist eine vernünftige Größe für dieses Dateisystem. Sie werden hier wenig Daten speichern und FreeBSD benötigt ungefähr 128 MB Platz auf diesem Dateisystem. Der Rest ist für temporäre Daten und die Reserve, falls künftige Versionen von FreeBSD mehr Platz in / benötigen.
b N/A 2-3 x RAM

Der Auslagerungsbereich befindet sich auf der b-Partition. Es ist schon fast eine Kunst, die Größe des Auslagerungsbereichs richtig zu bestimmen. Eine gute Daumenregel ist, den Auslagerungsbereich zwei bis dreimal größer als den Hauptspeicher (RAM) anzulegen. Sie sollten mindestens 64 MB für den Auslagerungsbereich vorsehen. Wenn das System also weniger als 32 MB Hauptspeicher besitzt, richten Sie einen 64 MB großen Auslagerungsbereich ein.

Besitzt das System mehr als ein Laufwerk, können Sie auf jedem Laufwerk Auslagerungsbereiche anlegen. Da FreeBSD alle Auslagerungsbereiche benutzt, wird der Vorgang des Auslagerns durch mehrere Bereiche beschleunigt. Berechnen Sie in diesem Fall die Größe des benötigten Auslagerungsbereichs, beispielsweise 128 MB, und teilen Sie die Größe durch die Anzahl der Laufwerke. Dies gibt die Größe des Auslagerungsbereichs auf jedem Laufwerk. Mit zwei Platten ergibt das in diesem Beispiel 64 MB Auslagerungsbereich pro Platte.

e /var 256 MB bis 1024 MB Das Verzeichnis /var enthält Dateien, die sich dauernd ändern (Protokolldateien und Dateien für Verwaltungszwecke) und auf die im Normalbetrieb oft zugegriffen wird. Liegen diese Dateien in einem gesonderten Dateisystem, kann FreeBSD den Zugriff auf die Dateien optimieren, ohne den Zugriff auf Dateien mit einem anderen Zugriffmuster zu stören.
f /usr Der Rest des Laufwerks (mindestens 2 GB) Alle anderen Dateien werden normalerweise im Verzeichnis /usr oder einem Unterverzeichnis von /usr abgelegt.

Warnung: Die eben genannten Werte dienen nur als Beispiel und sollten nur von erfahrenen Benutzern editiert werden. Wir empfehlen Ihnen, die vom Partitionseditor vorgeschlagene Aufteilung (Auto Defaults) zu verwenden.

Wenn Sie FreeBSD auf mehr als einem Laufwerk installieren, müssen Sie noch weitere Partitionen in den Slices auf den anderen Laufwerken anlegen. Am einfachsten legen Sie pro Laufwerk zwei Partitionen an: eine für den Auslagerungsbereich und eine andere für ein Dateisystem.

Tabelle 2-3. Partitionen auf weiteren Laufwerken

Partition Dateisystem Größe Beschreibung
b - - Wie schon besprochen, können Sie den Auslagerungsbereich auf mehrere Platten verteilen. Auch wenn die a-Partition frei ist, sollte der Auslagerungsbereich entsprechend der Konvention auf der b-Partition angelegt werden.
e /diskn Der Rest des Laufwerks Der Rest der Platte wird von einer großen Partition eingenommen. Sie könnten für diese Partition die a-Partition anstelle der e-Partition benutzen. Allerdings ist die a-Partition per Konvention für das Root-Dateisystem (/) reserviert. Sie brauchen die Konvention nicht zu beachten, da aber sysinstall die Konvention beachtet, ist die Installation sauberer, wenn Sie das auch tun. Sie können das Dateisystem irgendwo einhängen. Das Beispiel schlägt die Verzeichnisse /diskn vor, wobei n die Laufwerke nummeriert. Sie können ein anderes Schema verwenden, wenn Sie möchten.

Wenn Sie die Aufteilung der Partitionen festgelegt haben, können Sie die Partitionen mit sysinstall anlegen. Es erscheint die nachstehende Meldung:

                                 Message
 Now, you need to create BSD partitions inside of the fdisk
 partition(s) just created. If you have a reasonable amount of disk
 space (200MB or more) and don't have any special requirements, simply
 use the (A)uto command to allocate space automatically. If you have
 more specific needs or just don't care for the layout chosen by
 (A)uto, press F1 for more information on manual layout.

                                [  OK  ]
                          [ Press enter or space ]

Drücken Sie Enter, um den FreeBSD-Partitionseditor, der Disklabel heißt, zu starten.

Abbildung 2-18 zeigt den Einstiegsbildschirm von Disklabel. Der Bildschirm ist in drei Bereiche geteilt.

Die ersten Zeilen zeigen den Namen des Laufwerks, das Sie gerade bearbeiten und die Slice, die die erstellten Partitionen enthält (Disklabel spricht hier von Partitionen anstatt von Slices). Der freie Platz einer Slice, der noch keiner Partition zugeordnet ist, wird ebenfalls angezeigt.

In der Mitte des Bildschirms werden die angelegten Partitionen, der Name des Dateisystems, das sich in der Partition befindet, dessen Größe und die Optionen zum Erstellen des Dateisystems angezeigt.

Das untere Drittel des Bildschirms zeigt die in Disklabel gültigen Tastenkombinationen.

Abbildung 2-18. Sysinstall Disklabel-Editor

Disklabel kann für Sie automatisch Partitionen mit vorgegebenen Größen erstellen (diese Standardgrößen werden durch einen internen Partitionierungsalgorithmus ermittelt, der auf der Plattengröße beruht). Probieren Sie das bitte jetzt aus und drücken Sie die Taste A. Der Bildschirm sieht danach ähnlich wie in Abbildung 2-19 aus. Abhängig von der Größe des Laufwerks können die Vorgabewerte richtig oder falsch sein. Da Sie die Vorgaben nicht akzeptieren müssen, spielt das keine Rolle.

Anmerkung: FreeBSD legt das Verzeichnis /tmp in einer eigenen Partition an. Dies verhindert, dass sich die Root-Partition mit temporären Dateien füllt.

Abbildung 2-19. Sysinstall Disklabel-Editor mit automatischen Vorgaben

Wollen Sie die vorgegebenen Partitionen nicht verwenden und durch eigene ersetzen, markieren Sie mit den Pfeiltasten die erste Partition und drücken Sie die Taste D, um die Partition zu löschen. Wiederholen Sie dies für alle vorgegebenen Partitionen.

Um die erste Partition (a), die als / eingehangen wird, zu erstellen, drücken Sie die Taste C. Stellen Sie dabei sicher, dass die richtige Slice im oberen Teil des Bildschirms markiert ist. Wie in Abbildung 2-20, erscheint ein Fenster, in dem Sie die Größe der Partition angeben müssen. Sie können die Größe in Blöcken oder einer Zahl gefolgt von M für Megabyte, G für Gigabyte oder C für Zylinder angeben.

Abbildung 2-20. Die Größe einer Partition festlegen

Die vorgegebene Größe erstellt eine Partition, die den Rest der Slice ausfüllt. Wenn Sie die Größen aus dem früheren Beispiel verwenden, löschen Sie die vorgeschlagene Größe mit der Taste Backspace und tragen Sie 512M ein, wie in Abbildung 2-21 gezeigt. Drücken Sie anschließend [ OK ].

Abbildung 2-21. Die Größe einer Partition ändern

Nachdem Sie die Größe der Partition festgelegt haben, werden Sie gefragt, ob die Partition ein Dateisystem oder einen Auslagerungsbereich enthalten soll (siehe Abbildung 2-22). Die erste Partition enthält ein Dateisystem, wählen Sie FS aus und drücken Sie die Taste Enter.

Abbildung 2-22. Den Partitionstyp festlegen

Abschließend müssen Sie, weil Sie ein Dateisystem erstellen, angeben, wo das Dateisystem eingehangen wird. Die Eingabe ist in Abbildung 2-23 dargestellt. Das Root-Dateisystem wird in / eingehangen, geben Sie daher / ein und drücken Sie die Taste Enter.

Abbildung 2-23. Den Mountpoint festlegen

Auf dem Bildschirm wird jetzt die neu angelegte Partition angezeigt. Wiederholen Sie diese Prozedur für die restlichen Partitionen. Beim Anlegen des Auslagerungsbereichs werden Sie nicht nach einem Mountpoint gefragt, da ein Auslagerungsbereich nie eingehangen wird. Wenn Sie die letzte Partition anlegen, /usr, können Sie die vorgeschlagene Größe stehen lassen. Das Dateisystem wird dann den Rest der Slice einnehmen.

Der letzte Bildschirm von Disklabel sieht wie in Abbildung 2-24 aus (Ihre Werte werden von den gezeigten Werten abweichen). Drücken Sie die Taste Q, um Disklabel zu verlassen.

Abbildung 2-24. Sysinstall Disklabel-Editor


2.7. Den Installationsumfang bestimmen

2.7.1. Die Distribution auswählen

Welche Software Sie installieren, hängt hauptsächlich vom Zweck des Rechners und dem zur Verfügung stehenden Plattenplatz ab. Die vorgegebenen Distributionen reichen von der minimalen Installation bis hin zu einer kompletten Installation. Anfänger sollten eine der vorgegebenen Distributionen auswählen, erfahrene Benutzer können die zu installierende Distribution anpassen.

Die Taste F1 führt zu einem Hilfebildschirm, der die Distributionen und deren Inhalte beschreibt. Drücken Sie Enter, um die Hilfe zu verlassen und zur Auswahl der Distribution zurückzukehren.

Wenn Sie eine graphische Benutzeroberfläche installieren wollen, sollten Sie eine Distribution auswählen, deren Name mit X anfängt. Die Konfiguration des X-Servers und die Auswahl der Benutzeroberfläche ist Teil der Nacharbeiten. Die Konfiguration des X-Servers wird in Kapitel 5 besprochen.

Seit FreeBSD 5.3 wird Xorg als Standard-X-Server installiert.

Wenn Sie einen angepassten Kernel erstellen wollen, wählen Sie eine Distribution aus, die den Quellcode (source code) enthält. Warum und wie Sie einen angepassten Kernel erstellen, erfahren Sie in Kapitel 8.

Natürlich ist das flexibelste System das, auf dem alles installiert ist. Wenn das System über ausreichend Plattenplatz verfügt, wählen Sie mit den Pfeiltasten die Option All aus (siehe Abbildung 2-25) und drücken die Taste Enter. Wenn Sie Bedenken haben, dass der Plattenplatz nicht ausreicht, wählen Sie eine Distribution, die weniger Software enthält. Machen Sie sich keine unnötigen Sorgen um die richtige Distribution, ausgelassene Distribution können später nachinstalliert werden.

Abbildung 2-25. Die Distribution auswählen


2.7.2. Die Ports-Sammlung installieren

Nach der Auswahl der Distribution haben Sie Gelegenheit, die FreeBSD-Ports-Sammlung zu installieren. Mit der Ports-Sammlung lässt sich Software Dritter auf einfache Art und Weise installieren. Der Quellcode der zu installierenden Software ist nicht in der Ports-Sammlung enthalten. Stattdessen enthält die Ports-Sammlung Dateien, die den Installationsprozess (herunterladen, übersetzen und installieren) automatisieren. Die Ports-Sammlung wird in Kapitel 4 besprochen.

Der Installationsprozess prüft nicht, ob ausreichend Platz für die Ports-Sammlung vorhanden ist. Wählen Sie die Ports-Sammlung bitte nur aus, wenn das System über ausreichenden Platz verfügt. In FreeBSD 8.0 nimmt die Ports-Sammlung ungefähr 417 MB Plattenplatz in Anspruch. Neuere Versionen von FreeBSD benötigen mit Sicherheit noch mehr Platz.

                         User Confirmation Requested
 Would you like to install the FreeBSD ports collection?

 This will give you ready access to over 20,000 ported software packages,
 at a cost of around 417 MB of disk space when "clean" and possibly much
 more than that if a lot of the distribution tarballs are loaded
 (unless you have the extra CDs from a FreeBSD CD/DVD distribution
 available and can mount it on /cdrom, in which case this is far less
 of a problem).

 The ports collection is a very valuable resource and well worth having
 on your /usr partition, so it is advisable to say Yes to this option.

 For more information on the ports collection & the latest ports,
 visit:
     http://www.FreeBSD.org/ports

                              [ Yes ]     No

Wählen Sie mit den Pfeiltasten [ Yes ] aus, um die Ports-Sammlung zu installieren. Wählen Sie [ No ] aus, um die Ports-Sammlung auszulassen. Drücken Sie danach die Taste Enter, es erscheint wieder das Distributionsmenü.

Abbildung 2-26. Die Distributionen bestätigen

Wenn Sie mit den ausgewählten Optionen zufrieden sind, wählen Sie mit den Pfeiltasten Exit aus (stellen Sie sicher, dass [ OK ] aktiv ist) und drücken Sie die Taste Enter.


2.8. Das Installationsmedium auswählen

Wenn Sie von einer CD-ROM oder einer DVD installieren, wählen Sie bitte Install from a FreeBSD CD/DVD aus. Stellen Sie sicher, dass [ OK ] aktiv ist und drücken Sie dann die Taste Enter, um mit der Installation fortzufahren.

Wenn Sie ein anderes Installationsmedium benutzen, wählen Sie die passende Option aus und folgen den angezeigten Anweisungen.

Die Hilfeseiten über Installationsmedien erreichen Sie mit der Taste F1. Drücken Sie Enter, um zur Auswahl des Installationsmediums zurückzukehren.

Abbildung 2-27. Das Installationsmedium auswählen

FTP-Installationsmodi: Sie können zwischen drei FTP-Installationsmodi wählen: Active-FTP, Passive-FTP oder über einen HTTP-Proxy.

FTP Active: Install from an FTP server

Diese Option führt alle FTP-Operationen im Active-Mode aus. Dieser Modus funktioniert nicht durch Firewalls, er funktioniert aber mit alten FTP-Servern, die den Passive-Mode nicht beherrschen. Wenn die Verbindung im Passive-Mode (das ist die Vorgabe) hängt, versuchen Sie den Active-Mode.

FTP Passive: Install from an FTP server through a firewall

Mit dieser Option benutzt sysinstall den Passive-Mode für alle FTP-Operationen. In diesem Modus funktionieren Verbindungen durch Firewalls, die einkommende Pakete auf beliebigen TCP-Ports blockieren.

FTP via a HTTP proxy: Install from an FTP server through a http proxy

Diese Option weist sysinstall an, alle FTP-Operationen mit HTTP über einen Proxy (wie ein Web-Browser) durchzuführen. Der Proxy leitet die Anfragen an den richtigen FTP-Server weiter. Mit dieser Option passieren Sie eine Firewall, die FTP-Verbindungen verbietet, aber einen HTTP-Proxy anbietet. Neben dem FTP-Server müssen Sie in diesem Fall den Proxy-Server angeben.

Bei einem FTP-Proxy-Server müssen Sie normalerweise den Ziel-FTP-Server als Teil des Benutzernamens hinter dem Klammeraffen (“@”) angeben. Der Proxy-Server übernimmt die Kommunikation mit dem Ziel-FTP-Server. Nehmen wir an, Sie wollen von ftp.FreeBSD.org über den FTP-Proxy foo.example.com auf Port 1234 installieren.

Wählen Sie das Menü Options aus und setzen Sie dort den FTP-Benutzernamen (username) auf ftp@ftp.FreeBSD.org. Als Passwort geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Setzen Sie das Installationsmedium auf Active-FTP oder Passive-FTP, je nachdem welchen Modus der Proxy-Server unterstützt. Für die URL geben Sie ftp://foo.example.com:1234/pub/FreeBSD an.

Der Proxy-Server foo.example.com leitet Zugriffe auf das Verzeichnis /pub/FreeBSD an den Server ftp.FreeBSD.org weiter. Daher können foo.example.com als FTP-Server angeben.


2.9. Die Installation festschreiben

Wenn Sie wünschen, kann die Installation nun beginnen. Dies ist die letzte Gelegenheit, die Installation abzubrechen und Änderungen auf der Festplatte zu vermeiden.

                       User Confirmation Requested
 Last Chance! Are you SURE you want to continue the installation?

 If you're running this on a disk with data you wish to save then WE
 STRONGLY ENCOURAGE YOU TO MAKE PROPER BACKUPS before proceeding!

 We can take no responsibility for lost disk contents!

                             [ Yes ]    No

Wählen Sie [ Yes ] aus und drücken Sie Enter, um weiter zu machen.

Die Installationsdauer hängt von den ausgewählten Distributionen, dem Installationsmedium und der Geschwindigkeit des Rechners ab. Während der Installation wird der Fortgang mit Statusmeldungen angezeigt.

Die Installation ist beendet, wenn die folgende Meldung erscheint:

                               Message

Congratulations! You now have FreeBSD installed on your system.

We will now move on to the final configuration questions.
For any option you do not wish to configure, simply select No.

If you wish to re-enter this utility after the system is up, you may
do so by typing: /usr/sbin/sysinstall.

                                 [ OK ]

                      [  Press enter or space  ]

Drücken Sie die Taste Enter, um die Nacharbeiten durchzuführen.

Wenn Sie [ No ] auswählen und Enter drücken wird die Installation abgebrochen und das System wird nicht verändert. Die nachstehende Meldung wird angezeigt:

                                Message
Installation complete with some errors.  You may wish to scroll
through the debugging messages on VTY1 with the scroll-lock feature.
You can also choose "No" at the next prompt and go back into the
installation menus to retry whichever operations have failed.

                                 [ OK ]

Die Meldung wird angezeigt, weil nichts installiert wurde. Drücken Sie Enter, um in das Hauptmenü zurückzukehren. Dort können Sie die Installationsprozedur verlassen.


2.10. Arbeiten nach der Installation

Nach einer erfolgreichen Installation wird das System konfiguriert. Sie können das System direkt konfigurieren oder nach einem Neustart. Nach einem Neustart rufen Sie sysinstall auf und wählen den Menüpunkt Configure.


2.10.1. Netzwerkkonfiguration

Wenn Sie schon PPP für eine FTP-Installation konfiguriert haben, erscheint dieser Bildschirm nicht. Sie können die Konfiguration später in sysinstall vornehmen.

Netzwerke und die Konfiguration von FreeBSD als Gateway oder Router werden eingehend im Kapitel Weiterführende Netzwerkthemen behandelt.

                      User Confirmation Requested
   Would you like to configure any Ethernet or SLIP/PPP network devices?

                             [ Yes ]   No

Wenn Sie eine Netzwerkkarte konfigurieren wollen, wählen Sie [ Yes ] aus und drücken Sie die Taste Enter. Wählen Sie [ No ], um die Netzwerkkonfiguration zu überspringen.

Abbildung 2-28. Eine Netzwerkkarte auswählen

Wählen Sie die zu konfigurierende Karte mit den Pfeiltasten aus und drücken Sie die Taste Enter.

                      User Confirmation Requested
       Do you want to try IPv6 configuration of the interface?

                              Yes   [ No ]

Für das gezeigte Installationsbeispiel genügte das momentan verwendete Internet-Protokoll (IPv4). Daher wurde mit den Pfeiltasten [ No ] ausgewählt und mit der Taste Enter bestätigt.

Wenn Sie durch einen RA-Server mit einem IPv6-Netzwerk verbunden sind, wählen Sie bitte [ Yes ] und drücken die Taste Enter. Die Suche nach den RA-Servern dauert einige Sekunden.

                             User Confirmation Requested
        Do you want to try DHCP configuration of the interface?

                              Yes   [ No ]

Falls Sie das Dynamic Host Configuration Protocol (DHCP) nicht verwenden, wählen Sie [ No ] aus und drücken Sie Enter.

Wenn Sie [ Yes ] auswählen, wird das Programm dhclient ausgeführt und bei Erfolg die Netzwerkkarte konfiguriert. Mehr über DHCP können Sie in Abschnitt 29.5 nachlesen.

Der nächste Bildschirmabzug zeigt die Netzwerkkonfiguration eines Systems, das Gateway für das lokale Netz ist.

Abbildung 2-29. Die Netzwerkkarte ed0 konfigurieren

Tragen Sie in die Felder, die Sie mit der Taste Tab auswählen können, die richtige Konfiguration ein.

Host

Der vollständige Rechnername (fully-qualified hostname), wie in diesem Beispiel k6-2.example.com.

Domain

Der Domain-Name, in dem sich der Rechner befindet. Im Beispiel ist das example.com.

IPv4 Gateway

Die IP-Adresse des Rechners, der Pakete an entfernte Netze weiterleitet. Sie müssen dieses Feld ausfüllen, wenn der sich der Rechner in einem Netzwerk befindet. Lassen Sie das Feld leer, wenn der Rechner der Gateway in das Internet ist. Der IPv4-Gateway wird auch default gateway oder default route genannt.

Name server

Die IP-Adresse des lokalen DNS-Servers. Im Beispiel gibt es keinen lokalen DNS-Server, daher wurde der DNS-Server des Providers (208.163.10.2) benutzt.

IPv4 address

Die IP-Adresse der Netzwerkkarte (192.168.0.1).

Netmask (Netzmaske)

Im Beispiel werden Adressen aus einem Klasse C Netz (192.168.0.0 bis 192.168.0.255) benutzt. Standardmäßig besitzt ein Klasse C Netz die Netzmaske 255.255.255.0.

Extra options to ifconfig (Optionen für ifconfig)

Zusätzliche Optionen für den Befehl ifconfig, die spezifisch für die verwendete Netzwerkkarte sind. Im Beispiel sind keine Optionen angegeben.

Wenn Sie alle Werte eingegeben haben, wählen Sie mit Tab [ OK ] aus und drücken Sie Enter.

                      User Confirmation Requested
        Would you like to Bring Up the ed0 interface right now?

                             [ Yes ]   No

Wenn Sie [ Yes ] auswählen und Enter drücken, wird die Netzwerkkonfiguration aktiviert. Allerdings bringt dies zu diesem Zeitpunkt nicht viel, da der Rechner noch neu gestartet werden muss.


2.10.2. Gateway einrichten

                       User Confirmation Requested
       Do you want this machine to function as a network gateway?

                              [ Yes ]    No

Wählen Sie [ Yes ], wenn der Rechner ein Gateway für ein lokales Netz ist und Pakete an andere Netze weiterleitet. Wenn der Rechner ein normaler Netzknoten ist, wählen Sie [ No ] aus. Bestätigen Sie die auswahl mit der Taste Enter.


2.10.3. IP-Dienste einrichten

                      User Confirmation Requested
Do you want to configure inetd and the network services that it provides?

                               Yes   [ No ]

Wenn [ No ] ausgewählt wird, werden Dienste wie telnetd nicht aktiviert. Benutzer können sich dann von entfernten Rechnern nicht mit telnet an dieser Maschine anmelden. Lokale Benutzer können aber auf entfernte Rechner mit telnet zugreifen.

Die Dienste können Sie nach der Installation aktivieren, indem Sie die Datei /etc/inetd.conf editieren. Dies wird in Abschnitt 29.2.1 beschrieben.

Wenn Sie jetzt weitere Dienste aktivieren möchten, wählen Sie [ Yes ] aus. Es erscheint die nachstehende Rückfrage:

                      User Confirmation Requested
The Internet Super Server (inetd) allows a number of simple Internet
services to be enabled, including finger, ftp and telnetd.  Enabling
these services may increase risk of security problems by increasing
the exposure of your system.

With this in mind, do you wish to enable inetd?

                             [ Yes ]   No

Bestätigen Sie die Rückfrage mit [ Yes ].

                      User Confirmation Requested
inetd(8) relies on its configuration file, /etc/inetd.conf, to determine
which of its Internet services will be available.  The default FreeBSD
inetd.conf(5) leaves all services disabled by default, so they must be
specifically enabled in the configuration file before they will
function, even once inetd(8) is enabled.  Note that services for
IPv6 must be separately enabled from IPv4 services.

Select [Yes] now to invoke an editor on /etc/inetd.conf, or [No] to
use the current settings.

                             [ Yes ]   No

Wenn Sie [ Yes ] auswählen, können Sie Dienste aktivieren, in dem Sie das Zeichen # am Zeilenanfang entfernen.

Abbildung 2-30. inetd.conf editieren

Wenn Sie die gewünschten Dienste aktiviert haben, drücken Sie die Taste Esc. Es erscheint ein Menü, in dem Sie die Änderungen abspeichern und den Editor verlassen können.


2.10.4. SSH aktivieren

                      User Confirmation Requested
                  Would you like to enable SSH login?
                           Yes        [  No  ]

Durch die Auswahl von [ Yes ], wird sshd(8), der OpenSSH-Daemon aktiviert. Danach ist es möglich, sich über eine verschlüsselte Verbindung auf Ihrem System anzumelden. Weitere Informationen über OpenSSH finden Sie in Abschnitt 14.11 des FreeBSD-Handbuchs.


2.10.5. Anonymous-FTP

                      User Confirmation Requested
 Do you want to have anonymous FTP access to this machine?

                              Yes    [ No ]

2.10.5.1. Anonymous-FTP verbieten

Wenn Sie die vorgegebene Auswahl [ No ] mit der Taste Enter bestätigen, können Benutzer, die ein Konto und ein Passwort auf dem System besitzen, immer noch mit FTP auf das System zugreifen.


2.10.5.2. Anonymous-FTP erlauben

Wenn Sie Anonymous-FTP erlauben, darf jeder auf Ihr System zugreifen. Bedenken Sie die Folgen für die Systemsicherheit (siehe Kapitel 14) bevor Sie diese Option aktivieren.

Um Anonymous-FTP zu aktivieren, wählen Sie mit den Pfeiltasten [ Yes ] aus und drücken Sie die Taste Enter. Es erscheint folgende Meldung:

                       User Confirmation Requested
 Anonymous FTP permits un-authenticated users to connect to the system
 FTP server, if FTP service is enabled.  Anonymous users are
 restricted to a specific subset of the file system, and the default
 configuration provides a drop-box incoming directory to which uploads
 are permitted.  You must separately enable both inetd(8), and enable
 ftpd(8) in inetd.conf(5) for FTP services to be available.  If you
 did not do so earlier, you will have the opportunity to enable inetd(8)
 again later.

 If you want the server to be read-only you should leave the upload
 directory option empty and add the -r command-line option to ftpd(8)
 in inetd.conf(5)

 Do you wish to continue configuring anonymous FTP?

                          [ Yes ]         No

Diese Nachricht informiert Sie darüber, dass der FTP-Dienst auch in der Datei /etc/inetd.conf aktiviert werden muss, wenn Sie anonyme FTP-Verbindungen erlauben wollen (lesen Sie dazu auch Abschnitt 2.10.3 des FreeBSD-Handbuchs). Wählen Sie [ Yes ] und drücken Sie Enter, um fortzufahren. Danach erscheint der folgende Bildschirm:

Abbildung 2-31. Anonymous-FTP konfigurieren

Mit der Taste Tab wechseln Sie zwischen den Feldern, in die Sie die benötigten Informationen eingeben.

UID

Die User-ID, die dem anonymen FTP-Benutzer zugewiesen werden soll. Alle hochgeladenen Dateien werden diesem User-ID gehören.

Group

Die Gruppe, zu der der anonyme FTP-Benutzer gehören soll.

Comment

Eine Beschreibung dieses Benutzers in der Datei /etc/passwd.

FTP Root Directory

Ort, an dem Dateien für anonymen FTP-Zugang bereitgestellt werden sollen.

Upload Subdirectory

Das Verzeichnis, in dem von einem anonymen FTP-Benutzer hochgeladene Dateien gespeichert werden.

Das FTP-Wurzelverzeichnis wird per Voreinstellung in /var angelegt. Wenn in /var zu wenig Platz vorhanden ist, können Sie das FTP-Wurzelverzeichnis beispielsweise nach /usr/ftp verlegen.

Wenn Sie mit den Einstellungen zufrieden sind, drücken Sie die Taste Enter.

                          User Confirmation Requested
         Create a welcome message file for anonymous FTP users?

                              [ Yes ]    No

Wenn Sie [ Yes ] auswählen und mit Enter bestätigen, können Sie die Begrüßungsmeldung des FTP-Servers in einem Editor ändern.

Abbildung 2-32. Begrüßungsmeldung des FTP-Servers editieren

Der Editor, in dem Sie sich befinden, heißt ee. Folgen Sie den Anweisungen, um die Meldung zu editieren. Sie können die Meldung auch später in einem Editor Ihrer Wahl editieren. Merken Sie sich dazu den Dateinamen, der im Editor unten angezeigt wird.

Wenn Sie die Taste Esc drücken, erscheint ein Menü, in dem a) leave editor vorgewählt ist. Drücken Sie die Taste Enter, um den Editor zu verlassen. Falls Sie Änderungen vorgenommen haben, bestätigen Sie die Änderungen nochmals mit Enter.


2.10.6. Network-File-System einrichten

Mit dem Network-File-System (NFS) können Sie über ein Netzwerk auf Dateien zugreifen. Ein Rechner kann NFS-Server, NFS-Client oder beides sein. NFS wird in Abschnitt 29.3 besprochen.


2.10.6.1. NFS-Server einrichten

                       User Confirmation Requested
 Do you want to configure this machine as an NFS server?

                              Yes    [ No ]

Wenn Sie keinen NFS-Server benötigen, wählen Sie [ No ] aus und bestätigen Sie mit Enter.

Wenn Sie [ Yes ] auswählen, erscheint der Hinweis, dass die Datei exports angelegt werden muss.

                               Message
Operating as an NFS server means that you must first configure an
/etc/exports file to indicate which hosts are allowed certain kinds of
access to your local filesystems.
Press [Enter] now to invoke an editor on /etc/exports
                               [ OK ]

Drücken Sie Enter und es wird ein Editor gestartet, in dem Sie die Datei exports editieren können.

Abbildung 2-33. exports editieren

Folgen Sie den Anweisungen, um Dateisysteme zu exportieren. Sie können die Datei auch später in einem Editor Ihrer Wahl editieren. Merken Sie sich dazu den Dateinamen, der im Editor unten angezeigt wird.

Drücken Sie die Taste Esc und es erscheint ein Menü, in dem a) leave editor vorgewählt ist. Drücken Sie die Taste Enter, um den Editor zu verlassen.


2.10.6.2. NFS-Client einrichten

Mit einem NFS-Client können Sie auf NFS-Server zugreifen.

                       User Confirmation Requested
 Do you want to configure this machine as an NFS client?

                              Yes   [ No ]

Wählen Sie entweder [ Yes ] oder [ No ] aus und drücken Sie Enter.


2.10.7. Die Systemkonsole einrichten

Sie können verschiedene Merkmale der Systemkonsole anpassen.

                      User Confirmation Requested
       Would you like to customize your system console settings?

                              [ Yes ]  No

Wenn Sie die Merkmale der Systemkonsole anpassen wollen, wählen Sie [ Yes ] aus und drücken Sie die Taste Enter.

Abbildung 2-34. Merkmale der Systemkonsole

Oft wird ein Bildschirmschoner auf der Konsole aktiviert. Wälen Sie mit den Pfeiltasten Saver aus und drücken Sie die Taste Enter.

Abbildung 2-35. Bildschirmschoner auswählen

Wählen Sie den gewünschten Bildschirmschoner mit den Pfeiltasten aus und drücken Sie Enter. Das Konfigurationsmenü der Systemkonsole erscheint wieder.

In der Voreinstellung wird der Bildschirmschoner nach 300 Sekunden aktiviert. Um diese Zeitspanne zu ändern, wählen Sie wieder Saver aus. Mit den Pfeiltasten wählen Sie dann Timeout aus und drücken Enter. Es erscheint ein Eingabefenster:

Abbildung 2-36. Den Bildschirmschoner einstellen

Ändern Sie die Zeitspanne und wählen Sie [ OK ] aus. Mit Enter kehren Sie in das Konfigurationsmenü der Systemkonsole zurück.

Abbildung 2-37. Die Konfiguration der Systemkonsole verlassen

Um die Nacharbeiten fortzuführen, wählen Sie Exit aus und drücken Sie Enter.


2.10.8. Die Zeitzone einstellen

Wenn Sie die Zeitzone richtig einstellen, kann Ihr Rechner automatisch regional bedingte Zeitumstellungen ausführen und andere von der Zeitzone abhängige Funktionen handhaben.

Das folgende Beispiel gilt für den Osten der USA. Ihre Auswahl hängt vom geographischen Standort Ihres Rechners ab.

                      User Confirmation Requested
          Would you like to set this machine's time zone now?

                            [ Yes ]   No

Um die Zeitzone einzustellen, wählen Sie [ Yes ] und drücken Enter.

                       User Confirmation Requested
 Is this machine's CMOS clock set to UTC? If it is set to local time
 or you don't know, please choose NO here!

                              Yes   [ No ]

Je nachdem ob die Systemzeit die Zeitzone UTC verwendet, wählen Sie [ Yes ] oder [ No ] aus. Bestätigen Sie die Auswahl mit der Taste Enter.

Abbildung 2-38. Das Gebiet auswählen

Wählen Sie mit den Pfeiltasten das richtige Gebiet aus und drücken Sie Enter.

Abbildung 2-39. Das Land auswählen

Wählen Sie mit den Pfeiltasten das richtige Land aus und drücken Sie Enter.

Abbildung 2-40. Die Zeitzone auswählen

Wählen Sie mit den Pfeiltasten die richtige Zeitzone aus drücken Sie Enter.

                            Confirmation
            Does the abbreviation 'EDT' look reasonable?

                            [ Yes ]   No

Wenn die angezeigte Abkürzung der Zeitzone richtig ist, bestätigen Sie diese mit der Taste Enter.


2.10.9. Linux-Kompatibilität

                      User Confirmation Requested
          Would you like to enable Linux binary compatibility?

                            [ Yes ]   No

Wenn Sie [ Yes ] auswählen und Enter drücken, können Sie Linux-Software auf FreeBSD laufen lassen. Später wird dazu die notwendige Software installiert.

Wenn Sie über FTP installieren, müssen Sie mit dem Internet verbunden sein. Einige FTP-Server bieten nicht alle verfügbare Software an. Es kann sein, dass die nötige Software für die Linux-Kompatibilität nicht installiert werden kann, dies können Sie später jedoch nachholen.


2.10.10. Die Maus konfigurieren

Mit einer 3-Tasten-Maus können Sie Texte auf der Konsole und in Programmen markieren und einfügen (cut and paste). Wenn Sie eine 2-Tasten-Maus besitzen, können Sie eine 3-Tasten-Maus emulieren. Lesen Sie dazu nach der Installation die Hilfeseite moused(8). Das folgende Beispiel zeigt die Konfiguration einer nicht-USB-Maus (PS/2 oder serielle Maus):

                      User Confirmation Requested
         Does this system have a PS/2, serial, or bus mouse?

                            [ Yes ]    No

Wählen Sie [ Yes ] für eine PS/2-, eine serielle oder eine Bus-Maus. Haben Sie hingegen eine USB-Maus, wählen Sie [ No ]. Danach drücken Sie Enter.

Abbildung 2-41. Das Mausprotokoll festlegen

Markieren Sie mit den Pfeiltasten Type und drücken Sie press Enter.

Abbildung 2-42. Das Mausprotokoll festlegen

Im Beispiel wurde eine PS/2-Maus verwendet, sodass die Vorgabe Auto passend war. Sie können das Protokoll mit den Pfeiltasten ändern. Stellen Sie sicher, dass [ OK ] aktiviert ist und verlassen Sie das Menü mit der Taste Enter.

Abbildung 2-43. Den Mausport einstellen

Wählen Sie mit den Pfeiltasten Port und drücken Sie die Taste Enter.

Abbildung 2-44. Den Mausport einstellen

Im Beispiel wurde eine PS/2-Maus verwendet, sodass die Vorgabe PS/2 richtig war. Sie können den Port mit den Pfeiltasten ändern. Bestätigen Sie die Auswahl mit der Taste Enter.

Abbildung 2-45. Den Mouse-Daemon aktivieren

Wählen Sie nun mit den Pfeiltasten Enable aus und drücken Sie die Taste Enter, um den Mouse-Daemon zu aktivieren und zu testen.

Abbildung 2-46. Den Mouse-Daemon testen

Bewegen Sie die Maus hin und her und prüfen Sie, dass sich der Mauszeiger entsprechend bewegt. Wenn alles in Ordnung ist, wählen Sie [ Yes ] aus und drücken Sie Enter. Wenn sich die Maus nicht richtig verhält, wurde sie nicht korrekt konfiguriert. Wählen Sie in diesem Fall [ No ] und versuchen Sie, die Einstellungen zu korrigieren.

Um mit den Nacharbeiten fortzufahren, wählen Sie mit den Pfeiltasten Exit aus und drücken Sie Enter.


2.10.11. Pakete installieren

Pakete (packages) sind schon übersetzte Programme und sind ein zweckmäßiger Weg, Programme zu installieren.

Beispielhaft wird im Folgenden die Installation eines Paketes gezeigt. In diesem Schritt können auch weitere Pakete installiert werden. Nach der Installation können Sie mit sysinstall zusätzliche Pakete installieren.

                     User Confirmation Requested
 The FreeBSD package collection is a collection of hundreds of
 ready-to-run applications, from text editors to games to WEB servers
 and more. Would you like to browse the collection now?

                            [ Yes ]   No

Nachdem Sie [ Yes ] ausgewählt und Enter gedrückt haben, gelangen Sie in die Paketauswahl:

Abbildung 2-47. Die Paketkategorie aussuchen

Es stehen nur die Pakete zur Auswahl, die sich auf dem momentanen Installationsmedium befinden.

Wenn Sie All auswählen, werden alle Pakete angezeigt. Sie können die Anzeige auf die Pakete einer Kategorie beschränken. Wählen Sie mit den Pfeiltasten die Kategorie aus und drücken Sie die Taste Enter.

Ein Menü mit allen Paketen der ausgewählten Kategorie erscheint:

Abbildung 2-48. Pakete auswählen

Im gezeigten Bildschirm ist das Paket bash ausgewählt. Sie können weitere Pakete auswählen, indem Sie die Pakete mit den Pfeiltasten markieren und die Taste Space drücken. In der unteren linken Ecke des Bildschirms wird eine Kurzbeschreibung des ausgewählten Pakets angezeigt.

Die Taste Tab wechselt zwischen dem zuletzt ausgesuchten Paket, [ OK ] und [ Cancel ].

Wenn Sie die zu installierenden Pakete ausgewählt haben, drücken Sie einmal Tab, um [ OK ] zu markieren. Drücken Sie dann Enter, um wieder in die Paketauswahl zu gelangen.

Die rechte und die linke Pfeiltaste wechseln ebenfalls zwischen [ OK ] und [ Cancel ]. Mit diesen Tasten können Sie auch [ OK ] auswählen und dann mit Enter zur Paketauswahl zurückkehren.

Abbildung 2-49. Pakete installieren

Benutzen Sie die Taste Tab und die Pfeiltasten um [ Install ] auszuwählen. Drücken Sie anschließend die Taste Enter. Sie müssen jetzt die Installation der Pakete bestätigen:

Abbildung 2-50. Paketinstallation bestätigen

Die Paketinstallation wird gestartet, wenn Sie [ OK ] auswählen und Enter drücken. Den Verlauf der Installation können Sie anhand der angezeigten Meldungen verfolgen; achten Sie dabei auf Fehlermeldungen.

Nach der Paketinstallation können Sie die Nacharbeiten fortsetzen. Wenn Sie keine Pakete ausgewählt haben und die Nacharbeiten fortsetzen möchten, wählen Sie trotzdem [ Install ] aus.


2.10.12. Benutzer und Gruppen anlegen

Während der Installation sollten Sie mindestens ein Benutzerkonto anlegen, sodass Sie das System ohne das Konto root benutzen können. Normalerweise ist die Root-Partition recht klein und läuft schnell voll, wenn Sie Anwendungen unter dem root-Konto laufen lassen. Vor der größten Gefahr warnt der nachstehende Hinweis:

                     User Confirmation Requested
 Would you like to add any initial user accounts to the system? Adding
 at least one account for yourself at this stage is suggested since
 working as the "root" user is dangerous (it is easy to do things which
 adversely affect the entire system).

                            [ Yes ]   No

Der Bildschirm auf Deutsch:

                      Bestätigung erforderlich
 Wollen Sie Benutzerkonten anlegen?  Wir empfehlen, mindestens
 ein Konto für sich selbst anzulegen, da es gefährlich
 ist, unter "root" zu arbeiten (es ist leicht, Befehle einzugeben,
 die das System nachhaltig beeinträchtigen).

                            [ Yes ]   No

Um ein Benutzerkonto anzulegen, wählen Sie [ Yes ] aus und drücken Enter.

Abbildung 2-51. Benutzerkonto auswählen

Markieren Sie User mit den Pfeiltasten und drücken Sie die Taste Enter.

Abbildung 2-52. Benutzerkonto anlegen

Wählen Sie die Felder zum Ausfüllen mit der Taste Tab aus. Zur Hilfe werden die nachstehenden Beschreibungen werden im unteren Teil des Bildschirms angezeigt:

Login ID

Der Name des Benutzerkontos (verpflichtend).

UID

Die numerische ID dieses Kontos. Wenn Sie das Feld leer lassen, wird eine ID automatisch zugeteilt.

Group

Die diesem Konto zugeordnete Login-Gruppe. Wenn Sie das Feld leer lassen, wird automatisch eine Gruppe zugeteilt.

Password

Das Passwort des Benutzerkontos. Füllen Sie dieses Feld sehr sorgfätig aus.

Full name

Der vollständige Name des Benutzers (Kommentarfeld).

Member groups

Die Gruppen, in denen dieses Konto Mitglied ist (das Konto erhält Zugriffsrechte auf Dateien dieser Gruppe).

Home directory

Das Heimatverzeichnis des Benutzerkontos. Wenn Sie das Feld leer lassen, wird das Verzeichnis automatisch festgelegt.

Login shell

Die Login-Shell des Kontos. Wenn Sie das Feld leer lassen, wird /bin/sh als Login-Shell festgesetzt.

Im Beispiel wurde die Login-Shell von /bin/sh zu der vorher installierten /usr/local/bin/bash geändert. Tragen Sie keine Shell ein, die nicht existiert, da sich sonst nicht anmelden können. In der BSD-Welt wird häufig die C-Shell benutzt, die Sie mit /bin/tcsh angeben können.

Damit ein Wechsel auf den Superuser root möglich ist, wurde dem Benutzerkonto die Gruppe wheel zugeordnet.

Wenn Sie zufrieden sind, drücken Sie [ OK ]. Es erscheint wieder das Benutzer-Menü:

Abbildung 2-53. Benutzermenü verlassen

Weitere Gruppen können, wenn Sie die Anforderungen schon kennen, zu diesem Zeitpunkt angelegt werden. Nach der Installation können Sie Gruppen mit dem Werkzeug sysinstall anlegen.

Wenn Sie alle Benutzer angelegt haben, wählen Sie mit den Pfeiltasten Exit aus und drücken Sie die Taste Enter.


2.10.13. Das root-Passwort festlegen

                        Message
 Now you must set the system manager's password.
 This is the password you'll use to log in as "root".

                         [ OK ]

               [ Press enter or space ]

Um das root-Passwort festzulegen, drücken Sie die Taste Enter.

Sie müssen das Passwort zweimal eingeben. Stellen Sie sicher, dass Sie das Passwort nicht vergessen. Beachten Sie, dass bei der Eingabe das Passwort weder ausgegeben wird noch Sterne angezeigt werden.

New password :
Retype new password :

Nach der erfolgreichen Eingabe des Passworts kann die Installation fortgesetzt werden.


2.10.14. Die Installation beenden

Wenn Sie noch weitere Netzwerkkarten konfigurieren oder weitere Einstellungen vornehmen wollen, können Sie das jetzt tun. Sie können die Einstellungen auch nach der Installation mit sysinstall vornehmen.

                     User Confirmation Requested
 Visit the general configuration menu for a chance to set any last
 options?

                              Yes   [ No ]

Um in das Hauptmenü zurückzukehren, wählen Sie mit den Pfeiltasten [ No ] aus und drücken Sie Enter.

Abbildung 2-54. Die Installation beenden

Wählen Sie mit den Pfeiltasten [X Exit Install] aus und drücken Sie die Taste Enter. Sie müssen das Beenden der Installation bestätigen:

                     User Confirmation Requested
 Are you sure you wish to exit? The system will reboot (be sure to
 remove any floppies/CDs/DVDs from the drives).

                            [ Yes ]   No

Wählen Sie [ Yes ] aus und entfernen Sie die Diskette aus dem Laufwerk, wenn Sie von einer Diskette gestartet haben. Das CD-Laufwerk ist bis zum Neustart des Systems verriegelt. Entfernen Sie die CD zügig wenn der Rechner startet.

Achten Sie beim Neustart des Systems auf eventuell auftauchende Fehlermeldungen (lesen Sie Abschnitt 2.10.16 für weitere Informationen).


2.10.15. Weitere Netzwerkdienste einrichten

Beigetragen von Tom Rhodes.

Anfänger ohne Vorwissen finden das Einrichten von Netzwerkdiensten oft deprimierend. Netzwerke und das Internet sind für moderne Betriebssysteme von entscheidender Bedeutung. Es ist daher wichtig, die Netzwerkfunktionen von FreeBSD zu kennen. Die von FreeBSD angebotenen Netzwerkdienste können Sie während der Installation kennen lernen.

Netzwerkdienste sind Programme, die Eingaben aus dem Netzwerk entgegennehmen. Es wird große Mühe darauf verwendet, dass diese Programme keinen Schaden verursachen. Leider können auch Programmierern Fehler unterlaufen und es gibt Fälle, in denen Fehler in Netzwerkdiensten von Angreifern ausgenutzt wurden. Es ist daher wichtig, dass Sie nur Dienste aktivieren, die Sie benötigen. Im Zweifallsfall sollten Sie einen Dienst solange nicht aktivieren, bis Sie herausfinden, dass Sie den Dienst benötigen. Einen Dienst können Sie später immer noch mit sysinstall oder in der Datei /etc/rc.conf aktivieren.

Wählen Sie den Menüpunkt Networking und es erscheint ein Menü wie das nachstehende:

Abbildung 2-55. Netzwerkdienste - obere Hälfte

Die erste Option, Interfaces, wurde schon in Abschnitt 2.10.1 konfiguriert. Sie können daher diesen Punkt überspringen.

Der Punkt AMD aktiviert einen Dienst, der automatisch Dateisysteme einhängt. Normalerweise wird der Dienst zusammen mit dem NFS-Protokoll (siehe unten) verwendet, um automatisch entfernte Dateisysteme einzuhängen. Dieser Menüpunkt erfordert keine weitere Konfiguration.

Der nächste Menüpunkt ist AMD Flags. Wenn Sie den Punkt auswählen, erscheint ein Fenster, in dem Sie AMD-spezifische Optionen eingeben können. Die nachstehenden Optionen sind schon vorgegeben:

-a /.amd_mnt -l syslog /host /etc/amd.map /net /etc/amd.map

Die Option -a legt das Verzeichnis fest (hier /.amd_mnt), unter dem Dateisysteme eingehangen werden. Die Option -l legt die Protokolldatei fest. Wenn syslogd verwendet wird, werden alle Meldungen an den Daemon syslogd gesendet. Das Verzeichnis /host dient zum Zugriff auf exportierte Verzeichnisse von entfernten Rechnern, das Verzeichnis /net dient zum Zugriff auf exportierte Verzeichnisse von entfernten IP-Adressen. Die Datei /etc/amd.map enthält die Einstellungen für von AMD verwaltete Dateisysteme.

Die Auswahl Anon FTP erlaubt Anonymous-FTP-Verbindungen. Wählen Sie diese Option, wenn Sie einen Anonymous-FTP-Server einrichten wollen. Seien Sie sich über die Sicherheitsrisiken bewusst, wenn Sie Anonymous-FTP erlauben. Die Sicherheitsrisiken und die Konfiguration von Anonymous-FTP werden in einem gesonderten Fenster erklärt, das aufgeht, wenn Sie diese Option auswählen.

Der Menüpunkt Gateway konfiguriert das System, wie vorher erläutert, als Gateway. Wenn Sie während der Installation den Rechner aus Versehen als Gateway konfiguriert haben, können Sie dies hier wieder rückgängig machen.

Der Menüpunkt Inetd konfiguriert, wie schon oben besprochen, den Daemon inetd(8).

Die Auswahl Mail konfiguriert den Mail Transfer Agent (MTA) des Systems. Wenn Sie diesen Punkt auswählen, erscheint das folgende Menü:

Abbildung 2-56. Den MTA festlegen

In diesem Menü wählen Sie aus, welcher MTA installiert und benutzt wird. Ein MTA ist ein Mail-Server, der E-Mails an lokale Empfänger oder an Empfänger im Internet ausliefert.

Die Auswahl Sendmail installiert das verbreitete sendmail (in FreeBSD die Voreinstellung). Die Auswahl Sendmail local verwendet sendmail als MTA, deaktiviert aber den Empfang von E-Mails aus dem Internet. Postfix und Exim sind ähnlich wie Sendmail. Beide Programme liefern E-Mails aus und einige Anwender verwenden lieber eines der beiden Programme als MTA.

Nachdem Sie einen MTA ausgewählt haben (oder beschlossen haben, keinen MTA zu benutzen), erscheint wieder das Menü Netzwerkdienste. Der nächste Menüpunkt ist NFS client.

Die Auswahl NFS client erlaubt es dem System, mit einem NFS-Server zu kommunizieren. Ein NFS-Server stellt mithilfe des NFS-Protokolls Dateisysteme für andere Systeme auf dem Netzwerk bereit. Wenn der Rechner alleine für sich steht, können Sie diesen Menüpunkt auslassen. Wahrscheinlich müssen Sie noch weitere Einstellungen vornehmen; der Abschnitt 29.3 beschreibt die Einstellungen für NFS-Server und NFS-Clients.

Der Menüpunkt NFS server richtet einen NFS-Server auf dem Rechner ein. Durch die Auswahl dieses Punktes werden die für Remote-Procedure-Call (RPC) benötigten Dienste gestartet. Mit RPC werden Routinen auf entfernten Rechnern aufgerufen.

Der nächste Punkt, Ntpdate, konfiguriert die Zeitsynchronisation. Wenn Sie diesen Punkt auswählen, erscheint das folgende Menü:

Abbildung 2-57. Ntpdate konfigurieren

Wählen Sie aus diesem Menü einen nahe liegenden Server aus. Die Zeitsynchronisation mit einem nahe liegenden Server ist, wegen der geringeren Latenzzeit, genauer als die Synchronisation mit einem weiter entfernten Server.

Der nächste Menüpunkt ist PCNFSD. Wenn Sie diesen Punkt auswählen, wird net/pcnfsd aus der Ports-Sammlung installiert. Dieses nützliche Werkzeug stellt NFS-Authentifizierungsdienste für Systeme bereit, die diese Dienste nicht anbieten (beispielsweise Microsofts MS-DOS).

Um die nächsten Menüpunkte zu sehen, müssen Sie herunterblättern:

Abbildung 2-58. Netzwerkdienste - untere Hälfte

Die Programme rpcbind(8), rpc.statd(8) und rpc.lockd(8) werden für Remote-Procedure-Calls (RPC) benutzt. Das Programm rpcbind verwaltet die Kommunikation zwischen NFS-Servern und NFS-Clients und ist für den Betrieb eines NFS-Servers erforderlich. Der Daemon rpc.statd hält zusammen mit dem Daemon rpc.statd des entfernten Rechners den Status der Verbindung. Der Status einer Verbindung wird normalerweise in der Datei /var/db/statd.status festgehalten. Der nächste Menüpunkt ist rpc.lockd, der Dateisperren (file locks) bereitstellt. rpc.lockd wird normalerweise zusammen mit dem Daemon rpc.statd benutzt, der festhält welche Rechner Sperren anfordern und wie oft Sperren angefordert werden. Beide Dienste sind wunderbar zur Fehlersuche geeignet, doch werden Sie zum Betrieb von NFS-Servern und NFS-Clients nicht benötigt.

Der nächste Punkt in der Auswahl ist Routed, der Routing-Daemon. Das Programm routed(8) verwaltet die Routing-Tabelle, entdeckt Multicast-Router und stellt die Routing-Tabelle auf Anfrage jedem mit dem Netz verbundenen Rechner zur Verfügung. Der Daemon wird hauptsächlich auf Gateways eines lokalen Netzes eingesetzt. Wenn Sie den Punkt auswählen müssen Sie den Ort des Programms angeben. Die Vorgabe können Sie mit der Taste Enter übernehmen. Anschließend werden Sie nach den Kommandozeilenoptionen für routed gefragt. Vorgegeben ist die Option -q.

Der nächste Menüpunkt ist Rwhod. Wenn Sie diesen Punkt auswählen, wird während des Systemstarts der Daemon rwhod(8) gestartet. Das Kommando rwhod schickt Broadcast-Meldungen in das Netz oder empfängt diese im Consumer-Mode. Die Funktion der Werkzeuge wird in den Hilfeseiten ruptime(1) und rwho(1) beschrieben.

Der vorletzte Menüpunkt aktiviert den Daemon sshd(8), den OpenSSH Secure-Shell-Server. Wo möglich sollte SSH anstelle von telnet und FTP eingesetzt werden. Der Secure-Shell-Server erstellt verschlüsselte und daher sichere Verbindungen zwischen zwei Rechnern.

TCP Extensions ist der letzte Menüpunkt. Diese Auswahl aktiviert die TCP-Erweiterungen aus RFC 1323 und RFC 1644. Obwohl dies auf vielen Rechnern die Verbindungsgeschwindigkeit erhöht, können durch diese Option auch Verbindungsabbrüche auftreten. Auf Servern sollte diese Option nicht aktiviert werden, auf Einzelmaschinen kann diese Option nützlich sein.

Wenn Sie die Netzwerkdienste eingerichtet haben, blättern Sie zum Menüpunkt Exit hoch, um die Nacharbeiten fortzusetzen oder verlassen Sie sysinstall, indem Sie zweimal X Exit und danach [X Exit Install] wählen.


2.10.16. FreeBSD starten

2.10.16.1. Start von FreeBSD auf FreeBSD/i386

Wenn alles funktioniert hat, laufen viele Meldungen über den Bildschirm und schließlich erscheint ein Anmeldeprompt. Um sich die Meldungen anzusehen. drücken Sie die Taste Scroll-Lock. Sie können dann mit den Tasten PgUp und PgDn blättern. Wenn Sie erneut Scroll-Lock drücken, kehren Sie zum Anmeldeprompt zurück.

Es kann sein, dass der Puffer zu klein ist, um alle Meldungen anzuzeigen. Nachdem Sie sich angemeldet haben, können Sie sich mit dem Kommando dmesg alle Meldungen ansehen.

Melden Sie sich bitte mit dem Benutzerkonto an (rpratt im Beispiel), das Sie während der Installation eingerichtet haben. Arbeiten Sie mit root nur dann wenn es erforderlich ist.

Die nachfolgende Abbildung zeigt typische Startmeldungen (Versionsangaben entfernt):

Copyright (c) 1992-2002 The FreeBSD Project.
Copyright (c) 1979, 1980, 1983, 1986, 1988, 1989, 1991, 1992, 1993, 1994
        The Regents of the University of California. All rights reserved.

Timecounter "i8254"  frequency 1193182 Hz
CPU: AMD-K6(tm) 3D processor (300.68-MHz 586-class CPU)
  Origin = "AuthenticAMD"  Id = 0x580  Stepping = 0
  Features=0x8001bf<FPU,VME,DE,PSE,TSC,MSR,MCE,CX8,MMX>
  AMD Features=0x80000800<SYSCALL,3DNow!>
real memory  = 268435456 (262144K bytes)
config> di sn0
config> di lnc0
config> di le0
config> di ie0
config> di fe0
config> di cs0
config> di bt0
config> di aic0
config> di aha0
config> di adv0
config> q
avail memory = 256311296 (250304K bytes)
Preloaded elf kernel "kernel" at 0xc0491000.
Preloaded userconfig_script "/boot/kernel.conf" at 0xc049109c.
md0: Malloc disk
Using $PIR table, 4 entries at 0xc00fde60
npx0: <math processor> on motherboard
npx0: INT 16 interface
pcib0: <Host to PCI bridge> on motherboard
pci0: <PCI bus> on pcib0
pcib1: <VIA 82C598MVP (Apollo MVP3) PCI-PCI (AGP) bridge> at device 1.0 on pci0
pci1: <PCI bus> on pcib1
pci1: <Matrox MGA G200 AGP graphics accelerator> at 0.0 irq 11
isab0: <VIA 82C586 PCI-ISA bridge> at device 7.0 on pci0
isa0: <ISA bus> on isab0
atapci0: <VIA 82C586 ATA33 controller> port 0xe000-0xe00f at device 7.1 on pci0
ata0: at 0x1f0 irq 14 on atapci0
ata1: at 0x170 irq 15 on atapci0
uhci0: <VIA 83C572 USB controller> port 0xe400-0xe41f irq 10 at device 7.2 on pci0
usb0: <VIA 83C572 USB controller> on uhci0
usb0: USB revision 1.0
uhub0: VIA UHCI root hub, class 9/0, rev 1.00/1.00, addr 1
uhub0: 2 ports with 2 removable, self powered
chip1: <VIA 82C586B ACPI interface> at device 7.3 on pci0
ed0: <NE2000 PCI Ethernet (RealTek 8029)> port 0xe800-0xe81f irq 9 at
device 10.0 on pci0
ed0: address 52:54:05:de:73:1b, type NE2000 (16 bit)
isa0: too many dependant configs (8)
isa0: unexpected small tag 14
fdc0: <NEC 72065B or clone> at port 0x3f0-0x3f5,0x3f7 irq 6 drq 2 on isa0
fdc0: FIFO enabled, 8 bytes threshold
fd0: <1440-KB 3.5'' drive> on fdc0 drive 0
atkbdc0: <keyboard controller (i8042)> at port 0x60-0x64 on isa0
atkbd0: <AT Keyboard> flags 0x1 irq 1 on atkbdc0
kbd0 at atkbd0
psm0: <PS/2 Mouse> irq 12 on atkbdc0
psm0: model Generic PS/2 mouse, device ID 0
vga0: <Generic ISA VGA> at port 0x3c0-0x3df iomem 0xa0000-0xbffff on isa0
sc0: <System console> at flags 0x1 on isa0
sc0: VGA <16 virtual consoles, flags=0x300>
sio0 at port 0x3f8-0x3ff irq 4 flags 0x10 on isa0
sio0: type 16550A
sio1 at port 0x2f8-0x2ff irq 3 on isa0
sio1: type 16550A
ppc0: <Parallel port> at port 0x378-0x37f irq 7 on isa0
ppc0: SMC-like chipset (ECP/EPP/PS2/NIBBLE) in COMPATIBLE mode
ppc0: FIFO with 16/16/15 bytes threshold
ppbus0: IEEE1284 device found /NIBBLE
Probing for PnP devices on ppbus0:
plip0: <PLIP network interface> on ppbus0
lpt0: <Printer> on ppbus0
lpt0: Interrupt-driven port
ppi0: <Parallel I/O> on ppbus0
ad0: 8063MB <IBM-DHEA-38451> [16383/16/63] at ata0-master using UDMA33
ad2: 8063MB <IBM-DHEA-38451> [16383/16/63] at ata1-master using UDMA33
acd0: CDROM <DELTA OTC-H101/ST3 F/W by OIPD> at ata0-slave using PIO4
Mounting root from ufs:/dev/ad0s1a
swapon: adding /dev/ad0s1b as swap device
Automatic boot in progress...
/dev/ad0s1a: FILESYSTEM CLEAN; SKIPPING CHECKS
/dev/ad0s1a: clean, 48752 free (552 frags, 6025 blocks, 0.9% fragmentation)
/dev/ad0s1f: FILESYSTEM CLEAN; SKIPPING CHECKS
/dev/ad0s1f: clean, 128997 free (21 frags, 16122 blocks, 0.0% fragmentation)
/dev/ad0s1g: FILESYSTEM CLEAN; SKIPPING CHECKS
/dev/ad0s1g: clean, 3036299 free (43175 frags, 374073 blocks, 1.3% fragmentation)
/dev/ad0s1e: filesystem CLEAN; SKIPPING CHECKS
/dev/ad0s1e: clean, 128193 free (17 frags, 16022 blocks, 0.0% fragmentation)
Doing initial network setup: hostname.
ed0: flags=8843<UP,BROADCAST,RUNNING,SIMPLEX,MULTICAST> mtu 1500
        inet 192.168.0.1 netmask 0xffffff00 broadcast 192.168.0.255
        inet6 fe80::5054::5ff::fede:731b%ed0 prefixlen 64 tentative scopeid 0x1
        ether 52:54:05:de:73:1b
lo0: flags=8049<UP,LOOPBACK,RUNNING,MULTICAST> mtu 16384
        inet6 fe80::1%lo0 prefixlen 64 scopeid 0x8
        inet6 ::1 prefixlen 128
        inet 127.0.0.1 netmask 0xff000000
Additional routing options: IP gateway=YES TCP keepalive=YES
routing daemons:.
additional daemons: syslogd.
Doing additional network setup:.
Starting final network daemons: creating ssh RSA host key
Generating public/private rsa1 key pair.
Your identification has been saved in /etc/ssh/ssh_host_key.
Your public key has been saved in /etc/ssh/ssh_host_key.pub.
The key fingerprint is:
cd:76:89:16:69:0e:d0:6e:f8:66:d0:07:26:3c:7e:2d root@k6-2.example.com
 creating ssh DSA host key
Generating public/private dsa key pair.
Your identification has been saved in /etc/ssh/ssh_host_dsa_key.
Your public key has been saved in /etc/ssh/ssh_host_dsa_key.pub.
The key fingerprint is:
f9:a1:a9:47:c4:ad:f9:8d:52:b8:b8:ff:8c:ad:2d:e6 root@k6-2.example.com.
setting ELF ldconfig path: /usr/lib /usr/lib/compat /usr/X11R6/lib
/usr/local/lib
a.out ldconfig path: /usr/lib/aout /usr/lib/compat/aout /usr/X11R6/lib/aout
starting standard daemons: inetd cron sshd usbd sendmail.
Initial rc.i386 initialization:.
rc.i386 configuring syscons: blank_time screensaver moused.
Additional ABI support: linux.
Local package initialization:.
Additional TCP options:.

FreeBSD/i386 (k6-2.example.com) (ttyv0)

login: rpratt
Password:

Das Erzeugen der RSA- und DSA-Schlüssel kann auf langsamen Maschinen lange dauern. Die Schlüssel werden nur beim ersten Neustart erzeugt, spätere Neustarts sind schneller.

Wenn der X-Server konfiguriert ist und eine Oberfläche ausgewählt wurde, können Sie X mit dem Kommando startx starten.


2.10.16.2. Start von FreeBSD auf FreeBSD/alpha

Nach der Installation können Sie FreeBSD von der SRM-Eingabeaufforderung mit einem Befehl wie dem folgenden starten:

>>>BOOT DKC0

Der Befehl weist die Firmware an, von dem angegebenen Laufwerk zu starten. Damit FreeBSD künftig automatisch startet, geben Sie die folgenden Befehle ein:

>>> SET BOOT_OSFLAGS A
>>> SET BOOT_FILE ''
>>> SET BOOTDEF_DEV DKC0
>>> SET AUTO_ACTION BOOT

Beim Start von FreeBSD erscheinen ähnliche Meldungen, wie beim Start von FreeBSD auf einem i386-System.


2.10.17. FreeBSD herunterfahren

Es ist wichtig, dass Sie das Betriebssystem richtig herunterfahren. Wechseln Sie zunächst mit dem Befehl su zum Superuser; Sie müssen dazu das root-Passwort eingeben. Der Wechsel auf den Superuser gelingt nur, wenn der Benutzer ein Mitglied der Gruppe wheel ist. Ansonsten melden Sie sich direkt als Benutzer root an. Der Befehl shutdown -h now hält das System an.

The operating system has halted.
Please press any key to reboot.

Sie können den Rechner ausschalten, nachdem die Meldung Please press any key to reboot erschienen ist. Wenn Sie stattdessen eine Taste drücken, startet das System erneut.

Sie können das System auch mit der Tastenkombination Ctrl+Alt+Del neu starten. Sie sollten diese Tastenkombination allerdings nicht gewohnheitsmäßig benutzen.


2.11. Fehlersuche

Dieser Abschnitt behandelt häufig auftretende Installationsprobleme. Weiterhin enthält er Hinweise, wie FreeBSD parallel mit MS-DOS oder Windows betrieben wird.


2.11.1. Wenn etwas schief geht

Aufgrund der Beschränkungen der PC-Architektur ist eine zuverlässige Geräteerkennung nicht möglich. Falls die Geräteerkennung fehlschlägt, können Sie einige Dinge versuchen.

Sehen Sie in den Hardware Notes Ihrer FreeBSD-Version nach, ob Ihre Hardware unterstützt wird.

Wenn Ihre Hardware unterstützt wird und sich der Installationsprozess aufhängt oder sonstige Probleme auftauchen, müssen Sie einen angepassten Kernel erstellen, da Ihre Hardware in diesem Fall nicht vom GENERIC-Kernel unterstützt wird. Der Kernel auf den Startdisketten verwendet die Werkseinstellungen für IRQs, IO-Adressen und DMA-Kanäle. Geänderte Einstellungen müssen Sie daher in der Kernelkonfigurationsdatei angeben, damit FreeBSD diese Geräte korrekt erkennt.

Es ist auch möglich, dass die Suche nach einem nicht vorhandenen Gerät dazu führt, dass die Erkennung eines vorhandenen Geräts fehlschlägt. In diesem Fall sollten Sie nicht vorhandene Geräte, deren Einstellungen sich mit vorhandenen Geräten überschneiden, deaktivieren.

Anmerkung: Einige Installationsprobleme können Sie vermeiden oder umgehen, indem Sie die Firmware der Hardware, insbesondere die Firmware der Systemplatine, aktualisieren. Die Firmware der Systemplatine ist das BIOS. Die meisten Hardware-Hersteller bieten aktuelle Firmware und Anleitungen zur Aktualisierung der Firmware auf dem Internet an.

Viele Hersteller raten davon ab, ohne guten Grund das BIOS zu aktualisieren. Die Aktualisierung kann fehlschlagen und den BIOS-Chip dauerhaft beschädigen.


2.11.2. MS-DOS®- und Windows®-Dateisysteme benutzen

Mit Double Space™ komprimierte Dateisysteme werden zurzeit von FreeBSD nicht unterstützt. Damit FreeBSD auf die Daten zugreifen kann, müssen Sie das Dateisystem daher dekomprimieren. Rufen Sie dazu den Compression Agent aus dem Menü Start > Programs > System Tools auf.

FreeBSD unterstützt MS-DOS-Dateisysteme (manchmal auch als FAT-Dateisysteme bezeichnet). Der Befehl mount_msdosfs(8) bindet diese Dateisysteme in den FreeBSD-Verzeichnisbaum ein und erlaubt dadurch den Zugriff auf die darin enthaltenen Daten. mount_msdosfs(8) wird normalerweise nicht direkt, sondern über einen Eintrag in der Datei /etc/fstab oder durch den Aufruf des Befehls mount(8) (in Kombination mit den korrekten Parametern).

Ein typischer Eintrag in /etc/fstab sieht so aus:

/dev/ad0sN  /dos  msdosfs rw  0   0

Anmerkung: Das Verzeichnis /dos muss bereits vorhanden sein, damit dieser Eintrag funktioniert. Weitere Informationen zu den Einstellungen in der Datei /etc/fstab finden sich in der Manualpage fstab(5).

Ein typischer Aufruf von mount(8) zum Einhängen eines MS-DOS-Dateisystems sieht so aus:

# mount -t msdosfs /dev/ad0s1 /mnt

Das MS-DOS-Dateisystem befindet sich hier auf der ersten Partition der primären Platte. Dies kann bei Ihnen anders sein. Die Anordnung der Partitionen entnehmen Sie den Ausgaben von dmesg und mount.

Anmerkung: FreeBSD numeriert Platten (genauer MS-DOS-Partitionen) anders als andere Betriebssysteme. Die Nummern von erweiterten Partitionen sind in der Regel höher als die Nummern von primären Partitionen. Das Werkzeug fdisk(8) kann Ihnen dabei helfen, festzustellen, welche Partitionen zu FreeBSD und welche zu einem anderen Betriebssystem gehören.

Analog werden NTFS-Partitionen mit dem Kommando mount_ntfs(8) eingehangen.


2.11.3. Fragen und Antworten zu häufig auftretenden Problemen

2.11.3.1. Mein System hängt sich beim Testen der Hardware auf, oder es verhält sich seltsam während der Installation oder das Diskettenlaufwerk wird nicht getestet.
2.11.3.2. Direkt nach der Installation beginnt das System zwar zu booten, der Kernel wird geladen und meine Hardware getestet. Dann bricht der Bootvorgang aber mit der folgenden (oder einer ähnlichen) Fehlermeldung ab:
2.11.3.3. Nach der Installation beginnt das System zu booten, der Bootmanager zeigt im Bootmenü aber immer nur F? an und das System startet nicht.
2.11.3.4. FreeBSD erkennt meine ed(4)-Netzwerkkarte. Trotzdem erhalte ich weiterhein Timeout-Meldungen für dieses Gerät.
2.11.3.5. Wenn ich sysinstall aus einen X-Terminal starte, ist die gelbe Schritt auf dem grauen Hintergrund nur schwer zu erkennen. Gibt es eine Möglichkeit, den Kontrast für dieses Programm zu erhöhen?

2.11.3.1. Mein System hängt sich beim Testen der Hardware auf, oder es verhält sich seltsam während der Installation oder das Diskettenlaufwerk wird nicht getestet.

FreeBSD 5.0 und neuer machen ausgiebig Gebrauch von den ACPI-Systemdiensten zur Systemkonfiguration der i386-, amd64- und ia64-Plattformen, falls diese während des Bootvorgangs gefunden werden. Leider enthalten sowohl der ACPI-Treiber als auch manche Motherboard- und BIOS-Implementierungen für ACPI noch einige Fehler. Kommt es auf Ihrem System zu Problemen, können Sie ACPI daher deaktivieren, indem während des Bootvorganges den “Hint” hint.acpi.0.disabled aktivieren:

set hint.acpi.0.disabled="1"

Da diese Einstellung bei jedem Neustart verloren geht, aktivieren Sie sie dauerhaft, indem Sie die Zeile hint.acpi.0.disabled="1" in die Datei /boot/loader.conf. Weitere Informationen über den Bootloader finden Sie in Abschnitt 12.1 des FreeBSD-Handbuchs.

2.11.3.2. Direkt nach der Installation beginnt das System zwar zu booten, der Kernel wird geladen und meine Hardware getestet. Dann bricht der Bootvorgang aber mit der folgenden (oder einer ähnlichen) Fehlermeldung ab:

changing root device to ad1s1a panic: cannot mount root

Was läuft hier falsch? Was kann/muss ich tun?

Was soll ich mit diesem bios_drive:interface(unit,partition)kernel_name anfangen, das mir die Hilfefunktion ausgibt?

Dabei handelt es sich um ein lange bekanntes Problem, das nur dann auftritt, wenn es sich bei der Bootplatte nicht um die erste Platte im System handelt. Das BIOS numeriert die Festplatten anders als FreeBSD, daher ist das System manchmal nicht in der Lage, diese Numerierungen selbst automatisch in Einklang zu bringen.

Sollte Ihre Bootplatte nicht die erste Platte im System sein, können Sie FreeBSD dabei helfen, diese Platte zu finden. Es gibt zwei Situationen, in denen Sie FreeBSD mitteilen müssen, wo sich das root-Dateisystem befindet. Dazu müssen Sie die Nummer der Platte im BIOS, den Plattentyp sowie die Nummer der Platte unter FreeBSD angeben.

Im ersten Fall verfügen Sie über zwei IDE-Platten, die beide als Master an ihrem jeweiligen IDE-Controller konfiguriert sind. FreeBSD soll dabei von der zweiten Platte booten. Ihr BIOS erkennt die beiden Platten als “Platte 1” und “Platte 2”, während FreeBSD die Platten als ad0 und ad2 erkennt.

Für das BIOS befindet sich FreeBSD auf der Platte Nummer 1, der Typ ist ad, und FreeBSD erkennt die Platte als Platte Nummer 2. Daher geben Sie Folgendes ein:

1:ad(2,a)kernel

Beachten Sie, dass dieser Eintrag nicht notwendig ist, wenn die zweite Platte als Slave am primären IDE-Controller konfiguriert ist (sondern sogar falsch wäre).

Die zweite Situation entsteht, wenn Sie von einer SCSI-Platte booten und zusätzlich eine oder mehrere IDE-Platten installiert haben. In diesem Fall ist die Plattennummer unter FreeBSD kleiner als die Plattennummer im BIOS. Verfügen Sie über zwei IDE-Platten und eine SCSI-Platte, hat die SCSI-Platte im BIOS die Nummer 2, den Typ da, und wird von FreeBSD als Platte Nummer 0 erkannt. In diesem Fall geben Sie daher Folgendes ein:

2:da(0,a)kernel

Durch diese Zeile teilen Sie FreeBSD mit, dass Sie von der BIOS-Platte Nummer 2 booten wollen (bei der es sich um die erste SCSI-Platte Ihres Systems handelt). Verfügen Sie nur über eine IDE-Platte, geben Sie hingegen 1: ein.

Nachdem Sie die korrekten Werte ermittelt haben, können Sie die entsprechende Zeile in exakt der gleichen Form in die Datei /boot.config aufnehmen. In der Voreinstellung verwendet FreeBSD den Inhalt dieser Datei als Standardantwort am boot:-Prompt.

2.11.3.3. Nach der Installation beginnt das System zu booten, der Bootmanager zeigt im Bootmenü aber immer nur F? an und das System startet nicht.

Sie haben bei der FreeBSD-Installation eine falsche Plattengeometrie angegeben. Starten Sie den Partitionseditor neu und geben Sie die korrekte Plattengeometrie an. Danach installieren Sie FreeBSD erneut (diesmal mit der korrekten Plattengeometrie).

Ist es Ihnen nicht möglich, die korrekte Plattengeometrie herauszufinden, hilft Ihnen vielleicht der folgende Tipp weiter: Legen Sie eine kleine DOS-Partition am Beginn Ihrer Bootplatte an und installieren Sie anschließend FreeBSD auf diese Platte. Das FreeBSD-Installationsprogramm wird die DOS-Partition erkennen und ist dadurch normalerweise in der Lage, die korrekte Plattenkonfiguration automatisch zu erkennen.

Die Vorgangsweise im folgenden Tipp wird zwar nicht länger empfohlen, soll aber trotzdem dokumentiert werden:

Wenn Sie ein reines FreeBSD-System aufsetzen wollen (als Server oder als Workstation) und daher nie auf Kompatibilitält zu DOS, Linux oder anderen Betriebssystemen angewiesen sein werden, haben Sie auch die Möglichkeit, die komplette Platte (durch die Wahl von A im Partitionseditor) für FreeBSD zu verwenden. Danach wird FreeBSD die komplette Platte vom ersten bis zum letzten Sektor verwenden und die tatsächliche Plattengeometrie ignorieren. Danach ist es allerdings nicht mehr möglich, ein anderes Betriebssystem auf die gleiche Platte zu installieren (ohne auch FreeBSD neu zu installieren).

2.11.3.4. FreeBSD erkennt meine ed(4)-Netzwerkkarte. Trotzdem erhalte ich weiterhein Timeout-Meldungen für dieses Gerät.

Ihre Karte verwendet wahrscheinlich einen anderen IRQ als den, der in der Datei /boot/device.hints angegeben wurde. Der ed(4)-Treiber verwendet in der Voreinstellung keine “Soft”-Konfiguration (also Werte, die durch EZSETUP unter DOS eingeben wurden). Sie können dies allerdings erzwingen, indem Sie die Option -1 in den “Hints” für dieses Gerät angeben.

Entweder verändern Sie die Jumper-Konfiguration der Karte (und, falls notwendig, die Kerneleinstellungen). Oder Sie geben den IRQ als -1 an, indem Sie hint.ed.0.irq="-1" eingeben. Dadurch wird der Kernel angewiesen, die “Soft”-Konfiguration zu verwenden.

Prüfen Sie auch, ob Ihre Karte nicht etwa IRQ 9 verwendet, da dieser mit IRQ 2 geteilt wird. Diese Einstellung verursacht häufig Probleme (insbesondere dann, wenn IRQ 2 durch eine VGA-Grafikkarte belegt ist!). Wenn irgend möglich, sollten Sie daher IRQ 2 oder 9 nicht verwenden.

2.11.3.5. Wenn ich sysinstall aus einen X-Terminal starte, ist die gelbe Schritt auf dem grauen Hintergrund nur schwer zu erkennen. Gibt es eine Möglichkeit, den Kontrast für dieses Programm zu erhöhen?

Haben Sie X11 bereits installiert und die von sysinstall verwendeten Farben bereiten Ihnen beim Lesen von Text Probleme (wenn Sie ein X-Terminal verwenden), sollten Sie die Zeile XTerm*color7: #c0c0c0 in die Datei ~/.Xdefaults aufnehmen. Dadurch wird der Hintergrund in einem dunkleren Grauton dargestellt.


2.12. Anspruchsvollere Installationen

Beigetragen von Valentino Vaschetto.

Dieser Abschnitt beschreibt die Installation von FreeBSD in besonderen Situationen.


2.12.1. FreeBSD auf einem System ohne Monitor oder Tastatur installieren

Diese Methode wird als “headless install” (kopflose Installation) bezeichnet, da die Maschine, auf die FreeBSD installiert werden soll, entweder keinen Monitor angeschlossen hat oder über keine VGA-Karte verfügt. Wie kann FreeBSD dennoch installiert werden? Eben mithilfe einer seriellen Konsole. Im Wesentlichen ist eine serielle Konsole eine andere Maschine, die Ein- und Ausgaben für eine andere Maschine bereitstellt. Um über eine serielle Konsole zu installieren, erstellen Sie zunächst die Startdisketten, wie in Abschnitt 2.3.7 beschrieben.

Damit ein Systemstart mit der seriellen Konsole möglich ist, müssen die Disketten entsprechend der nachstehenden Anleitung angepasst werden:

  1. Die Startdisketten für eine serielle Konsole anpassen

    Wenn Sie ein System mit den frisch erstellten Disketten starten, läuft der normale FreeBSD-Installationsprozess an. Diese Installation soll aber über die serielle Konsole gesteuert werden. Hängen Sie mit dem Kommando mount(8) die Diskette boot.flp ein:

    # mount /dev/fd0 /mnt
    

    Wechseln Sie in das Verzeichnis /mnt:

    # cd /mnt
    

    In diesem Verzeichnis können Sie den Start über eine serielle Konsole einstellen. Erstellen Sie die Datei boot.config mit dem Inhalt /boot/loader -h. Diese Zeile weist den Bootloader an, mit der seriellen Konsole zu starten.

    # echo "/boot/loader -h" > boot.config
    

    Nachdem Sie die Diskette angepasst haben, hängen Sie die Diskette mit dem Kommando umount(8) wieder aus:

    # cd /
    # umount /mnt
    

    Sie können die Diskette nun aus dem Laufwerk entfernen.

  2. Das Nullmodemkabel anschließen

    Sie müssen beide Maschinen mit einem Nullmodemkabel verbinden. Schließen Sie das Nullmodemkabel an die seriellen Schnittstellen beider Maschinen an. Sie können kein direktes serielles Kabel verwenden, Nullmodemkabel besitzen gekreuzte Leitungen.

  3. Die Installation starten

    Sie können die Installation jetzt starten. Legen Sie die boot.flp-Diskette in das Laufwerk der Maschine ein, auf der Sie FreeBSD installieren wollen. Schalten Sie anschließend die Maschine ein.

  4. Die Verbindung mit der zur installierenden Maschine herstellen

    Mit dem Kommando cu(1) verbinden Sie sich mit der zu installierenden Maschine:

    # cu -l /dev/cuad0
    

Fertig! Über die cu-Sitzung können Sie nun die zu installierende Maschine steuern. Sie erhalten die Aufforderung die Diskette kern1.flp einzulegen. Anschließend legen Sie den Terminaltyp fest. Wählen Sie die FreeBSD color console aus und fahren wie gewohnt mit der Installation fort.


2.13. Eigene Installationsmedien herstellen

Anmerkung: Im Folgenden ist mit “Installations-CD” eine CD-ROM oder DVD gemeint, die Sie gekauft oder selbst hergestellt haben.

Oft müssen Sie eigene Installationsmedien erzeugen. Dies können physische Medien wie Bänder sein oder Installationsquellen sein, aus denen sysinstall Dateien herunterlädt, beispielsweise ein lokaler FTP-Server oder eine MS-DOS-Partition.

Beispiele:

  • Im lokalen Netzwerk befinden sich viele Maschinen, Sie besitzen allerdings nur eine Installations-CD. Den Inhalt der Installations-CD wollen Sie auf einem lokalem FTP-Server bereitstellen. Zur Installation wird der lokale FTP-Server anstelle eines Internet-Servers benutzt.

  • Sie haben eine Installations-CD, allerdings erkennt FreeBSD im Gegensatz zu MS-DOS/Windows das CD- oder DVD-Laufwerk nicht. Sie können die Installationsdateien auf eine DOS-Partition desselben Rechners kopieren und FreeBSD von der DOS-Partition installieren.

  • Der Rechner, auf dem Sie FreeBSD installieren wollen, besitzt kein CD- oder DVD-Laufwerk. Ein anderer Rechner, zu dem eine serielle oder parallele Verbindung besteht, besitzt allerdings ein CD- oder DVD-Laufwerk.

  • Sie wollen ein Band erzeugen, mit dem Sie FreeBSD installieren können.


2.13.1. Eine Installations-CD-ROM erzeugen

Mit jeder Release stellt das FreeBSD-Project für jede unterstützte Architektur mindestens zwei CD-Abbilder (“ISO-Images”) zur Verfügung. Wenn Sie einen CD-Brenner besitzen, können Sie diese Abbilder brennen und damit FreeBSD installieren. Wenn Sie einen CD-Brenner besitzen und über eine gute Internet-Verbindung verfügen, ist das die preiswerteste Art, FreeBSD zu installieren.

  1. Das richtige Abbild herunterladen

    Die ISO-Abbilder für jedes Releases können Sie von ftp://ftp.FreeBSD.org/pub/FreeBSD/ISO-IMAGES-arch/version oder einem nahe gelegenen Spiegel herunterladen. Ersetzen Sie arch und version durch passende Werte.

    Das Verzeichnis enthält die folgenden Abbilder:

    Tabelle 2-4. FreeBSD 6.X sowie 7.X-ISO-Abbilder

    Dateiname Inhalt
    Version-RELEASE-Architektur-bootonly.iso Enthält alles, was Sie benötigen, um um den FreeBSD-Kernel zu laden und die Installationsoberfläche zu starten. Die zu installierenden Dateien müssen über FTP oder eine andere geeignete Quelle bezogen werden.
    version-RELEASE-Architektur-disc1.iso Alles, was Sie für die Installation von FreeBSD benötigen. Zusätzlich ist ein “Live-Dateisystem” enthalten, das gemeinsam mit der “Repair”-Funktion von sysinstall verwendet werden kann.
    version-RELEASE-Architektur-disc2.iso So viele Pakete Dritter, wie auf dem Installationsmedium Platz hatten.
    version-RELEASE-arch-docs.iso Die FreeBSD-Dokumentation.

    Sie benötigen nur eines der beiden Abbilder bootonly oder disc1. Laden Sie bitte nicht beide Abbilder herunter, das disc1-Abbild enthält alles, was das bootonly-Abbild enthält.

    Benutzen Sie das bootonly-Abbild, wenn Sie eine preiswerte Internet-Anbindung besitzen. Mit diesem Abbild können Sie FreeBSD installieren. Software Dritter können Sie anschließend mithilfe des Ports-Systems (Kapitel 4) herunterladen.

    Benutzen Sie das disc1-Abbild, wenn Sie FreeBSD installieren wollen und das Installationsmedium eine angemessene Auswahl an Software Dritter enthalten soll.

    Die zusätzlichen Abbilder sind nützlich aber nicht notwendig, insbesondere wenn Sie eine schnelle Internet-Verbindung besitzen.

  2. Die CDs brennen

    Sie müssen die Abbilder auf eine CD brennen. Das Brennen von CDs unter FreeBSD wird in Abschnitt 18.6 erläutert (sehen Sie sich insbesondere Abschnitt 18.6.3 und Abschnitt 18.6.4 an).

    Wenn Sie die CDs unter einem anderen Betriebssystem erstellen, benutzen Sie die entsprechenden Werkzeuge des Betriebssystems. Die Abbilder sind Standard-ISO-Abbilder und können von vielen Brennprogrammen verarbeitet werden.

Anmerkung: Wenn Sie eine angepasste Version von FreeBSD erstellen wollen, sollten Sie den Release Engineering Article lesen.


2.13.2. Einen lokalen FTP-Server einrichten

Die Dateien auf der Installations-CD sind genauso angeordnet wie auf den FreeBSD-FTP-Servern. Daher ist es einfach, einen lokalen FTP-Server für die FreeBSD-Installation über ein Netzwerk einzurichten.

  1. Hängen Sie auf dem FTP-Server die CD-ROM in das Verzeichnis /cdrom ein:

    # mount /cdrom
    
  2. Legen Sie ein Konto für Anonymous-FTP an. Dazu editieren Sie die Datei /etc/passwd mit dem Kommando vipw(8) und fügen die nachstehende Zeile hinzu:

    ftp:*:99:99::0:0:FTP:/cdrom:/nonexistent
    
  3. Stellen Sie sicher, dass der FTP-Dienst in der Datei /etc/inetd.conf aktiviert ist.

Jeder, der Ihren Rechner über das Netzwerk erreicht, kann nun FreeBSD über FTP installieren. In sysinstall wird dazu FTP als Installationsmedium wählt. Der FTP-Server wird durch die Auswahl Other (andere als die vorgegebenen Server) und anschließende Eingabe von ftp://Ihr Rechner festgelegt.

Anmerkung: Wenn die Version der für die FTP-Installation Ihrer Clients verwendeten Bootmedien (normalerweise Disketten) nicht exakt der von Ihnen auf Ihrem lokalen FTP-Server angebotenen Version entspricht, ist sysinstall nicht in der Lage, die Installation abzuschließen. Sind die Versionsnummern unterschiedlich, können Sie durch das Aufrufen des Punktes Options sysinstall dazu zwingen, die Installation dennoch abzuschließen. Dazu setzen Sie den Namen der Distribution auf any.

Warnung: Diese Vorgehensweise ist in Ihrem lokalen Netzwerk, das durch eine Firewall geschützt ist, völlig in Ordnung. Wenn Sie FTP für Rechner auf dem Internet (und nicht für lokale Rechner) anbieten, zieht Ihr Server die Aufmerksamkeit von Crackern und andere Unannehmlichkeiten auf sich. Achten Sie in diesem Fall darauf, dass Sie gute Sicherheitsverfahren anwenden.


2.13.3. Installationsdisketten erstellen

Wenn Sie, was wir nicht empfehlen, von Disketten installieren müssen, weil Disketten das einzig unterstützte Installationsmedium sind oder Sie es sich einfach schwer machen wollen, müssen Sie zunächst einige Disketten vorbereiten.

Sie müssen mindestens den Inhalt des Verzeichnisses base auf 1.44 MB Disketten kopieren. Wenn Sie die Disketten unter MS-DOS erstellen, müssen Sie die Disketten mit dem DOS-Kommando FORMAT formatieren. Unter Windows können Sie Disketten mithilfe des Explorers formatieren (klicken Sie mit der rechten Maustaste auf das A:-Laufwerk und wählen Sie Format aus).

Vertrauen Sie vorformatierten Disketten nicht; formatieren Sie die Disketten zur Sicherheit immer selbst. In der Vergangenheit waren vorformatierte Disketten der Verursacher vieler Probleme.

Falls Sie die Disketten auf einer FreeBSD-Maschine erstellen, sollten Sie immer noch formatieren. Allerdings brauchen Sie kein DOS-Dateisystem auf den Disketten anzulegen. Mit den Kommandos bsdlabel und newfs können Sie das Dateisystem UFS verwenden, wie im nachstehenden Beispiel für 3.5" 1.44 MB Disketten gezeigt:

# fdformat -f 1440 fd0.1440
# bsdlabel -w fd0.1440 floppy3
# newfs -t 2 -u 18 -l 1 -i 65536 /dev/fd0

Anschließend können Sie die Disketten wie ein normales Dateisystem einhängen und beschreiben.

Nachdem Sie die Disketten formatiert haben, kopieren Sie die Dateien der Distribution auf die Disketten. Die Dateien der Distribution sind in Stücke geteilt, sodass fünf Dateien auf eine 1.44 MB Diskette passen. Kopieren Sie die gewünschten Distribution auf Disketten, wobei Sie so viele Dateien wie möglich auf eine Diskette kopieren. Jede Distribution wird auf der Diskette in einem eigenen Verzeichnis abgelegt, beispielsweise a:\base\base.aa, a:\base\base.ab und so weiter.

Wichtig: Die Datei base.inf muss unbedingt auf die erste Diskette des base-Diskettensatzes kopiert werden, damit das Installationsprogramm feststellen kann, wie viele Disketten geladen werden müssen, um die Distribution wieder zusammenzusetzen.

Im Installationsprozess wählen Sie als Installationsmedium Floppy aus. Folgen Sie dann den gegebenen Anweisungen.


2.13.4. Von einer MS-DOS-Partition installieren

Um eine Installation von einer MS-DOS-Partition vorzubereiten, kopieren Sie Dateien der Distributionen in das Verzeichnis freebsd direkt unterhalb des Wurzelverzeichnisses (zum Beispiel c:\freebsd). In diesem Verzeichnis muss sich dieselbe Verzeichnisstruktur wie auf dem Installationsmedium befinden. Wenn Sie die Dateien von einer Installations-CD kopieren, empfehlen wir den DOS-Befehl xcopy. Das nachstehende Beispiel bereitet eine minimale Installation von FreeBSD vor:

C:\> md c:\freebsd
C:\> xcopy e:\bin c:\freebsd\bin\ /s
C:\> xcopy e:\manpages c:\freebsd\manpages\ /s

Im Beispiel wurde angenommen, dass auf Laufwerk C: ausreichend Platz vorhanden ist und die CD-ROM Laufwerk E: ist.

Wenn Sie kein CD-Laufwerk besitzen, können Sie die Distributionen von ftp.FreeBSD.org herunterladen. Jede Distribution liegt in einem eigenen Verzeichnis. Beispielsweise liegt die Base-Distribution im Verzeichnis 8.0/base/.

Kopieren Sie jede Distribution, die Sie von einer MS-DOS-Partition installieren wollen (und für die Platz ist) in das Verzeichnis c:\freebsd. Für eine minimale Installation benötigen Sie nur die Base-Distribution.


2.13.5. Ein Installationsband erstellen

Falls Sie nicht über FTP oder von einer CD-ROM installieren können, ist die Installation von Band wahrscheinlich die einfachste Methode. Das Installationsprogramm erwartet, dass sich die Distributionen im tar-Format auf dem Band befinden. Von den Distributions-Dateien erstellen Sie das Installationsband einfach mit dem Kommando tar:

# cd /freebsd/distdir
# tar cvf /dev/rwt0 dist1 ... dist2

Stellen Sie während der Installation sicher, dass Sie über genügend freien Platz in einem temporären Verzeichnis (das Sie festlegen können) verfügen. Das temporäre Verzeichnis muss den gesamten Inhalt des Bands aufnehmen können. Da auf Bänder nicht wahlfrei zugegriffen werden kann, benötigt diese Installationsmethode temporär sehr viel Platz.

Anmerkung: Das Band muss sich vor dem Neustart mit der Startdiskette im Laufwerk befinden. Ansonsten wird das Band während der Geräteerkennung vielleicht nicht erkannt.


2.13.6. Eine Netzwerkinstallation vorbereiten

Sie können drei Verbindungsarten für eine Netzwerkinstallation benutzen: Eine Ethernet-Verbindung, eine serielle Verbindung (SLIP oder PPP), oder eine parallele Verbindung (PLIP, Laplink-Kabel).

Die schnellste Netzwerkinstallation ist natürlich mit einer Netzwerkkarte möglich. FreeBSD unterstützt die meisten der üblichen Netzwerkkarten. Eine Liste der unterstützten Netzwerkkarten ist in den Hardware-Notes jedes Releases enthalten. Wenn Sie eine unterstützte PCMCIA-Netzwerkkarte benutzen, stellen Sie sicher, dass die Karte eingesteckt ist, bevor der Laptop eingeschaltet wird. Leider unterstützt FreeBSD das Einstecken von PCMCIA-Karten während der Installation noch nicht.

Für eine Netzwerkinstallation müssen Sie Ihre IP-Adresse, die Netzwerkmaske und den Namen Ihres Rechner kennen. Wenn Sie über eine PPP-Verbindung installieren und keine feste IP-Adresse besitzen, braucht Sie der vorgehende Satz nicht zu beunruhigen. Sie können eine IP-Adresse dynamisch von Ihrem ISP beziehen. Fragen Sie Ihren Systemadministrator nach den richtigen Netzwerkeinstellungen. Wenn Sie andere Rechner über Namen anstatt über IP-Adressen erreichen wollen, brauchen Sie zudem einen Nameserver und möglicherweise die Adresse eines Gateways (mit PPP ist das die Adresse des ISPs), über den Sie den Nameserver erreichen. Wenn Sie von einem FTP-Server über einen HTTP-Proxy installieren wollen, benötigen Sie außerdem noch die Adresse des Proxy-Servers. Wenn Sie nicht alle oder zumindest die meisten der benötigten Daten kennen, sollten Sie wirklich vor der Installation mit Ihrem Systemadministrator oder ISP reden!

Die SLIP-Unterstützung ist recht einfach und auf feste Verbindungen, beispielsweise ein serielles Kabel zwischen einem Laptop und einem anderen Rechner, beschränkt. Die Verbindung muss fest sein, da die Installation mit SLIP keine Einwahl unterstützt. Eine Einwahl ist mit PPP möglich, das Sie, wenn möglich, gegenüber SLIP bevorzugen sollten.

Wenn Sie ein Modem benutzen, ist PPP ziemlich sicher die einzige Wahl. Stellen Sie sicher, dass Sie die Daten Ihres Service Providers bereitliegen haben, da Sie während der Installation die Daten früh benötigen.

Wenn Sie PAP oder CHAP benutzen, um sich mit Ihrem ISP zu verbinden (wenn Sie unter Windows kein Skript benötigen, um die Verbindung herzustellen), brauchen Sie an der ppp-Eingabeaufforderung nur das Kommando dial abzusetzen. Ansonsten müssen Sie sich mit Modem-spezifischen AT-Kommandos bei Ihrem ISP einwählen (PPP stellt nur einen einfachen Terminal-Emulator zur Verfügung). Weiteres über PPP erfahren Sie im Abschnitt User-PPP des Handbuchs und im PPP-Abschnitt der FAQ. Bei Problemen können Sie mit dem Kommando set log local Meldungen auf den Bildschirm umleiten.

Wenn eine feste Verbindung zu einer anderen FreeBSD-Maschine besteht (2.0 Release oder neuer), sollten Sie ein paralleles Laplink-Kabel in Betracht ziehen. Über eine parallele Verbindung sind höhrere Geschwindigkeiten als über eine serielle Verbindung (typischerweise bis zu 50 kByte/s) möglich. Daher ist die Installation über eine parallele Verbindung schneller als eine Installation über eine serielle Verbindung.


2.13.6.1. Eine NFS-Installation vorbereiten

Eine NFS-Installation ist unkompliziert. Kopieren Sie einfach die Distributionen auf einen NFS-Server und wählen Sie NFS als Installationsmedium aus.

Wenn der NFS-Server nur Verbindungen über privilegierte Ports (Ports kleiner 1024) annimmt, setzen Sie vor der Installation die Option NFS Secure im Menü Options.

Wenn Sie eine schlechte Netzwerkkarte besitzen, die sehr langsam ist, wählen Sie die Option NFS Slow.

Damit die NFS-Installation funktioniert, muss der NFS-Server auch Unterverzeichnisse von exportierten Verzeichnissen zum Einhängen freigeben. Wenn beispielsweise die Distribution von FreeBSD 8.0 unter ziggy:/usr/archive/stuff/FreeBSD liegt, muss der Rechner ziggy erlauben, das Verzeichnis /usr/archive/stuff/FreeBSD einzuhängen. Es reicht nicht, dass ziggy erlaubt das Verzeichnis /usr oder /usr/archive/stuff einzuhängen.

Unter FreeBSD werden diese Freigaben in der Datei /etc/exports mit der Option -alldirs eingestellt. Die nötigen Einstellungen können auf einem anderen NFS-Server unterschiedlich sein. Wenn Sie vom NFS-Server die Fehlermeldung “permission denied” erhalten, dann haben Sie wahrscheinlich die Freigaben nicht richtig konfiguriert.


Kapitel 3. Grundlagen des UNIX Betriebssystems

Umgeschrieben von Chris Shumway. Übersetzt von Uwe Pierau.

3.1. Übersicht

Das folgende Kapitel umfasst die grundlegenden Kommandos und Funktionsweisen des Betriebssystems FreeBSD. Viel von dem folgenden Material gilt auch für jedes andere UNIX-artige System. Falls Sie mit dem Material schon vertraut sind, können Sie dieses Kapitel überlesen. Wenn FreeBSD neu für Sie ist, dann sollten Sie dieses Kapitel auf jeden Fall aufmerksam lesen.

Dieser Abschnitt behandelt die folgenden Themen:

  • virtuelle Konsolen,

  • Zugriffsrechte unter UNIX sowie Datei-Flags unter FreeBSD,

  • Zugriffskontrolllisten für Dateisysteme,

  • die Verzeichnisstruktur von FreeBSD,

  • Organisation von Dateisystemen unter FreeBSD,

  • Ein- und Abhängen von Dateisystemen,

  • Prozesse, Dämonen und Signale,

  • Shells und die Login-Umgebung,

  • Texteditoren,

  • Geräte und Gerätedateien,

  • Binärformate unter FreeBSD und

  • wie Sie in den Manualpages nach weiteren Informationen suchen können.


3.2. Virtuelle Konsolen und Terminals

Sie können FreeBSD mit einem Terminal benutzen, der nur Text darstellen kann. Wenn Sie FreeBSD auf diese Weise benutzen, stehen Ihnen alle Möglichkeiten eines UNIX Betriebssystems zur Verfügung. Dieser Abschnitt beschreibt was Terminals und Konsolen sind und wie sie unter FreeBSD eingesetzt werden.


3.2.1. Die Konsole

Wenn Ihr FreeBSD-System ohne eine graphische Benutzeroberfläche startet, wird am Ende des Systemstarts, nachdem die Startskripten gelaufen sind, ein Anmeldeprompt ausgegeben. Die letzten Startmeldungen sollten ähnlich wie die Folgenden aussehen:

Additional ABI support:.
Local package initialization:.
Additional TCP options:.

Fri Sep 20 13:01:06 EEST 2002

FreeBSD/i386 (pc3.example.org) (ttyv0)

login:

Beachten Sie die letzten beiden Zeilen der Ausgabe, die vorletzte lautet:

FreeBSD/i386 (pc3.example.org) (ttyv0)

Diese Zeile enthält einige Informationen über das gerade gestartete System. Die Ausgabe stammt von der FreeBSD-Konsole einer Maschine mit einem Intel oder Intel-kompatiblen Prozessor der x86-Architektur[1]. Der Name des Systems (jedes UNIX System besitzt einen Namen) ist pc3.example.org und die Ausgabe stammt von der Systemkonsole, dem Terminal ttyv0.

Das Ende der Ausgabe ist immer die Aufforderung zur Eingabe eines Benutzernamens:

login:

Der Anmeldevorgang wird im nächsten Abschnitt erläutert.


3.2.2. Der Anmeldevorgang

FreeBSD ist ein Mehrbenutzersystem, das Multitasking unterstützt. Das heißt mehrere Benutzer können gleichzeitig viele Programme auf einem System laufen lassen.

Jedes Mehrbenutzersystem muss die Benutzer voneinander unterscheiden können. Bei FreeBSD und allen anderen UNIX-artigen Betriebssystemen wird dies dadurch erreicht, dass sich die Benutzer anmelden müssen, bevor sie Programme laufen lassen können. Jeder Benutzer besitzt einen eindeutigen Namen (den Account) und ein dazugehörendes Passwort, die beide bei der Anmeldung abgefragt werden.

Nachdem FreeBSD gestartet ist und die Startskripten[2], gelaufen sind, erscheint eine Aufforderung zur Eingabe des Benutzernamens:

login:

Wenn Ihr Benutzername beispielsweise john ist, geben Sie jetzt john gefolgt von Enter ein. Sie sollten dann eine Aufforderung zur Eingabe des Passworts erhalten:

login: john
Password:

Geben Sie jetzt das Passwort von john gefolgt von Enter ein. Das Passwort wird aus Sicherheitsgründen nicht auf dem Bildschirm angezeigt.

Wenn Sie das richtige Passwort eingegeben haben, sind Sie am System angemeldet und können nun alle verfügbaren Kommandos absetzen.

Anmgemeldet sind Sie, wenn Sie die Tagesmeldungen (message of today) gefolgt von einer Eingabeaufforderung (dem Zeichen #, $ oder %) gesehen haben.


3.2.3. Virtuelle Konsolen

Da FreeBSD mehrere Programme gleichzeitig laufen lassen kann, ist eine einzige Konsole, an der Kommandos abgesetzt werden können, zu wenig. Abhilfe schaffen virtuelle Konsolen, die mehrere Konsolen zur Verfügung stellen.

Die Anzahl der virtuellen Konsolen unter FreeBSD können Sie einstellen. Zwischen den einzelnen Konsolen können Sie mit speziellen Tastenkombinationen wechseln. Jede Konsole verfügt über einen eigenen Ausgabekanal und FreeBSD ordnet die Tastatureingaben und Monitorausgaben der richtigen Konsole zu, wenn Sie zwischen den Konsolen wechseln.

Zum Umschalten der Konsolen stellt FreeBSD spezielle Tastenkombinationen bereit[3]. Benutzen Sie Alt-F1, Alt-F2 bis Alt-F8, um zwischen den verschiedenen Konsolen umzuschalten.

Wenn Sie zu einer anderen Konsole wechseln, sichert FreeBSD den Bildschirminhalt und gibt den Bildschirminhalt der neuen Konsole aus. Dies erzeugt die Illusion mehrerer Bildschirme und Tastaturen, an denen Sie Kommandos absetzen können. Wenn eine Konsole nicht sichtbar ist, weil Sie auf eine andere Konsole gewechselt haben, laufen die dort abgesetzten Kommandos weiter.


3.2.4. /etc/ttys

In der Voreinstellung stehen unter FreeBSD acht virtuelle Konsolen zur Verfügung, deren Anzahl Sie leicht erhöhen oder verringern können. Die Anzahl und Art der Konsolen wird in /etc/ttys eingestellt.

Jede Zeile in /etc/ttys, die nicht mit # anfängt, konfiguriert einen Terminal oder eine virtuelle Konsole. In der Voreinstellung werden in dieser Datei neun virtuelle Konsolen definiert, von denen acht aktiviert sind. Die Konsolen sind in den Zeilen, die mit ttyv beginnen, definiert:

# name  getty                           type    status          comments
#
ttyv0   "/usr/libexec/getty Pc"         cons25  on  secure
# Virtual terminals
ttyv1   "/usr/libexec/getty Pc"         cons25  on  secure
ttyv2   "/usr/libexec/getty Pc"         cons25  on  secure
ttyv3   "/usr/libexec/getty Pc"         cons25  on  secure
ttyv4   "/usr/libexec/getty Pc"         cons25  on  secure
ttyv5   "/usr/libexec/getty Pc"         cons25  on  secure
ttyv6   "/usr/libexec/getty Pc"         cons25  on  secure
ttyv7   "/usr/libexec/getty Pc"         cons25  on  secure
ttyv8   "/usr/X11R6/bin/xdm -nodaemon"  xterm   off secure

Die Hilfeseite ttys(5) enthält eine ausführliche Beschreibung der Spalten dieser Datei und der Optionen, die Sie zum Konfigurieren der virtuellen Konsolen benutzen können.


3.2.5. Die Konsole im Single-User-Modus

Eine eingehende Beschreibung des Single-User-Modus finden Sie in Abschnitt 12.6.2. Im Single-User-Modus steht Ihnen nur eine Konsole zur Verfügung. Die Definition dieser Konsole befindet sich ebenfalls in /etc/ttys. Suchen Sie nach einer Zeile, die mit console beginnt:

# name  getty                           type    status          comments
#
# If console is marked "insecure", then init will ask for the root password
# when going to single-user mode.
console none                            unknown off secure

Anmerkung: In der Zeile, die mit console beginnt, können Sie secure durch insecure ersetzen. Wenn Sie danach in den Single-User-Modus booten, verlangt das System ebenfalls die Eingabe des root-Passworts.

Setzen Sie insecure nicht leichtfertig ein. Wenn Sie das Passwort von root vergessen, wird es schwierig, in den Single-User-Modus zu gelangen, wenn Sie den FreeBSD-Boot-Prozess nicht genau verstehen.


3.2.6. Den Videomodus der Konsole anpassen

Der Standard-Videomodus der FreeBSD-Konsole kann auf jeden Modus eingestellt werden, der von Ihrer Grafikkarte und Ihrem Monitor unterstützt wird (beispielsweise 1024x768 oder 1280x1024). Wollen Sie eine andere Einstellung verwenden, müssen Sie Ihren Kernel neu kompilieren, nachdem Sie die zwei folgenden Zeilen in Ihre Kernelkonfigurationsdatei aufgenommen haben:

OPTIONS VESA
options SC_PIXEL_MODE

Nachdem Sie den Kernel mit diesen zwei Optionen neu kompiliert haben, bestimmen Sie die möglichen Videomodi mit dem Werkzeug vidcontrol(1). Um beispielsweise einer Liste aller unterstützten Modi zu erhalten, verwenden Sie den folgenden Befehl:

# vidcontrol -i mode

Als Ergebnis erhalten Sie eine Liste aller Videomodi, die von Ihrer Hardware unterstützt werden. Sie wählen einen neuen Modus aus, indem Sie den entsprechenden Wert (wiederum als Benutzer root) an vidcontrol(1) übergeben:

# vidcontrol MODE_279

Um diese Einstellung dauerhaft zu speichern, müssen Sie die folgende Zeile in die Datei /etc/rc.conf aufnehmen:

allscreens_flags="MODE_279"

3.3. Zugriffsrechte

FreeBSD, das ein direkter Abkömmling von BSD UNIX ist, stützt sich auf mehrere Grundkonzepte von UNIX Systemen. Das erste und ausgeprägteste: FreeBSD ist ein Mehrbenutzer-Betriebssystem. Das System ermöglicht, dass mehrere Benutzer gleichzeitig an völlig verschiedenen und unabhängigen Aufgaben arbeiten können. Es ist verantwortlich für eine gerechte Auf- und Zuteilung von Nachfragen nach Hardware- und Peripheriegeräten, Speicher und CPU-Zeit unter den Benutzern.

Da das System mehrere Benutzer unterstützt, hat alles, was das System verwaltet, einen Satz von Rechten, die bestimmen, wer die jeweilige Ressource lesen, schreiben oder ausführen darf. Diese Zugriffsrechte stehen in drei Achtergruppen, die in drei Teile unterteilt sind: einen für den Besitzer der Datei, einen für die Gruppe, zu der die Datei gehört und einen für alle anderen. Die numerische Darstellung sieht wie folgt aus:

Wert Zugriffsrechte Auflistung im Verzeichnis
0 Kein Lesen, Kein Schreiben, Kein Ausführen ---
1 Kein Lesen, Kein Schreiben, Ausführen --x
2 Kein Lesen, Schreiben, Kein Ausführen -w-
3 Kein Lesen, Schreiben, Ausführen -wx
4 Lesen, Kein Schreiben, Kein Ausführen r--
5 Lesen, Kein Schreiben, Ausführen r-x
6 Lesen, Schreiben, Kein Ausführen rw-
7 Lesen, Schreiben, Ausführen rwx

Sie können -l auf der Kommandozeile von ls(1) angeben, um eine ausführliche Verzeichnisauflistung zu sehen, die in einer Spalte die Zugriffsrechte für den Besitzer, die Gruppe und alle anderen enthält. Die Ausgabe von ls -l könnte wie folgt aussehen:

% ls -l
total 530
-rw-r--r--  1 root  wheel     512 Sep  5 12:31 myfile
-rw-r--r--  1 root  wheel     512 Sep  5 12:31 otherfile
-rw-r--r--  1 root  wheel    7680 Sep  5 12:31 email.txt
...

Die erste Spalte der Ausgabe enthält die Zugriffsrechte:

-rw-r--r--

Das erste Zeichen von links ist ein Symbol, welches angibt, ob es sich um eine normale Datei, ein Verzeichnis, ein zeichenorientiertes Gerät, ein Socket oder irgendeine andere Pseudo-Datei handelt. In diesem Beispiel zeigt - eine normale Datei an. Die nächsten drei Zeichen, dargestellt als rw-, ergeben die Rechte für den Datei-Besitzer. Die drei Zeichen danach r-- die Rechte der Gruppe, zu der die Datei gehört. Die letzten drei Zeichen, r--, geben die Rechte für den Rest der Welt an. Ein Minus bedeutet, dass das Recht nicht gegeben ist. In diesem Fall sind die Zugriffsrechte also: der Eigentümer kann die Datei lesen und schreiben, die Gruppe kann lesen und alle anderen können auch nur lesen. Entsprechend obiger Tabelle wären die Zugriffsrechte für diese Datei 644, worin jede Ziffer die drei Teile der Zugriffsrechte dieser Datei verkörpert.

Das ist alles schön und gut, aber wie kontrolliert das System die Rechte von Hardware-Geräten? FreeBSD behandelt die meisten Hardware-Geräte als Dateien, welche Programme öffnen, lesen und mit Daten beschreiben können wie alle anderen Dateien auch. Diese Spezial-Dateien sind im Verzeichnis /dev gespeichert.

Verzeichnisse werden ebenfalls wie Dateien behandelt. Sie haben Lese-, Schreib- und Ausführ-Rechte. Das Ausführungs-Bit hat eine etwas andere Bedeutung für ein Verzeichnis als für eine Datei. Die Ausführbarkeit eines Verzeichnisses bedeutet, dass in das Verzeichnis zum Beispiel mit cd gewechselt werden kann. Das bedeutet auch, dass in dem Verzeichnis auf Dateien, deren Namen bekannt sind, zugegriffen werden kann, vorausgesetzt die Zugriffsrechte der Dateien lassen dies zu.

Das Leserecht auf einem Verzeichnis erlaubt es, sich den Inhalt des Verzeichnisses anzeigen zu lassen. Um eine Datei mit bekanntem Namen in einem Verzeichnis zu löschen, müssen auf dem Verzeichnis Schreib- und Ausführ-Rechte gesetzt sein.

Es gibt noch mehr Rechte, aber die werden vor allem in speziellen Umständen benutzt, wie zum Beispiel bei SetUID-Binaries und Verzeichnissen mit gesetztem Sticky-Bit. Mehr über Zugriffsrechte von Dateien und wie sie gesetzt werden, finden Sie in chmod(1).


3.3.1. Symbolische Zugriffsrechte

Beigesteuert von Tom Rhodes.

Die Zugriffsrechte lassen sich auch über Symbole anstelle von oktalen Werten festlegen. Symbolische Zugriffsrechte werden in der Reihenfolge Wer, Aktion und Berechtigung angegeben. Die folgenden Symbole stehen zur Auswahl:

Option Symbol Bedeutung
Wer u Benutzer (user)
Wer g Gruppe (group)
Wer o Andere (other)
Wer a Alle
Aktion + Berechtigungen hinzufügen
Aktion - Berechtigungen entziehen
Aktion = Berechtigungen explizit setzen
Berechtigung r lesen (read)
Berechtigung w schreiben (write)
Berechtigung x ausführen (execute)
Berechtigung t Sticky-Bit
Berechtigung s Set-UID oder Set-GID

Symbolische Zugriffsrechte werden wie die numerischen mit dem Kommando chmod(1) vergeben. Wenn Sie beispielsweise allen anderen Benutzern den Zugriff auf die Datei FILE verbieten wollen, benutzen Sie den nachstehenden Befehl:

% chmod go= FILE

Wenn Sie mehr als eine Änderung der Rechte einer Datei vornehmen wollen, können Sie eine durch Kommata getrennte Liste der Rechte angeben. Das folgende Beispiel entzieht der Gruppe und der Welt (den anderen) die Schreibberechtigung auf die Datei FILE und fügt dann für alle Ausführungsrechte hinzu:

% chmod go-w,a+x FILE

3.3.2. FreeBSD Datei-Flags

Beigetragen von Tom Rhodes.

Zusätzlich zu den vorhin diskutierten Zugriffsrechten unterstützt FreeBSD auch die sogenannten “Datei-Flags”. Diese erhöhen die Sicherheit Ihres Systems, indem sie eine verbesserte Kontrolle von Dateien erlauben. Verzeichnisse werden allerdings nicht unterstützt.

Diese verbesserte Sicherheit führt dazu, dass manche Dateien nicht einmal von root gelöscht oder bearbeitet werden können.

Datei-Flags können über chflags(1) gesetzt oder gelöscht werden. Um beispielsweise die Datei file1 mit dem “unlöschbar”-Flag zu sichern, geben Sie folgenden Befehl ein:

# chflags sunlink file1

Um dieses Flag wieder zu löschen, geben Sie den Befehl erneut ein. Allerdings setzen Sie ein “no” vor sunlink:

# chflags nosunlink file1

Um die Flags dieser Datei anzuzeigen, verwenden Sie ls(1) zusammen mit der Option -lo:

# ls -lo file1

Dadurch erhalten Sie eine Ausgabe ähnlich der folgenden:

-rw-r--r--  1 trhodes  trhodes  sunlnk 0 Mar  1 05:54 file1

Viele Flags können nur von root gesetzt oder gelöscht werden. Andere wiederum können auch vom Eigentümer der Datei gesetzt werden. Weitere Informationen zu Datei-Flags finden sich in den Manualpages chflags(1) und chflags(2).


3.3.3. Die Berechtigungen setuid, setgid, und sticky

Beigetragen von Tom Rhodes.

Anders als die Berechtigungen, die bereits angesprochen wurden, existieren drei weitere Einstellungen, über die alle Administratoren Bescheid wissen sollten. Dies sind die Berechtigungen setuid, setgid und sticky.

Diese Einstellungen sind wichtig für manche UNIX-Operationen, da sie Funktionalitäten zur Verfügung stellen, die normalerweise nicht an gewöhnliche Anwender vergeben wird. Um diese zu verstehen, muss der Unterschied zwischen der realen und der effektiven Benutzer-ID erwähnt werden.

Die reale Benutzer-ID ist die UID, welche den Prozess besitzt oder gestartet hat. Die effektive UID ist diejenige, als die der Prozess läuft. Beispielsweise wird passwd(1) mit der realen ID des Benutzers ausgeführt, der sein Passwort ändert. Um jedoch die Passwortdatenbank zu bearbeiten, wird es effektiv als root-Benutzer ausgeführt. Das ermöglicht es normalen Benutzern, ihr Passwort zu ändern, ohne einen “Permission Denied”-Fehler angezeigt zu bekommen.

Anmerkung: Die nosuid mount(8)-Option wird dafür sorgen, dass diese Anwendungen stillschweigend scheitern. Genauer gesagt, sie werden nicht ausgeführt und der Anwender wird darüber auch nicht informiert. Auf diese Option kann man sich nicht vollständig verlassen, da ein nosuid-Wrapper in der Lage wäre, dies zu umgehen, wie in der mount(8) Manualpage zu lesen ist.

Die setuid-Berechtigung kann durch das Voranstellen bei einer Berechtigungsgruppe mit der Nummer Vier (4) gesetzt werden, wie im folgenden Beispiel gezeigt wird:

# chmod 4755 suidexample.sh

Die Berechtigungen auf der suidexample.sh-Datei sollten jetzt wie folgt aussehen:

-rwsr-xr-x   1 trhodes  trhodes    63 Aug 29 06:36 suidexample.sh

In dem Beispiel sollte auffallen, dass ein s jetzt Teil der Berechtigungen des Dateibesitzers geworden ist, welches das Ausführen-Bit ersetzt. Dies ermöglicht es Werkzeugen mit erhöhten Berechtigungen zu laufen, wie z.B. passwd.

Um dies in Echtzeit zu beobachten, öffnen Sie zwei Terminals. Starten Sie auf einem den passwd-Prozess als normaler Benutzer. Während es auf die Passworteingabe wartet, überprüfen Sie die Prozesstabelle und sehen Sie sich die Informationen des passwd-Kommandos an.

Im Terminal A:

Changing local password for trhodes
Old Password:

Im Terminal B:

# ps aux | grep passwd
trhodes  5232  0.0  0.2  3420  1608   0  R+    2:10AM   0:00.00 grep passwd
     root     5211  0.0  0.2  3620  1724   2  I+    2:09AM   0:00.01 passwd

Wie oben erwähnt, wird passwd von einem normalen Benutzer ausgeführt, benutzt aber die effektive UID von root.

Die setgid-Berechtigung führt die gleiche Aktion wie die setuid-Berechtigung durch, allerdings verändert sie die Gruppenberechtigungen. Wenn eine Anwendung oder ein Werkzeug mit dieser Berechtigung ausgeführt wird, erhält es die Berechtigungen basierend auf der Gruppe, welche die Datei besitzt und nicht die des Benutzers, der den Prozess gestartet hat.

Um die setgid-Berechtigung auf einer Datei zu setzen, geben Sie dem chmod-Befehl eine führende Zwei (2) mit, wie im folgenden gezeigt:

# chmod 2755 sgidexample.sh

Die neue Einstellung kann wie zuvor betrachtet werden. Beachten Sie, dass das s sich jetzt in dem Feld befindet, das für die Berechtigungen der Gruppe bestimmt ist:

-rwxr-sr-x   1 trhodes  trhodes    44 Aug 31 01:49 sgidexample.sh

Anmerkung: Obwohl es sich bei dem in diesen Beispielen gezeigten Shellskript um eine ausführbare Datei handelt, wird es nicht mit einer anderen EUID oder effektiven Benutzer-ID ausgeführt. Das ist so, weil Shellskripte keinen Zugriff auf setuid(2)-Systemaufrufe erhalten.



Diese beiden ersten angesprochenen Spezialberechtigungen (die setuid und setgid Berechtigungs-Bits) können die Systemsicherheit verringern, da sie erhöhte Rechte ermöglichen. Es gibt noch ein drittes Berechtigungs-Bit, das die Sicherheit eines Systems erhöhen kann: das sticky bit.

Das sticky bit erlaubt, wenn es auf ein Verzeichnis angewendet wird, nur dem Besitzer der Datei diese Dateien auch zu löschen. Dieses Recht ist nützlich, um die Löschung von Dateien in öffentlichen Verzeichnissen durch Benutzer, denen diese Dateien nicht gehören, zu verhindern, wie z.B. in /tmp. Um diese Berechtigung anzuwenden, stellen Sie der Berechtigung eine Eins (1) voran, beispielsweise so:

# chmod 1777 /tmp

Den Effekt können Sie sich ansehen, indem Sie das Kommando ls ausführen:

# ls -al / | grep tmp
drwxrwxrwt  10 root  wheel         512 Aug 31 01:49 tmp

Das sticky bit kann anhand des t ganz am Ende der Berechtigungen abgelesen werden.


3.4. Verzeichnis-Strukturen

Die FreeBSD-Verzeichnishierarchie ist die Grundlage, um ein umfassendes Verständnis des Systems zu erlangen. Das wichtigste Konzept, das Sie verstehen sollten, ist das Root-Verzeichnis “/”. Dieses Verzeichnis ist das erste, das während des Bootens eingehangen wird. Es enthält das notwendige Basissystem, um das System in den Mehrbenutzerbetrieb zu bringen. Das Root-Verzeichnis enthält auch die Mountpunkte für Dateisysteme, die beim Wechsel in den Multiuser-Modus eingehängt werden.

Ein Mountpunkt ist ein Verzeichnis, in das zusätzliche Dateisysteme (in der Regel unterhalb des Wurzelverzeichnisses) eingehängt werden können. Dieser Vorgang wird in Abschnitt 3.5 ausführlich beschrieben. Standard-Mountpunkte sind /usr, /var, /tmp, /mnt sowie /cdrom. Auf diese Verzeichnisse verweisen üblicherweise Einträge in der Datei /etc/fstab. /etc/fstab ist eine Tabelle mit verschiedenen Dateisystemen und Mountpunkten als Referenz des Systems. Die meisten der Dateisysteme in /etc/fstab werden beim Booten automatisch durch das Skript rc(8) gemountet, wenn die zugehörigen Einträge nicht mit der Option noauto versehen sind. Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie im Abschnitt 3.6.1.

Eine vollständige Beschreibung der Dateisystem-Hierarchie finden Sie in hier(7). Als Beispiel sei eine kurze Übersicht über die am häufigsten verwendeten Verzeichnisse gegeben:

Verzeichnis Beschreibung
/ Wurzelverzeichnis des Dateisystems.
/bin/ Grundlegende Werkzeuge für den Single-User-Modus sowie den Mehrbenutzerbetrieb.
/boot/ Programme und Konfigurationsdateien, die während des Bootens benutzt werden.
/boot/defaults/ Vorgaben für die Boot-Konfiguration, siehe loader.conf(5).
/dev/ Gerätedateien, siehe intro(4).
/etc/ Konfigurationsdateien und Skripten des Systems.
/etc/defaults/ Vorgaben für die System Konfigurationsdateien, siehe rc(8).
/etc/mail/ Konfigurationsdateien von MTAs wie sendmail(8).
/etc/namedb/ Konfigurationsdateien von named, siehe named(8).
/etc/periodic/ Täglich, wöchentlich oder monatlich ablaufende Skripte, die von cron(8) gestartet werden. Siehe periodic(8).
/etc/ppp/ Konfigurationsdateien von ppp, siehe ppp(8).
/mnt/ Ein leeres Verzeichnis, das von Systemadministratoren häufig als temporärer Mountpunkt genutzt wird.
/proc/ Prozess Dateisystem, siehe procfs(5) und mount_procfs(8).
/rescue/ Statisch gelinkte Programme zur Wiederherstellung des Systems, lesen Sie dazu auch rescue(8).
/root/ Home Verzeichnis von root.
/sbin/ Systemprogramme und administrative Werkzeuge, die grundlegend für den Single-User-Modus und den Mehrbenutzerbetrieb sind.
/tmp/ Temporäre Dateien, die für gewöhnlich bei einem Neustart des Systems verloren gehen. Häufig wird ein speicherbasiertes Dateisystem unter /tmp eingehängt. Dieser Vorgang kann automatisiert werden, wenn Sie die tmpmfs-bezogenen Variablen von rc.conf(5) verwenden. Alternativ können Sie auch einen entsprechenden Eintrag in /etc/fstab aufnehmen. Weitere Informationen finden Sie in mdmfs(8).
/usr/ Der Großteil der Benutzerprogramme und Anwendungen.
/usr/bin/ Gebräuchliche Werkzeuge, Programmierhilfen und Anwendungen.
/usr/include/ Standard C include-Dateien.
/usr/lib/ Bibliotheken.
/usr/libdata/ Daten verschiedener Werkzeuge.
/usr/libexec/ System-Dämonen und System-Werkzeuge, die von anderen Programmen ausgeführt werden.
/usr/local/ Lokale Programme, Bibliotheken usw. Die Ports-Sammlung benutzt dieses Verzeichnis als Zielverzeichnis für zu installierende Anwendungen. Innerhalb von /usr/local sollte das von hier(7) beschriebene Layout für /usr benutzt werden. Das man Verzeichnis wird direkt unter /usr/local anstelle unter /usr/local/share angelegt. Die Dokumentation der Ports findet sich in share/doc/port.
/usr/obj/ Von der Architektur abhängiger Verzeichnisbaum, der durch das Bauen von /usr/src entsteht.
/usr/ports/ Die FreeBSD-Ports-Sammlung (optional).
/usr/sbin/ System-Dämonen und System-Werkzeuge, die von Benutzern ausgeführt werden.
/usr/share/ Von der Architektur unabhängige Dateien.
/usr/src/ Quelldateien von BSD und/oder lokalen Ergänzungen.
/usr/X11R6/ Optionale X11R6-Programme und Bibliotheken.
/var/ Wird für mehrere Zwecke genutzt und enthält Logdateien, temporäre Daten und Spooldateien. Manchmal wird ein speicherbasiertes Dateisystem unter /var eingehängt. Dieser Vorgang kann automatisiert werden, wenn Sie die varmfs-bezogenen Variablen von rc.conf(5) verwenden. Alternativ können Sie auch einen entsprechenden Eintrag in /etc/fstab aufnehmen. Weitere Informationen finden Sie in mdmfs(8).
/var/log/ Verschiedene Logdateien des Systems.
/var/mail/ Postfächer der Benutzer.
/var/spool/ Verschiedene Spool-Verzeichnisse der Drucker- und Mailsysteme.
/var/tmp/ Temporäre Dateien. Dateien in diesem Verzeichnis bleiben in der Regel auch bei einem Neustart des Systems erhalten, es sei denn, bei /var handelt es sich um ein speicherbasiertes Dateisystem.
/var/yp/ NIS maps.



3.5. Festplatten, Slices und Partitionen

FreeBSD identifiziert Dateien anhand eines Dateinamens. In Dateinamen wird zwischen Groß- und Kleinschreibung unterschieden: readme.txt und README.TXT bezeichnen daher zwei verschiedene Dateien. FreeBSD benutzt keine Dateiendungen wie .txt, um den Typ der Datei (ein Programm, ein Dokument oder andere Daten) zu bestimmen.

Dateien werden in Verzeichnissen gespeichert. In einem Verzeichnis können sich keine oder hunderte Dateien befinden. Ein Verzeichnis kann auch andere Verzeichnisse enthalten und so eine Hierarchie von Verzeichnissen aufbauen, die Ihnen die Ablage von Daten erleichtert.

In Dateinamen werden Verzeichnisse durch einen Schrägstrich (/, Slash) getrennt. Wenn das Verzeichnis foo ein Verzeichnis bar enthält, in dem sich die Datei readme.txt befindet, lautet der vollständige Name der Datei (oder der Pfad zur Datei) foo/bar/readme.txt.

Verzeichnisse und Dateien werden in einem Dateisystem gespeichert. Jedes Dateisystem besitzt ein Wurzelverzeichnis (Root-Directory), das weitere Verzeichnisse enthalten kann.

Dieses Konzept kennen Sie vielleicht von anderen Betriebssystemen, aber es gibt einige Unterschiede: In MS-DOS werden Datei- und Verzeichnisnamen mit dem Zeichen \ getrennt, Mac OS® benutzt dazu das Zeichen :.

FreeBSD kennt keine Laufwerksbuchstaben und in Pfaden werden keine Bezeichnungen für Laufwerke benutzt. Die Pfadangabe c:/foo/bar/readme.txt gibt es in FreeBSD nicht.

Stattdessen wird ein Dateisystem als Wurzeldateisystem (root file system) ausgewählt. Das Wurzelverzeichnis dieses Dateisystems wird / genannt. Jedes andere Dateisystem wird unter dem Wurzeldateisystem eingehangen (mount). Daher scheint jedes Verzeichnis, unabhängig von der Anzahl der Platten, auf derselben Platte zu liegen.

Betrachten wir drei Dateisysteme A, B und C. Jedes Dateisystem besitzt ein eigenes Wurzelverzeichnis, das zwei andere Verzeichnisse enthält: A1, A2, B1, B2, C1 und C2.

Das Wurzeldateisystem soll A sein. Das Kommando ls zeigt darin die beiden Verzeichnisse A1 und A2 an. Der Verzeichnisbaum sieht wie folgt aus:

Ein Dateisystem wird in einem Verzeichnis eines anderen Dateisystems eingehangen. Wir hängen nun das Dateisystem B in das Verzeichnis A1 ein. Das Wurzelverzeichnis von B ersetzt nun das Verzeichnis A1 und die Verzeichnisse des Dateisystems B werden sichtbar:

Jede Datei in den Verzeichnissen B1 oder B2 kann über den Pfad /A1/B1 oder /A1/B2 erreicht werden. Dateien aus dem Verzeichnis /A1 sind jetzt verborgen. Wenn das Dateisystem B wieder abgehangen wird (umount), erscheinen die verborgenen Dateien wieder.

Wenn das Dateisystem B unter dem Verzeichnis A2 eingehangen würde, sähe der Verzeichnisbaum so aus:

Die Dateien des Dateisystems B wären unter den Pfaden /A2/B1 und /A2/B2 erreichbar.

Dateisysteme können übereinander eingehangen werden. Der folgende Baum entsteht, wenn im letzten Beispiel das Dateisystem C in das Verzeichnis B1 des Dateisystems B eingehangen wird:

C könnte auch im Verzeichnis A1 eingehangen werden:

Der MS-DOS-Befehl join kann Ähnliches bewirken.

Normalerweise müssen Sie sich nicht mit Dateisystemen beschäftigen. Während der Installation werden die Dateisysteme und die Stellen, in der sie eingehangen werden, festgelegt. Dateisysteme müssen Sie erst wieder anlegen, wenn Sie eine neue Platte hinzufügen.

Sie können sogar mit nur einem großen Dateisystem auskommen. Dies hat mehrere Nachteile und einen Vorteil.

Vorteile mehrerer Dateisysteme

  • Die Dateisysteme können mit unterschiedlichen Optionen (mount options) eingehangen werden. Bei sorgfältiger Planung können Sie beispielsweise das Wurzeldateisystem nur lesbar einhängen. Damit schützen Sie sich vor dem unabsichtlichen Löschen oder Editieren kritischer Dateien. Von Benutzern beschreibbare Dateisysteme wie /home können Sie mit der Option nosuid einhängen, wenn sie von anderen Dateisystemen getrennt sind. Die SUID- und GUID-Bits verlieren auf solchen Dateisystemen ihre Wirkung und die Sicherheit des Systems kann dadurch erhöht werden.

  • Die Lage von Dateien im Dateisystem wird, abhängig vom Gebrauch des Dateisystems, automatisch von FreeBSD optimiert. Ein Dateisystem mit vielen kleinen Dateien, die häufig geschrieben werden, wird anders behandelt als ein Dateisystem mit wenigen großen Dateien. Mit nur einem Dateisystem ist diese Optimierung unmöglich.

  • In der Regel übersteht ein FreeBSD-Dateisystem auch einen Stromausfall. Allerdings kann ein Stromausfall zu einem kritischen Zeitpunkt das Dateisystem beschädigen. Wenn die Daten über mehrere Dateisysteme verteilt sind, lässt sich das System mit hoher Wahrscheinlichkeit noch starten. Dies erleichtert das Zurückspielen von Datensicherungen.

Vorteil eines einzelnen Dateisystems

  • Die Größe von Dateisystemen liegt fest. Es kann passieren, dass Sie eine Partition vergrößern müssen. Dies ist nicht leicht: Sie müssen die Daten sichern, das Dateisystem vergrößert anlegen und die gesicherten Daten zurückspielen.

    Wichtig: FreeBSD kennt den Befehl growfs(8), mit dem man Dateisysteme im laufenden Betrieb vergrößern kann.

Dateisysteme befinden sich in Partitionen (damit sind nicht die normalen MS-DOS-Partitionen gemeint). Jede Partition wird mit einem Buchstaben von a bis h bezeichnet und kann nur ein Dateisystem enthalten. Dateisysteme können daher über ihren Mount-Point, den Punkt an dem sie eingehangen sind, oder den Buchstaben der Partition, in der sie liegen, identifiziert werden.

FreeBSD benutzt einen Teil der Platte für den Swap-Bereich, der dem Rechner virtuellen Speicher zur Verfügung stellt. Dadurch kann der Rechner Anwendungen mehr Speicher zur Verfügung stellen als tatsächlich eingebaut ist. Wenn der Speicher knapp wird, kann FreeBSD nicht benutzte Daten in den Swap-Bereich auslagern. Die ausgelagerten Daten können später wieder in den Speicher geholt werden (dafür werden dann andere Daten ausgelagert).

Für einige Partitionen gelten besondere Konventionen:

Partition Konvention
a Enthält normalerweise das Wurzeldateisystem
b Enthält normalerweise den Swap-Bereich
c Ist normalerweise genauso groß wie die Slice in der die Partition liegt. Werkzeuge, die auf der kompletten Slice arbeiten, wie ein Bad-Block-Scanner, können so die c-Partition benutzen. Für gewöhnlich legen Sie in dieser Partition kein Dateisystem an.
d Früher hatte die d-Partition eine besondere Bedeutung. Heute ist dies nicht mehr der Fall und die Partition d kann wie jede andere Partition auch verwendet werden.

Jede Partition, die ein Dateisystem enthält, wird in einer Slice angelegt. Slice ist der Begriff, den FreeBSD für MS-DOS-Partitionen verwendet. Slices werden von eins bis vier durchnummeriert.

Die Slice-Nummern werden mit vorgestelltem s hinter den Gerätenamen gestellt: “da0s1” ist die erste Slice auf dem ersten SCSI-Laufwerk. Auf einer Festplatte gibt es höchstens vier Slices. In einer Slice des passenden Typs kann es weitere logische Slices geben. Diese erweiterten Slices werden ab fünf durchnummeriert: “ad0s5” ist die erste erweiterte Slice auf einer IDE-Platte. Diese Geräte werden von Dateisystemen benutzt, die sich in einer kompletten Slice befinden müssen.

Slices, “dangerously dedicated”-Festplatten und andere Platten enthalten Partitionen, die mit Buchstaben von a bis h bezeichnet werden. Der Buchstabe wird an den Gerätenamen gehangen: “da0a” ist die a-Partition des ersten da-Laufwerks. Dieses Laufwerk ist “dangerously dedicated”. “ad1s3e” ist die fünfte Partition in der dritten Slice der zweiten IDE-Platte.

Schließlich wird noch jede Festplatte des Systems eindeutig bezeichnet. Der Name einer Festplatte beginnt mit einem Code, der den Typ der Platte bezeichnet. Es folgt eine Nummer, die angibt, um welche Festplatte es sich handelt. Anders als bei Slices werden Festplatten von Null beginnend durchnummeriert. Gängige Festplatten-Namen sind in Tabelle 3-1 zusammengestellt.

Wenn Sie eine Partition angeben, erwartet FreeBSD, dass Sie auch die Slice und die Platte angeben, in denen sich die Partition befindet. Wenn Sie eine Slice angeben, müssen Sie auch die Platte der Slice angeben. Setzen Sie den Namen aus dem Plattennamen gefolgt von einem s, der Slice-Nummer und dem Buchstaben der Partition zusammen. Einige Beispiele finden Sie in Beispiel 3-1.

Der Aufbau einer Festplatte wird in Beispiel 3-2 dargestellt.

Um FreeBSD zu installieren, müssen Sie zuerst Slices auf den Festplatten anlegen. Innerhalb der Slices, die Sie für FreeBSD verwenden wollen, müssen Sie dann Partitionen anlegen. In den Partitionen wiederum werden die Dateisysteme (oder der Auslagerungsbereich) angelegt. Für Dateisysteme müssen Sie schließlich noch festlegen, wo diese eingehangen werden (Mount-Point).

Tabelle 3-1. Laufwerk-Codes

Code Bedeutung
ad ATAPI (IDE) Festplatte
da SCSI-Festplatte
acd ATAPI (IDE) CD-ROM
cd SCSI-CD-ROM
fd Disketten-Laufwerk

Beispiel 3-1. Namen von Platten, Slices und Partitionen

Name Bedeutung
ad0s1a Die erste Partition (a) in der ersten Slice (s1) der ersten IDE-Festplatte (ad0).
da1s2e Die fünfte Partition (e) der zweiten Slice (s2) auf der zweiten SCSI-Festplatte (da1).

Beispiel 3-2. Aufteilung einer Festplatte

Das folgende Diagramm zeigt die Sicht von FreeBSD auf die erste IDE-Festplatte eines Rechners. Die Platte soll 4 GB groß sein und zwei Slices (MS-DOS-Partitionen) mit je 2 GB besitzen. Die erste Slice enthält ein MS-DOS-Laufwerk (C:), die zweite Slice wird von FreeBSD benutzt. Im Beispiel verwendet die FreeBSD-Installationen drei Datenpartitionen und einen Auslagerungsbereich.

Jede der drei Partitionen enthält ein Dateisystem. Das Wurzeldateisystem ist die a-Partition. In der e-Partition befindet sich der /var-Verzeichnisbaum und in der f-Partition befindet sich der Verzeichnisbaum unterhalb von /usr.


3.6. Anhängen und Abhängen von Dateisystemen

Ein Dateisystem wird am besten als ein Baum mit der Wurzel / veranschaulicht. /dev, /usr, und die anderen Verzeichnisse im Rootverzeichnis sind Zweige, die wiederum eigene Zweige wie /usr/local haben können.

Es gibt verschiedene Gründe, bestimmte dieser Verzeichnisse auf eigenen Dateisystemen anzulegen. /var enthält log/, spool/ sowie verschiedene andere temporäre Dateien und kann sich daher schnell füllen. Es empfiehlt sich, /var von / zu trennen, da es schlecht ist, wenn das Root-Dateisystem voll läuft.

Ein weiterer Grund bestimmte Verzeichnisbäume auf andere Dateisysteme zu legen, ist gegeben, wenn sich die Verzeichnisbäume auf gesonderten physikalischen oder virtuellen Platten, wie Network File System oder CD-ROM-Laufwerken, befinden.


3.6.1. Die fstab Datei

Während des Boot-Prozesses werden in /etc/fstab aufgeführte Verzeichnisse, sofern sie nicht mit der Option noauto versehen sind, automatisch angehangen.

Die Zeilen in /etc/fstab haben das folgende Format:

device   /mount-point   fstype   options   dumpfreq   passno
device

Ein existierender Gerätename wie in Abschnitt 18.2 beschrieben.

mount-point

Ein existierendes Verzeichnis, an das das Dateisystem angehangen wird.

fstype

Der Typ des Dateisystems, der an mount(8) weitergegeben wird. FreeBSDs Standarddateisystem ist ufs.

options

Entweder rw für beschreibbare Dateisysteme oder ro für schreibgeschützte Dateisysteme, gefolgt von weiteren benötigten Optionen. Eine häufig verwendete Option ist noauto für Dateisysteme, die während der normalen Bootsequenz nicht angehangen werden sollen. Weitere Optionen finden sich in mount(8).

dumpfreq

Gibt die Anzahl der Tage an, nachdem das Dateisystem gesichert werden soll. Fehlt der Wert, wird 0 angenommen.

passno

Bestimmt die Reihenfolge, in der die Dateisysteme überprüft werden sollen. Für Dateisysteme, die übersprungen werden sollen, ist passno auf null zu setzen. Für das Root-Dateisystem, das vor allen anderen überprüft werden muss, sollte der Wert von passno eins betragen. Allen anderen Dateisystemen sollten Werte größer eins zugewiesen werden. Wenn mehrere Dateisysteme den gleichen Wert besitzen, wird fsck(8) versuchen, diese parallel zu überprüfen.


3.6.2. Das mount Kommando

mount(8) hängt schließlich Dateisysteme an.

In der grundlegenden Form wird es wie folgt benutzt:

# mount device mountpoint

Viele Optionen werden in mount(8) beschrieben, die am häufigsten verwendeten sind:

Optionen von mount

-a

Hängt alle Dateisysteme aus /etc/fstab an. Davon ausgenommen sind Dateisysteme, die mit “noauto” markiert sind, die mit der Option -t ausgeschlossen wurden und Dateisysteme, die schon angehangen sind.

-d

Führt alles bis auf den mount-Systemaufruf aus. Nützlich ist diese Option in Verbindung mit -v. Damit wird angezeigt, was mount(8) tatsächlich versuchen würde, um das Dateisystem anzuhängen.

-f

Erzwingt das Anhängen eines unsauberen Dateisystems oder erzwingt die Rücknahme des Schreibzugriffs, wenn der Status des Dateisystems von beschreibbar auf schreibgeschützt geändert wird.

-r

Hängt das Dateisystem schreibgeschützt ein. Das kann auch durch Angabe von ro als Argument (rdonly vor FreeBSD 5.2) der Option -o erreicht werden.

-t fstype

Hängt das Dateisystem mit dem angegebenen Typ an, oder hängt nur Dateisysteme mit dem angegebenen Typ an, wenn auch -a angegeben wurde.

Die Voreinstellung für den Typ des Dateisystems ist “ufs”.

-u

Aktualisiert die Mountoptionen des Dateisystems.

-v

Geschwätzig sein.

-w

Hängt das Dateisystem beschreibbar an.

-o erwartet eine durch Kommata separierte Liste von Optionen, unter anderem die folgenden:

noexec

Verbietet das Ausführen von binären Dateien auf dem Dateisystem. Dies ist eine nützliche Sicherheitsfunktion.

nosuid

SetUID und SetGID Bits werden auf dem Dateisystem nicht beachtet. Dies ist eine nützliche Sicherheitsfunktion.


3.6.3. Das umount Kommando

umount(8) akzeptiert als Parameter entweder einen Mountpoint, einen Gerätenamen, oder die Optionen -a oder -A.

Jede Form akzeptiert -f, um das Abhängen zu erzwingen, und -v, um etwas geschwätziger zu sein. Seien Sie bitte vorsichtig mit -f: Ihr Computer kann abstürzen oder es können Daten auf dem Dateisystem beschädigt werden, wenn Sie das Abhängen erzwingen.

-a und -A werden benutzt um alle Dateisysteme, deren Typ durch -t modifiziert werden kann, abzuhängen. -A hängt das Rootdateisystem nicht ab.


3.7. Prozesse

Da FreeBSD ein Multitasking-Betriebssystem ist, sieht es so aus, als ob mehrere Prozesse zur gleichen Zeit laufen. Jedes Programm, das zu irgendeiner Zeit läuft, wird Prozess genannt. Jedes Kommando startet mindestens einen Prozess. Einige Systemprozesse laufen ständig und stellen die Funktion des Systems sicher.

Jeder Prozess wird durch eine eindeutige Nummer identifiziert, die Prozess-ID oder PID genannt wird. Prozesse haben ebenso wie Dateien einen Besitzer und eine Gruppe, die festlegen, welche Dateien und Geräte der Prozess benutzen kann. Dabei finden die vorher beschriebenen Zugriffsrechte Anwendung. Die meisten Prozesse haben auch einen Elternprozess, der sie gestartet hat. Wenn Sie in der Shell Kommandos eingeben, dann ist die Shell ein Prozess und jedes Kommando, das Sie starten, ist auch ein Prozess. Jeder Prozess, den Sie auf diese Weise starten, besitzt den Shell-Prozess als Elternprozess. Die Ausnahme hiervon ist ein spezieller Prozess, der init(8) heißt. init ist immer der erste Prozess und hat somit die PID 1. init wird vom Kernel beim Booten von FreeBSD gestartet.

Die Kommandos ps(1) und top(1) sind besonders nützlich, um sich die Prozesse auf einem System anzusehen. ps zeigt eine statische Liste der laufenden Prozesse und kann deren PID, Speicherverbrauch und die Kommandozeile, mit der sie gestartet wurden und vieles mehr anzeigen. top zeigt alle laufenden Prozesse an und aktualisiert die Anzeige, so dass Sie Ihrem Computer bei der Arbeit zuschauen können.

Normal zeigt Ihnen ps nur die laufenden Prozesse, die Ihnen gehören. Zum Beispiel:

% ps
  PID  TT  STAT      TIME COMMAND
  298  p0  Ss     0:01.10 tcsh
 7078  p0  S      2:40.88 xemacs mdoc.xsl (xemacs-21.1.14)
37393  p0  I      0:03.11 xemacs freebsd.dsl (xemacs-21.1.14)
48630  p0  S      2:50.89 /usr/local/lib/netscape-linux/navigator-linux-4.77.bi
48730  p0  IW     0:00.00 (dns helper) (navigator-linux-)
72210  p0  R+     0:00.00 ps
  390  p1  Is     0:01.14 tcsh
 7059  p2  Is+    1:36.18 /usr/local/bin/mutt -y
 6688  p3  IWs    0:00.00 tcsh
10735  p4  IWs    0:00.00 tcsh
20256  p5  IWs    0:00.00 tcsh
  262  v0  IWs    0:00.00 -tcsh (tcsh)
  270  v0  IW+    0:00.00 /bin/sh /usr/X11R6/bin/startx -- -bpp 16
  280  v0  IW+    0:00.00 xinit /home/nik/.xinitrc -- -bpp 16
  284  v0  IW     0:00.00 /bin/sh /home/nik/.xinitrc
  285  v0  S      0:38.45 /usr/X11R6/bin/sawfish

Wie Sie sehen, gibt ps(1) mehrere Spalten aus. In der PID Spalte findet sich die vorher besprochene Prozess-ID. PIDs werden von 1 beginnend bis 99999 zugewiesen und fangen wieder von vorne an, wenn die Grenze überschritten wird. Ist eine PID bereits vergeben, wird diese allerdings nicht erneut vergeben. Die Spalte TT zeigt den Terminal, auf dem das Programm läuft. STAT zeigt den Status des Programms an und kann für die Zwecke dieser Diskussion ebenso wie TT ignoriert werden. TIME gibt die Zeit an, die das Programm auf der CPU gelaufen ist - dies ist nicht unbedingt die Zeit, die seit dem Start des Programms vergangen ist, da die meisten Programme hauptsächlich auf bestimmte Dinge warten, bevor sie wirklich CPU-Zeit verbrauchen. Unter der Spalte COMMAND finden Sie schließlich die Kommandozeile, mit der das Programm gestartet wurde.

ps(1) besitzt viele Optionen, um die angezeigten Informationen zu beeinflussen. Eine nützliche Kombination ist auxww. Mit a werden Information über alle laufenden Prozesse und nicht nur Ihrer eigenen angezeigt. Der Name des Besitzers des Prozesses, sowie Informationen über den Speicherverbrauch werden mit u angezeigt. x zeigt auch Dämonen-Prozesse an, und ww veranlasst ps(1) die komplette Kommandozeile für jeden Befehl anzuzeigen, anstatt sie abzuschneiden, wenn sie zu lang für die Bildschirmausgabe wird.

Die Ausgabe von top(1) sieht ähnlich aus:

% top
last pid: 72257;  load averages:  0.13,  0.09,  0.03    up 0+13:38:33  22:39:10
47 processes:  1 running, 46 sleeping
CPU states: 12.6% user,  0.0% nice,  7.8% system,  0.0% interrupt, 79.7% idle
Mem: 36M Active, 5256K Inact, 13M Wired, 6312K Cache, 15M Buf, 408K Free
Swap: 256M Total, 38M Used, 217M Free, 15% Inuse

  PID USERNAME PRI NICE  SIZE    RES STATE    TIME   WCPU    CPU COMMAND
72257 nik       28   0  1960K  1044K RUN      0:00 14.86%  1.42% top
 7078 nik        2   0 15280K 10960K select   2:54  0.88%  0.88% xemacs-21.1.14
  281 nik        2   0 18636K  7112K select   5:36  0.73%  0.73% XF86_SVGA
  296 nik        2   0  3240K  1644K select   0:12  0.05%  0.05% xterm
48630 nik        2   0 29816K  9148K select   3:18  0.00%  0.00% navigator-linu
  175 root       2   0   924K   252K select   1:41  0.00%  0.00% syslogd
 7059 nik        2   0  7260K  4644K poll     1:38  0.00%  0.00% mutt
...

Die Ausgabe ist in zwei Abschnitte geteilt. In den ersten fünf Kopfzeilen finden sich die zuletzt zugeteilte PID, die Systemauslastung (engl. load average), die Systemlaufzeit (die Zeit seit dem letzten Reboot) und die momentane Zeit. Die weiteren Zahlen im Kopf beschreiben wie viele Prozesse momentan laufen (im Beispiel 47), wie viel Speicher und Swap verbraucht wurde und wie viel Zeit das System in den verschiedenen CPU-Modi verbringt.

Darunter befinden sich einige Spalten mit ähnlichen Informationen wie in der Ausgabe von ps(1). Wie im vorigen Beispiel können Sie die PID, den Besitzer, die verbrauchte CPU-Zeit und das Kommando erkennen. top(1) zeigt auch den Speicherverbrauch des Prozesses an, der in zwei Spalten aufgeteilt ist. Die erste Spalte gibt den gesamten Speicherverbrauch des Prozesses an, in der zweiten Spalte wird der aktuelle Verbrauch angegeben. Netscape® hat im gezeigten Beispiel insgesamt 30 MB Speicher verbraucht. Momentan benutzt es allerdings nur 9 MB.

Die Anzeige wird von top(1) automatisch alle zwei Sekunden aktualisiert. Der Zeitraum kann mit -s eingestellt werden.


3.8. Dämonen, Signale und Stoppen von Prozessen

Wenn Sie einen Editor starten, können Sie ihn leicht bedienen und Dateien laden. Sie können das, weil der Editor dafür Vorsorge getroffen hat und auf einem Terminal läuft. Manche Programme erwarten keine Eingaben von einem Benutzer und lösen sich bei erster Gelegenheit von ihrem Terminal. Ein Web-Server zum Beispiel verbringt den ganzen Tag damit, auf Anfragen zu antworten und erwartet keine Eingaben von Ihnen. Programme, die E-Mail von einem Ort zu einem anderen Ort transportieren sind ein weiteres Beispiel für diesen Typ von Anwendungen.

Wir nennen diese Programme Dämonen. Dämonen stammen aus der griechischen Mythologie und waren weder gut noch böse. Sie waren kleine dienstbare Geister, die meistens nützliche Sachen für die Menschheit vollbrachten. Ähnlich wie heutzutage Web-Server und Mail-Server nützliche Dienste verrichten. Seit langer Zeit ist daher das BSD Maskottchen dieser fröhlich aussehende Dämon mit Turnschuhen und Dreizack.

Programme, die als Dämon laufen, werden entsprechend einer Konvention mit einem “d” am Ende benannt. BIND steht beispielsweise für Berkeley Internet Name Domain, das tatsächlich laufende Programm heißt aber named. Der Apache Webserver wird httpd genannt, der Druckerspool-Dämon heißt lpd usw. Dies ist allerdings eine Konvention und keine unumstößliche Regel: Der Dämon der Anwendung sendmail heißt sendmail und nicht maild, wie Sie vielleicht gedacht hatten.

Manchmal müssen Sie mit einem Dämon kommunizieren. Dazu verwenden Sie Signale. Sie können mit einem Dämonen oder jedem anderen laufenden Prozess kommunizieren, indem Sie diesem ein Signal schicken. Sie können verschiedene Signale verschicken - manche haben eine festgelegte Bedeutung, andere werden von der Anwendung interpretiert. Die Dokumentation zur fraglichen Anwendung wird erklären, wie die Anwendung Signale interpretiert. Sie können nur Signale zu Prozessen senden, die Ihnen gehören. Normale Benutzer haben nicht die Berechtigung, Prozessen anderer Benutzer mit kill(1) oder kill(2) Signale zu schicken. Der Benutzer root darf jedem Prozess Signale schicken.

In manchen Fällen wird FreeBSD Signale senden. Wenn eine Anwendung schlecht geschrieben ist und auf Speicher zugreift, auf den sie nicht zugreifen soll, so sendet FreeBSD dem Prozess das Segmentation Violation Signal (SIGSEGV). Wenn eine Anwendung den alarm(3) Systemaufruf benutzt hat, um nach einiger Zeit benachrichtigt zu werden, bekommt sie das Alarm Signal (SIGALRM) gesendet.

Zwei Signale können benutzt werden, um Prozesse zu stoppen: SIGTERM und SIGKILL. Mit SIGTERM fordern Sie den Prozess höflich zum Beenden auf. Der Prozess kann das Signal abfangen und merken, dass er sich beenden soll. Er hat dann Gelegenheit Logdateien zu schließen und die Aktion, die er vor der Aufforderung sich zu beenden durchführte, abzuschließen. Er kann sogar SIGTERM ignorieren, wenn er eine Aktion durchführt, die nicht unterbrochen werden darf.

SIGKILL kann von keinem Prozess ignoriert werden. Das Signal lässt sich mit “Mich interessiert nicht, was du gerade machst, hör sofort auf damit!” umschreiben. Wenn Sie einem Prozess SIGKILL schicken, dann wird FreeBSD diesen sofort beenden[4].

Andere Signale, die Sie vielleicht verschicken wollen, sind SIGHUP, SIGUSR1 und SIGUSR2. Diese Signale sind für allgemeine Zwecke vorgesehen und verschiedene Anwendungen werden unterschiedlich auf diese Signale reagieren.

Nehmen wir an, Sie haben die Konfiguration Ihres Webservers verändert und möchten dies dem Server mitteilen. Sie könnten den Server natürlich stoppen und httpd wieder starten. Die Folge wäre eine kurze Zeit, in der der Server nicht erreichbar ist. Die meisten Dämonen lesen Ihre Konfigurationsdatei beim Empfang eines SIGHUP neu ein. Da es keinen Standard gibt, der vorschreibt, wie auf diese Signale zu reagieren ist, lesen Sie bitte die Dokumentation zu dem in Frage kommenden Dämon.

Mit kill(1) können Sie, wie unten gezeigt, Signale verschicken.

Verschicken von Signalen

Das folgende Beispiel zeigt, wie Sie inetd(8) ein Signal schicken. Die Konfigurationsdatei von inetd ist /etc/inetd.conf. Diese Konfigurationsdatei liest inetd ein, wenn er ein SIGHUP empfängt.

  1. Suchen Sie die Prozess-ID des Prozesses, dem Sie ein Signal schicken wollen. Benutzen Sie dazu ps(1) und grep(1). Mit grep(1) können Sie in einer Ausgabe nach einem String suchen. Da inetd(8) unter dem Benutzer root läuft und Sie das Kommando als normaler Benutzer absetzen, müssen Sie ps(1) mit ax aufrufen:

    % ps -ax | grep inetd
      198  ??  IWs    0:00.00 inetd -wW
    

    Die Prozess-ID von inetd(8) ist 198. In einigen Fällen werden Sie auch das grep inetd Kommando in der Ausgabe sehen. Dies hat damit zu tun, wie ps(1) die Liste der laufenden Prozesse untersucht.

  2. Senden Sie das Signal mit kill(1). Da inetd(8) unter dem Benutzer root läuft, müssen Sie zuerst mit su(1) root werden:

    % su
    Password:
    # /bin/kill -s HUP 198
    

    kill(1) wird, wie andere Kommandos von UNIX Systemen auch, keine Ausgabe erzeugen, wenn das Kommando erfolgreich war. Wenn Sie versuchen, einem Prozess, der nicht Ihnen gehört, ein Signal zu senden, dann werden Sie die Meldung “kill: PID: Operation not permitted” sehen. Wenn Sie sich bei der Eingabe der PID vertippen, werden Sie das Signal dem falschen Prozess schicken, was schlecht sein kann. Wenn Sie Glück haben, existiert der Prozess nicht und Sie werden mit der Ausgabe “kill: PID: No such process” belohnt.

    Warum soll ich /bin/kill benutzen?: Viele Shells stellen kill als internes Kommando zur Verfügung, das heißt die Shell sendet das Signal direkt, anstatt /bin/kill zu starten. Das kann nützlich sein, aber die unterschiedlichen Shells benutzen eine verschiedene Syntax, um die Namen der Signale anzugeben. Anstatt jede Syntax zu lernen, kann es einfacher sein, /bin/kill ... direkt aufzurufen.

Andere Signale senden Sie auf die gleiche Weise, ersetzen Sie nur TERM oder KILL entsprechend.

Wichtig: Es kann gravierende Auswirkungen haben, wenn Sie zufällig Prozesse beenden. Insbesondere init(8) mit der Prozess-ID ist ein Spezialfall. Mit /bin/kill -s KILL 1 können Sie Ihr System schnell herunterfahren. Überprüfen Sie die Argumente von kill(1) immer zweimal bevor Sie Return drücken.


3.9. Shells

Von der tagtäglichen Arbeit mit FreeBSD wird eine Menge mit der Kommandozeilen Schnittstelle der Shell erledigt. Die Hauptaufgabe einer Shell besteht darin, Kommandos der Eingabe anzunehmen und diese auszuführen. Viele Shells haben außerdem eingebaute Funktionen, die die tägliche Arbeit erleichtern, beispielsweise eine Dateiverwaltung, die Vervollständigung von Dateinamen (Globbing), einen Kommandozeileneditor, sowie Makros und Umgebungsvariablen. FreeBSD enthält die Shells sh (die Bourne Shell) und tcsh (die verbesserte C-Shell) im Basissystem. Viele andere Shells, wie zsh oder bash, befinden sich in der Ports-Sammlung.

Welche Shell soll ich benutzen? Das ist wirklich eine Geschmacksfrage. Sind Sie ein C-Programmierer, finden Sie vielleicht eine C-artige Shell wie die tcsh angenehmer. Kommen Sie von Linux oder ist Ihnen der Umgang mit UNIX Systemen neu, so könnten Sie die bash probieren. Der Punkt ist, dass jede Shell ihre speziellen Eigenschaften hat, die mit Ihrer bevorzugten Arbeitsumgebung harmonieren können oder nicht. Sie müssen sich eine Shell aussuchen.

Ein verbreitetes Merkmal in Shells ist die Dateinamen-Vervollständigung. Sie müssen nur einige Buchstaben eines Kommandos oder eines Dateinamen eingeben und die Shell vervollständigt den Rest automatisch durch drücken der Tab-Taste. Hier ist ein Beispiel. Angenommen, Sie haben zwei Dateien foobar und foo.bar. Die Datei foo.bar möchten Sie löschen. Nun würden Sie an der Tastatur eingeben: rm fo[Tab]. [Tab].

Die Shell würde dann rm foo[BEEP].bar ausgeben.

[BEEP] meint den Rechner-Piepser. Diesen gibt die Shell aus, um anzuzeigen, dass es den Dateinamen nicht vervollständigen konnte, da es mehrere Möglichkeiten gibt. Beide Dateien foobar und foo.bar beginnen mit fo, so konnte nur bis foo ergänzt werden. Nachdem Sie . eingaben und dann die Tab-Taste drückten, konnte die Shell den Rest für Sie ausfüllen.

Ein weiteres Merkmal der Shell ist der Gebrauch von Umgebungsvariablen. Dies sind veränderbare Schlüsselpaare im Umgebungsraum der Shell, die jedes von der Shell aufgerufene Programm lesen kann. Daher enthält der Umgebungsraum viele Konfigurationsdaten für Programme. Die folgende Liste zeigt verbreitete Umgebungsvariablen und was sie bedeuten:

Variable Beschreibung
USER Name des angemeldeten Benutzers.
PATH Liste mit Verzeichnissen (getrennt durch Doppelpunkt) zum Suchen nach Programmen.
DISPLAY Der Name des X11-Bildschirms, auf dem Ausgaben erfolgen sollen.
SHELL Die aktuelle Shell.
TERM Name des Terminaltyps des Benutzers. Benutzt, um die Fähigkeiten des Terminals zu bestimmen.
TERMCAP Datenbankeintrag der Terminal Escape Codes, benötigt um verschieden Terminalfunktionen auszuführen.
OSTYPE Typ des Betriebsystems, beispielsweise FreeBSD.
MACHTYPE Die CPU Architektur auf dem das System läuft.
EDITOR Vom Benutzer bevorzugter Text-Editor.
PAGER Vom Benutzer bevorzugter Text-Betrachter.
MANPATH Liste mit Verzeichnissen (getrennt durch Doppelpunkt) zum Suchen nach Manualpages.

Das Setzen von Umgebungsvariablen funktioniert von Shell zu Shell unterschiedlich. Zum Beispiel benutzt man in C-artigen Shells wie der tcsh dazu setenv. Unter Bourne-Shells wie sh oder bash benutzen Sie zum Setzen von Umgebungsvariablen export. Um beispielsweise die Variable EDITOR mit csh oder tcsh auf /usr/local/bin/emacs zu setzen, setzen Sie das folgende Kommando ab:

% setenv EDITOR /usr/local/bin/emacs

Unter Bourne-Shells:

% export EDITOR="/usr/local/bin/emacs"

Sie können die meisten Shells Umgebungsvariablen expandieren lassen, in dem Sie in der Kommandozeile ein $ davor eingeben. Zum Beispiel gibt echo $TERM aus, worauf $TERM gesetzt ist, weil die Shell $TERM expandiert und das Ergebnis an echo gibt.

Shells behandeln viele Spezialzeichen, so genannte Metazeichen, als besondere Darstellungen für Daten. Das allgemeinste ist das Zeichen *, das eine beliebige Anzahl Zeichen in einem Dateinamen repräsentiert. Diese Metazeichen können zum Vervollständigen von Dateinamen (Globbing) benutzt werden. Beispielsweise liefert das Kommando echo * nahezu das gleiche wie die Eingabe von ls, da die Shell alle Dateinamen die mit * übereinstimmen, an echo weitergibt.

Um zu verhindern, dass die Shell diese Sonderzeichen interpretiert, kann man sie schützen, indem man ihnen einen Backslash (\) voranstellt. echo $TERM gibt aus, auf was auch immer Ihr Terminal gesetzt ist. echo \$TERM gibt $TERM genauso aus, wie es hier steht.


3.9.1. Ändern der Shell

Der einfachste Weg Ihre Shell zu ändern, ist das Kommando chsh zu benutzen. chsh platziert Sie im Editor, welcher durch Ihre Umgebungsvariable EDITOR gesetzt ist, im vi wenn die Variable nicht gesetzt ist. Ändern Sie die Zeile mit “Shell:” entsprechend Ihren Wünschen.

Sie können auch chsh mit der Option -s aufrufen, dann wird Ihre Shell gesetzt, ohne dass Sie in einen Editor gelangen. Um Ihre Shell zum Beispiel auf die bash zu ändern, geben Sie das folgende Kommando ein:

% chsh -s /usr/local/bin/bash

Anmerkung: Die von Ihnen gewünschte Shell muss in /etc/shells aufgeführt sein. Haben Sie eine Shell aus der Ports-Sammlung installiert, sollte das schon automatisch erledigt werden. Installierten Sie die Shell von Hand, so müssen Sie sie dort eintragen.

Haben Sie beispielsweise die bash nach /usr/local/bin installiert, geben Sie Folgendes ein:

# echo "/usr/local/bin/bash" >> /etc/shells

Danach können Sie chsh aufrufen.


3.10. Text-Editoren

Eine großer Teil der Konfiguration wird bei FreeBSD durch das Editieren von Textdateien erledigt. Deshalb ist es eine gute Idee, mit einem Texteditor vertraut zu werden. FreeBSD hat ein paar davon im Basissystem und sehr viel mehr in der Ports-Sammlung.

Der am leichtesten und einfachsten zu erlernende Editor nennt sich ee, was für easy editor steht. Um ee zu starten, gibt man in der Kommandozeile ee filename ein, wobei filename den Namen der zu editierenden Datei darstellt. Um zum Beispiel /etc/rc.conf zu editieren, tippen Sie ee /etc/rc.conf ein. Einmal im Editor, finden Sie alle Editor-Funktionen oben im Display aufgelistet. Das Einschaltungszeichen ^ steht für die Ctrl (oder Strg) Taste, mit ^e ist also die Tastenkombination Ctrl+e gemeint. Um ee zu verlassen, drücken Sie Esc und wählen dann leave editor aus. Der Editor fragt nach, ob Sie speichern möchten, wenn die Datei verändert wurde.

FreeBSD verfügt über leistungsfähigere Editoren wie vi als Teil des Basissystems, andere Editoren wie emacs oder vim sind Teil der Ports-Sammlung. Diese Editoren bieten höhere Funktionalität und Leistungsfähigkeit, jedoch auf Kosten einer etwas schwierigeren Erlernbarkeit. Wenn Sie viele Textdateien editieren, sparen Sie auf lange Sicht mehr Zeit durch das Erlernen von Editoren wie vim oder emacs ein.

Viele Anwendungen, die Dateien verändern oder Texteingabe erwarten, werden automatisch einen Texteditor öffnen. Um den Standardeditor zu ändern, setzen Sie die Umgebungsvariable EDITOR. Um mehr darüber zu erfahren, lesen Sie den Abschnitt Shells.


3.11. Geräte und Gerätedateien

Der Begriff Gerät wird meist in Verbindung mit Hardware wie Laufwerken, Druckern, Grafikkarten oder Tastaturen gebraucht. Der Großteil der Meldungen, die beim Booten von FreeBSD angezeigt werden, beziehen sich auf gefundene Geräte. Sie können sich die Bootmeldungen später in /var/run/dmesg.boot ansehen.

Gerätenamen, die Sie wahrscheinlich in den Bootmeldungen sehen werden, sind zum Beispiel acd0, das erste IDE CD-ROM oder kbd0, die Tastatur.

Auf die meisten Geräte wird unter UNIX Systemen über spezielle Gerätedateien im /dev Verzeichnis zugegriffen.


3.11.1. Anlegen von Gerätedateien

Wenn sie ein neues Gerät zu Ihrem System hinzufügen, oder die Unterstützung für zusätzliche Geräte kompilieren, müssen ein oder mehrere Gerätedateien erstellt werden.


3.11.1.1. DEVFS (Gerätedateisystem)

Das Gerätedateisystem DEVFS ermöglicht durch den Namensraum des Dateisystems Zugriff auf den Namensraum der Geräte im Kernel. Damit müssen Gerätedateien nicht mehr extra angelegt werden, sondern werden von DEVFS verwaltet.

Weitere Informationen finden Sie in devfs(5).


3.12. Binärformate

Um zu verstehen, warum FreeBSD das Format elf(5) benutzt, müssen Sie zunächst etwas über die drei gegenwärtig “dominanten” ausführbaren Formate für UNIX Systeme wissen:

  • a.out(5)

    Das älteste und “klassische” Objektformat von UNIX Systemen. Es benutzt einen kurzen, kompakten Header mit einer magischen Nummer am Anfang, die oft benutzt wird, um das Format zu charakterisieren (weitere Details finden Sie unter a.out(5)). Es enthält drei geladene Segmente: .text, .data und .bss, sowie eine Symboltabelle und eine Stringtabelle.

  • COFF

    Das Objektformat von SVR3. Der Header enthält nun eine “Sectiontable”. Man kann also mit mehr als nur den Sections .text, .data und .bss arbeiten.

  • elf(5)

    Der Nachfolger von COFF. Kennzeichnend sind mehrere Sections und mögliche 32-Bit- oder 64-Bit-Werte. Ein wesentlicher Nachteil: ELF wurde auch unter der Annahme entworfen, dass es nur eine ABI (Application Binary Interface) pro Systemarchitektur geben wird. Tatsächlich ist diese Annahme falsch - nicht einmal für die kommerzielle SYSV-Welt (in der es mindestens drei ABIs gibt: SVR4, Solaris, SCO) trifft sie zu.

    FreeBSD versucht, dieses Problem zu umgehen, indem ein Werkzeug bereitgestellt wird, um ausführbare Dateien im ELF-Format mit Informationen über die ABI zu versehen, zu der sie passen. Weitere Informationen finden Sie in der Manualpage brandelf(1).

FreeBSD kommt aus dem “klassischen” Lager und verwendete traditionell das Format a.out(5), eine Technik, die bereits über viele BSD-Releases hinweg eingesetzt und geprüft worden ist. Obwohl es bereits seit einiger Zeit möglich war, auf einem FreeBSD-System auch Binaries (und Kernel) im ELF-Format zu erstellen und auszuführen, widersetzte FreeBSD sich anfangs dem “Druck”, auf ELF als Standardformat umzusteigen. Warum? Nun, als das Linux-Lager die schmerzhafte Umstellung auf ELF durchführte, ging es nicht so sehr darum, dem ausführbaren Format a.out zu entkommen, als dem unflexiblen, auf Sprungtabellen basierten Mechanismus für “Shared-Libraries” der die Konstruktion von Shared-Libraries für Hersteller und Entwickler gleichermaßen sehr kompliziert machte. Da die verfügbaren ELF-Werkzeuge eine Lösung für das Problem mit den Shared-Libraries anboten und ohnehin generell als “ein Schritt vorwärts” angesehen wurden, wurde der Aufwand für die Umstellung als notwendig akzeptiert und die Umstellung wurde durchgeführt. Unter FreeBSD ist der Mechanismus von Shared-Libraries enger an den Stil des Shared-Library-Mechanismus von Suns SunOS™ angelehnt und von daher sehr einfach zu verwenden.

Ja, aber warum gibt es so viele unterschiedliche Formate?

In alter, grauer Vorzeit gab es simple Hardware. Diese simple Hardware unterstützte ein einfaches, kleines System. a.out war absolut passend für die Aufgabe, Binaries auf diesem simplen System (eine PDP-11) darzustellen. Als UNIX von diesem simplen System portiert wurde, wurde auch das a.out-Format beibehalten, weil es für die frühen Portierungen auf Architekturen wie den Motorola 68000 und VAX ausreichte.

Dann dachte sich ein schlauer Hardware-Ingenieur, dass, wenn er Software zwingen könnte, einige Tricks anzustellen, es ihm möglich wäre, ein paar Gatter im Design zu sparen, und seinen CPU-Kern schneller zu machen. Obgleich es dazu gebracht wurde, mit dieser neuen Art von Hardware (heute als RISC bekannt) zu arbeiten, war a.out für diese Hardware schlecht geeignet. Deshalb wurden viele neue Formate entwickelt, um eine bessere Leistung auf dieser Hardware zu erreichen, als mit dem begrenzten, simplen a.out-Format. Dinge wie COFF, ECOFF und einige andere obskure wurden erdacht und ihre Grenzen untersucht, bevor die Dinge sich in Richtung ELF entwickelten.

Hinzu kam, dass die Größe von Programmen gewaltig wurde und Festplatten sowie physikalischer Speicher immer noch relativ klein waren. Also wurde das Konzept von Shared-Libraries geboren. Das VM-System wurde auch immer fortgeschrittener. Obwohl bei jedem dieser Fortschritte das a.out-Format benutzt worden ist, wurde sein Nutzen mit jedem neuen Merkmal mehr und mehr gedehnt. Zusätzlich wollte man Dinge dynamisch zur Ausführungszeit laden, oder Teile ihres Programms nach der Initialisierung wegwerfen, um Hauptspeicher oder Swap-Speicher zu sparen. Programmiersprachen wurden immer fortschrittlicher und man wollte, dass Code automatisch vor der main-Funktion aufgerufen wird. Das a.out-Format wurde oft überarbeitet, um alle diese Dinge zu ermöglichen und sie funktionierten auch für einige Zeit. a.out konnte diese Probleme nicht ohne ein ständiges Ansteigen eines Overheads im Code und in der Komplexität handhaben. Obwohl ELF viele dieser Probleme löste, wäre es sehr aufwändig, ein System umzustellen, das im Grunde genommen funktionierte. Also musste ELF warten, bis es aufwändiger war, bei a.out zu bleiben, als zu ELF überzugehen.

Im Laufe der Zeit haben sich die Erstellungswerkzeuge, von denen FreeBSD seine Erstellungswerkzeuge abgeleitet hat (speziell der Assembler und der Loader), in zwei parallele Zweige entwickelt. Im FreeBSD-Zweig wurden Shared-Libraries hinzugefügt und einige Fehler behoben. Das GNU-Team, das diese Programme ursprünglich geschrieben hat, hat sie umgeschrieben und eine simplere Unterstützung zur Erstellung von Cross-Compilern durch beliebiges Einschalten verschiedener Formate usw. hinzugefügt. Viele Leute wollten Cross-Compiler für FreeBSD erstellen, aber sie hatten kein Glück, denn FreeBSD's ältere Sourcen für as und ld waren hierzu nicht geeignet. Die neuen GNU-Werkzeuge (binutils) unterstützen Cross-Compilierung, ELF, Shared-Libraries, C++-Erweiterungen und mehr. Weiterhin geben viele Hersteller ELF-Binaries heraus und es ist gut, wenn FreeBSD sie ausführen kann.

ELF ist ausdrucksfähiger als a.out und gestattet eine bessere Erweiterbarkeit des Basissystems. Die ELF-Werkzeuge werden besser gewartet und bieten Unterstützung von Cross-Compilierung, was für viele Leute wichtig ist. ELF mag etwas langsamer sein, als a.out, aber zu versuchen, das zu messen, könnte schwierig werden. Es gibt unzählige Details, in denen sich die beiden Formate unterscheiden, wie sie Pages abbilden, Initialisierungscode handhaben usw. Keins davon ist sehr wichtig, aber es sind Unterschiede. Irgendwann wird die Unterstützung für Programme im a.out-Format aus dem GENERIC-Kernel entfernt werden. Wenn es dann keinen oder kaum noch Bedarf für die Unterstützung dieses Formates gibt, werden die entsprechenden Routinen ganz entfernt werden.


3.13. Weitere Informationen

3.13.1. Manualpages

Die umfassendste Dokumentation rund um FreeBSD gibt es in Form von Manualpages. Annähernd jedes Programm im System bringt eine kurze Referenzdokumentation mit, die die grundsätzliche Funktion und verschiedene Parameter erklärt. Diese Dokumentationen kann man mit dem man Kommando benutzen. Die Benutzung des man Kommandos ist einfach:

% man Kommando

Kommando ist der Name des Kommandos, über das Sie etwas erfahren wollen. Um beispielsweise mehr über das Kommando ls zu lernen, geben Sie ein:

% man ls

Die Online-Dokumentation ist in nummerierte Sektionen unterteilt:

  1. Benutzerkommandos.

  2. Systemaufrufe und Fehlernummern.

  3. Funktionen der C Bibliothek.

  4. Gerätetreiber.

  5. Dateiformate.

  6. Spiele und andere Unterhaltung.

  7. Verschiedene Informationen.

  8. Systemverwaltung und -Kommandos.

  9. Kernel Entwickler.

In einigen Fällen kann dasselbe Thema in mehreren Sektionen auftauchen. Es gibt zum Beispiel ein chmod Benutzerkommando und einen chmod() Systemaufruf. In diesem Fall können Sie dem man Kommando sagen, aus welcher Sektion Sie die Information erhalten möchten, indem Sie die Sektion mit angeben:

% man 1 chmod

Dies wird Ihnen die Manualpage für das Benutzerkommando chmod zeigen. Verweise auf eine Sektion der Manualpages werden traditionell in Klammern gesetzt. So bezieht sich chmod(1) auf das Benutzerkommando chmod und mit chmod(2) ist der Systemaufruf gemeint.

Das ist nett, wenn Sie den Namen eines Kommandos wissen, und lediglich wissen wollen, wie es zu benutzen ist. Aber was tun Sie, wenn Sie Sich nicht an den Namen des Kommandos erinnern können? Sie können mit man nach Schlüsselbegriffen in den Kommandobeschreibungen zu suchen, indem Sie den Parameter -k benutzen:

% man -k mail

Mit diesem Kommando bekommen Sie eine Liste der Kommandos, deren Beschreibung das Schlüsselwort “mail” enthält. Diese Funktionalität erhalten Sie auch, wenn Sie das Kommando apropos benutzen.

Nun, Sie schauen Sich alle die geheimnisvollen Kommandos in /usr/bin an, haben aber nicht den blassesten Schimmer, wozu die meisten davon gut sind? Dann rufen Sie doch einfach das folgende Kommando auf:

% cd /usr/bin
% man -f *

Dasselbe erreichen Sie durch Eingabe von:

% cd /usr/bin
% whatis *

3.13.2. GNU Info Dateien

FreeBSD enthält viele Anwendungen und Utilities der Free Software Foundation (FSF). Zusätzlich zu den Manualpages bringen diese Programme ausführlichere Hypertext-Dokumente (info genannt) mit, welche man sich mit dem Kommando info ansehen kann. Wenn Sie emacs installiert haben, können Sie auch dessen info-Modus benutzen.

Um das Kommando info(1) zu benutzen, geben Sie einfach ein:

% info

Eine kurze Einführung gibt es mit h; eine Befehlsreferenz erhalten Sie durch Eingabe von: ?.


Kapitel 4. Installieren von Anwendungen: Pakete und Ports

Übersetzt von Uwe Pierau.

4.1. Übersicht

FreeBSD enthält sehr viele Systemwerkzeuge, die Teil des Basissystems sind. Allerdings sind Sie früher oder später auf Software Dritter angewiesen, damit Sie bestimmte Arbeiten durchführen können. Um diese Software zu installieren, stellt FreeBSD zwei sich ergänzende Methoden zur Verfügung: Die Ports-Sammlung (zur Installation aus dem Quellcode) sowie Pakete (auch als Packages bezeichnet, zur Installation von vorkompilierten binären Softwarepaketen). Sie können beide Methoden benutzen, um Ihre Lieblingsanwendungen von lokalen Medien oder über das Netzwerk zu installieren.

Dieses Kapitel behandelt die folgenden Themen:

  • Die Installation binärer Softwarepakete.

  • Der Bau Software Dritter aus dem Quellcode mithilfe der Ports-Sammlung.

  • Wie zuvor installierte Pakete oder Ports entfernt werden.

  • Wie Sie die Voreinstellungen der Ports-Sammlung überschreiben.

  • Die Suche nach geeigneter Software.

  • Wie Sie Ihre Anwendungen aktualisieren.


4.2. Installation von Software

Wenn Sie schon einmal ein UNIX System benutzt haben, werden Sie wissen, dass zusätzliche Software meist wie folgt installiert wird:

  1. Download der Software, die als Quelltext oder im Binärformat vorliegen kann.

  2. Auspacken der Software, die typischerweise ein mit compress(1), gzip(1) oder bzip2(1) komprimiertes Tar-Archiv enthält.

  3. Durchsuchen der Dokumentation, die sich meist in Dateien wie INSTALL, README oder mehreren Dateien im Verzeichnis doc/ befindet, nach Anweisungen, wie die Software zu installieren ist.

  4. Kompilieren der Software wenn sie als Quelltext vorliegt. Dazu müssen Sie vielleicht das Makefile anpassen, oder configure laufen lassen, oder andere Arbeiten durchführen.

  5. Testen und installieren der Software.

Das beschreibt aber nur den optimalen Fall. Wenn Sie Software installieren, die nicht speziell für FreeBSD geschrieben wurde, müssen Sie vielleicht sogar den Quelltext anpassen, damit die Software funktioniert.

Wenn Sie unbedingt wollen, können Sie mit FreeBSD Software nach der “althergebrachten” Methode installieren. Mit Paketen oder Ports bietet Ihnen FreeBSD allerdings zwei Methoden an, die Ihnen sehr viel Zeit sparen können. Zurzeit werden über 20,000 Anwendungen Dritter über diese Methoden zur Verfügung gestellt.

Das FreeBSD-Paket einer Anwendung besteht aus einer einzigen Datei, die Sie sich herunterladen müssen. Das Paket enthält schon übersetzte Kommandos der Anwendung, sowie zusätzliche Konfigurationsdateien oder Dokumentation. Zur Handhabung der Pakete stellt FreeBSD-Kommandos wie pkg_add(1), pkg_delete(1) oder pkg_info(1) zur Verfügung. Mit diesem System können neue Anwendungen mit einem Kommando, pkg_add, installiert werden.

Der FreeBSD-Port einer Anwendung ist eine Sammlung von Dateien, die das Kompilieren der Quelltexte einer Anwendung automatisieren.

Die Dateien eines Ports führen für Sie alle oben aufgeführten Schritte zum Installieren einer Anwendung durch. Mit einigen wenigen Kommandos wird der Quellcode der Anwendung automatisch heruntergeladen, ausgepackt, gepatcht, übersetzt und installiert.

Tatsächlich kann das Portsystem auch dazu benutzt werden, Pakete zu generieren, die Sie mit den gleich beschriebenen Kommandos, wie pkg_add, manipulieren können.

Pakete und Ports beachten Abhängigkeiten zwischen Anwendungen. Angenommen, Sie wollen eine Anwendung installieren, die von einer Bibliothek abhängt und die Anwendung wie die Bibliothek sind als Paket oder Port für FreeBSD verfügbar. Wenn Sie pkg_add oder das Portsystem benutzen, um die Anwendung zu installieren, werden Sie bemerken, dass die Bibliothek zuerst installiert wird, wenn sie nicht schon vorher installiert war.

Sie werden sich fragen, warum FreeBSD-Pakete und -Ports unterstützt, wo doch beide Methoden fast gleiches leisten. Beide Methoden haben ihre Stärken und welche Sie einsetzen, hängt letztlich von Ihren Vorlieben ab.

Vorteile von Paketen

  • Das komprimierte Paket einer Anwendung ist normalerweise kleiner als das komprimierte Archiv der Quelltexte.

  • Pakete müssen nicht mehr kompiliert werden. Dies ist ein Vorteil, wenn Sie große Pakete, wie Mozilla, KDE oder GNOME auf langsamen Maschinen installieren.

  • Wenn Sie Pakete verwenden, brauchen Sie nicht zu verstehen, wie Sie Software unter FreeBSD kompilieren.

Vorteile von Ports

  • Da die Pakete auf möglichst vielen System laufen sollen, werden Optionen beim Übersetzen zurückhaltend gesetzt. Wenn Sie eine Anwendung über die Ports installieren, können Sie die Angabe der Optionen optimieren. Zum Beispiel können Sie spezifischen Code für Pentium 4 oder Athlon Prozessoren erzeugen.

  • Die Eigenschaften einiger Anwendungen werden über Optionen zum Zeitpunkt des Übersetzens festgelegt. Apache kann zum Beispiel über viele eingebaute Optionen konfiguriert werden. Wenn Sie das Portsystem benutzen, können Sie die Vorgaben für die Optionen überschreiben.

    Für einige Fälle existieren verschiedene Pakete einer Anwendung, die beim Übersetzen unterschiedlich konfiguriert wurden. Für Ghostscript gibt es ein ghostscript-Paket und ein ghostscript-nox11-Paket, die sich durch die X11 Unterstützung unterscheiden. Diese grobe Unterscheidung ist mit dem Paketsystem möglich, wird aber schnell unhandlich, wenn eine Anwendung mehr als ein oder zwei Optionen zum Zeitpunkt des Übersetzens besitzt.

  • Die Lizenzbestimmungen mancher Software verbietet ein Verbreiten in binärer Form. Diese Software muss als Quelltext ausgeliefert werden.

  • Einige Leute trauen binären Distributionen nicht. Wenn Sie den Quelltext besitzen, können Sie sich diesen (zumindest theoretisch) durchlesen und nach möglichen Problemen durchsuchen.

  • Wenn Sie eigene Anpassungen besitzen, benötigen Sie den Quelltext, um diese anzuwenden.

  • Manch einer besitzt gerne den Quelltext, um ihn zu lesen, wenn es einmal langweilig ist, ihn zu hacken, oder sich einfach ein paar Sachen abzugucken (natürlich nur, wenn es die Lizenzbestimmungen erlauben).

Wenn Sie über aktualisierte Ports informiert sein wollen, lesen Sie bitte die Mailinglisten FreeBSD ports und FreeBSD ports bugs.

Warnung: Bevor Sie eine Anwendung installieren, sollten Sie auf der Seite http://vuxml.FreeBSD.org/ über mögliche Sicherheitsprobleme mit der Anwendung informieren.

Die Anwendung ports-mgmt/portaudit prüft automatisch alle installierten Anwendungen auf bekannte Sicherheitslöcher. Vor dem Bau eines Ports findet ebenfalls eine Prüfung statt. Installierte Pakete prüfen Sie mit dem Kommando portaudit -F -a.

Der Rest dieses Kapitels beschreibt, wie Sie Software Dritter mit Paketen oder Ports auf einem FreeBSD-System installieren und verwalten.


4.3. Suchen einer Anwendung

Bevor Sie eine Anwendung installieren, müssen Sie deren Art und Namen kennen.

Die Anzahl der nach FreeBSD portierten Anwendungen steigt ständig. Zum Glück gibt es einige Wege, die richtige zu finden.

  • Eine aktuelle Liste verfügbarer Anwendungen, die sich auch durchsuchen lässt, finden Sie unter http://www.FreeBSD.org/ports/. Die Anwendungen sind in Kategorien unterteilt und Sie können sich alle Anwendungen einer Kategorie anzeigen lassen. Wenn Sie den Namen der Anwendung kennen, können Sie natürlich auch direkt nach dem Namen suchen.

  • FreshPorts, das von Dan Langille gepflegt wird, erreichen Sie unter http://www.FreshPorts.org/. FreshPorts verfolgt Änderungen an Anwendungen aus den Ports. Mit FreshPorts können Sie ein oder mehrere Ports beobachten und sich eine E-Mail schicken lassen, wenn ein Port aktualisiert wird.

  • Wenn Sie den Namen einer Anwendung nicht kennen, versuchen Sie eine Webseite wie FreshMeat (http://www.freshmeat.net/), um eine passende Anwendung zu finden. Schauen Sie dann auf der FreeBSD-Webseite nach, ob die Anwendung schon portiert wurde.

  • Wenn Sie den Portnamen kennen und nur nach der Kategorie suchen wollen, verwenden Sie das Kommando whereis(1). Geben Sie einfach whereis Datei ein. Datei ist der Name des Programms, das Sie suchen:

    # whereis lsof
    lsof: /usr/ports/sysutils/lsof
    

    Damit haben wir herausgefunden, dass sich lsof, ein Systemwerkzeug, im Verzeichnis /usr/ports/sysutils/lsof befindet.

  • Auch mit einem einfachen echo(1)-Befehl können Sie herausfinden, wo Sie einen bestimmten Port finden. Dazu ein Beispiel:

    # echo /usr/ports/*/*lsof*
              /usr/ports/sysutils/lsof
    

    Beachten Sie aber, dass dieser Befehl auch alle Dateien im Verzeichnis /usr/ports/distfiles findet, auf die der angegebene Suchbegriff passt.

  • Ein weiterer Weg, einen bestimmten Port zu finden, ist es, die eingebaute Suchfunktion der Ports-Sammlung zu benutzen. Dazu muss Ihr Arbeitsverzeichnis /usr/ports sein. In diesem Verzeichnis rufen Sie make search name=Anwendungsname auf, wobei Anwendungsname der Name der gesuchten Anwendung ist. Wenn Sie zum Beispiel nach lsof suchen:

    # cd /usr/ports
    # make search name=lsof
    Port:   lsof-4.56.4
    Path:   /usr/ports/sysutils/lsof
    Info:   Lists information about open files (similar to fstat(1))
    Maint:  obrien@FreeBSD.org
    Index:  sysutils
    B-deps:
    R-deps:
    

    Der Teil der Ausgabe der Sie interessiert ist die Zeile, die mit “Path:” beginnt, weil sie Ihnen sagt, wo der Port zu finden ist. Die anderen Informationen werden zum Installieren des Ports nicht direkt benötigt, Sie brauchen sich darum jetzt nicht weiter zu kümmern.

    Erweiterte Suchen führen Sie mit dem Kommando make search key=Text aus. Damit werden Portnamen, Kommentare, Beschreibungen und Abhängigkeiten nach Text durchsucht. Dies kann sehr nützlich sein, wenn Sie den Namen des Programms, nach dem Sie suchen, nicht kennen.

    In beiden Fällen wird Groß- und Kleinschreibung bei der Suche ignoriert. Die Suche nach “LSOF” wird dieselben Ergebnisse wie die Suche nach “lsof” liefern.


4.4. Benutzen des Paketsystems

Beigesteuert von Chern Lee.

4.4.1. Installieren eines Pakets

Mit pkg_add(1) können Sie ein FreeBSD-Paket von einer lokalen Datei oder über das Netzwerk installieren.

Beispiel 4-1. Download vor Installation eines Pakets

# ftp -a ftp2.FreeBSD.org
Connected to ftp2.FreeBSD.org.
220 ftp2.FreeBSD.org FTP server (Version 6.00LS) ready.
331 Guest login ok, send your email address as password.
230-
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Remote system type is UNIX.
Using binary mode to transfer files.
ftp> cd /pub/FreeBSD/ports/packages/sysutils/
250 CWD command successful.
ftp> get lsof-4.56.4.tgz
local: lsof-4.56.4.tgz remote: lsof-4.56.4.tgz
200 PORT command successful.
150 Opening BINARY mode data connection for 'lsof-4.56.4.tgz' (92375 bytes).
100% |**************************************************| 92375       00:00 ETA
226 Transfer complete.
92375 bytes received in 5.60 seconds (16.11 KB/s)
ftp> exit
# pkg_add lsof-4.56.4.tgz

Wenn Sie die Pakete nicht lokal vorliegen haben (zum Beispiel auf den FreeBSD-CD-ROMs), ist es wahrscheinlich einfacher den Schalter -r von pkg_add(1) zu verwenden. Das Werkzeug bestimmt dann automatisch das nötige Objektformat und die richtige Version des Pakets, lädt dieses dann von einem FTP-Server und installiert das Paket.

# pkg_add -r lsof

Das obige Beispiel würde ohne weitere Interaktion das richtige Paket herunterladen und installieren. Pakete werden vom FreeBSD-Hauptserver heruntergeladen. Wenn Sie anderen Server verwenden möchten, geben Sie den Server in der Umgebungsvariablen PACKAGESITE an. Die Dateien werden mit fetch(3), das Umgebungsvariablen wie FTP_PASSIVE_MODE, FTP_PROXY und FTP_PASSWORD berücksichtigt, heruntergeladen. Wenn Sie durch eine Firewall geschützt werden, müssen Sie vielleicht eine oder mehrere dieser Umgebungsvariablen setzen oder einen FTP oder HTTP Proxy verwenden. Eine Liste der unterstützten Umgebungsvariablen finden Sie in fetch(3). Beachten Sie, dass im obigen Beispiel lsof anstelle von lsof-4.56.4 verwendet wird. Wenn Sie pkg_add(1) zum Herunterladen eines Pakets verwenden, darf die Versionsnummer des Pakets nicht angegeben werden, da automatisch die neuste Version der Anwendung geholt wird.

Anmerkung: Unter FreeBSD-CURRENT oder FreeBSD-STABLE holt pkg_add(1) die neuste Version einer Anwendung, unter einer Release holt pkg_add(1) die Version der Anwendung, die im Release enthalten ist. Sie können dies ändern, indem Sie die Umgebungsvariable PACKAGESITE überschreiben. Wenn Sie bespielsweise FreeBSD 5.4-RELEASE installiert haben, versucht pkg_add(1) in der Voreinstellung die Pakete von ftp://ftp.freebsd.org/pub/FreeBSD/ports/i386/packages-5.4-release/Latest/ zu laden. Wollen Sie pkg_add(1) dazu zwingen, nur FreeBSD 5-STABLE-Pakete herunterzuladen, setzen Sie die Umgebungsvariable PACKAGESITE auf ftp://ftp.freebsd.org/pub/FreeBSD/ports/i386/packages-5-stable/Latest/.

Pakete werden im .tgz- und .tbz-Format ausgeliefert. Sie finden Sie unter ftp://ftp.FreeBSD.org/pub/FreeBSD/ports/packages/ oder auf der FreeBSD-CD-ROM-Distribution. Jede CD der FreeBSD Distribution (oder des PowerPaks) enthält Pakete im Verzeichnis /packages. Die Struktur des Paketbaums entspricht dem /usr/ports Baum. Jede Kategorie besitzt ein eigenes Verzeichnis und alle Pakete befinden sich im Verzeichnis All.

Die Verzeichnisstruktur des Paketbaums ist ein Abbild der Ports, da beide Systeme eng zusammenarbeiten.


4.4.2. Verwalten von Paketen

pkg_info(1) zeigt alle installierten Pakete und deren Beschreibung an.

# pkg_info
cvsup-16.1          A general network file distribution system optimized for CV
docbook-1.2         Meta-port for the different versions of the DocBook DTD
...

pkg_version(1) vergleicht die Version installierter Pakete mit der Version aus der Ports-Sammlung.

# pkg_version
cvsup                       =
docbook                     =
...

Die Symbole in der zweiten Spalte zeigen das Alter des Pakets im Vergleich zu der lokalen Version aus der Ports-Sammlung an.

Symbol Bedeutung
= Die Version des installierten Paketes stimmt mit der Version aus der lokalen Ports-Sammlung überein.
< Die installierte Version ist älter als die der verfügbaren Version aus der Ports-Sammlung.
> Die installierte Version ist neuer als die aus der Ports-Sammlung (Eventuell ist die lokale Ports-Sammlung veraltet).
? Das installierte Paket konnte in der Ports-Sammlung nicht gefunden werden. Das kann dadurch hervorgerufen werden, dass ein installierter Port aus der Ports-Sammlung entfernt wurde oder einen neuen Namen erhalten hat.
* In der Ports-Sammlung befinden sich mehrere Versionen der Anwendung.
! Das installierte Paket ist zwar im Index enthalten, aus irgendeinem Grund war pkg_version aber dennoch nicht in der Lage, die Versionsnummer des installierten Pakets mit der Versionsnummer des entsprechenden Eintrags im Index zu vergleichen.

4.4.3. Entfernen eines Pakets

Um ein zuvor installiertes Paket zu entfernen, benutzen Sie das Werkzeug pkg_delete(1).

# pkg_delete xchat-1.7.1

Beachten Sie, dass pkg_delete(1) die vollständige Bezeichnung des Pakets benötigt (also Paketname und Versionsnummer). Die Eingabe von xchat (anstelle von xchat-1.7.1) ist daher nicht ausreichend. Zwar können Sie die Versionsnummer eines installierten Pakets mit pkg_version(1) herausfinden, es ist aber auch möglich, ein Paket zu deinstallieren, ohne die exakte Versionsnummer zu kennen, wenn Sie Wildcards einsetzen:

# pkg_delete xchat\*

In diesem Beispiel werden alle Pakete gelöscht, deren Name mit xchat beginnt.


4.4.4. Verschiedenes

Informationen über alle installierte Pakete werden in /var/db/pkg abgelegt. Das Verzeichnis enthält Dateien, in denen sich die Beschreibungen der Pakete und Listen von Dateien, die zu einem Paket gehören, befinden.


4.5. Benutzen der Ports-Sammlung

Die folgenden Abschnitte stellen die grundlegenden Anweisungen vor, um Anwendungen aus der Ports-Sammlung auf Ihren Rechner zu installieren oder zu löschen. ports(7) enthält eine Auflistung aller verfügbaren make-Targets und Umgebungsvariablen.


4.5.1. Installation der Ports-Sammlung

Bevor Sie einen Port installieren können, müssen Sie zuerst die Ports-Sammlung installieren, die aus Makefiles, Patches und Beschreibungen besteht. Die Ports-Sammlung wird für gewöhnlich unter /usr/ports installiert.

Bei der FreeBSD-Installation hatten Sie in sysinstall die Möglichkeit, die Ports-Sammlung zu installieren. Wenn Sie die Sammlung damals nicht installiert haben, können Sie das mit den folgenden Anweisungen nachholen:

Installieren mit CVSup

Dies ist eine schnelle Methode, um die Ports-Sammlung zu installieren und zu aktualisieren. CVSup wird im Abschnitt Benutzen von CVSup des Handbuchs beschrieben.

Anmerkung: Die seit FreeBSD 6.2 im Basissystem enthaltene Variante des CVSup-Protokolls heißt csup. Verwenden Sie hingegen noch eine ältere FreeBSD-Version, können Sie csup über den Port net/csup installieren.

Achten Sie darauf, dass das Verzeichnis /usr/ports leer ist, bevor Sie csup das erste Mal ausführen! Haben Sie die Ports-Sammlung zuvor schon aus einer anderen Quelle installiert, wird csup bereits aus dem Repository entfernte Patches nicht aus der lokalen Kopie der Ports-Sammlung löschen.

  1. Rufen Sie csup auf:

    # csup -L 2 -h cvsup.FreeBSD.org /usr/share/examples/cvsup/ports-supfile
    

    Ersetzen Sie cvsup.FreeBSD.org durch einen CVSup-Server in Ihrer Nähe. Eine vollständige Liste der CVSup-Spiegel finden Sie im Abschnitt CVSup-Server des Handbuchs.

    Anmerkung: Sie sollten sich eine an Ihre Bedürfnisse angepasste ports-supfile erstellen, um so beispielsweise zu vermeiden, dass Sie bei jedem Aufruf von CVSup wieder die Parameterliste übergeben müssen.

    1. Dazu kopieren Sie zuerst als root die Datei /usr/share/examples/cvsup/ports-supfile nach /root oder in Ihr Heimatverzeichnis.

    2. Danach müssen Sie die Datei ports-supfile anpassen.

    3. Dazu ersetzen Sie cvsup.FreeBSD.org durch einen CVSup-Server in Ihrer Nähe. Eine vollständige Liste der CVSup-Spiegel finden Sie im Abschnitt CVSup-Server des Handbuchs.

    4. Nun können Sie csup mit folgender Syntax starten:

      # csup -L 2 /root/ports-supfile
      
  2. Mit csup(1) können Sie später auch die Ports-Sammlung aktualisieren. Die installierten Ports werden mit diesem Kommando allerdings nicht aktualisiert.

Installieren mit Portsnap

Bei Portsnap handelt es sich um ein alternatives System zur Distribution der Ports-Sammlung, das seit FreeBSD 6.0 im Basissystem enthalten ist. Verwenden Sie eine ältere FreeBSD-Version, können Sie zur Installation das Paket ports-mgmt/portsnap verwenden:

# pkg_add -r portsnap

Eine detaillierte Beschreibung von Portsnap finden Sie im Abschnitt Using Portsnap des Handbuchs.

  1. Ab FreeBSD 6.1-RELEASE oder bei einem aktuellen Portsnap-Paket oder -Port ist dieser Schritt nicht nötig, da in diesen Fällen das Verzeichnis /usr/ports automatisch beim ersten Aufruf von portsnap(8) angelegt wird. Verwenden Sie hingegen eine ältere Version von Portsnap, müssen Sie dieses Verzeichnis manuell anlegen, falls dieses auf Ihrem System noch nicht existiert:

    # mkdir /usr/ports
    
  2. Laden Sie einen komprimierten Snapshot der Ports-Sammlung in das Verzeichnis /var/db/portsnap herunter. Danach können Sie die Internetverbindung trennen, wenn Sie dies wünschen.

    # portsnap fetch
    
  3. Wenn Sie Portsnap das erste Mal verwenden, müssen Sie den Snapshot nach /usr/ports extrahieren:

    # portsnap extract
    

    Ist die Ports-Sammlung bereits installiert, und Sie wollen diese nur aktualisieren, führen Sie stattdessen folgenden Befehl aus:

    # portsnap update
    

Installieren mit sysinstall

Nicht zuletzt ist es auch möglich, die Ports-Sammlung über sysinstall zu installieren. Beachten Sie dabei aber, dass bei dieser Methode nicht die aktuellste Version der Ports-Sammlung, sondern die Version, die zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der installierten FreeBSD-Version aktuell war, installiert wird. Haben Sie Zugriff auf das Internet, so sollten Sie daher stets eine der weiter oben beschriebenen Methoden verwenden, um die Ports-Sammlung zu installieren.

  1. Führen Sie als root sysinstall (vor FreeBSD 5.2 /stand/sysinstall) aus:

    # /stand/sysinstall
    
  2. Wählen Sie den Punkt Configure aus und drücken Sie Enter.

  3. Wählen Sie dann Distributions aus und drücken Sie Enter.

  4. In diesem Menü wählen Sie ports aus und drücken die Leertaste.

  5. Danach wählen Sie Exit aus und drücken Enter.

  6. Legen Sie nun ein geeignetes Installationsmedium, wie CD-ROM oder FTP, fest.

  7. Wählen Sie nun Exit aus und drücken Enter.

  8. Verlassen Sie sysinstall mit X.


4.5.2. Ports installieren

Was ist mit einem “Gerüst” im Zusammenhang mit der Ports-Sammlung gemeint? In aller Kürze: ein Gerüst eines Ports ist ein minimaler Satz von Dateien, mit denen das FreeBSD-System eine Anwendung sauber übersetzen und installieren kann. Ein jeder Port beinhaltet:

  • Eine Datei Makefile. Das Makefile enthält verschiedene Anweisungen, die spezifizieren, wie eine Anwendung kompiliert wird und wo sie auf Ihrem System installiert werden sollte.

  • Eine Datei distinfo. Diese enthält Informationen, welche Dateien heruntergeladen werden müssen sowie deren MD5-Prüfsummen (die Sie mit md5(1) sowie sha256(1) überprüfen können, um sicher zu gehen, dass diese Dateien während des Herunterladens nicht beschädigt wurden).

  • Ein files Verzeichnis. Hierin liegen Patches, welche das Übersetzen und Installieren der Anwendung ermöglichen. Patches sind im Wesentlichen kleine Dateien, die Änderungen an speziellen Dateien spezifizieren. Sie liegen als reiner Text vor und sagen ungefähr: “Lösche Zeile 10” oder “Ändere Zeile 26 zu ...”. Patches sind auch bekannt unter dem Namen “diffs”, weil Sie mit dem Programm diff(1) erstellt werden.

    Dieses Verzeichnis kann auch noch andere Dateien enthalten, welche zum Bauen des Ports benutzt werden.

  • Eine Datei pkg-descr. Eine ausführlichere, oft mehrzeilige Beschreibung der Anwendung.

  • Eine Datei pkg-plist. Das ist eine Liste aller Dateien, die durch diesen Port installiert werden. Außerdem sind hier Informationen enthalten, die zum Entfernen des Ports benötigt werden.

Einige Ports besitzen noch andere Dateien, wie pkg-message, die vom Portsystem benutzt werden, um spezielle Situationen zu handhaben. Wenn Sie mehr über diese Dateien oder das Port-System erfahren sollen, lesen Sie bitte das FreeBSD Porter's Handbook.

Ein Port enthält lediglich Anweisungen, wie der Quelltext zu bauen ist, nicht aber den eigentlichen Quelltext. Den Quelltext erhalten Sie von einer CD-ROM oder aus dem Internet. Quelltexte werden in einem Format nach Wahl des jeweiligen Software-Autors ausgeliefert. Häufig ist dies ein gezipptes Tar-Archiv, aber es kann auch mit einem anderen Tool komprimiert oder gar nicht komprimiert sein. Der Quelltext, in welcher Form er auch immer vorliegen mag, wird “Distfile” genannt. Die zwei Methoden, mit denen ein Port installiert wird, werden unten besprochen.

Anmerkung: Zum Installieren von Ports müssen Sie als Benutzer root angemeldet sein.

Warnung: Stellen Sie sicher, dass die Ports-Sammlung aktuell ist, bevor Sie einen Port installieren. Informieren Sie sich vorher zusätzlich unter http://vuxml.FreeBSD.org/ über mögliche Sicherheitsprobleme des zu installierenden Ports.

Vor der Installation kann portaudit eine neue Anwendung automatisch auf Sicherheitslöcher prüfen. Das Werkzeug befindet sich in der Ports-Sammlung (ports-mgmt/portaudit). Vor der Installation einer neuen Anwendung sollten Sie mit portaudit -F die Sicherheitsdatenbank aktualisieren. Die täglich laufende Sicherheitsprüfung des Systems aktualisiert die Datenbank und prüft installierte Anwendungen auf vorhandene Sicherheitslöcher. Weiteres erfahren Sie in den Hilfeseiten portaudit(1) und periodic(8).

Die Ports-Sammlung geht davon, dass Ihr System über eine funktionierende Internetverbindung verfügt. Ist dies nicht der Fall, müssen Sie eine Kopie des zu installierenden Distfiles manuell nach /usr/ports/distfiles kopieren.

Dazu wechseln Sie als erstes in das Verzeichnis des Ports, den Sie installieren wollen:

# cd /usr/ports/sysutils/lsof

Im Verzeichnis lsof kann man das Gerüst erkennen. Der nächste Schritt ist das Übersetzen (auch Bauen genannt) des Ports durch die Eingabe des Befehls make:

# make
>> lsof_4.57D.freebsd.tar.gz doesn't seem to exist in /usr/ports/distfiles/.
>> Attempting to fetch from ftp://lsof.itap.purdue.edu/pub/tools/unix/lsof/.
===>  Extracting for lsof-4.57
...
[Ausgabe des Auspackens weggelassen]
...
>> Checksum OK for lsof_4.57D.freebsd.tar.gz.
===>  Patching for lsof-4.57
===>  Applying FreeBSD patches for lsof-4.57
===>  Configuring for lsof-4.57
...
[configure-Ausgabe weggelassen]
...
===>  Building for lsof-4.57
...
[Ausgabe der Übersetzung weggelassen]
...
#

Ist die Übersetzungsprozedur beendet, landen Sie wiederum in der Kommandozeile und können das Programm im nächsten Schritt installieren. Dazu verwenden Sie den Befehl make install:

# make install
===>  Installing for lsof-4.57
...
[Ausgabe der Installation weggelassen]
...
===>   Generating temporary packing list
===>   Compressing manual pages for lsof-4.57
===>   Registering installation for lsof-4.57
===>  SECURITY NOTE:
      This port has installed the following binaries which execute with
      increased privileges.
#

Nachdem die Installation abgeschlossen ist, können Sie die gerade installierte Anwendung starten. Da lsof eine Anwendung ist, die mit erhöhten Rechten läuft, wird eine Sicherheitswarnung angezeigt. Sie sollten alle Warnungen während des Baus und der Installation eines Ports beachten.

Es ist eine gute Idee, das Unterverzeichnis work nach erfolgter Installation wieder zu löschen. Einerseits gewinnen Sie dadurch Speicherplatz, andererseits könnte es sonst zu Problemen bei der Aktualisierung des Ports auf eine neuere Version kommen.

# make clean
===>  Cleaning for lsof-4.57
#

Anmerkung: Sie können zwei Schritte sparen, wenn Sie gleich make install clean anstelle von make, make install, und make clean eingeben.

Anmerkung: Um die Suche nach Kommandos zu beschleunigen, speichern einige Shells eine Liste der verfügbaren Kommandos in den durch die Umgebungsvariable PATH gegebenen Verzeichnissen. Nach der Installation eines Ports müssen Sie in einer solchen Shell vielleicht das Kommando rehash absetzen, um die neu installierten Kommandos benutzen zu können. Das Kommando rehash gibt es in Shells wie der tcsh. Unter Shells wie der sh benutzen Sie das Kommando hash -r. Weiteres entnehmen Sie bitte der Dokumentation Ihrer Shell.

Einige von Dritten angebotenen DVD-ROM-Produkte wie das FreeBSD Toolkit von der FreeBSD Mall enthalten auch Distfiles (komprimierte Quellcodepakete). Diese lassen sich über die Ports-Sammlung installieren. Dazu hängen Sie die DVD-ROM unter /cdrom in den Verzeichnisbaum ein. Wenn Sie einen anderen Mountpunkt verwenden, sollten Sie die make-Variable CD_MOUNTPTS setzen, damit die auf der DVD-ROM enthaltenen Distfiles automatisch verwendet werden.

Anmerkung: Beachten Sie bitte, dass die Lizenzen einiger Ports die Einbeziehung auf der CD-ROM verbieten. Das kann verschiedene Gründe haben. Beispielsweise eine Registrierung vor dem Herunterladen erforderlich oder die Weiterverteilung ist verboten. Wenn Sie einen Port installieren wollen, der nicht auf der CD-ROM enthalten ist, müssen Sie online sein.

Die Ports-Sammlung benutzt zum Herunterladen von Dateien fetch(3), das Umgebungsvariablen wie FTP_PASSIVE_MODE, FTP_PROXY und FTP_PASSWORD berücksichtigt. Wenn Sie durch eine Firewall geschützt werden, müssen Sie vielleicht eine oder mehrere dieser Umgebungsvariablen setzen, oder einen FTP oder HTTP Proxy verwenden. Eine Liste der unterstützten Umgebungsvariablen finden Sie in fetch(3).

Benutzer ohne eine ständige Internet-Verbindung werden das Kommando make fetch zu schätzen wissen. Das Kommando lädt alle benötigten Dateien eines Ports herunter. Sie können das Kommando im Verzeichnis /usr/ports laufen lassen. In diesem Fall werden alle Dateien heruntergeladen. Es ist auch möglich, make fetch nur in einem Teil des Baums, wie /usr/ports/net, aufzurufen. Die Dateien von allen abhängigen Ports werden mit diesem Kommando allerdings nicht heruntergeladen. Wenn Sie diese Dateien ebenfalls herunterladen wollen, ersetzen Sie im Kommando fetch durch fetch-recursive.

Anmerkung: Abhängig davon, in welchem Verzeichnis Sie make aufrufen, können Sie analog zu make fetch die Ports einer Kategorie oder alle Ports bauen. Beachten Sie allerdings, dass manche Ports nicht zusammen installiert werden können. Weiterhin gibt es Fälle, in denen zwei Ports unterschiedliche Inhalte in derselben Datei speichern wollen.

Manchmal ist es erforderlich, die benötigten Dateien von einem anderen Ort als den im Port vorgesehenen herunterzuladen. Der Ort wird durch die Variable MASTER_SITES vorgegeben, die Sie wie folgt überschreiben können:

# cd /usr/ports/directory
# make MASTER_SITE_OVERRIDE= \
ftp://ftp.FreeBSD.org/pub/FreeBSD/ports/distfiles/ fetch

Im Beispiel wurde MASTER_SITES mit dem Wert ftp.FreeBSD.org/pub/FreeBSD/ports/distfiles/ überschrieben.

Anmerkung: Einige Ports besitzen Optionen, mit denen Sie zusätzliche Funktionen oder Sicherheitsoptionen einstellen können (oder manchmal auch müssen). Zusätzliche Optionen können beispielsweise für www/mozilla, security/gpgme und mail/sylpheed-claws angegeben werden. Wenn ein Port über zusätzliche Optionen verfügt, werden diese beim Bau des Ports auf der Konsole ausgegeben.


4.5.2.1. Vorgabe-Verzeichnisse ändern

Manchmal ist es nützlich (oder erforderlich), in anderen Verzeichnissen zu arbeiten. Die Verzeichnisse können Sie mit den Variablen WRKDIRPREFIX und PREFIX einstellen. Die Variable WRKDIRPREFIX gibt das Bauverzeichnis an:

# make WRKDIRPREFIX=/usr/home/example/ports install

Dieses Kommando baut den Port in /usr/home/example/ports und installiert ihn unter /usr/local.

Die Variable PREFIX legt das Installations-Verzeichnis fest:

# make PREFIX=/usr/home/example/local install

In diesem Beispiel wird der Port unter /usr/ports gebaut und nach /usr/home/example/local installiert.

Sie können beide Variablen auch zusammen benutzen:

# make WRKDIRPREFIX=../ports PREFIX=../local install

Die Kommandozeile ist zu lang, um sie hier komplett wiederzugeben, aber Sie sollten die zugrunde liegende Idee erkennen.


4.5.2.2. Probleme mit imake

Einige Ports, welche imake(1) (Teil des X-Window-Systems) benutzen, funktionieren nicht gut mit PREFIX und bestehen darauf, unter /usr/X11R6 installiert zu werden. In ähnlicher Weise verhalten sich einige Perl-Ports, die PREFIX ignorieren und sich in den Perl-Verzeichnisbaum installieren. Zu erreichen, dass solche Ports PREFIX beachten, ist schwierig oder sogar unmöglich.


4.5.2.3. Ports rekonfigurieren

Beim Bau einiger Ports erhalten Sie ein ncurses-basiertes Menü, über dessen Optionen Sie den Bau dieser Ports beeinflussen können. Es gibt diverse Möglichkeiten, dieses Menü nach dem Bau eines Ports erneut aufzurufen, um beispielsweise Optionen zu entfernen, hinzuzufügen oder anzupassen. Sie können beispielsweise in das Verzeichnis des Ports wechseln und dort den Befehl make config eingeben, wodurch das Menü mit den ursprünglichen gewählten Optionen erneut aufgerufen wird. Eine andere Möglichkeit bietet der Befehl make showconfig, mit dem Sie eine Liste aller Konfigurationsoptionen dieses Ports aufrufen. Eine weitere Alternative bietet der Befehl make rmconfig, der die von Ihnen ursprünglich gewählten Optionen zurücksetzt und es Ihnen dadurch ermöglicht, die Konfiguration erneut zu beginnen. Die eben erwähnten Optionen (und viele andere) werden ausführlich in der Manualpage ports(7) beschrieben.


4.5.3. Entfernen installierter Ports

Da Sie nun wissen, wie man einen Port installiert, wollen Sie sicher auch wissen, wie man ein über einen Port installiertes Programm wieder deinstallieren kann. Ports werden analog zu Paketen mit pkg_delete(1) deinstalliert (Lesen Sie sich den Abschnitt Benutzen des Paketsystems des Handbuchs durch, wenn Sie weitere Informationen benötigen.). Für das vorhin installierte Programm lsof würden Sie dazu wie folgt vorgehen:

# pkg_delete lsof-4.57

4.5.4. Ports aktualisieren

Als erstes sollten sie sich alle installierten Ports anzeigen lassen, von denen eine aktuellere Version in der Ports-Sammlung existiert. Dazu verwenden Sie den Befehl pkg_version(1):

# pkg_version -v

4.5.4.1. /usr/ports/UPDATING

Nachdem Sie die Ports-Sammlung auf den neusten Stand gebracht haben, lesen Sie bitte zuerst die Datei /usr/ports/UPDATING, bevor Sie einen Port aktualisieren. In dieser Datei werden Probleme und zusätzlich durchzuführende Schritte bei der Aktualisierung einzelner Ports beschrieben. Dazu gehören solche Dinge wie geänderte Dateiformate, verschobene Konfigurationsdateien, aber auch Inkompatibilitäten zu einer Vorgängerversion.

Sollte UPDATING etwas hier Gesagtem widersprechen, so gilt das in UPDATING Gesagte.


4.5.4.2. Ports mit Portupgrade aktualisieren

portupgrade wurde entwickelt, um die Aktualisierung von Ports zu vereinfachen. Sie können portupgrade über den Port ports-mgmt/portupgrade installieren:

# cd /usr/ports/ports-mgmt/portupgrade/
# make install clean

Durchsuchen Sie regelmäßig (am besten vor jeder Aktualisierung) die Liste der installierten Ports mit pkgdb -F und beheben Sie alle gefundenen Probleme.

Wenn Sie portupgrade -a eingeben, beginnt portupgrade automatisch mit der Aktualisierung aller veralteter Ports Ihres Systems. Verwenden Sie den Schalter -i, wenn Sie individuell entscheiden wollen, ob ein Port aktualisiert werden soll:

# portupgrade -ai

Wenn Sie nur eine einzelne Anwendung anstelle aller Anwendungen aktualisieren wollen, verwenden Sie das Kommando portupgrade pkgname. Geben Sie den Schalter -R an, wenn portupgrade zuvor alle Ports aktualisieren soll, die von dem gegebenen Paket abhängen.

Der Schalter -P verwendet zur Installation Pakete anstelle von Ports. Mit dieser Option durchsucht portupgrade die in der Umgebungsvariablen PKG_PATH aufgeführten Verzeichnisse nach Paketen. Sind lokal keine Pakete vorhanden, versucht portupgrade die Pakete über das Netz herunterzuladen. Gibt es die Pakete weder lokal noch auf entfernten Rechnern, werden die Ports verwendet. Um dies zu verhindern, benutzen Sie die Option -PP.

# portupgrade -PP gnome2

Wenn Sie nur die Quelldateien des Ports (oder die Pakete mit -P) herunterladen möchten, ohne die Anwendung zu bauen oder zu installieren, geben Sie die Option -F an. Weitere Möglichkeiten lesen Sie bitte in der Hilfeseite portupgrade(1) nach.


4.5.4.3. Ports mit Portmanager aktualisieren

Portmanager ist ein weiteres Werkzeug, das die Aktualisierung installierter Ports erleichtert. Es kann über den Port ports-mgmt/portmanager installiert werden:

# cd /usr/ports/ports-mgmt/portmanager
# make install clean

Alle installierten Ports können danach durch folgende Eingabe aktualisiert werden:

# portmanager -u

Wenn Sie zusätzlich die Optionen -ui an Portmanager übergeben, werden Sie bei jedem Schritt um eine Bestätigung gefragt. Portmanager ist außerdem in der Lage, neue Ports auf Ihrem System zu installieren. Im Gegensatz zum bekannten make install clean aktualisiert es aber vor dem Bau und der Installation eines Ports alle abhängigen Ports.

# portmanager x11/gnome2

Treten bei den Abhängigkeiten des zu installierenden Ports Probleme auf, ist Portmanager in der Lage, alle Abhängigkeiten in der korrekten Reihenfolge neu zu bauen. Nachdem dieser Schritt abgeschlossen ist, wird der problematische Port ebenfalls neu gebaut.

# portmanager graphics/gimp -f

Weitere Informationen finden Sie in der Manualpage portmanager(1).


4.5.4.4. Ports mit Portmaster aktualisieren

Bei Portmaster handelt es sich um ein weiteres Werkzeug zum Aktualisieren von Ports. Portmaster nutzt nur Werkzeuge, die bereits im Basissystem vorhanden sind (ist also nicht von weiteren Ports abhängig). Es verwendet Informationen in /var/db/pkg/, um festzustellen, welche Ports aktualisiert werden sollen. Sie können dieses Program über den Port ports-mgmt/portmaster installieren:

# cd /usr/ports/ports-mgmt/portmaster
# make install clean

Portmaster teilt Ports in vier Kategorien ein:

  • Root ports (no dependencies, not depended on)

  • Trunk ports (no dependencies, are depended on)

  • Branch ports (have dependencies, are depended on)

  • Leaf ports (have dependencies, not depended on)

Um eine Liste aller installierter Ports anzuzeigen (und nach neueren Versionen zu suchen), verwenden Sie die Option -L:

# portmaster -L
===>>> Root ports (No dependencies, not depended on)
===>>> ispell-3.2.06_18
===>>> screen-4.0.3
        ===>>> New version available: screen-4.0.3_1
===>>> tcpflow-0.21_1
===>>> 7 root ports
...
===>>> Branch ports (Have dependencies, are depended on)
===>>> apache-2.2.3
        ===>>> New version available: apache-2.2.8
...
===>>> Leaf ports (Have dependencies, not depended on)
===>>> automake-1.9.6_2
===>>> bash-3.1.17
        ===>>> New version available: bash-3.2.33
...
===>>> 32 leaf ports

===>>> 137 total installed ports
        ===>>> 83 have new versions available
   

Um alle derzeit installierten Ports zu aktualisieren, verwenden Sie einfach den folgenden Befehl:

# portmaster -a

Anmerkung: In der Voreinstellung erzeugt Portmaster eine Sicherheitskopie, bevor ein installierter Port gelöscht wird. Ist die Installation der neuen Version erfolgreich, wird dieses Backup wieder gelöscht. Wollen Sie das Backup lieber manuell löschen, verwenden Sie die Option -b beim Aufruf von Portmaster. Durch die Verwendung der Option -i wird Portmaster im interaktiven Modus gestartet und fragt bei jedem zu aktualisierenden Port nach, wie Sie vorgehen wollen.

Treten während der Aktualisierung Fehler auf, können Sie die Option -f verwenden, um alle Ports zu aktualisieren beziehungsweise neu zu bauen:

# portmaster -af

Portmaster ist auch in der Lage, neue Ports zu installieren, wobei zuvor alle abhängigen Ports aktualisiert werden:

# portmaster shells/bash

Weiterführende Informationen finden Sie in der Manualpage portmaster(8).


4.5.5. Platzbedarf von Ports

Die Ports-Sammlung kann sehr viel Plattenplatz verschlingen. Führen Sie nach dem Bau und der Installation eines Ports make clean aus, um die Arbeitsverzeichnisse zu löschen. Dieser Befehl entfernt das Verzeichnis work des gebauten Ports. Wollen Sie die gesamte Ports-Sammlung aufräumen, verwenden Sie folgenden Befehl:

# portsclean -C

Im Laufe der Zeit werden sich zahlreiche Distfiles im Verzeichnis distfiles ansammeln. Sie können diese entweder händisch löschen, oder Sie verwenden den folgenden Befehl, um alle Distfiles zu löschen, die nicht länger benötigt werden:

# portsclean -D

Falls Sie nur alle Distfiles löschen wollen, die von keinem derzeit installierten Port referenziert werden:

# portsclean -DD

Anmerkung: Das Werkzeug portsclean wird automatisch bei der Installation von portupgrade mit installiert.

Denken Sie daran, installierte Ports wieder zu entfernen, wenn Sie diese nicht mehr benötigen. Um diese Arbeit zu erleichtern, können Sie den Port ports-mgmt/pkg_cutleaves installieren.


4.6. Nach der Installation

Nach der Installation einer neuen Anwendung wollen Sie wahrscheinlich die mitgelieferte Dokumentation lesen und die Konfigurationsdateien der Anwendung anpassen. Wenn die Anwendung ein Dæmon ist, sollten Sie sicherstellen, dass die Anwendung beim Booten startet.

Die einzelnen Schritte sind natürlich von Anwendung zu Anwendung verschieden. Wenn Sie sich allerdings nach der Installation einer Anwendung die Frage “Was nun?” stellen, helfen die folgenden Hinweise vielleicht weiter.

  • Finden Sie mit pkg_info(1) heraus, welche Dateien die Anwendung wo installiert hat. Wenn Sie beispielsweise gerade die Version 1.0.0 von FooPackage installiert haben, zeigt Ihnen das folgende Kommando alle installierten Dateien des Pakets:

    # pkg_info -L foopackage-1.0.0 | less
    

    Achten Sie besonders auf die Manualpages, die Sie in man/ Verzeichnissen finden und auf Konfigurationsdateien, die in etc/ abgelegt werden. Manche Pakete enthalten in doc/ zusätzliche Dokumentation.

    Wenn Sie sich nicht sicher sind, welche Version einer Anwendung Sie gerade installiert haben, können Sie mit dem folgenden Kommando nach der Anwendung suchen:

    # pkg_info | grep -i foopackage
    

    Das Kommando zeigt alle installierten Pakete, deren Paketname foopackage enthält. Ersetzen Sie foopackage durch den Namen der Anwendung, die Sie suchen.

  • Nachdem Sie die Manualpages der Anwendung gefunden haben, lesen Sie diese bitte mit man(1). Schauen Sie sich auch die Beispiele für Konfigurationsdateien und die zusätzliche Dokumentation, wenn es welche gibt, an.

  • Wenn es für die Anwendung eine Webseite gibt, suchen Sie dort nach zusätzlicher Dokumentation wie FAQs (häufig gestellte Fragen). Wenn Sie die Adresse der Webseite nicht kennen, versuchen Sie das folgende Kommando:

    # pkg_info foopackage-1.0.0
    

    Die Ausgabe enthält oft eine Zeile, die mit WWW: beginnt und die URL der Webseite enthält.

  • Ports, die während des Systemstarts gestartet werden sollen, installieren meist ein Beispielskript im Verzeichnis /usr/local/etc/rc.d. Überprüfen Sie dieses Skript. Wenn nötig, passen Sie das Skript an und benennen Sie es um. Weitere Informationen finden Sie in Abschnitt 11.5.


4.7. Kaputte Ports

Stolpern Sie einmal über einen Port, der bei Ihnen nicht funktioniert, könnten Sie zum Beispiel Folgendes tun:

  1. Stellen Sie fest, ob die Datenbank mit den Problemberichten bereits einen Lösungsvorschlag enthält. Ist dies der Fall, können Sie die vorgeschlagene Lösung testen.

  2. Bitten Sie den Betreuer des Ports um Hilfe. Geben Sie dazu make maintainer ein oder lesen Sie das Makefile im Verzeichnis des Ports, um an die E-Mail-Adresse zu kommen. Vergessen Sie nicht den Namen und die Version des Ports (schicken Sie die Zeile mit $FreeBSD: aus dem Makefile) und die Ausgabe bis zur Fehlermeldung mitzuschicken.

    Anmerkung: Einige Ports werden nicht von einer Einzelperson, sondern von einer Mailingliste betreut. Viele (aber nicht alle) dieser Adressen haben die Form . Denken Sie daran, wenn Sie Ihre Fragen formulieren.

    Dies gilt insbesondere für Ports, die als als Betreuer den Eintrag aufweisen. Derartige Ports haben überhaupt keinen Betreuer. Korrekturen und Unterstützung kommen daher nur von Personen, die diese Mailingliste abonniert haben. Gerade in diesem Bereich werden jederzeit zusätzliche freiwillige Helfer benötigt!

    Erhalten Sie auf Ihre Anfrage keine Antwort, können Sie über send-pr(1) einen Problembericht erstellen. Bevor Sie einen solchen Bericht erstellen, sollten Sie den Artikel Writing FreeBSD Problem Reports lesen.

  3. Reparieren Sie ihn! Das FreeBSD Porter's Handbook enthält eine detaillierte Beschreibung des Portsystems. Damit sind Sie in der Lage, einen gelegentlich kaputten Port zu reparieren oder einen eigenen Port zu erstellen.

  4. Holen Sie sich das Paket von einem FTP-Server in Ihrer Nähe. Die “Basis”-Sammlung aller Pakete liegt auf ftp.de.FreeBSD.org im Verzeichnis packages. Aber versuchen Sie zuerst einen Spiegel in Ihrer Nähe! Benutzen Sie das Programm pkg_add(1), um Pakete auf Ihrem Rechner zu installieren. Dies hat zudem den Vorteil, dass es schneller geht.


Kapitel 5. Das X-Window-System

Erweitert um X.Orgs X11-Server von Ken Tom und Marc Fonvieille. Übersetzt von Martin Heinen.

5.1. Übersicht

Mit X11 steht unter FreeBSD eine leistungsfähige frei verfügbare grafische Benutzeroberfläche zur Verfügung, die sowohl in Xorg und XFree86 (sowie in weiteren, hier nicht diskutierten Varianten) implementiert wurde. Bis einschließlich FreeBSD 5.2.1-RELEASE wurde standardmäßig XFree86, der X11-Server von The XFree86 Project, Inc., installiert. Seit FreeBSD 5.3-RELEASE ist Xorg von der X.Org Foundation der voreingestellte X11-Server, der unter einer Lizenz ähnlich der von FreeBSD steht. Zusätzlich sind einige kommerzielle X-Server für FreeBSD verfügbar.

Dieses Kapitel behandelt die Installation und Konfiguration von X11; der Schwerpunkt liegt auf Xorg 7.4. Informationen zur Konfiguration von XFree86 (beispielsweise auf älteren Versionen von FreeBSD, unter denen XFree86 noch der Standard-X-Server war) sowie von äteren Xorg-Versionen finden Sie weiterhin in den archivierten Versionen des FreeBSD-Handbuchs unter http://docs.FreeBSD.org/doc/.

Auskunft über von X11 unterstützte Video-Hardware gibt die Webseite Xorg.

Nachdem Sie dieses Kapitel gelesen haben, werden Sie

  • die Komponenten des X-Window-Systems und ihr Zusammenspiel kennen.

  • Wissen, wie X11 installiert und konfiguriert wird.

  • Wissen, wie Sie verschiedene Window-Manager installieren und benutzen.

  • Wissen, wie TrueType®-Schriftarten mit X11 benutzt werden.

  • Wissen, wie Sie die grafische Anmeldung (XDM) einrichten.

Bevor Sie dieses Kapitel lesen, sollten Sie

  • wissen, wie Sie Software Dritter installieren (Kapitel 4).


5.2. X-Grundlagen

Anwendern anderer grafischer Benutzeroberflächen, wie Microsoft Windows oder Mac OS, kommt X beim ersten Mal oft befremdlich vor.

Man braucht kein weitreichendes Verständnis der X-Komponenten und Ihres Zusammenspiels, um X anzuwenden. Um die Stärken von X auszunutzen, sollten Sie allerdings die Grundlagen verstehen.


5.2.1. Warum heißt es X?

X ist nicht die erste grafische Benutzeroberfläche, die für UNIX geschrieben wurde. Die Entwickler von X arbeiteten vorher an einem anderen System, das W (von engl. window: Fenster) hieß. X ist schlicht der nächste Buchstabe im Alphabet.

X wird “X”, “X-Window-System” oder “X11” genannt. Sagen Sie bitte nicht “X-Windows”: das kommt bei einigen Leuten schlecht an (die Hilfeseite X(7) führt dies näher aus).


5.2.2. Das Client/Server-Modell von X

X wurde von Anfang an netzwerktransparent entworfen und verwendet ein Client-Server-Modell. In diesem Modell läuft der Server auf dem Rechner, an dem die Tastatur, der Bildschirm und die Maus angeschlossen ist. Der Server ist für Dinge wie die Verwaltung des Bildschirms und die Verarbeitung von Tastatur- und Maus-Eingaben sowie anderer Ein- und Ausgabegeräte (beispielsweise könnte ein “Tablet” zur Eingabe oder ein Videoprojektor zur Ausgabe verwendet werden) verantwortlich. Jede X-Anwendung, beispielsweise ein XTerm oder Netscape ist ein Client. Der Client sendet dem Server Nachrichten wie “Zeichne an diesen Koordinaten ein Fenster” und der Server sendet dem Client Nachrichten der Art “Der Benutzer hat gerade den Ok-Knopf gedrückt”.

In kleinen Umgebungen laufen der X-Server und die X-Clients auf demselben Rechner. Es ist aber durchaus möglich, den X-Server auf einem weniger leistungsfähigen Arbeitsplatzrechner laufen zu lassen und die X-Anwendungen (die Clients) auf dem leistungsfähigen und teuren Server der Arbeitsgruppe zu betreiben. In diesem Fall kommunizieren der X-Server und die X-Clients über das Netz.

Dieses Modell verwirrt viele Leute, die erwarten, dass der X-Server der dicke Rechner im Maschinenraum und der X-Client ihr Arbeitsplatzrechner ist.

Merken Sie sich einfach, dass der X-Server der Rechner mit dem Bildschirm und der Maus ist und die X-Clients Programme sind, die in den Fenstern laufen.

Das X-Protokoll ist unabhängig vom verwendeten Betriebssystem und Rechnertyp. Ein X-Server kann durchaus auch unter Microsoft Windows oder Apples Mac OS betrieben werden, wie viele kostenlose und kommerzielle Anwendungen zeigen.


5.2.3. Der Window-Manager

Die X-Philosophie “Werkzeuge statt Richtlinien” ist wie die UNIX-Philosophie. Es wird nicht vorgeschrieben, wie eine Aufgabe zu lösen ist, stattdessen erhält der Benutzer Werkzeuge, über die er frei verfügen kann.

Dies geht so weit, dass X nicht bestimmt, wie Fenster auf dem Bildschirm auszusehen haben, wie sie mit der Maus zu verschieben sind, welche Tastenkombination benutzt werden muss, um zwischen den Fenstern zu wechseln (z.B. Alt+Tab unter Microsoft Windows), oder ob die Fensterrahmen Schaltflächen zum Schließen haben.

X gibt die Verantwortung für all diese Sachen an eine Anwendung ab, die Window-Manager genannt wird. Unter X gibt es zahlreiche Window-Manager: AfterStep, Blackbox, ctwm, Enlightenment, fvwm, Sawfish, twm, Window Maker um nur einige zu nennen. Jeder dieser Window-Manager sieht anders aus: Manche stellen virtuelle Bildschirme zur Verfügung, in anderen lassen sich die Tastenkombinationen zur Verwaltung des Bildschirms anpassen, einige besitzen eine Startleiste oder etwas Ähnliches und in manchen lässt sich das Aussehen und Verhalten über die Anwendung von Themes beliebig einstellen. Die eben genannten Window-Manager und viele weitere finden Sie in der Kategorie x11-wm der Ports-Sammlung.

Die grafischen Benutzeroberflächen KDE und GNOME besitzen eigene Window-Manager, die in den grafischen Arbeitsplatz integriert sind.

Die Window-Manager werden unterschiedlich konfiguriert. Einige erwarten eine manuell erstellte Konfigurationsdatei, andere bieten grafische Werkzeuge für die meisten Konfigurationsarbeiten an. Die Konfigurationsdatei von Sawfish ist sogar in einem Lisp-Dialekt geschrieben.

Fokus: Der Window-Manager ist für die Methode, mit der ein Fenster den Fokus bekommt, verantwortlich. Jedes System, das Fenster verwendet, muss entscheiden, wie ein Fenster aktiviert wird, damit es Eingaben empfangen kann. Das aktive Fenster sollte zudem sichtbar gekennzeichnet werden.

Eine geläufige Methode, den Fokus zu wechseln, wird “click-to-focus” genannt. Die Methode wird in Microsoft Windows benutzt: Ein Fenster wird aktiv, wenn es mit der Maus angeklickt wird.

X legt nicht fest, wie der Fokus einzustellen ist, stattdessen bestimmt der Window-Manager welches Fenster den Fokus zu einem gegebenen Zeitpunkt erhält. Alle Window-Manager stellen die Methode “click-to-focus” bereit, die meisten stellen auch noch andere Methoden bereit.

Verbreitete Methoden, den Fokus einzustellen, sind:

focus-follows-mouse

Den Fokus hat das Fenster, unter dem sich der Mauszeiger befindet. Das muss nicht unbedingt das Fenster, sein, das sich vorne befindet. Wird der Mauszeiger in ein anderes Fenster bewegt, so erhält dieses Fenster den Fokus, ohne das es angeklickt werden muss.

sloppy-focus

Diese Methode erweitert die Methode “focus-follows-mouse”. Wenn die Maus mit “focus-follows-mouse” aus dem Fenster auf die Oberfläche bewegt wird, verliert das aktive Fenster den Fokus. Da dann kein Fenster mehr den Fokus hat, gehen alle Eingaben verloren. Die Methode “sloppy-focus” wechselt den Fokus nur, wenn sich der Mauszeiger in ein neues Fenster bewegt und nicht, wenn er das aktive Fenster verlässt.

click-to-focus

Das aktive Fenster wird durch einen Mausklick festgelegt (dabei kann das Fenster vor alle anderen Fenster gesetzt werden). Alle Eingaben werden dann, unabhängig von der Position des Mauszeigers, dem aktiven Fenster zugeordnet.

Viele Window-Manager unterstützen noch andere Methoden, so wie Abwandlungen der hier vorgestellten Methoden. Schauen Sie sich dazu bitte die Hilfeseiten Ihres Window-Managers an.


5.2.4. Widgets

Die X-Philosophie dehnt sich auch auf die Widgets aus, die von den Anwendungen benutzt werden.

Ein Widget bezeichnet Objekte, die manipuliert werden können, wie buttons (Schaltflächen), check buttons (Mehrfachauswahlknopf), radio buttons (Einfachauswahlknopf), Icons und Auswahllisten. Unter Microsoft Windows werden Widgets Controls genannt.

Microsoft Windows und Apples Mac OS geben strenge Richtlinien für Widgets vor: Von den Entwicklern wird erwartet, dass Sie Anwendungen mit einheitlichem Aussehen und einheitlicher Bedienung (look and feel) entwickeln. X gibt weder einen Stil noch Widgets vor, die benutzt werden müssen.

Erwarten Sie daher nicht, dass alle X-Anwendungen gleich aussehen oder sich gleich bedienen lassen. Es gibt mehrere verbreitete Widget-Sammlungen, beispielsweise die Athena-Widgets vom MIT, Motif® (abgeschrägte Ecken und drei Grautöne, danach wurden die Widgets von Microsoft Windows entworfen) oder OpenLook.

Die meisten neuen X-Anwendungen benutzen heute modern aussehende Widgets, wie Qt, das von KDE benutzt wird oder GTK+, das von GNOME benutzt wird. Damit wird eine gewisse Einheitlichkeit in Bedienung und Aussehen erreicht, die sicher neuen Benutzern die Arbeit erleichtert.


5.3. X11 installieren

Xorg ist der Standard-X-Server unter FreeBSD. Xorg ist der von der X.Org Foundation herausgegebene X-Server des Open-Source X Window Systems. Xorg beruht auf XFree86 4.4RC2 und X11R6.6. Derzeit ist die Version 7.4 von Xorg in der Ports-Sammlung vorhanden.

Die nachstehenden Kommandos bauen und installieren Xorg aus der Ports-Sammlung:

# cd /usr/ports/x11/xorg
# make install clean

Anmerkung: Der komplette Bau von Xorg benötigt mindestens 4 GB freien Plattenplatz.

Mit pkg_add(1) können Sie X11 direkt von fertigen Paketen installieren. Wenn pkg_add(1) die Pakete herunterlädt, lassen Sie die Versionsnummer aus. pkg_add(1) holt automatisch die aktuelle Version eines Pakets.

Das Xorg-Paket holen und installieren Sie wie folgt:

# pkg_add -r xorg

Anmerkung: Die obigen Beispiele installieren die vollständige X11-Distribution, die unter anderem Server, Clients und Fonts enthält. Für die einzelnen Teile der Distribution gibt es ebenfalls separate Pakete.

Der Rest dieses Kapitels erklärt, wie Sie X11 konfigurieren und sich eine Arbeitsumgebung einrichten.


5.4. X11 konfigurieren

Beigetragen von Christopher Shumway.

5.4.1. Vorarbeiten

Bevor Sie X11 konfigurieren, benötigen Sie folgende Informationen:

  • die Spezifikationen des Monitors

  • den Chipset des Grafikadapters

  • die Speichergröße des Grafikadapters

Aus den Spezifikationen des Monitors ermittelt X11 die Auflösung und die Wiederholrate für den Betrieb des X-Servers. Die Spezifikationen entnehmen Sie der Dokumentation des Monitors oder der Webseite des Herstellers. Sie benötigen die horizontale und die vertikale Synchronisationsfrequenz.

Der Chipsatz der Grafikkarte bestimmt den Treiber, den X11 verwendet. Die meisten Chipsätze werden automatisch erkannt, Sie brauchen die Information jedoch, wenn die Erkennung fehlschlägt.

Die Speichergröße der Grafikkarte bestimmt die maximal mögliche Auflösung und Farbtiefe.


5.4.2. X11 konfigurieren

Ab Version 7.3 funktioniert Xorg häufig auch, ohne dass Sie eine eigene Konfigurationsdatei anlegen müssen. Sie müssen dann nur den folgenden Befehl eingeben:

% startx

Funktioniert dies auf Ihrem System nicht (oder wollen Sie nicht mit den Standardeinstellungen arbeiten), müssen Sie X11 weiterhin manuell konfigurieren. Dazu erstellen Sie als erstes eine Vorgabe für die Konfigurationsdatei. Setzen Sie dazu als root den folgenden Befehl ab:

# Xorg -configure

Die Vorgabe-Konfiguration wird dann unter dem Namen xorg.conf.new im Verzeichnis /root gespeichert (das verwendete Verzeichnis wird durch die Umgebungsvariable $HOME bestimmt und hängt davon ab, wie Sie zu root gewechselt sind). X11 hat in diesem Schritt versucht, die Grafik-Hardware des Systems zu erkennen und eine Konfigurationsdatei ausgeschrieben, die zur Hardware passende Treiber lädt.

Im nächsten Schritt wird geprüft, ob Xorg die Grafik-Hardware des Systems verwenden kann. Setzen Sie dazu den folgenden Befehl ab:

# Xorg -config xorg.conf.new

Wenn jetzt ein graues Raster und der X-Mauszeiger erscheinen, war die Konfiguration erfolgreich. Beenden Sie den Test indem Sie Ctrl+Alt+Backspace drücken.

Anmerkung: Wenn die Maus nicht funktioniert, prüfen Sie, ob die Maus konfiguriert wurde. Die Mauskonfiguration wird in Abschnitt 2.10.10 beschrieben.

Als Nächstes passen Sie xorg.conf.new an. Öffnen Sie die Datei in einem Editor, wie emacs(1) oder ee(1) und fügen Sie die Synchronisationsfrequenzen des Monitors ein. Die Frequenzen werden im Abschnitt "Monitor" eingetragen:

Section "Monitor"
        Identifier   "Monitor0"
        VendorName   "Monitor Vendor"
        ModelName    "Monitor Model"
        HorizSync    30-107
        VertRefresh  48-120
EndSection

Unter Umständen fehlen die Schlüsselwörter HorizSync und VertRefresh, die Sie dann nachtragen müssen. Geben Sie, wie im Beispiel gezeigt, die horizontale Synchronisationsfrequenz hinter HorizSync und die vertikale Synchronisationsfrequenz hinter VertRefresh an.

X unterstützt die Energiesparfunktionen (DPMS, Energy Star) Ihres Monitors. Mit xset(1) können Sie Zeitschranken für die DPMS-Modi “standby”, “suspend”, “off” vorgeben, oder diese zwingend aktivieren. Die DPMS-Funktionen können Sie mit der nachstehenden Zeile im "Monitor"-Abschnitt aktivieren:

Option       "DPMS"

Die gewünschte Auflösung und Farbtiefe stellen Sie im Abschnitt "Screen" ein:

Section "Screen"
        Identifier "Screen0"
        Device     "Card0"
        Monitor    "Monitor0"
        DefaultDepth 24
        SubSection "Display"
                Viewport  0 0
                Depth     24
                Modes     "1024x768"
        EndSubSection
EndSection

Mit DefaultDepth wird die Farbtiefe des X-Servers vorgegeben. Mit der Option -depth von Xorg(1) lässt sich die vorgegebene Farbtiefe überschreiben. Modes gibt die Auflösung für die angegebene Farbtiefe an. Die Farbtiefe im Beispiel beträgt 24 Bits pro Pixel, die zugehörige Auflösung ist 1024x768 Pixel. Beachten Sie, dass in der Voreinstellung nur Standard-VESA-Modi der Grafikkarte angegeben werden können.

Sichern Sie die Konfigurationsdatei und testen Sie die Konfiguration wie oben beschrieben.

Anmerkung: Bei der Fehlersuche sind Ihnen die Protokolle des X11-Servers behilflich. In den Protokollen wird die gefundene Graphik-Hardware protokolliert. Die Protokolle von Xorg heißen /var/log/Xorg.0.log. Die Dateinamen enthalten eine laufende Nummer, der Name variiert daher von Xorg.0.log zu Xorg.8.log.

Wenn alles funktioniert hat, installieren Sie die Datei an einen Ort, an dem Xorg(1) sie findet. Normalerweise wird die Konfigurationsdatei unter /etc/X11/xorg.conf oder /usr/local/etc/X11/xorg.conf gespeichert:

# cp xorg.conf.new /etc/X11/xorg.conf

Damit ist die X11-Konfiguration beendet und Xorg kann nun mithilfe von startx(1) gestartet werden. Alternativ können Sie X11 auch mit xdm(1) starten.

Anmerkung: Sie können X11 auch mit dem graphischen Werkzeug xorgcfg(1) konfigurieren. Mit diesem Werkzeug können Sie Treiber auswählen und Einstellungen vornehmen. Das Werkzeug kann auch auf der Konsole benutzt werden, starten Sie es einfach mit xorgcfg -textmode. Weiteres erfahren Sie in den Hilfeseiten xorgcfg(1).

Weiterhin gibt es noch das Werkzeug xorgconfig(1). Dieses Konsolenwerkzeug ist zwar schwerer zu handhaben, funktioniert aber auch in Situationen, in denen die anderen Werkzeuge nicht funktionieren.


5.4.3. Spezielle Konfigurationen

5.4.3.1. Konfiguration des Intel® i810 Graphics Chipsets

Der Intel i810-Chipset benötigt den Treiber agpgart, die AGP-Schnittstelle von X11. Weitere Informationen finden sich in agp(4).

Ab jetzt kann die Hardware wie jede andere Grafikkarte auch konfiguriert werden. Der Treiber agp(4) kann nicht nachträglich mit kldload(8) in einen laufenden Kernel geladen werden. Er muss entweder fest im Kernel eingebunden sein oder beim Systemstart über /boot/loader.conf geladen werden.


5.4.3.2. Einen Widescreen-Monitor einsetzen

Dieser Abschnitt geht über die normalen Konfigurationsarbeiten hinaus und setzt einiges an Vorwissen voraus. Selbst wenn die Standardwerkzeuge zur X-Konfiguration bei diesen Geräten nicht zum Erfolg führen, sollten sich in den Logdateien genug Informationen finden, mit denen Sie letztlich doch einen funktionierenden X-Server konfigurieren können. Alles, was Sie dazu noch benötigen, ist ein Texteditor.

Aktuelle Widescreen-Formate (wie WSXGA, WSXGA+, WUXGA, WXGA, WXGA+, und andere mehr) unterstützen Seitenverhältnisse wie 16:10 oder 10:9, die unter X Probleme verursachen können. Bei einem Seitenverhältnis von 16:10 sind beispielsweise folgende Auflösungen möglich:

  • 2560x1600

  • 1920x1200

  • 1680x1050

  • 1440x900

  • 1280x800

Diese Konfiguration könnte so einfach sein wie das zusätzliche Anlegen eines Eintrags einer dieser Auflösungen als ein möglicher Mode in Section "Screen":

Section "Screen"
Identifier "Screen0"
Device     "Card0"
Monitor    "Monitor0"
DefaultDepth 24
SubSection "Display"
    Viewport  0 0
    Depth     24
    Modes     "1680x1050"
EndSubSection
EndSection

Xorg ist normalerweise intelligent genug, um die Informationen zu den erlaubten Auflösungen über I2C/DDC zu beziehen, und weiß daher, welche Auflösungen und Frequenzen Ihr Widescreen-Monitor unterstützt.

Wenn diese ModeLines in den Treiberdateien nicht vorhanden sind, kann es sein, dass Sie Xorg beim Finden der korrekten Werte unterstützen müssen. Dazu extrahieren Sie die benötigten Informationen aus der Datei /var/log/Xorg.0.log und erzeugen daraus eine funktionierende ModeLine. Dazu suchen Sie in dieser Datei nach Zeilen ähnlich den folgenden:

(II) MGA(0): Supported additional Video Mode:
(II) MGA(0): clock: 146.2 MHz   Image Size:  433 x 271 mm
(II) MGA(0): h_active: 1680  h_sync: 1784  h_sync_end 1960 h_blank_end 2240 h_border: 0
(II) MGA(0): v_active: 1050  v_sync: 1053  v_sync_end 1059 v_blanking: 1089 v_border: 0
(II) MGA(0): Ranges: V min: 48  V max: 85 Hz, H min: 30  H max: 94 kHz, PixClock max 170 MHz

Diese Informationen werden auch als EDID-Informationen bezeichnet. Um daraus eine funktionierende ModeLine zu erzeugen, müssen Sie lediglich die Zahlen in die korrekte Reihenfolge bringen:

ModeLine <name> <clock> <4 horiz. timings> <4 vert. timings>

Die korrekte ModeLine in Section "Monitor" würde für dieses Beispiel folgendermaßen aussehen:

Section "Monitor"
Identifier      "Monitor1"
VendorName      "Bigname"
ModelName       "BestModel"
ModeLine        "1680x1050" 146.2 1680 1784 1960 2240 1050 1053 1059 1089
Option          "DPMS"
EndSection

Nachdem diese Äderungen durchgeführt sind, sollte X auch auf Ihrem neuen Widescreen-Monitor starten.


5.5. Schriftarten in X11 benutzen

Beigetragen von Murray Stokely.

5.5.1. Type 1 Schriftarten

Die Schriftarten, die mit X11 geliefert werden, eignen sich ganz und gar nicht für Desktop-Publishing-Anwendungen. Große Schriftarten zeigen bei Präsentationen deutliche Treppenstufen und die kleinen Schriftarten in Netscape sind fast unleserlich. Es gibt allerdings mehrere hochwertige Type 1 Schriftarten (PostScript®), die mit X11 benutzt werden können. Beispielsweise enthalten die URW-Schriftarten (x11-fonts/urwfonts) hochwertige Versionen gängiger Type 1 Schriftarten (zum Beispiel Times Roman®, Helvetica®, Palatino®). Die Sammlung Freefonts (x11-fonts/freefonts) enthält noch mehr Schriftarten, doch sind diese für den Einsatz in Grafik-Programmen wie The Gimp gedacht. Es fehlen auch einige Schriftarten, sodass sich die Sammlung nicht für den alltäglichen Gebrauch eignet. Weiterhin kann X11 leicht so konfiguriert werden, dass es TrueType-Schriftarten verwendet. Mehr dazu erfahren Sie in der Hilfeseite X(7) und im Abschnitt TrueType Schriftarten.

Die Type 1 Schriftarten lassen sich aus der Ports-Sammlung wie folgt installieren:

# cd /usr/ports/x11-fonts/urwfonts
# make install clean

Analog lassen sich Freefont und andere Sammlungen installieren. Die neuen Schriftarten müssen Sie in die Konfigurationsdatei des X-Servers im Verzeichnis /etc/X11 eintragen. Die Konfigurationsdatei von Xorg heißt xorg.conf. Fügen Sie die folgende Zeile hinzu:

FontPath "/usr/local/lib/X11/fonts/URW/"

Sie können aber auch in der X-Sitzung das folgende Kommando absetzen:

% xset fp+ /usr/local/lib/X11/fonts/URW
% xset fp rehash

Dann kennt der X-Server die neuen Schriftarten nur bis zum Ende der Sitzung. Wenn die Änderung dauerhaft sein soll, müssen Sie die Kommandos in ~/.xinitrc eintragen, wenn Sie X mit startx starten, oder in ~/.xsession, wenn Sie XDM benutzen. Sie können die Schriftarten auch in die neue Datei /usr/local/etc/fonts/local.conf, die im Abschnitt Anti-aliasing beschrieben wird, eintragen.


5.5.2. TrueType®-Schriftarten

Xorg kann TrueType-Schriftarten mithilfe von zwei Modulen darstellen. Im folgenden Beispiel wird das Freetype-Modul benutzt, da es besser mit anderen Werkzeugen, die TrueType-Schriftarten darstellen, übereinstimmt. Das Freetype-Modul aktivieren Sie im Abschnitt "Module" von /etc/X11/xorg.conf durch Einfügen der Zeile:

Load  "freetype"

Erstellen Sie ein Verzeichnis für die TrueType-Schriftarten (z.B. /usr/local/lib/X11/fonts/TrueType) und kopieren Sie alle Schriftarten dorthin. Die Schriftarten müssen im UNIX/MS-DOS/Windows-Format vorliegen, Schriftarten von einem Macintosh® können Sie nicht direkt übernehmen. Die Schriftarten müssen noch im Katalog fonts.dir erfasst werden. Den Katalog erzeugen Sie mit dem Kommando ttmkfdir aus dem Port x11-fonts/ttmkfdir:

# cd /usr/local/lib/X11/fonts/TrueType
# ttmkfdir -o fonts.dir

Geben Sie dem System das TrueType-Verzeichnis, wie im Abschnitt Type 1 Schriftarten beschrieben, bekannt:

% xset fp+ /usr/local/lib/X11/fonts/TrueType
% xset fp rehash

Oder fügen Sie eine FontPath-Zeile in die Datei xorg.conf ein.

Das war's. Jetzt sollten Netscape, Gimp, StarOffice und alle anderen X-Anwendungen die TrueType-Schriftarten benutzen. Extrem kleine Schriftarten (Webseiten, die mit hoher Auflösung betrachtet werden) und sehr große Schriftarten (in StarOffice) sollten jetzt viel besser aussehen.


5.5.3. Anti-aliasing

Aktualisiert von Joe Marcus Clarke.

X11 beherrscht das Anti-aliasing-Verfahren seit XFree86 4.0.2. Die Konfiguration der Schriftarten war vor XFree86 4.3.0 ziemlich schwierig. Ab XFree86 4.3.0 stehen alle Schriftarten in /usr/local/lib/X11/fonts/ und ~/.fonts/ automatisch für das Anti-aliasing-Verfahren mit Anwendungen, die Xft unterstützen, zur Verfügung. Es gibt schon viele Anwendungen, die Xft unterstützen, zum Beispiel: Qt 2.3 und höhere Versionen (das KDE-Toolkit), GTK+ 2.0 und höhere Versionen (das GNOME-Toolkit) sowie Mozilla 1.2 und höhere Versionen.

In der Datei /usr/local/etc/fonts/local.conf werden die Schriftarten, die mit dem Anti-aliasing-Verfahren benutzt werden sollen und die Eigenschaften des Verfahrens festgelegt. In diesem Abschnitt wird nur die grundlegende Konfiguration von Xft beschrieben. Weitere Details entnehmen Sie bitte der Hilfeseite fonts-conf(5).

Die Datei local.conf ist ein XML-Dokument. Achten Sie beim Editieren der Datei daher auf die richtige Groß- und Kleinschreibung und darauf, dass alle Tags geschlossen sind. Die Datei beginnt mit der üblichen XML-Deklaration gefolgt von einer DOCTYPE-Definition und dem <fontconfig>-Tag:

        <?xml version="1.0"?>
        <!DOCTYPE fontconfig SYSTEM "fonts.dtd">
        <fontconfig>
     

Wie vorher erwähnt, stehen schon alle Schriftarten in /usr/local/lib/X11/fonts/ und ~/.fonts/ für Anwendungen, die Xft unterstützen, zur Verfügung. Wenn Sie ein Verzeichnis außerhalb dieser beiden Bäume benutzen wollen, fügen Sie eine Zeile wie die nachstehende zu /usr/local/etc/fonts/local.conf hinzu:

<dir>/path/to/my/fonts</dir>

Wenn Sie neue Schriftarten hinzugefügt haben, müssen Sie den Schriftarten-Cache neu aufbauen:

# fc-cache -f

Das Anti-aliasing-Verfahren zeichnet Ränder leicht unscharf, dadurch werden kleine Schriften besser lesbar und der Treppenstufen-Effekt bei wird großen Schriften vermieden. Auf normale Schriftgrößen sollte das Verfahren aber nicht angewendet werden, da dies die Augen zu sehr anstrengt. Um kleinere Schriftgrößen als 14 Punkt von dem Verfahren auszunehmen, fügen Sie in local.conf die nachstehenden Zeilen ein:

        <match target="font">
            <test name="size" compare="less">
                <double>14</double>
            </test>
            <edit name="antialias" mode="assign">
                <bool>false</bool>
            </edit>
        </match>
        <match target="font">
            <test name="pixelsize" compare="less" qual="any">
                <double>14</double>
            </test>
            <edit mode="assign" name="antialias">
                <bool>false</bool>
            </edit>
        </match>

Das Anti-aliasing-Verfahren kann die Abstände einiger Fixschriften falsch darstellen, dies fällt besonders unter KDE auf. Sie können das Problem umgehen, indem Sie die Abstände dieser Schriften auf den Wert 100 festsetzen. Fügen Sie die nachstehenden Zeilen hinzu:

       <match target="pattern" name="family">
           <test qual="any" name="family">
               <string>fixed</string>
           </test>
           <edit name="family" mode="assign">
               <string>mono</string>
           </edit>
        </match>
        <match target="pattern" name="family">
            <test qual="any" name="family">
                <string>console</string>
            </test>
            <edit name="family" mode="assign">
                <string>mono</string>
            </edit>
        </match>

Damit werden die Namen der gebräuchlichen Fixschriften auf "mono" abgebildet. Für diese Schriften setzen Sie dann den Abstand fest:

         <match target="pattern" name="family">
             <test qual="any" name="family">
                 <string>mono</string>
             </test>
             <edit name="spacing" mode="assign">
                 <int>100</int>
             </edit>
         </match>     

Bestimmte Schriftarten, wie Helvetica, können Probleme mit dem Anti-Aliasing-Verfahren verursachen. In der Regel erscheinen diese Schriftarten dann vertikal halbiert. Im schlimmsten Fall stürzen Anwendungen, wie Mozilla, als Folge davon ab. Sie vermeiden dies, indem Sie betroffene Schriftarten in local.conf von dem Verfahren ausnehmen:

         <match target="pattern" name="family">
             <test qual="any" name="family">
                 <string>Helvetica</string>
             </test>
             <edit name="family" mode="assign">
                 <string>sans-serif</string>
             </edit>
         </match>       

Wenn Sie local.conf editiert haben, stellen Sie bitte sicher, dass die Datei mit dem Tag </fontconfig> endet. Ist das nicht der Fall, werden die Änderungen nicht berücksichtigt.

Die mit X11 gelieferten Schriftarten eignen sich nicht besonders für das Anti-Aliasing-Verfahren. Der Port x11-fonts/bitstream-vera enthält viel besser geeignete Schriftarten. Wenn sie noch nicht existiert, legt der Port die Datei /usr/local/etc/fonts/local.conf an. Ansonsten erzeugt der Port die Datei /usr/local/etc/fonts/local.conf-vera, deren Inhalt Sie in /usr/local/etc/fonts/local.conf aufnehmen müssen. Danach werden die X11-Schriftarten Serif, Sans Serif und Monospaced durch die entsprechenden Bitstream-Schriftarten ersetzt.

Benutzer können eigene Einstellungen in der Datei ~/.fonts.conf vornehmen. Achten Sie auch hier auf die richtige XML-Syntax.

Mit einem LCD können Sie sub-pixel sampling anstelle von Anti-aliasing einsetzen. Dieses Verfahren behandelt die horizontal getrennten Rot-, Grün- und Blau-Komponenten eines Pixels gesondert und verbessert damit (teilweise sehr wirksam) die horizontale Auflösung. Die nachstehende Zeile in local.conf aktiviert diese Funktion:

         <match target="font">
             <test qual="all" name="rgba">
                 <const>unknown</const>
             </test>
             <edit name="rgba" mode="assign">
                 <const>rgb</const>
             </edit>
         </match>

Abhängig von der Organisation Ihres Bildschirms müssen Sie bgr anstelle von rgb verwenden. Experimentieren Sie und schauen Sie, was besser aussieht.

Der nächste Start des X-Servers aktiviert das Anti-aliasing-Verfahren. Beachten Sie, dass die Anwendungen dieses Verfahren auch benutzen müssen. Zurzeit wird das Verfahren von Qt und damit von KDE benutzt. GTK+ und GNOME können das Verfahren mit dem “Font-capplet” benutzen (Details entnehmen Sie bitte Abschnitt 5.7.1.3). Ab der Version 1.2 benutzt Mozilla automatisch das Anti-Aliasing Verfahren. Dies können Sie verhindern, wenn Sie beim Übersetzen von Mozilla die Option -DWITHOUT_XFT angeben.


5.6. Der X-Display-Manager

Beigetragen von Seth Kingsley.

5.6.1. Einführung

Der X-Display-Manager (XDM), eine optionale Komponente des X-Window-Systems, verwaltet Sitzungen. Er kann mit vielen Komponenten, wie minimal ausgestatteten X-Terminals, Arbeitsplatz-Rechnern und leistungsfähigen Netzwerkservern, nutzbringend eingesetzt werden. Da das X-Window-System netzwerktransparent ist, gibt es zahlreiche Möglichkeiten, X-Clients und X-Server auf unterschiedlichen Rechnern im Netz laufen zu lassen. XDM stellt eine grafische Anmeldemaske zur Verfügung, in der Sie den Rechner, auf dem eine Sitzung laufen soll, auswählen können und in der Sie die nötigen Autorisierungs-Informationen, wie Benutzername und Passwort, eingeben können.

Die Funktion des X-Display-Managers lässt sich mit der von getty(8) (siehe Abschnitt 26.3.2) vergleichen. Er meldet den Benutzer am ausgesuchten System an, startet ein Programm (meist einen Window-Manager) und wartet darauf, dass dieses Programm beendet wird, das heißt der Benutzer die Sitzung beendet hat. Nachdem die Sitzung beendet ist, zeigt XDM den grafischen Anmeldebildschirm für den nächsten Benutzer an.


5.6.2. XDM einrichten

Der XDM-Dæmon befindet sich in /usr/local/bin/xdm und kann jederzeit von root gestartet werden. Er verwaltet dann den X-Bildschirm des lokalen Rechners. XDM lässt sich bequem mit einem Eintrag in /etc/ttys (siehe Abschnitt 26.3.2.1) bei jedem Start des Rechners aktivieren. In /etc/ttys sollte schon der nachstehende Eintrag vorhanden sein:

ttyv8   "/usr/local/bin/xdm -nodaemon"  xterm   off secure

In der Voreinstellung ist dieser Eintrag nicht aktiv. Um den Eintrag zu aktivieren, ändern Sie den Wert in Feld 5 von off zu on und starten Sie init(8) entsprechend der Anleitung in Abschnitt 26.3.2.2 neu. Das erste Feld gibt den Namen des Terminals an, auf dem das Programm läuft. Im Beispiel wird ttyv8 verwendet, das heißt XDM läuft auf dem neunten virtuellen Terminal.


5.6.3. XDM konfigurieren

Das Verhalten und Aussehen von XDM steuern Sie mit Konfigurationsdateien, die im Verzeichnis /usr/local/lib/X11/xdm stehen. Üblicherweise finden Sie dort die folgenden Dateien vor:

Datei Beschreibung
Xaccess Regelsatz, der zur Autorisierung von Clients benutzt wird.
Xresources Vorgabewerte für X-Ressourcen.
Xservers Liste mit lokalen und entfernten Bildschirmen, die verwaltet werden.
Xsession Vorgabe für das Startskript der Sitzung.
Xsetup_* Skript, das dazu dient, Anwendungen vor der Anmeldung zu starten.
xdm-config Konfiguration für alle auf der Maschine verwalteten Bildschirme.
xdm-errors Fehlermeldungen des Servers.
xdm-pid Die Prozess-ID des gerade laufenden XDM-Prozesses.

Im Verzeichnis /usr/local/lib/X11/xdm befinden sich auch noch Skripten und Programme, die zum Einrichten der XDM-Oberfläche dienen. Der Zweck dieser Dateien und der Umgang mit ihnen wird in der Hilfeseite xdm(1) erklärt. Wir gehen im Folgenden nur kurz auf ein paar der Dateien ein.

Die vorgegebene Einstellung zeigt ein rechteckiges Anmeldefenster, in dem der Rechnername in großer Schrift steht. Darunter befinden sich die Eingabeaufforderungen Login: und Password:. Mit dieser Maske können Sie anfangen, wenn Sie das Erscheinungsbild von XDM verändern wollen.


5.6.3.1. Xaccess

Verbindungen zu XDM werden über das “X Display Manager Connection Protocol” (XDMCP) hergestellt. XDMCP-Verbindungen von entfernten Maschinen werden über den Regelsatz in Xaccess kontrolliert. Diese Datei wird allerdings ignoriert, wenn in xdm-config keine Verbindungen entfernter Maschinen erlaubt sind (dies ist auch die Voreinstellung).


5.6.3.2. Xresources

In dieser Datei kann das Erscheinungsbild der Bildschirmauswahl und der Anmeldemasken festgelegt werden. Das Format entspricht den Dateien im Verzeichnis app-defaults, die in der X11-Dokumentation beschrieben sind.


5.6.3.3. Xservers

Diese Datei enthält eine Liste entfernter Maschinen, die in der Bildschirmauswahl angeboten werden.


5.6.3.4. Xsession

Dieses Skript wird vom XDM aufgerufen, nachdem sich ein Benutzer erfolgreich angemeldet hat. Üblicherweise besitzt jeder Benutzer eine angepasste Version dieses Skripts in ~/.xsession, das dann anstelle von Xsession ausgeführt wird.


5.6.3.5. Xsetup_*

Diese Skripten werden automatisch ausgeführt bevor die Bildschirmauswahl oder die Anmeldemasken angezeigt werden. Für jeden lokalen Bildschirm gibt es ein Skript, dessen Namen aus Xsetup_ gefolgt von der Bildschirmnummer gebildet wird (zum Beispiel Xsetup_0). Normalerweise werden damit ein oder zwei Programme, wie xconsole, im Hintergrund gestartet.


5.6.3.6. xdm-config

Diese Datei enthält Einstellungen, die für jeden verwalteten Bildschirm zutreffen. Das Format entspricht dem der Dateien aus app-defaults.


5.6.3.7. xdm-errors

Die Ausgaben jedes X-Servers, den XDM versucht zu starten, werden in dieser Datei gesammelt. Wenn ein von XDM verwalteter Bildschirm aus unbekannten Gründen hängen bleibt, sollten Sie in dieser Datei nach Fehlermeldungen suchen. Für jede Sitzung werden die Meldungen auch in die Datei ~/.xsession-errors des Benutzers geschrieben.


5.6.4. Einrichten eines Bildschirm-Servers auf dem Netzwerk

Damit sich Clients mit dem Bildschirm-Server verbinden können, muss der Zugriffsregelsatz editiert werden und der Listener aktiviert werden. Die Vorgabewerte sind sehr restriktiv eingestellt. Damit XDM Verbindungen annimmt, kommentieren Sie eine Zeile in der xdm-config Datei aus:

! SECURITY: do not listen for XDMCP or Chooser requests
! Comment out this line if you want to manage X terminals with xdm
DisplayManager.requestPort:     0

Starten Sie danach XDM neu. Beachten Sie, dass Kommentare in den Ressourcen-Konfigurationsdateien mit einem ! anstelle des sonst üblichen Zeichens # beginnen. Wenn Sie strengere Zugriffskontrollen einrichten wollen, sehen Sie sich die Beispiele in Xaccess und die Hilfeseite xdm(1) an.


5.6.5. XDM ersetzen

Es gibt mehrere Anwendungen, die XDM ersetzen können, zum Beispiel kdm, der Teil von KDE ist und später in diesem Kapitel besprochen wird. kdm ist ansprechender gestaltet und bietet neben einigen Schnörkeln die Möglichkeit, den zu verwendenden Window-Manager bei der Anmeldung auszuwählen.


5.7. Grafische Oberflächen

Beigetragen von Valentino Vaschetto.

Dieser Abschnitt beschreibt verschiedene grafische Oberflächen, die es für X unter FreeBSD gibt. Eine Oberfläche (desktop environment) kann alles von einem einfachen Window-Manager bis hin zu kompletten Anwendungen wie KDE oder GNOME sein.


5.7.1. GNOME

5.7.1.1. Über GNOME

GNOME ist eine benutzerfreundliche Oberfläche, mit der Rechner leicht benutzt und konfiguriert werden können. GNOME besitzt eine Leiste, mit der Anwendungen gestartet werden und die Statusinformationen anzeigen kann. Programme und Daten können auf der Oberfläche abgelegt werden und Standardwerkzeuge stehen zur Verfügung. Es gibt Konventionen, die es Anwendungen leicht machen, zusammenzuarbeiten und ein konsistentes Erscheinungsbild garantieren. Benutzer anderer Betriebssysteme oder anderer Arbeitsumgebungen sollten mit der leistungsfähigen grafischen Oberfläche von GNOME sehr gut zurechtkommen. Auf der Webseite FreeBSD GNOME Project finden Sie weitere Informationen über GNOME auf FreeBSD. Zusätzlich finden Sie dort umfassende FAQs zur Installation, Konfiguration und zum Betrieb von GNOME.


5.7.1.2. GNOME installieren

Am einfachsten installieren Sie GNOME als Paket oder über die Ports-Sammlung.

Wenn Sie das GNOME-Paket über das Netz installieren wollen, setzen Sie den nachstehenden Befehl ab:

# pkg_add -r gnome2

Wenn Sie den Quellcode von GNOME übersetzen wollen, benutzen Sie die Ports-Sammlung:

# cd /usr/ports/x11/gnome2
# make install clean

Nachdem GNOME installiert ist, muss der X-Server GNOME anstelle eines Window-Managers starten.

Der einfachste Weg, GNOME zu starten, ist GDM, der GNOME Display Manager. GDM, das als Teil des GNOME-Desktops installiert (aber in der Voreinstellung deaktiviert) wird, kann durch das Einfügen von gdm_enable="YES" in /etc/rc.conf beim Systemstart aktiviert werden. Nach einem Systemneustart wird GNOME nach dem Anmelden automatisch gestartet.

GNOME kann auch von der Kommandozeile gestartet werden, wenn Sie eine entsprechend konfigurierte .xinitrc in Ihrem Heimatverzeichnis besitzen. Existiert eine solche Version, ersetzen Sie den Aufruf des Window-Managers durch /usr/local/bin/gnome-session. Wenn .xinitrc nicht gesondert angepasst wurde, reicht es, den nachstehenden Befehl abzusetzen:

% echo "/usr/local/bin/gnome-session" > ~/.xinitrc

Rufen Sie danach startx auf, um die GNOME Oberfläche zu starten.

Anmerkung: Wenn Sie einen älteren Display-Manager wie XDM verwenden, müssen Sie anders vorgehen. Legen Sie eine ausführbare .xsession an, die das Kommando zum Start von GNOME enthält. Ersetzen Sie dazu den Start des Window-Managers durch /usr/local/bin/gnome-session:

% echo "#!/bin/sh" > ~/.xsession
% echo "/usr/local/bin/gnome-session" >> ~/.xsession
% chmod +x ~/.xsession

Sie können den Display-Manager auch so konfigurieren, dass der Window-Manager beim Anmelden gewählt werden kann. Im Abschnitt Details zu KDE wird das für kdm, den Display-Manager von KDE erklärt.


5.7.1.3. Anti-aliasing-Verfahren mit GNOME

Die “RENDER”-Erweiterung von X11 setzt das Anti-Aliasing-Verfahren um. GTK+ 2.0 (das GNOME-Toolkit) und spätere Versionen benutzen dieses Verfahren. Die Konfiguration des Verfahrens ist in Abschnitt 5.5.3 beschrieben. Aktivieren Sie Anti-Aliasing im Menü Applications->Desktop Preferences->Font. Dort wählen Sie dann eine der Möglichkeiten Best shapes, Best contrast oder Subpixel smoothing (LCDs). Für GTK+-Anwendungen, die nicht Teil von GNOME sind, setzen Sie die Umgebungsvariable GDK_USE_XFT vor dem Start der Anwendung auf den Wert 1.


5.7.2. KDE

5.7.2.1. Über KDE

KDE ist eine moderne, leicht zu benutzende Oberfläche, die unter anderem Folgendes bietet:

  • eine schöne und moderne Oberfläche,

  • eine Oberfläche, die völlig netzwerktransparent ist,

  • ein integriertes Hilfesystem, das bequem und konsistent Hilfestellungen bezüglich der Bedienung der KDE-Oberfläche und ihrer Anwendungen gibt,

  • ein konstantes Erscheinungsbild (look and feel) aller KDE-Anwendungen,

  • einheitliche Menüs, Werkzeugleisten, Tastenkombinationen und Farbschemata,

  • Internationalisierung: KDE ist in mehr als 40 Sprachen erhältlich,

  • durch Dialoge gesteuerte zentrale Konfiguration der Oberfläche,

  • viele nützliche KDE-Anwendungen.

In KDE ist mit Konqueror auch ein Webbrowser enthalten, der sich durchaus mit anderen Webbrowsern auf UNIX-Systemen messen kann. Weitere Informationen über KDE erhalten Sie auf den KDE-Webseiten. Auf der Webseite KDE on FreeBSD finden Sie weitere FreeBSD-spezifische Informationen über KDE.


5.7.2.2. KDE installieren

Am einfachsten installieren Sie KDE, wie jede andere grafische Oberfläche auch als Paket oder über die Ports-Sammlung.

Um KDE über das Netz zu installieren, setzen Sie den nachstehenden Befehl ab:

# pkg_add -r kde

pkg_add(1) installiert automatisch die neuste Version einer Anwendung.

Benutzen Sie die Ports-Sammlung, wenn Sie den Quellcode von KDE übersetzen wollen:

# cd /usr/ports/x11/kde3
# make install clean

Nachdem KDE installiert ist, muss der X-Server KDE anstelle eines Window-Managers starten. Legen Sie dazu die Datei .xinitrc an:

% echo "exec startkde" > ~/.xinitrc

Wenn das X-Window-System danach mit startx gestartet wird, erscheint die KDE-Oberfläche.

Wird ein Display-Manager wie XDM benutzt, muss .xsession angepasst werden. Eine Anleitung für kdm folgt gleich in diesem Kapitel.


5.7.3. Details zu KDE

Wenn KDE erst einmal installiert ist, erschließen sich die meisten Sachen durch das Hilfesystem oder durch Ausprobieren. Benutzer von Windows oder Mac OS werden sich sehr schnell zurecht finden.

Die beste Referenz für KDE ist die Online-Dokumentation. KDE besitzt einen eigenen Webbrowser, sehr viele nützliche Anwendungen und ausführliche Dokumentation. Der Rest dieses Abschnitts beschäftigt sich daher mit Dingen, die schlecht durch einfaches Ausprobieren erlernbar sind.


5.7.3.1. Der KDE-Display-Manager

Der Administrator eines Mehrbenutzersystems will den Benutzern vielleicht eine grafische Anmeldung wie mit XDM ermöglichen. KDE besitzt einen eigenen Display-Manager, der schöner aussieht und auch über mehr Optionen verfügt. Insbesondere können sich die Benutzer die Oberfläche für die Sitzung (beispielsweise KDE oder GNOME) aussuchen.

Um kdm zu aktivieren, müssen Sie den Eintrag ttyv8 in der Datei /etc/ttys anpassen. Die von Ihnen angepasste Zeile sollte ähnlich der folgenden aussehen:

ttyv8 "/usr/local/bin/kdm -nodaemon" xterm on secure

5.7.4. XFce

5.7.4.1. Über XFce

XFce ist eine grafische Oberfläche, die auf den GTK+-Bibliotheken, die auch von GNOME benutzt werden, beruht. Die Oberfläche ist allerdings weniger aufwändig und für diejenigen gedacht, die eine schlichte und effiziente Oberfläche wollen, die dennoch einfach zu benutzen und zu konfigurieren ist. Die Oberfläche sieht ähnlich wie CDE aus, das in kommerziellen UNIX Systemen verwendet wird. Einige Merkmale von XFce sind:

  • eine schlichte einfach zu benutzende Oberfläche,

  • vollständig mit Mausoperationen konfigurierbar, Unterstützung von drag and drop,

  • ähnliche Hauptleiste wie CDE, die Menüs enthält und über die Anwendungen gestartet werden können,

  • integrierter Window-Manager, Datei-Manager und Sound-Manager, GNOME-compliance-Modul,

  • mit Themes anpassbar (da GTK+ benutzt wird),

  • schnell, leicht und effizient: ideal für ältere oder langsamere Maschinen oder Maschinen mit wenig Speicher.

Weitere Information über XFce erhalten Sie auf der XFce-Webseite.


5.7.4.2. XFce installieren

Das XFce-Paket installieren Sie mit dem nachstehenden Kommando:

# pkg_add -r xfce4

Mit der Ports-Sammlung können Sie auch den Quellcode übersetzen:

# cd /usr/ports/x11-wm/xfce4
# make install clean

Damit beim nächsten Start des X-Servers XFce benutzt wird, setzen Sie das folgende Kommando ab:

% echo "/usr/local/bin/startxfce4" > ~/.xinitrc

Wenn Sie einen Display-Manager benutzen, erstellen Sie die Datei .xsession, wie im GNOME Abschnitt beschrieben. Verwenden Sie jetzt allerdings das Kommando /usr/local/bin/startxfce4. Sie können auch den Display-Manager wie im kdm Abschnitt beschrieben, so konfigurieren, dass die Oberfläche für die Sitzung ausgewählt werden kann.

II. Oft benutzte Funktionen

Nach den Grundlagen beschäftigt sich das FreeBSD-Handbuch mit oft benutzten Funktionen von FreeBSD. Die Kapitel behandeln die nachstehenden Themen:

  • Zeigen Ihnen beliebte und nützliche Werkzeuge wie Browser, Büroanwendungen und Programme zum Anzeigen von Dokumenten.

  • Zeigen Ihnen Multimedia-Werkzeuge für FreeBSD.

  • Erklären den Bau eines angepassten FreeBSD-Kernels, der die Systemfunktionen erweitert.

  • Beschreiben ausführlich das Drucksystem, sowohl für direkt angeschlossene Drucker als auch für Netzwerkdrucker.

  • Erläutern, wie Sie Linux-Anwendungen auf einem FreeBSD-System laufen lassen.

Damit Sie einige Kapitel verstehen, sollten Sie vorher andere Kapitel gelesen haben. Die Übersicht zu jedem Kapitel zählt die Voraussetzungen für das erolgreiche Durcharbeiten des Kapitels auf.


Kapitel 6. Desktop-Anwendungen

Beigetragen von Christophe Juniet. Übersetzt von Martin Heinen.

6.1. Übersicht

FreeBSD bietet eine reiche Auswahl an Desktop-Anwendungen, wie Browser und Textverarbeitungen, die als Pakete oder mit der Ports-Sammlung installiert werden. Gerade neue Benutzer erwarten Anwendungen mit einer grafischen Benutzeroberfläche an ihrem Arbeitsplatz. Dieses Kapitel zeigt Ihnen, wie Sie einige der beliebtesten Desktop-Anwendungen mühelos installieren.

Wenn Sie Ports installieren, beachten Sie, dass dabei die Quelltexte der Programme übersetzt werden. Abhängig von dem Programm und der Geschwindigkeit Ihrer Maschinen kann das sehr lange dauern. Wenn Ihnen das Übersetzen zu lange dauert, können Sie die meisten Programme der Ports-Sammlung auch als fertige Pakete installieren.

Da FreeBSD binär kompatibel zu Linux ist, können Sie zahlreiche für Linux entwickelte Desktop-Anwendungen einsetzen. Bevor Sie allerdings Linux-Anwendungen installieren, sollten Sie das Kapitel 10 lesen. Wenn Sie nach einem bestimmten Port suchen, zum Beispiel mit whereis(1), beachten Sie, dass die Namen vieler Programme, die die Linux-Binärkompatibilität benutzen, mit linux- anfangen. Wir gehen im Folgenden davon aus, dass Sie die Linux-Binärkompatibilität aktiviert haben, bevor Sie Linux-Anwendungen installieren.

Dieses Kapitel behandelt Anwendungen aus den Bereichen:

  • Browser (Firefox, Opera, Konqueror)

  • Büroanwendungen (KOffice, AbiWord, The GIMP, OpenOffice.org)

  • Dokumentformate(Acrobat Reader®, gv, Xpdf, GQview)

  • Finanzsoftware ( GnuCash, Gnumeric, Abacus)

Bevor Sie dieses Kapitel lesen, sollten Sie

  • Software Dritter installieren können (Kapitel 4) und

  • Linux-Anwendungen installieren können (Kapitel 10).

Wie Sie Multimedia-Anwendungen einrichten, wird in einem gesonderten Kapitel erklärt. Wie Sie E-Mail einrichten und benutzen, wird in Kapitel 28 beschrieben.


6.2. Browser

FreeBSD besitzt keinen vorinstallierten Browser, stattdessen enthält das www-Verzeichnis der Ports-Sammlung Browser, die Sie installieren können. Wenn Ihnen das Übersetzen der Browser zu lange dauert, bei einigen Browsern dauert das wirklich lange, installieren Sie die Pakete, die es für viele Browser gibt.

KDE und GNOME enthalten schon HTML-Browser. Das Einrichten dieser grafischen Benutzeroberflächen ist in Abschnitt 5.7 beschrieben.

Wenn Sie besonders schlanke Browser benötigen, suchen Sie in der Ports-Sammlung nach www/dillo2, www/links oder www/w3m.

Dieser Abschnitt behandelt die nachstehenden Anwendungen:

Anwendung Ressourcenbedarf Installationsaufwand aus den Ports wichtige Abhängigkeiten
Firefox mittel hoch Gtk+
Opera niedrig niedrig Es gibt eine FreeBSD- und eine Linux-Version. Die Linux-Version hängt von der Linux-Kompatibilität (Linux Binary Compatibility) und linux-openmotif ab.
Konqueror mittel hoch KDE-Biliotheken

6.2.1. Firefox

Firefox ist ein moderner, freier und stabiler Open-Source Browser, der vollständig auf FreeBSD portiert wurde. Er bietet eine dem HTML-Standard konforme Anzeige, Browserfenster als Tabs, Blockierung von Werbefenstern, Erweiterungen, verbesserte Sicherheit und mehr. Firefox basiert auf der Mozilla Codebasis.

Das Paket können Sie mit dem nachstehenden Befehl installieren:

# pkg_add -r firefox

Damit installieren Sie Firefox 2.X, wenn Sie stattdessen Firefox 3.X einsetzen möchten, geben Sie folgenden Befehl ein:

# pkg_add -r firefox3

Alternativ können Sie auch die Ports-Sammlung verwenden, um das Programm aus dem Quellcode zu installieren:

# cd /usr/ports/www/firefox
# make install clean

Ersetzen Sie im vorherigen Kommando firefox durch firefox3 für Firefox 3.X.


6.2.2. Firefox und das Java™-Plugin

Anmerkung: Dieser und der nächste Abschnitt gehen davon aus, dass Sie Firefox bereits installiert haben.

Die FreeBSD Foundation hat von Sun Microsystems eine Lizenz erworben, die es erlaubt, FreeBSD-Binärpakete des Java Runtime Environment (JRE™) und des Java Development Kit (JDK™) zu verteilen. Diese Binärpakete sind auf der Webseite der FreeBSD Foundation erhältlich.

Damit Firefox Java™ unterstützt, müssen Sie zuerst den Port java/javavmwrapper installieren. Anschließend laden Sie das Diablo JRE-Paket von http://www.freebsdfoundation.org/downloads/java.shtml herunter und installieren es mit pkg_add(1).

Danach starten Sie Ihren Browser und geben in der Adresszeile about:plugins ein und bestätigen die Eingabe mit der Enter-Taste. Dadurch wird eine Seite geladen, auf der alle installierten Plugins aufgelistet werden. Auch das Java-Plugin sollte nun in dieser Liste aufgeführt sein. Sollte dies bei Ihnen nicht der Fall sein, muss jeder Benutzer noch das folgende Kommando ausführen:

% ln -s /usr/local/diablo-jre1.6.0/plugin/i386/ns7/libjavaplugin_oji.so \
  $HOME/.mozilla/plugins/

Oder, falls Sie das Diablo JDK-Paket installiert haben:

% ln -s /usr/local/diablo-jdk1.6.0/jre/plugin/i386/ns7/libjavaplugin_oji.so \
  $HOME/.mozilla/plugins/


Danach starten Sie Ihren Browser neu, um das Plugin zu aktivieren.


6.2.3. Firefox und das Macromedia® Flash™-Plugin

Das Macromedia® Flash™-Plugin ist für FreeBSD nicht verfügbar. Es existiert jedoch ein Software-Layer (ein sogenannter Wrapper), der es erlaubt, die Linux-Version des Plugins unter FreeBSD einzusetzen. Dieser Wrapper unterstützt außerdem das Adobe® Acrobat®-Plugin, das RealPlayer®-Plugin und andere mehr.

Je nachdem, welche Version von FreeBSD Sie verwenden, sind unterschiedliche Schritte notwendig:

  1. Für FreeBSD 7.X

    Installieren Sie den Port www/nspluginwrapper. Dieser Port setzt voraus, dass Sie den Port emulators/linux_base-fc4 bereits installiert haben, der sehr gross ist.

    Anschließend installieren Sie den Port www/linux-flashplugin9. Dadurch wird Flash 9.X installiert, denn diese Version läuft zuverlässig auf FreeBSD 7.X.

    Anmerkung: Bei FreeBSD Versionen, die älter sind als FreeBSD 7.1-RELEASE müssen Sie www/linux-flashplugin7 installieren und den linprocfs(5) Abschnitt übergehen.

  2. Für FreeBSD 8.X

    Installieren Sie den Port www/nspluginwrapper. Dieser Port benötigt den emulators/linux_base-f10 Port, der sehr gross ist.

    Als nächstes installieren Sie den Port www/linux-f10-flashplugin10. Dadurch wird Flash 10.X installiert, das in dieser Version unter FreeBSD 8.X stabil läuft.

    Für diese Version muss der folgende symbolische Link angelegt werden:

    # ln -s /usr/local/lib/npapi/linux-f10-flashplugin/libflashplayer.so \
      /usr/local/lib/browser_plugins/
    

Sobald der richtige Flash-Port passend zu ihrer FreeBSD Version installiert ist, muss das Plugin von jedem Benutzer mittels nspluginwrapper installiert werden:

% nspluginwrapper -v -a -i

Das Linux Prozessdateisystem, linprocfs(5), muss unter /usr/compat/linux/proc eingehängt werden, wenn Sie Flash-Animationen abspielen möchten. Dies kann mittels des folgenden Kommandos geschehen:

# mount -t linprocfs linproc /usr/compat/linux/proc

Dieser Schritt kann automatisiert zur Bootzeit ablaufen, indem Sie die passende Zeile in /etc/fstab eintragen:

linproc   /usr/compat/linux/proc  linprocfs       rw      0       0

Rufen Sie dann Ihren Browser auf und geben in der Adresszeile about:plugins ein. Diese Eingabe muss mit der Enter-Taste bestätigt werden. Danach wird eine Seite geladen, auf der alle installierten Plugins aufgelistet werden.


6.2.4. Firefox und das Swfdec Flash-Plugin

Swfdec ist die Bibliothek zum Dekodieren und Rendern von Flash Animationen. Swfdec-Mozilla ist ein Plugin für Firefox-Browser, welches die Swfdec-Bibliothek zum Abspielen von SWF-Dateien benutzt. Momentan befindet sie sich noch in der Entwicklung.

Wenn Sie diese nicht übersetzen können oder wollen, dann installieren Sie einfach das Paket aus dem Netz:

# pkg_add -r swfdec-plugin

Wenn das Paket nicht verfügbar ist, können Sie es auch über die Ports-Sammlung bauen und installieren:

# cd /usr/ports/www/swfdec-plugin
# make install clean

Starten Sie anschliessend ihren Browser neu, damit dieses Plugin aktiviert wird.


6.2.5. Opera

Opera ist ein schneller, vollwertiger und standardkonformer Browser, der wie Mozilla über einen eingebauten E-Mail- und Newsreader verfügt. Zusätzlich sind ein IRC-Client, ein RSS/Atom-Feeds-Reader sowie weitere Programme enthalten. Dennoch handelt es sich bei Opera weiterhin um ein relativ kleines und sehr schnelles Programmpaket. Sie haben die Wahl zwei Versionen dieses Browsers: Der “nativen” FreeBSD-Version und der Linux-Version.

Wenn Sie das Web mit der FreeBSD-Version von Opera erkunden wollen, installieren Sie das Paket:

# pkg_add -r opera

Einige FTP-Server haben nicht alle Pakete, Sie können Opera aber über die Ports-Sammlung installieren:

# cd /usr/ports/www/opera
# make install clean

Wenn Sie die Linux-Version des Browsers verwenden wollen, ersetzen Sie in den Beispielen opera durch linux-opera. Wenn Sie Plugins einsetzen wollen, die nur für Linux erhältlich sind, wie das Adobe Acrobat Reader Plugin, benötigen Sie die Linux-Version. Ansonsten sind die FreeBSD- und Linux-Versionen des Browsers äquivalent.


6.2.6. Konqueror

Konqueror ist Teil von KDE, kann aber außerhalb von KDE benutzt werden, wenn der Port x11/kdebase3 installiert ist. Konqueror ist mehr als nur ein Browser. Sie können das Programm weiters zur Dateiverwaltung und zum Abspielen von Multimedia-Dateien benutzen.

Der Port misc/konq-plugins installiert verschiedene Plugins für Konqueror.

Konqueror kann Flash-Seiten darstellen. Wie Sie die Flash-Unterstützung aktiviern, können Sie unter http://freebsd.kde.org/howtos/konqueror-flash.php nachlesen.


6.3. Büroanwendungen

Neue Benutzer suchen oft ein komplettes Office-Paket oder eine leicht zu bedienende Textverarbeitung. Einige Benutzeroberflächen wie KDE enthalten zwar ein Office-Paket, diese werden in der Standardeinstellung unter FreeBSD aber nicht installiert. Unabhängig von der verwendeten Benutzeroberfläche können Sie diverse Office-Pakete aber jederzeit über die Ports-Sammlung installlieren.

Dieser Abschnitt behandelt die nachstehenden Anwendungen:

Anwendung Ressourcenbedarf Installationsaufwand aus den Ports wichtige Abhängigkeiten
KOffice niedrig hoch KDE
AbiWord niedrig niedrig Gtk+ oder GNOME
The Gimp niedrig hoch Gtk+
OpenOffice.org hoch enorm JDK 1.4, Mozilla

6.3.1. KOffice

Die KDE-Gemeinschaft stellt ein Office-Paket bereit, das auch außerhalb von KDE eingesetzt werden kann. Es besteht aus vier, von anderen Office-Paketen bekannten, Komponenten: KWord ist die Textverarbeitung, KSpread die Tabellenkalkulation, mit KPresenter werden Präsentationen erstellt und Kontour ist ein Zeichenprogramm.

Stellen Sie vor der Installation des neusten KOffice sicher, dass Sie eine aktuelle Version von KDE besitzen.

Mit dem folgenden Kommando installieren Sie das KOffice-Paket:

# pkg_add -r koffice

Wenn das Paket nicht zur Verfügung steht, benutzen Sie bitte die Ports-Sammlung. Wenn Sie beispielsweise KOffice für KDE3 installieren wollen, setzen Sie die nachstehendenen Befehle ab:

# cd /usr/ports/editors/koffice-kde3
# make install clean

6.3.2. AbiWord

AbiWord ist eine freie Textverarbeitung, die ähnlich wie Microsoft Word ist. Sie können damit Artikel, Briefe, Berichte, Notizen usw. verfassen. Das Programm ist sehr schnell, besitzt viele Funktionen und ist sehr benutzerfreundlich.

AbiWord kann viele Dateiformate, unter anderem nicht offene wie .doc von Microsoft, importieren und exportieren.

Das AbiWord-Paket installieren Sie wie folgt:

# pkg_add -r AbiWord

Sollte das Paket nicht zur Verfügung stehen, können Sie das Programm mit der Ports-Sammlung, die zudem aktueller als die Pakete ist, übersetzen. Gehen Sie dazu folgendermaßen vor:

# cd /usr/ports/editors/AbiWord
# make install clean

6.3.3. The GIMP

The GIMP ist ein sehr ausgereiftes Bildverarbeitungsprogramm mit dem Sie Bilder erstellen oder retuschieren können. Sie können es sowohl als einfaches Zeichenprogramm als auch zum retuschieren von Fotografien benutzen. Das Programm besitzt eine eingebaute Skriptsprache und es existieren sehr viele Plug-Ins. The GIMP kann Bilder in zahlreichen Formaten lesen und speichern und stellt Schnittstellen zu Scannern und grafischen Tabletts zur Verfügung.

Sie installieren das Paket mit dem nachstehenden Befehl:

# pkg_add -r gimp

Benutzen Sie die Ports-Sammlung, wenn Ihr FTP-Server das Paket nicht bereitstellt. Im Verzeichnis graphics finden Sie das Handbuch The Gimp Manual. Sie können alles mit den folgenden Befehlen installieren:

# cd /usr/ports/graphics/gimp
# make install clean
# cd /usr/ports/graphics/gimp-manual-pdf
# make install clean

Anmerkung: Die Entwickler-Version von The GIMP finden Sie im Verzeichnis graphics der Ports-Sammlung. Das Handbuch ist im HTML-Format (graphics/gimp-manual-html) erhältlich.


6.3.4. OpenOffice.org

OpenOffice.org enthält alles, was von einem Office-Paket erwartet wird: Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Präsentation und ein Zeichenprogramm. Die Bedienung gleicht anderen Office-Paketen und das Programm kann zahlreiche Dateiformate importieren und exportieren. Es gibt lokalisierte Versionen mit angepassten Menüs, Rechtschreibkontrollen und Wörterbüchern.

Die Textverarbeitung von OpenOffice.org speichert Dateien im XML-Format. Dadurch wird die Verwendbarkeit der Dateien auf anderen Systemen erhöht und die Handhabung der Daten vereinfacht. Die Tabellenkalkulation besitzt eine Makrosprache und eine Schnittstelle zu Datenbanken. OpenOffice.org läuft auf Windows, Solaris™, Linux, FreeBSD und Mac OS X. Weitere Informationen über OpenOffice.org finden Sie auf der OpenOffice.org Website. Spezifische Informationen für FreeBSD finden Sie auf der Webseite FreeBSD OpenOffice.org Porting Team. Von dort können Sie auch direkt das OpenOffice-Paket herunterladen.

OpenOffice.org installieren Sie wie folgt:

# pkg_add -r openoffice.org

Anmerkung: Diese Art der Installation sollte mit einer -RELEASE-Version funktionieren. Verwenden Sie eine andere Version, sollten Sie die Internetseite des FreeBSD OpenOffice.org Porting Teams besuchen und das entsprechende Paket herunterladen und über pkg_add(1) installieren, wobei Sie zwischen der aktuellen Version und der Entwicklerversion wählen können.

Nachdem das Paket installiert ist, müssen Sie lediglich folgenden Befehl eingeben, um OpenOffice.org zu starten:

% openoffice.org

Anmerkung: Nach dem ersten Start werden Ihnen einige Fragen gestellt. Außerdem wird in Ihrem Heimatverzeichnis der neue Unterordner .openoffice.org2 angelegt.

Falls die OpenOffice.org-Pakete nicht zur Verfügung stehen, können Sie immer noch die Ports-Sammlung benutzen. Beachten Sie aber bitte, dass Sie sehr viel Plattenplatz und Zeit benötigen, um die Quellen zu übersetzen.

# cd /usr/ports/editors/openoffice-2
# make install clean

Anmerkung: Wenn Sie ein lokalisierte Version bauen wollen, ersetzen Sie den letzten Befehl durch die folgende Zeile:

# make LOCALIZED_LANG=Ihre_Sprache install clean

Dabei ersetzen Sie Ihre_Sprache durch den korrekten ISO-Code. Eine Liste der unterstützten Codes enthält die Datei files/Makefile.localized, die sich im Portsverzeichnis befindet.

Nachdem die Installation abgeschlossen ist, können Sie OpenOffice.org durch folgenden Befehl starten:

% openoffice.org

6.4. Anzeigen von Dokumenten

Einige neuere Dokumentformate, die sich aktuell großer Beliebtheit erfreuen, können Sie sich mit den im Basissystem enthaltenen Programmen und Werkzeugen nicht ansehen. Dieser Abschnitt behandelt Programme, mit denen Sie sich Dokumente in unterschiedlichsten Formaten ansehen können.

Die nachstehenden Anwendungen werden behandelt:

Anwendung Ressourcenbedarf Installationsaufwand aus den Ports wichtige Abhängigkeiten
Acrobat Reader niedrig niedrig Linux Binary Compatibility
gv niedrig niedrig Xaw3d
Xpdf niedrig niedrig FreeType
GQview niedrig niedrig Gtk+ oder GNOME

6.4.1. Acrobat Reader®

Viele Dokumente werden heute im “Portable Document Format” (PDF) zur Verfügung gestellt. PDF-Dokumente schauen Sie sich am Besten mit dem Programm Acrobat Reader an, das von Adobe für Linux freigegeben wurde. Da Linux-Programme unter FreeBSD laufen, steht Ihnen das Programm auch hier zur Verfügung.

Um Acrobat Reader 7 über die Ports-Sammlung zu installieren, geben Sie Folgendes ein:

# cd /usr/ports/print/acroread7
# make install clean

Aufgrund der Lizenzbedinungen ist eine Paketversion leider nicht verfügbar.


6.4.2. gv

gv kann PostScript- und PDF-Dokumente anzeigen. Es stammt von ghostview ab, besitzt aber wegen der Xaw3d-Bibliothek eine schönere Benutzeroberfläche. In gv können Sie viele Operationen durchführen: Sie können die Ausrichtung und die Papiergröße eines Dokuments ändern, das Dokument skalieren oder die Kantenglättung (Anti-Aliasing) aktivieren. Fast jede Operation kann sowohl mit der Tastatur als auch mit der Maus durchgeführt werden.

Installieren Sie das gv-Paket wie folgt:

# pkg_add -r gv

Benutzen Sie die Ports-Sammlung, wenn das Paket nicht zur Verfügung steht:

# cd /usr/ports/print/gv
# make install clean

6.4.3. Xpdf

Ein schlankes und effizientes Programm zum Betrachten von PDF-Dateien ist Xpdf. Es benötigt wenige Ressourcen und ist sehr stabil. Da das Programm die Standard X-Zeichensätze benutzt, ist es nicht auf Motif oder ein anderes X-Toolkit angewiesen.

Das Xpdf-Paket können Sie mit dem folgenden Kommando installieren:

# pkg_add -r xpdf

Wenn das Paket nicht verfügbar ist, oder Sie lieber die Ports-Sammlung benutzen möchten, gehen Sie wie folgt vor:

# cd /usr/ports/graphics/xpdf
# make install clean

Wenn Sie nach Abschluss der Installation Xpdf starten, öffnen Sie das Menü mit der rechten Maustaste.


6.4.4. GQview

Mit GQview lassen sich Bilder verwalten. Unter anderem können Sie sich Bilder (auch auf dem ganzen Bildschirm) anschauen, ein externes Werkzeug aufrufen und eine Vorschau (thumbnail) erzeugen. Weiterhin können Sie automatisch ablaufende Präsentationen erstellen und grundlegende Dateioperationen durchführen, Bildersammlungen verwalten und doppelte Bilder aufspüren. GQview ist internationalisiert, das heißt es berücksichtigt die Spracheinstellungen des Systems.

Wenn Sie das GQview-Paket installieren wollen, geben Sie das folgende Kommando ein:

# pkg_add -r gqview

Ist das Paket nicht erhältlich, oder wenn Sie die Ports-Sammlung bevorzugen, setzen Sie die folgenden Kommandos ab:

# cd /usr/ports/graphics/gqview
# make install clean

6.5. Finanzsoftware

Wenn Sie, warum auch immer, Ihre Finanzen mit einem FreeBSD Arbeitsplatz verwalten wollen, stehen Ihnen verschiedene Anwendungen zur Verfügung. Einige von ihnen unterstützen verbreitete Formate, darunter Dateiformate, die von Quicken® oder Excel verwendet werden.

Dieser Abschnitt behandelt die folgenden Anwendungen:

Anwendung Ressourcenbedarf Installationsaufwand aus den Ports wichtige Abhängigkeiten
GnuCash niedrig hoch GNOME
Gnumeric niedrig hoch GNOME
Abacus niedrig niedrig Tcl/Tk
KMyMoney niedrig hoch KDE

6.5.1. GnuCash

GnuCash ist Teil des GNOME-Projekts, dessen Ziel es ist, leicht zu bedienende und doch leistungsfähige Anwendungen zu erstellen. Mit GnuCash können Sie Ihre Einnahmen und Ausgaben, Ihre Bankkonten und Wertpapiere verwalten. Das Programm ist leicht zu bedienen und genügt dennoch hohen Ansprüchen.

GnuCash stellt ein Register, ähnlich dem in einem Scheckheft und ein hierarchisches System von Konten zur Verfügung. Eine Transaktion kann in einzelne Teile aufgespaltet werden. GnuCash kann Quicken-Dateien (QIF) importieren und einbinden. Weiterhin unterstützt das Programm die meisten internationalen Formate für Zeitangaben und Währungen. Die Bedienung des Programms kann durch zahlreiche Tastenkombinationen und dem automatischen Vervollständigen von Eingaben beschleunigt werden.

Das GnuCash-Paket installieren Sie wie folgt:

# pkg_add -r gnucash

Wenn das Paket nicht zur Verfügung steht, benutzen Sie die Ports-Sammlung:

# cd /usr/ports/finance/gnucash
# make install clean

6.5.2. Gnumeric

Gnumeric ist eine Tabellenkalkulation, die Teil der GNOME Benutzeroberfläche ist. Das Programm kann Eingaben anhand des Zellenformats oder einer Folge von Eingaben vervollständigen. Dateien verbreiteter Formate, wie die von Excel, Lotus 1-2-3 oder Quattro Pro lassen sich importieren. Grafiken erstellt Gnumeric mit dem Programm math/guppi. Gnumeric besitzt viele eingebaute Funktionen und Zellenformate (zum Beispiel die üblich verwendeten, wie Zahl, Währung, Datum oder Zeit).

Installieren Sie das Gnumeric-Paket mit dem folgenden Kommando:

# pkg_add -r gnumeric

Wenn das Paket nicht zur Verfügung steht, benutzen Sie die Ports-Sammlung:

# cd /usr/ports/math/gnumeric
# make install clean

6.5.3. Abacus

Abacus ist eine kleine und leicht zu bedienende Tabellenkalkulation. Die vordefinierten Funktionen stammen aus verschiedenen Bereichen wie der Statistik, der Wirtschaft und der Mathematik. Das Programm kann Dateien im Excel Dateiformat importieren und exportieren sowie Ausgaben in PostScript erzeugen.

Installieren Sie das Abacus-Paket mit dem folgenden Kommando:

# pkg_add -r abacus

Wenn das Paket nicht zur Verfügung steht, benutzen Sie die Ports-Sammlung:

# cd /usr/ports/deskutils/abacus
# make install clean

6.5.4. KMyMoney

Bei KMyMoney handelt es sich ein Programm zur Verwaltung der persönlichen Finanzen, das unter KDE entwickelt wird. KMyMoney hat das Ziel, alle wichtigen Funktionen zu bieten, die auch von kommerziellen Programmen zur Verwaltung der persönlichen Finanzen unterstützt werden. Weiters zählen einfache Benutzung sowie korrekte doppelte Buchführung zu den herausragenden Fähigkeiten dieses Programms. KMyMoney unterstützt den Import von Datendateien im Format Quicken Interchange Format (QIF), kann Investionen verfolgen, unterstützt verschiedene Währungen und bietet umfangreiche Reportmöglichkeiten. OFX-Import wird über ein separates Plugin realisiert.

Um KMyMoney über das FreeBSD-Paketsystem zu installieren, geben Sie Folgendes ein:

# pkg_add -r kmymoney2

Sollte das Paket nicht verfügbar sein, können Sie das Programm auch über die Ports-Sammlung installieren:

# cd /usr/ports/finance/kmymoney2
# make install clean

6.6. Zusammenfassung

FreeBSD wird von Internet Service Providern wegen seiner Schnelligkeit und Stabilität eingesetzt, es ist aber auch zum Einrichten eines Arbeitsplatzes geeignet. Mit tausenden Anwendungen, die als Pakete oder Ports zur Verfügung stehen, können Sie sich einen Arbeitsplatz nach Ihren Wünschen einrichten.

Die folgende Aufstellung fasst die in diesem Kapitel besprochenen Anwendungen zusammen:

Anwendung Paket-Name Port-Name
Opera opera www/opera
Firefox firefox www/firefox
KOffice koffice-kde3 editors/koffice-kde3
AbiWord abiword editors/abiword
The GIMP gimp graphics/gimp
OpenOffice.org openoffice editors/openoffice-1.1
Acrobat Reader acroread print/acroread7
gv gv print/gv
Xpdf xpdf graphics/xpdf
GQview gqview graphics/gqview
GnuCash gnucash finance/gnucash
Gnumeric gnumeric math/gnumeric
Abacus abacus deskutils/abacus
KMyMoney kmymoney2 finance/kmymoney2

Kapitel 7. Multimedia

Überarbeitet von Ross Lippert.

7.1. Übersicht

FreeBSD unterstützt viele unterschiedliche Soundkarten, die Ihnen den Genuss von Highfidelity-Klängen auf Ihrem Computer ermöglichen. Dazu gehört unter anderem die Möglichkeit, Tonquellen in den Formaten MPEG Audio Layer 3 (MP3), WAV, Ogg Vorbis und vielen weiteren Formaten aufzunehmen und wiederzugeben. Darüber hinaus enthält die FreeBSD Ports-Sammlung Anwendungen, die Ihnen das Bearbeiten Ihrer aufgenommenen Tonspuren, das Hinzufügen von Klangeffekten und die Kontrolle der angeschlossenen MIDI-Geräte erlauben.

Wenn Sie etwas Zeit investieren, können Sie mit FreeBSD auch Videos und DVDs abspielen. Im Vergleich zu Audio-Anwendungen gibt es weniger Anwendungen zum Kodieren, Konvertieren und Abspielen von Video-Formaten. Es gab, als dieses Kapitel geschrieben wurde, keine Anwendung, die einzelne Video-Formate ähnlich wie audio/sox konvertieren konnte. Allerdings ändert sich die Software in diesem Umfeld sehr schnell.

In diesem Kapitel wird das Einrichten von Soundkarten besprochen. Kapitel 5 beschreibt die Installation und Konfiguration von X11 und das Einrichten von Videokarten. Hinweise zur Verbesserung der Wiedergabe finden sich in diesem Kapitel.

Dieses Kapitel behandelt die folgenden Punkte:

  • Die Konfiguration des Systems damit Ihre Soundkarte erkannt wird.

  • Wie Sie die Funktion einer Soundkarte testen können.

  • Wie Sie Fehler in den Einstellungen von Soundkarten finden.

  • Wie Sie MP3s und andere Audio-Formate wiedergeben und erzeugen.

  • Die Video-Unterstützung des X-Servers.

  • Gute Anwendungen, die Videos abspielen und kodieren.

  • Die Wiedergabe von DVDs, .mpg- und .avi-Dateien.

  • Wie Sie CDs und DVDs in Dateien rippen.

  • Die Konfiguration von TV-Karten.

  • Das Einrichten von Scannern.

Bevor Sie dieses Kapitel lesen, sollten Sie:

  • Wissen, wie Sie einen neuen Kernel konfigurieren und installieren (Kapitel 8).

Warnung: Der Versuch eine Audio-CD mit mount(8) einzuhängen erzeugt mindestens einen Fehler; schlimmstenfalls kann es zu einer Kernel-Panic kommen. Die Medien besitzen eine andere Kodierung als normale ISO-Dateisysteme.


7.2. Soundkarten einrichten

Von Moses Moore. Aktualisiert für FreeBSD 5.X von Marc Fonvieille. Übersetzt von Benedikt Köhler und Uwe Pierau.

7.2.1. Den Soundtreiber einrichten

Zunächst sollten Sie in Erfahrung bringen, welches Soundkartenmodell Sie besitzen, welchen Chip die Karte benutzt und ob es sich um eine PCI- oder ISA-Karte handelt. FreeBSD unterstützt eine Reihe von PCI- als auch von ISA-Karten. Die Hardware-Notes zählen alle unterstützten Karten und deren Treiber auf.

Um Ihre Soundkarte benutzen zu können, müssen Sie den richtigen Gerätetreiber laden. Sie haben zwei Möglichkeiten, den Treiber zu laden: Am einfachsten ist es, das Modul mit kldload(8) zu laden. Sie können dazu die Kommandozeile verwenden:

# kldload snd_emu10k1

Alternativ können Sie auch einen Eintrag in der Datei /boot/loader.conf erstellen:

snd_emu10k1_load="YES"

Beide Beispiele gelten für eine Creative SoundBlaster® Live! Soundkarte. Weitere ladbare Soundmodule sind in der Datei /boot/defaults/loader.conf aufgeführt. Wenn Sie nicht sicher sind, welchen Gerätetreiber Sie laden müssen, laden Sie den Treiber snd_driver:

# kldload snd_driver

Der Treiber snd_driver ist ein Meta-Treiber, der alle gebräuchlichen Treiber lädt und die Suche nach dem richtigen Treiber vereinfacht. Weiterhin können alle Treiber über /boot/loader.conf geladen werden.

Wollen Sie feststellen, welcher Treiber für Ihre Soundkarte vom Metatreiber snd_driver geladen wurde, sollten Sie sich mit cat /dev/sndstat den Inhalt der Datei /dev/sndstat ansehen.

Alternativ können Sie die Unterstützung für die Soundkarte direkt in den Kernel einkompilieren. Diese Methode im nächsten Abschnitt beschrieben. Weiteres über den Bau eines Kernels erfahren Sie im Kapitel Kernelkonfiguration.


7.2.1.1. Soundkarten in der Kernelkonfiguration einrichten

Zuerst müssen Sie sound(4), den Treiber für das Audio-Framework in die Kernelkonfiguration aufnehmen. Fügen Sie dazu die folgende Zeile in die Kernelkonfigurationsdatei ein:

device sound

Als Nächstes müssen Sie den richtigen Treiber in die Kernelkonfiguration einfügen. Den Treiber entnehmen Sie bitte der Liste der unterstützen Soundkarten aus den Hardware-Notes. Zum Beispiel wird die Creative SoundBlaster Live! Soundkarte vom Treiber snd_emu10k1(4) unterstützt. Für diese Karte verwenden Sie die nachstehende Zeile:

device snd_emu10k1

Die richtige Syntax für die Zeile lesen Sie bitte in der Hilfeseite des entsprechenden Treibers nach. Die korrekte Syntax für alle unterstützten Treiber finden Sie außerdem in der Datei /usr/src/sys/conf/NOTES.

Nicht PnP-fähige ISA-Soundkarten benötigen (wie alle anderen ISA-Karten auch) weiterhin Angaben zu den Karteneinstellungen (wie IRQ und I/O-Port). Die Karteneinstellungen tragen Sie in die Datei /boot/device.hints ein. Während des Systemstarts liest der loader(8) diese Datei und reicht die Einstellungen an den Kernel weiter. Für eine alte Creative SoundBlaster 16 ISA-Karte, die sowohl den snd_sbc(4)- als auch den snd_sb16-Treiber benötigt, fügen Sie folgende Zeilen in die Kernelkonfigurationsdatei ein:

device snd_sbc
device snd_sb16

In die Datei /boot/device.hints tragen Sie für diese Karte zusätzlich die folgenden Einstellungen ein:

hint.sbc.0.at="isa"
hint.sbc.0.port="0x220"
hint.sbc.0.irq="5"
hint.sbc.0.drq="1"
hint.sbc.0.flags="0x15"

In diesem Beispiel benutzt die Karte den I/O-Port 0x220 und den IRQ 5.

Die Manualpage sound(4) sowie des jeweiligen Treibers beschreiben die Syntax der Einträge in der Datei /boot/device.hints.

Das Beispiel verwendet die vorgegebenen Werte. Falls Ihre Karteneinstellungen andere Werte vorgeben, müssen Sie die Werte in der Kernelkonfiguration anpassen. Weitere Informationen zu dieser Soundkarte entnehmen Sie bitte der Manualpage snd_sbc(4).


7.2.2. Die Soundkarte testen

Nachdem Sie den neuen Kernel gestartet oder das erforderliche Modul geladen haben, sollte Ihre Soundkarte in den Systemmeldungen (dmesg(8)) auftauchen. Zum Beispiel:

pcm0: <Intel ICH3 (82801CA)> port 0xdc80-0xdcbf,0xd800-0xd8ff irq 5 at device 31.5 on pci0
pcm0: [GIANT-LOCKED]
pcm0: <Cirrus Logic CS4205 AC97 Codec>

Den Status der Karte können Sie über die Datei /dev/sndstat prüfen:

# cat /dev/sndstat
FreeBSD Audio Driver (newpcm)
Installed devices:
pcm0: <Intel ICH3 (82801CA)> at io 0xd800, 0xdc80 irq 5 bufsz
16384
kld snd_ich (1p/2r/0v channels duplex default)

Die Ausgaben können auf Ihrem System anders aussehen. Wenn das Gerät pcm nicht erscheint, prüfen Sie bitte Ihre Konfiguration. Stellen sie sicher, dass Sie den richtigen Treiber gewählt haben. Abschnitt 7.2.2.1 beschreibt häufig auftretende Probleme.

Wenn alles glatt lief, haben Sie nun eine funktionierende Soundkarte. Wenn ein CD-ROM oder DVD-ROM-Laufwerk an Ihrer Soundkarte angeschlossen ist, können Sie jetzt mit cdcontrol(1) eine CD abspielen:

% cdcontrol -f /dev/acd0 play 1

Es gibt viele Anwendungen, wie audio/workman, die eine bessere Benutzerschnittstelle besitzen. Um sich MP3-Audiodateien anzuhören, können Sie eine Anwendung wie audio/mpg123 installieren.

Eine weitere schnelle Möglichkeit die Karte zu prüfen, ist es, Daten an das Gerät /dev/dsp zu senden:

% cat Datei > /dev/dsp

Für Datei können Sie eine beliebige Datei verwenden. Wenn Sie einige Geräusche hören, funktioniert die Soundkarte.

Die Einstellungen des Mixers können Sie mit dem Kommando mixer(8) verändern. Weiteres lesen Sie bitte in der Hilfeseite mixer(8) nach.


7.2.2.1. Häufige Probleme

Fehler Lösung
sb_dspwr(XX) timed out

Der I/O Port ist nicht korrekt angegeben.

bad irq XX

Der IRQ ist falsch angegeben. Stellen Sie sicher, dass der angegebene IRQ mit dem Sound IRQ übereinstimmt.

xxx: gus pcm not attached, out of memory

Es ist nicht genug Speicher verfügbar, um das Gerät zu betreiben.

xxx: can't open /dev/dsp!

Überprüfen Sie mit fstat | grep dsp ob eine andere Anwendung das Gerät geöffnet hat. Häufige Störenfriede sind esound oder die Sound-Unterstützung von KDE.


7.2.3. Mehrere Tonquellen abspielen

Beigetragen von Munish Chopra.

Oft sollen mehrere Tonquellen gleichzeitig abgespielt werden, auch wenn beispielsweise esound oder artsd das Audiogerät nicht mit einer anderen Anwendung teilen können.

Unter FreeBSD können mit sysctl(8) virtuelle Tonkanäle eingerichtet werden. Virtuelle Kanäle mischen die Tonquellen im Kernel (so können mehr Kanäle als von der Hardware unterstützt benutzt werden).

Die Anzahl der virtuellen Kanäle können Sie als Benutzer root wie folgt einstellen:

# sysctl dev.pcm.0.play.vchans=4
# sysctl dev.pcm.0.rec.vchans=4
# sysctl hw.snd.maxautovchans=4

Im Beispiel werden vier virtuelle Kanäle eingerichtet, eine im Normalfall ausreichende Anzahl. Sowohl dev.pcm.0.play.vchans=4 und dev.pcm.0.rec.vchans=4 sind die Anzahl der virtuellen Kanäle des Geräts pcm0, die fürs Abspielen und Aufnehmen verwendet werden und sie können konfiguriert werden, sobald das Gerät existiert. hw.snd.maxautovchans ist die Anzahl der virtuellen Kanäle, die einem Gerät zugewiesen werden, wenn es durch kldload(8) eingerichtet wird. Da das Modul pcm unabhängig von den Hardware-Treibern geladen werden kann, gibt hw.snd.maxautovchans die Anzahl der virtuellen Kanäle an, die später eingerichtete Geräte erhalten. Lesen Sie dazu pcm(4) für weitere Informationen.

Anmerkung: Sie können die Anzahl der virtuellen Kanäle nur ändern, wenn das Gerät nicht genutzt wird. Schließen Sie daher zuerst alle Programme (etwa Musikabspielprogramme oder Sound-Daemonen), die auf dieses Gerät zugreifen.

Wenn Sie ein System ohne devfs(5) einsetzen, müssen Anwendungen die Geräte /dev/dsp0.x verwenden. Wenn dev.pcm.0.rec.vchans wie oben auf 4 gesetzt wurde, läuft x von 0 bis 3. Auf Systemen mit devfs(5) werden die Geräte automatisch zugeteilt, wenn ein Programm das Gerät /dev/dsp0 anfordert.


7.2.4. Den Mixer einstellen

Beigetragen von Josef El-Rayes.

Die Voreinstellungen des Mixers sind im Treiber pcm(4) fest kodiert. Es gibt zwar viele Anwendungen und Dienste, die den Mixer einstellen können und die eingestellten Werte bei jedem Start wieder setzen, am einfachsten ist es allerdings, die Standardwerte für den Mixer direkt im Treiber einzustellen. Der Mixer kann in der Datei /boot/device.hints eingestellt werden:

hint.pcm.0.vol="50"

Die Zeile setzt die Lautstärke des Mixers beim Laden des Moduls pcm(4) auf den Wert 50.


7.3. MP3-Audio

Ein Beitrag von Chern Lee. Übersetzt von Benedikt Köhler.

MP3 (MPEG Layer 3 Audio) ermöglicht eine Klangwiedergabe in CD-ähnlicher Qualität, was Sie sich auf Ihrem FreeBSD-Rechner nicht entgehen lassen sollten.


7.3.1. MP3-Player

XMMS (X Multimedia System) ist bei weitem der beliebteste MP3-Player für X11. WinAmp-Skins können auch mit XMMS genutzt werden, da die Benutzerschnittstelle fast identisch mit der von Nullsofts WinAmp ist. Daneben unterstützt XMMS auch eigene Plugins.

XMMS kann als multimedia/xmms Port oder Package installiert werden.

Die Benutzerschnittstelle von XMMS ist leicht zu erlernen und enthält eine Playlist, einen graphischen Equalizer und vieles mehr. Diejenigen, die mit WinAmp vertraut sind, werden XMMS sehr leicht zu benutzen finden.

Der Port audio/mpg123 ist ein alternativer, kommandozeilenorientierter MP3-Player.

mpg123 kann ausgeführt werden, indem man das zu benutzende Sound Device und die abzuspielende MP3-Datei auf der Kommandozeile angibt. Wenn ihr Sound Device beispielsweise /dev/dsp1.0 lautet und Sie die MP3-Datei Foobar-GreatestHits.mp3 hören wollen, geben Sie Folgendes ein:

# mpg123 -a /dev/dsp1.0 Foobar-GreatestHits.mp3
High Performance MPEG 1.0/2.0/2.5 Audio Player for Layer 1, 2 and 3.
Version 0.59r (1999/Jun/15).  Written and copyrights by Michael Hipp.
Uses code from various people.  See 'README' for more!
THIS SOFTWARE COMES WITH ABSOLUTELY NO WARRANTY! USE AT YOUR OWN RISK!





Playing MPEG stream from Foobar-GreatestHits.mp3 ...
MPEG 1.0 layer III, 128 kbit/s, 44100 Hz joint-stereo

7.3.2. CD-Audio Tracks rippen

Bevor man eine ganze CD oder einen CD-Track in das MP3-Format umwandeln kann, müssen die Audiodaten von der CD auf die Festplatte gerippt werden. Dabei werden die CDDA (CD Digital Audio) Rohdaten in WAV-Dateien kopiert.

Die Anwendung cdda2wav die im sysutils/cdrtools Paket enthalten ist, kann zum Rippen der Audiodaten und anderen Informationen von CDs genutzt werden.

Wenn die Audio CD in dem Laufwerk liegt, können Sie mit folgendem Befehl (als root) eine ganze CD in einzelne WAV-Dateien (eine Datei für jeden Track) rippen:

# cdda2wav -D 0,1,0 -B

cdda2wav unterstützt auch ATAPI (IDE) CD-ROM-Laufwerke. Um von einem IDE-Laufwerk zu rippen, übergeben Sie auf der Kommandozeile statt der SCSI-IDs den Gerätenamen. Das folgende Kommando rippt den 7. Track:

# cdda2wav -D /dev/acd0 -t 7

Der Schalter -D 0,1,0 bezieht sich auf das SCSI Device 0,1,0, das sich aus dem Ergebnis des Befehls cdrecord -scanbus ergibt.

Um einzelne Tracks zu rippen, benutzen Sie den -t Schalter wie folgt:

# cdda2wav -D 0,1,0 -t 7

Dieses Beispiel rippt den siebten Track der Audio CD-ROM. Um mehrere Tracks zu rippen, zum Beispiel die Tracks eins bis sieben, können Sie wie folgt einen Bereich angeben:

# cdda2wav -D 0,1,0 -t 1+7

Mit dd(1) können Sie ebenfalls Audio-Stücke von ATAPI-Laufwerken kopieren. Dies wird in Abschnitt 18.6.5 erläutert.


7.3.3. MP3-Dateien kodieren

Gegenwärtig ist Lame der meistbenutzte MP3-Encoder. Lame finden Sie unter audio/lame im Ports-Verzeichnis.

Benutzen Sie die WAV-Dateien, die sie von CD gerippt haben, und wandeln sie mit dem folgenden Befehl die Datei audio01.wav in audio01.mp3 um:

# lame -h -b 128 \
--tt "Foo Liedtitel" \
--ta "FooBar Künstler" \
--tl "FooBar Album" \
--ty "2001" \
--tc "Geripped und kodiert von Foo" \
--tg "Musikrichtung" \
audio01.wav audio01.mp3

128 kbits ist die gewöhnliche MP3-Bitrate. Viele bevorzugen mit 160 oder 192 kbits eine höhere Qualität. Je höher die Bitrate ist, desto mehr Speicherplatz benötigt die resultierende MP3-Datei, allerdings wird die Qualität dadurch auch besser. Der Schalter -h verwendet den “higher quality but a little slower” (höhere Qualität, aber etwas langsamer) Modus. Die Schalter, die mit --t beginnen, sind ID3-Tags, die in der Regel Informationen über das Lied enthalten und in die MP3-Datei eingebettet sind. Weitere Optionen können in der Manualpage von Lame nachgelesen werden.


7.3.4. MP3-Dateien dekodieren

Um aus MP3-Dateien eine Audio CD zu erstellen, müssen diese in ein nicht komprimiertes WAV-Format umgewandelt werden. Sowohl XMMS als auch mpg123 unterstützen die Ausgabe der MP3-Dateien in unkomprimierte Dateiformate.

Dekodieren mit XMMS:

  1. Starten Sie XMMS.

  2. Klicken Sie mit der rechten Maustaste, um das XMMS-Menu zu öffnen.

  3. Wählen Sie Preference im Untermenü Options.

  4. Ändern Sie das Output-Plugin in “Disk Writer Plugin”.

  5. Drücken Sie Configure.

  6. Geben Sie ein Verzeichnis ein (oder wählen Sie browse), in das Sie die unkomprimierte Datei schreiben wollen.

  7. Laden Sie die MP3-Datei wie gewohnt in XMMS mit einer Lautstärke von 100% und einem abgeschalteten EQ.

  8. Drücken Sie Play und es wird so aussehen, als spiele XMMS die MP3-Datei ab, aber keine Musik ist zu hören. Der Player überspielt die MP3-Datei in eine Datei.

  9. Vergessen Sie nicht, das Output-Plugin wieder in den Ausgangszustand zurückzusetzen um wieder MP3-Dateien anhören zu können.

Mit mpg123 nach stdout schreiben:

  1. Geben Sie mpg123 -s audio01.mp3 > audio01.pcm ein.

XMMS schreibt die Datei im WAV-Format aus während mpg123 die MP3-Datei in rohe PCM-Audiodaten umwandelt. cdrecord kann mit beiden Formaten Audio-CDs erstellen, burncd(8) kann nur rohe PCM-Audiodaten verarbeiten. Der Dateikopf von WAV-Dateien erzeugt am Anfang des Stücks ein Knacken. Sie können den Dateikopf mit dem Werkzeug SoX, das sich als Paket oder aus dem Port audio/sox installieren lässt, entfernen:

% sox -t wav -r 44100 -s -w -c 2 track.wav track.raw

Lesen Sie Abschnitt 18.6 in diesem Handbuch, um mehr Informationen zur Benutzung von CD-Brennern mit FreeBSD zu erhalten.


7.4. Videos wiedergeben

Beigetragen von Ross Lippert.

Die Wiedergabe von Videos ist ein neues, sich schnell entwickelndes, Anwendungsgebiet. Seien Sie geduldig, es wird nicht alles so glatt laufen, wie bei den Audio-Anwendungen.

Bevor Sie beginnen, sollten Sie das Modell Ihrer Videokarte und den benutzten Chip kennen. Obwohl Xorg und XFree86 viele Videokarten unterstützt, können nur einige Karten Videos schnell genug wiedergeben. Eine Liste der Erweiterungen, die der X-Server für eine Videokarte unterstützt, erhalten Sie unter laufendem X11 mit dem Befehl xdpyinfo(1).

Halten Sie eine kurze MPEG-Datei bereit, mit der Sie Wiedergabeprogramme und deren Optionen testen können. Da einige DVD-Spieler in der Voreinstellung das DVD-Gerät mit /dev/dvd ansprechen oder diesen Namen fest einkodiert haben, wollen Sie vielleicht symbolische Links auf die richtigen Geräte anlegen:

# ln -sf /dev/acd0 /dev/dvd
# ln -sf /dev/acd0 /dev/rdvd

Wegen devfs(5) gehen gesondert angelegte Links wie diese bei einem Neustart des Systems verloren. Damit die symbolischen Links automatisch beim Neustart des Systems angelegt werden, fügen Sie die folgenden Zeilen in /etc/devfs.conf ein:

link acd0 dvd
link acd0 rdvd

Zum Entschlüsseln von DVDs müssen bestimmte DVD-ROM-Funktionen aufgerufen werden und schreibender Zugriff auf das DVD-Gerät erlaubt sein.

X11 benutzt Shared-Memory und Sie sollten die nachstehenden sysctl(8)-Variablen auf die gezeigten Werte erhöhen:

kern.ipc.shmmax=67108864
kern.ipc.shmall=32768

7.4.1. Video-Schnittstellen

Es gibt einige Möglichkeiten, Videos unter X11 abzuspielen. Welche Möglichkeit funktioniert, hängt stark von der verwendeten Hardware ab. Ebenso hängt die erzielte Qualität von der Hardware ab. Die Videowiedergabe unter X11 ist ein aktuelles Thema, sodass jede neue Version von Xorg oder von XFree86 wahrscheinlich erhebliche Verbesserung enthält.

Gebräuchliche Video-Schnittstellen sind:

  1. X11: normale X11-Ausgabe über Shared-Memory.

  2. XVideo: Eine Erweiterung der X11-Schnittstelle, die Videos in jedem X11-Drawable anzeigen kann.

  3. SDL: Simple Directmedia Layer.

  4. DGA: Direct Graphics Access.

  5. SVGAlib: Eine Schnittstelle zur Grafikausgabe auf der Konsole.


7.4.1.1. XVideo

Die Erweiterung XVideo (auch Xvideo, Xv oder xv) von Xorg und XFree86 4.X, erlaubt die beschleunigte Wiedergabe von Videos in jedem Drawable. Diese Erweiterung liefert auch auf weniger leistungsfähigen Systemen (beispielsweise einem PIII 400 MHz Laptop) eine gute Wiedergabe.

Ob die Erweiterung läuft, entnehmen Sie der Ausgabe von xvinfo:

% xvinfo

XVideo wird untertsützt, wenn die Ausgabe wie folgt aussieht:

X-Video Extension version 2.2
screen #0
  Adaptor #0: "Savage Streams Engine"
    number of ports: 1
    port base: 43
    operations supported: PutImage
    supported visuals:
      depth 16, visualID 0x22
      depth 16, visualID 0x23
    number of attributes: 5
      "XV_COLORKEY" (range 0 to 16777215)
              client settable attribute
              client gettable attribute (current value is 2110)
      "XV_BRIGHTNESS" (range -128 to 127)
              client settable attribute
              client gettable attribute (current value is 0)
      "XV_CONTRAST" (range 0 to 255)
              client settable attribute
              client gettable attribute (current value is 128)
      "XV_SATURATION" (range 0 to 255)
              client settable attribute
              client gettable attribute (current value is 128)
      "XV_HUE" (range -180 to 180)
              client settable attribute
              client gettable attribute (current value is 0)
    maximum XvImage size: 1024 x 1024
    Number of image formats: 7
      id: 0x32595559 (YUY2)
        guid: 59555932-0000-0010-8000-00aa00389b71
        bits per pixel: 16
        number of planes: 1
        type: YUV (packed)
      id: 0x32315659 (YV12)
        guid: 59563132-0000-0010-8000-00aa00389b71
        bits per pixel: 12
        number of planes: 3
        type: YUV (planar)
      id: 0x30323449 (I420)
        guid: 49343230-0000-0010-8000-00aa00389b71
        bits per pixel: 12
        number of planes: 3
        type: YUV (planar)
      id: 0x36315652 (RV16)
        guid: 52563135-0000-0000-0000-000000000000
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        red, green, blue masks: 0x1f, 0x3e0, 0x7c00
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      id: 0x31313259 (Y211)
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      id: 0x0
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        depth: 1
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Einige der aufgeführten Formate (wie YUV2 oder YUV12) existieren in machen XVideo-Implementierungen nicht. Dies kann zu Problemen mit einigen Spielern führen.

XVideo wird wahrscheinlich von Ihrer Karte nicht unterstützt, wenn die die Ausgabe wie folgt aussieht:

X-Video Extension version 2.2
screen #0
no adaptors present

Wenn die XVideo-Erweiterung auf Ihrer Karte nicht läuft, wird es nur etwas schwieriger, die Anforderungen für die Wiedergabe von Videos zu erfüllen. Abhängig von Ihrer Videokarte und Ihrem Prozessor können Sie dennoch zufriedenstellende Ergebnisse erzielen. Sie sollten vielleicht die weiterführenden Quellen in Abschnitt 7.4.3 zu Rate ziehen, um die Geschwindigkeit Ihres Systems zu steigern.


7.4.1.2. Simple Directmedia Layer

Die Simple Directmedia Layer, SDL, ist eine zwischen Microsoft Windows, BeOS und UNIX portable Schnittstelle. Mit dieser Schnittstelle können Anwendungen plattformunabhängig und effizient Ton und Grafik benutzen. SDL bietet eine hardwarenahe Schnittstelle, die manchmal schneller als die X11-Schnittstelle sein kann.

SDL finden Sie in den Ports im Verzeichnis devel/sdl12.


7.4.1.3. Direct Graphics Access

Die X11-Erweiterung Direct Graphics Access (DGA) erlaubt es Anwendungen, am X-Server vorbei direkt in den Framebuffer zu schreiben. Da die Anwendung und der X-Server auf gemeinsame Speicherbereiche zugreifen, müssen die Anwendungen unter dem Benutzer root laufen.

Die DGA-Erweiterung kann mit dga(1) getestet werden. Das Kommando dga wechselt, jedes Mal wenn eine Taste gedrückt wird, die Farben der Anzeige. Sie können das Programm mit der Taste q verlassen.


7.4.2. Video-Anwendungen

Dieser Abschnitt behandelt Anwendungen aus der FreeBSD-Ports-Sammlung, die Videos abspielen. An der Videowiedergabe wird derzeit aktiv gearbeitet, sodass der Funktionsumfang der Anwendungen von dem hier beschriebenen abweichen kann.

Viele unter FreeBSD laufende Videoanwendungen wurden unter Linux entwickelt und befinden sich noch im Beta-Status. Der Betrieb dieser Anwendungen unter FreeBSD stößt vielleicht auf einige der nachstehenden Probleme:

  1. Eine Anwendung kann eine Datei einer anderen Anwendung nicht abspielen.

  2. Eine Anwendung kann eine selbst produzierte Datei nicht abspielen.

  3. Wenn dieselbe Anwendung auf unterschiedlichen Maschinen gebaut wird, wird ein Video unterschiedlich wiedergegeben.

  4. Ein vergleichsweise einfacher Filter, wie die Skalierung eines Bildes, führt zu deutlichen Artefakten in der Darstellung.

  5. Eine Anwendung stürzt häufig ab.

  6. Die Dokumentation wird bei der Installation des Ports nicht installiert. Sie befindet sich entweder auf dem Internet oder im Verzeichnis work des Ports.

Viele Anwendungen sind zudem sehr “Linux-lastig”. Probleme entstehen durch die Implementierung von Standard-Bibliotheken in Linux-Distributionen oder dadurch, dass die Anwendung bestimmte Linux-Kernelfunktionen voraussetzt. Diese Probleme werden nicht immer vom Betreuer eines Ports bemerkt und umgangen. In der Praxis entstehen dadurch folgende Probleme:

  1. Eigenschaften des Prozessors werden über /proc/cpuinfo ermittelt.

  2. Die falsche Anwendung von Threads führt dazu, dass sich ein Programm aufhängt statt sich zu beenden.

  3. Die Anwendung hängt von anderen Anwendungen ab, die sich noch nicht in der FreeBSD-Ports-Sammlung befinden.

Allerdings arbeiten die Anwendungsentwickler bislang mit den Betreuern der Ports zusammen, sodass zusätzlicher Portierungsaufwand minimiert wird.


7.4.2.1. MPlayer

MPlayer ist ein kürzlich entstandener und sich stark weiterentwickelnder Video-Spieler. Das Hauptaugenmerk des MPlayer-Teams liegt auf Geschwindigkeit und Flexibilität auf Linux und anderen UNIX Systemen. Das Projekt entstand weil der Gründer des Teams unzufrieden mit der Geschwindigkeit bestehender Video-Spieler war. Kritiker behaupten, dass die Benutzeroberfläche der einfachen Gestaltung zum Opfer fiel. Wenn Sie sich allerdings erstmal an die Kommandozeilenoptionen und die Tastensteuerung gewöhnt haben, funktioniert die Anwendung sehr gut.


7.4.2.1.1. MPlayer bauen

MPlayer finden Sie in der Ports-Sammlung unter multimedia/mplayer. Der Bau von MPlayer berücksichtigt die vorhandene Harware und erzeugt ein Programm, das nicht auf ein anderes System übertragbar ist. Es ist daher wichtig, dass Sie das Programm aus den Ports bauen und nicht das fertige Paket installieren. Zusätzlich können Sie auf der Kommandozeile von make noch einige Optionen angeben, die im Makefile beschrieben sind und am die Anfang des Baus ausgegeben werden:

# cd /usr/ports/multimedia/mplayer
# make
N - O - T - E

Take a careful look into the Makefile in order
to learn how to tune mplayer towards you personal preferences!
For example,
make WITH_GTK1
builds MPlayer with GTK1-GUI support.
If you want to use the GUI, you can either install
/usr/ports/multimedia/mplayer-skins
or download official skin collections from
http://www.mplayerhq.hu/homepage/dload.html

Für die meisten Benutzer sind die voreingestellten Option in Ordnung. Wenn Sie den XviD-Codec benötigen, müssen Sie auf der Kommandozeile die Option WITH_XVID angeben. Das DVD-Gerät können Sie mit der Option WITH_DVD_DEVICE angeben. Wenn Sie die Option nicht angeben, wird /dev/acd0 benutzt.

Als dieser Abschnitt verfasst wurde, baute der MPlayer-Port die HTML-Dokumentation sowie die beiden Programme mplayer und mencoder. Mit mencoder können Sie Videodateien umwandeln.

Die HTML-Dokumentation von MPlayer ist sehr lehrreich. Wenn Sie in diesem Kapitel Informationen über Video-Hardware oder Schnittstellen vermissen, ist die MPlayer-Dokumentation eine ausgezeichnete Quelle. Wenn Sie Informationen über die Video-Unterstützung unter UNIX benötigen, sollten Sie die MPlayer-Dokumentation auf jeden Fall lesen.


7.4.2.1.2. MPlayer benutzen

Jeder Benutzer von MPlayer muss in seinem Heimatverzeichnis das Verzeichnis .mplayer anlegen. Dieses Verzeichnis können Sie wie folgt anlegen:

% cd /usr/ports/multimedia/mplayer
% make install-user

Die Kommandozeilenoptionen von mplayer sind in der Hilfeseite aufgeführt. Eine genaue Beschreibung befindet sich in der HTML-Dokumentation. In diesem Abschnitt wird nur der normale Gebrauch von mplayer beschrieben.

Um eine Datei, wie testfile.avi, unter verschiedenen Video-Schnittstellen abzuspielen, benutzen Sie die Option -vo:

% mplayer -vo xv testfile.avi
% mplayer -vo sdl testfile.avi
% mplayer -vo x11 testfile.avi
# mplayer -vo dga testfile.avi
# mplayer -vo 'sdl:dga' testfile.avi

Es lohnt sich, alle Option zu testen. Die erzielte Geschwindigkeit hängt von vielen Faktoren ab und variiert beträchtlich je nach eingesetzter Hardware.

Wenn Sie eine DVD abspielen wollen, ersetzen Sie testfile.avi durch -dvd://N Gerät. N ist die Nummer des Stücks, das Sie abspielen wollen und Gerät gibt den Gerätenamen des DVD-ROMs an. Das nachstehende Kommando spielt das dritte Stück von /dev/dvd:

# mplayer -vo dga -dvd://3 /dev/dvd

Anmerkung: Das standardmäßig verwendete DVD-Laufwerk kann beim Bau des MPlayer-Ports mit der Option WITH_DVD_DEVICE festgelegt werden. Die Voreinstellung verwendet das Gerät /dev/acd0. Genaueres finden Sie im Makefile des Ports.

Die Tastenkombinationen zum Abbrechen, Anhalten und Weiterführen der Wiedergabe entnehmen Sie bitte der Ausgabe von mplayer -h oder der Hilfeseite.

Weitere nützliche Optionen für die Wiedergabe sind -fs -zoom zur Wiedergabe im Vollbild-Modus und -framedrop zur Steigerung der Geschwindigkeit.

Damit die Kommandozeile von mplayer kurz bleibt, kann ein Benutzer Vorgaben in der Datei .mplayer/config hinterlegen:

vo=xv
fs=yes
zoom=yes

Schließlich kann mplayer noch DVD-Stücke in .vob-Dateien rippen. Das zweite Stück einer DVD wandeln Sie wie folgt in eine Datei um:

# mplayer -dumpstream -dumpfile out.vob -dvd://2 /dev/dvd

Die Ausgabedatei out.vob wird im MPEG-Format abgespeichert und kann mit anderen Werkzeugen aus diesem Abschnitt bearbeitet werden.


7.4.2.1.3. mencoder

Sie sollten die HTML-Dokumentation lesen, bevor Sie mencoder benutzen. Es gibt zwar eine Hilfeseite, die aber ohne die HTML-Dokumentation nur eingeschräkt nützlich ist. Es gibt viele Möglichkeiten die Qualität zu verbessern, die Bitrate zu verringern und Formate zu konvertieren. Einige davon haben erhebliche Auswirkungen auf die Geschwindigkeit der Wiedergabe. Zum Start finden Sie im Folgenden einige Kommandozeilen. Die erste kopiert einfach eine Datei:

% mencoder input.avi -oac copy -ovc copy -o output.avi

Falsche Kombinationen von Kommandozeilenparametern ergeben eventuell Dateien, die selbst mplayer nicht mehr abspielen kann. Wenn Sie in eine Datei rippen, sollten Sie daher auf jeden Fall die Option -dumpfile von mplayer verwenden.

Die nachstehende Kommandozeile wandelt die Datei input.avi nach MPEG4 mit MPEG3 für den Ton um (hierfür wird der Ports audio/lame benötigt):

% mencoder input.avi -oac mp3lame -lameopts br=192 \
     -ovc lavc -lavcopts vcodec=mpeg4:vhq -o output.avi

Die Ausgabedatei lässt sowohl mit mplayer als auch xine abspielen.

Wenn Sie input.avi durch -dvd://1 /dev/dvd ersetzen und das Kommando unter root laufen lassen, können Sie ein DVD-Stück direkt konvertieren. Da Sie wahrscheinlich beim ersten Mal unzufrieden mit den Ergebnissen sind, sollten Sie das Stück zuerst in eine Datei schreiben und anschließend die Datei weiterverarbeiten.


7.4.2.2. Der Video-Spieler xine

Der Video-Spieler xine ist ein Projekt mit großem Umfang. Das Projekt will nicht nur ein Programm für alle Video-Anwendungen bieten, sondern auch eine wiederverwendbare Bibliothek und ein Programm, das durch Plugins erweiterbar ist. Das Programm steht als fertiges Paket oder als Port unter multimedia/xine zur Verfügung.

Der multimedia/xine-Spieler hat noch ein paar Ecken und Kanten, macht aber insgesamt einen guten Eindruck. Für einen reibungslosen Betrieb benötigt xine entweder eine schnelle CPU oder die XVideo-Erweiterung. Das GUI ist etwas schwerfällig.

Zurzeit gibt es kein xine-Modul, das CSS-kodierte DVDs abspielen kann und sich in der FreeBSD Ports-Sammlung befindet.

xine ist benutzerfreundlicher als MPlayer, bietet allerdings nicht soviele Möglichkeiten. Am schnellsten läuft xine mit der XVideo-Erweiterung.

In der Voreinstellung startet xine eine grafische Benutzeroberfläche. Über Menüs können Sie Dateien öffnen:

% xine

Alternativ können Sie das Programm auch ohne GUI aufrufen und Dateien direkt abspielen:

% xine -g -p mymovie.avi

7.4.2.3. Die transcode-Werkzeuge

transcode ist kein Spieler, sondern eine Sammlung von Werkzeugen zur Umwandlung von Video- und Sounddateien. transcode mischt Video-Dateien und kann kaputte Video-Dateien reparieren. Die Werkzeuge werden als Filter verwendet, das heißt die Ein- und Ausgaben verwenden stdin/stdout.

Beim Bau von transcode über den Port multimedia/transcode können zwar zahreiche Optionen angegeben werden. Empfehlenswert ist es aber, den Bau mit folgendem Befehl zu starten:

# make WITH_OPTIMIZED_CFLAGS=yes WITH_LIBA52=yes WITH_LAME=yes WITH_OGG=yes \
WITH_MJPEG=yes -DWITH_XVID=yes

Diese Einstellungen sollen für die meisten Anwender ausreichend sein.

Um die Fähigkeiten von transcode zu illustrieren, wird im folgenden Beispiel eine DivX-Datei in eine PAL MPEG-1-Datei konvertiert:

% transcode -i input.avi -V --export_prof vcd-pal -o output_vcd
% mplex -f 1 -o output_vcd.mpg output_vcd.m1v output_vcd.mpa

Die daraus resultierende MPEG-Datei, output_vcd.mpg, kann beispielsweise mit MPlayer abgespielt werden. Sie können sie sogar als Video-CD auf eine CD-R brennen. Wenn Sie diese Funktion benötigen, müssen Sie zusätzlich die beiden Programme multimedia/vcdimager und sysutils/cdrdao installieren.

Zwar gibt es eine Manualpage zu transcode, Sie sollen aber auf jeden Fall auch die Informationen und Beispiele im transcode-Wiki lesen.


7.4.3. Weiterführende Quellen

Die Video-Software für FreeBSD entwickelt sich sehr schnell. Es ist wahrscheinlich, dass die hier angesprochenen Probleme bald gelöst sind. Bis dahin müssen Anwender, die das meiste aus den Audio- und Video-Fähigkeiten von FreeBSD machen wollen, Informationen aus mehreren FAQs und Tutorien zusammensuchen und verschiedene Anwendungen nebeneinander betreiben. Dieser Abschnitt weist auf weitere Informationsquellen hin.

Die MPlayer-Dokumentation ist sehr aufschlussreich. Die Dokumente sollten wahrscheinlich von jedem gelesen werden, der hohe Fachkenntnisse über Video auf UNIX Systemen erlangen will. Die MPlayer-Mailinglisten reagiert feindselig auf Personen, die es nicht für nötig halten, die Dokumentation zu lesen. Wenn Sie Fehlerberichte an die Liste schicken wollen, lesen Sie bitte vorher die ausgezeichnete Dokumentation (RTFM).

Das xine HOWTO enthält allgemein gültige Hinweise zur Verbesserung der Wiedergabegeschwindigkeit.

Schließlich gibt es noch weitere vielversprechende Anwendungen, die Sie vielleicht ausprobieren wollen:


7.5. TV-Karten einrichten

Beigetragen von Josef El-Rayes. Überarbeitet von Marc Fonvieille.

7.5.1. Einführung

Mit TV-Karten können Sie mit Ihrem Rechner über Kabel oder Antenne fernsehen. Die meisten Karten besitzen einen RCA- oder S-Video-Eingang. Einige Karten haben auch einen FM-Radio-Empfänger.

Der bktr(4)-Treiber von FreeBSD unterstützt PCI-TV-Karten mit einem Brooktree Bt848/849/878/879 oder einem Conexant CN-878/Fusion 878a Chip. Die Karte sollte einen der unterstützten Empfänger besitzen, die in der Hilfeseite bktr(4) aufgeführt sind.


7.5.2. Den Treiber einrichten

Um Ihre Karte zu benutzen, müssen Sie den bktr(4)-Treiber laden. Fügen Sie die nachstehende Zeile in die Datei /boot/loader.conf ein:

bktr_load="YES"

Sie können den Treiber für die TV-Karte auch fest in den Kernel compilieren. Erweitern Sie dazu Ihre Kernelkonfiguration um die folgenden Zeilen:

device  bktr
device  iicbus
device  iicbb
device  smbus

Die zusätzlichen Treiber werden benötigt, da die Komponenten der Karte über einen I2C-Bus verbunden sind. Bauen und installieren Sie dann den neuen Kernel.

Anschließend müssen Sie Ihr System neu starten. Während des Neustarts sollte Ihre TV-Karte erkannt werden:

bktr0: <BrookTree 848A> mem 0xd7000000-0xd7000fff irq 10 at device 10.0 on pci0
iicbb0: <I2C bit-banging driver> on bti2c0
iicbus0: <Philips I2C bus> on iicbb0 master-only
iicbus1: <Philips I2C bus> on iicbb0 master-only
smbus0: <System Management Bus> on bti2c0
bktr0: Pinnacle/Miro TV, Philips SECAM tuner.

Abhängig von Ihrer Hardware können die Meldungen natürlich anders aussehen. Sie sollten aber prüfen, dass der Empfänger richtig erkannt wird. Die entdeckten Geräte lassen sich mit sysctl(8) oder in der Kernelkonfigurationsdatei überschreiben. Wenn Sie beispielsweise einen Philips-SECAM-Empfänger erzwingen wollen, fügen Sie die folgende Zeile zur Kernelkonfigurationsdatei hinzu:

options OVERRIDE_TUNER=6

Alternativ können Sie direkt sysctl(8) benutzen:

# sysctl hw.bt848.tuner=6

Weitere Informationen zu den verschiedenen Optionen finden Sie in bktr(4) sowie in der Datei /usr/src/sys/conf/NOTES.


7.5.3. Nützliche Anwendungen

Um die TV-Karte zu benutzen, müssen Sie eine der nachstehenden Anwendungen installieren:

  • multimedia/fxtv lässt das Fernsehprogramm in einem Fenster laufen und kann Bilder, Audio und Video aufzeichnen.

  • multimedia/xawtv eine weitere TV-Anwendung, mit den gleichen Funktionen wie fxtv.

  • misc/alevt dekodiert und zeigt Videotext/Teletext an.

  • Mit audio/xmradio lässt sich der FM-Radio-Empfänger, der sich auf einigen TV-Karten befindet, benutzen.

  • audio/wmtune ein leicht zu bedienender Radio-Empfänger.

Weitere Anwendungen finden Sie in der FreeBSD Ports-Sammlung.


7.5.4. Fehlersuche

Wenn Sie Probleme mit Ihrer TV-Karte haben, prüfen Sie zuerst, ob der Video-Capture-Chip und der Empfänger auch wirklich vom bktr(4)-Treiber unterstützt werden. Prüfen Sie dann, ob Sie die richtigen Optionen verwenden. Weitere Hilfe erhalten Sie auf der Mailingliste freebsd-multimedia und in deren Archiven.


7.6. Scanner

Beigetragen von Marc Fonvieille.

7.6.1. Einführung

Unter FreeBSD stellt SANE (Scanner Access Now Easy) aus der Ports-Sammlung eine einheitliche Schnittstelle (API) für den Zugriff auf Scanner bereit. SANE wiederum greift auf Scanner mithilfe einiger FreeBSD-Treiber zu.

FreeBSD unterstützt sowohl SCSI- als auch USB-Scanner. Prüfen Sie vor der Konfiguration mithilfe der Liste der unterstützten Geräte ob Ihr Scanner von SANE unterstützt wird. Die Hilfeseite uscanner(4) zählt ebenfalls die unterstützten USB-Scanner auf.


7.6.2. Den Kernel für Scanner einrichten

Da sowohl SCSI- als auch USB-Scanner unterstützt werden, werden abhängig von der Schnittstelle unterschiedliche Treiber benötigt.


7.6.2.1. USB-Scanner

Im GENERIC-Kernel sind schon alle, für einen USB-Scanner notwendigen, Treiber enthalten. Wenn Sie einen angepassten Kernel benutzen, prüfen Sie, dass die Kernelkonfiguration die nachstehenden Zeilen enthält:

device usb
device uhci
device ohci
device uscanner

Abhängig vom Chipsatz Ihrer Systemplatine benötigen Sie in der Kernelkonfiguration entweder die Option device uhci oder die Option device ohci. Die Kernelkonfiguration kann allerdings auch beide Optionen enthalten.

Wenn Sie den Kernel nicht neu bauen wollen und einen angepassten Kernel verwenden, können Sie den Treiber uscanner(4) direkt mit dem Kommando kldload(8) laden:

# kldload uscanner

Wenn Sie das Modul bei jedem Systemstart laden wollen, fügen Sie in der Datei /boot/loader.conf die nachstehende Zeile hinzu:

uscanner_load="YES"

Nachdem Sie das System mit dem richtigen Kernel neu gestartet oder das Modul geladen haben, stecken Sie den USB-Scanner ein. Danach sollte in den Systemmeldungen (die Sie mit dmesg(8) betrachten können) eine Zeile ähnlich der folgenden erscheinen:

uscanner0: EPSON EPSON Scanner, rev 1.10/3.02, addr 2

Diese Meldung besagt, dass der Scanner die Gerätedatei /dev/uscanner0 benutzt.


7.6.2.2. SCSI-Scanner

Wenn Ihr Scanner eine SCSI-Schnittstelle besitzt, ist die Kernelkonfiguration abhängig vom verwendeten SCSI-Controller. Der GENERIC-Kernel unterstützt die gebräuchlichen SCSI-Controller. Den richtigen Treiber finden Sie in der Datei NOTES. Neben dem Treiber muss Ihre Kernelkonfiguration noch die nachstehenden Zeilen enthalten:

device scbus
device pass

Nachdem Sie einen Kernel gebaut und installiert haben, sollte der Scanner beim Neustart in den Systemmeldungen erscheinen:

pass2 at aic0 bus 0 target 2 lun 0
pass2: <AGFA SNAPSCAN 600 1.10> Fixed Scanner SCSI-2 device
pass2: 3.300MB/s transfers

Wenn der Scanner während des Systemstarts ausgeschaltet war, können Sie die Geräteerkennung erzwingen, indem Sie den SCSI-Bus erneut absuchen. Verwenden Sie dazu das Kommando camcontrol(8):

# camcontrol rescan all
Re-scan of bus 0 was successful
Re-scan of bus 1 was successful
Re-scan of bus 2 was successful
Re-scan of bus 3 was successful

Der Scanner wird anschließend in der SCSI-Geräteliste angezeigt:

# camcontrol devlist
<IBM DDRS-34560 S97B>              at scbus0 target 5 lun 0 (pass0,da0)
<IBM DDRS-34560 S97B>              at scbus0 target 6 lun 0 (pass1,da1)
<AGFA SNAPSCAN 600 1.10>           at scbus1 target 2 lun 0 (pass3)
<PHILIPS CDD3610 CD-R/RW 1.00>     at scbus2 target 0 lun 0 (pass2,cd0)

Weiteres über SCSI-Geräte lesen Sie bitte in den Hilfeseiten scsi(4) und camcontrol(8) nach.


7.6.3. SANE konfigurieren

SANE besteht aus zwei Teilen, den Backends (graphics/sane-backends) und den Frontends (graphics/sane-frontends). Das Backend greift auf den Scanner zu. Welches Backend welchen Scanner unterstützt, entnehmen Sie der Liste der unterstützten Geräte.. Der Betrieb eines Scanners ist nur dem richtigen Backend möglich. Die Frontends sind die Anwendungen, mit denen gescannt wird (xscanimage).

Installieren Sie zuerst den Port oder das Paket graphics/sane-backends. Anschließend können Sie mit dem Befehl sane-find-scanner prüfen, ob SANE Ihren Scanner erkennt:

# sane-find-scanner -q
found SCSI scanner "AGFA SNAPSCAN 600 1.10" at /dev/pass3

Die Ausgabe zeigt die Schnittstelle und die verwendete Gerätedatei des Scanners. Der Hersteller und das Modell können in der Ausgabe fehlen.

Anmerkung: Bei einigen USB-Scannern müssen Sie die Firmware aktualisieren, dies wird in der Hilfeseite des Backends erklärt. Lesen Sie bitte auch die Hilfeseiten sane-find-scanner(1) und sane(7).

Als nächstes müssen Sie prüfen, ob der Scanner vom Frontend erkannt wird. Die SANE-Backends werden mit dem Kommandozeilenwerkzeug scanimage(1) geliefert. Mit diesem Werkzeug können Sie sich Scanner anzeigen lassen und den Scan-Prozess von der Kommandozeile starten. Die Option -L zeigt die Scanner an:

# scanimage -L
device `snapscan:/dev/pass3' is a AGFA SNAPSCAN 600 flatbed scanner

Erscheint die Meldung, dass kein Scanner gefunden wurde oder wird gar keine Ausgabe erzeugt, konnte scanimage(1) keinen Scanner erkennen. In diesem Fall müssen Sie in der Konfigurationsdatei des Backends das zu benutzende Gerät eintragen. Die Konfigurationsdateien der Backends befinden sich im Verzeichnis /usr/local/etc/sane.d/. Erkennungsprobleme treten bei bestimmten USB-Scannern auf.

Mit dem USB-Scanner aus Abschnitt 7.6.2.1 zeigt sane-find-scanner die folgende Ausgabe:

# sane-find-scanner -q
found USB scanner (UNKNOWN vendor and product) at device /dev/uscanner0

Der Scanner wurde richtig erkennt, er benutzt eine USB-Schnittstelle und verwendet die Gerätedatei /dev/uscanner0. Ob der Scanner vom Frontend erkannt wird, zeigt das nachstehende Kommando:

# scanimage -L

No scanners were identified. If you were expecting something different,
check that the scanner is plugged in, turned on and detected by the
sane-find-scanner tool (if appropriate). Please read the documentation
which came with this software (README, FAQ, manpages).

Da der Scanner nicht erkannt wurde, muss die Datei /usr/local/etc/sane.d/epson.conf editiert werden. Der verwendete Scanner war ein EPSON Perfection® 1650, daher wird das epson-Backend benutzt. Lesen Sie bitte alle Kommentare in der Konfigurationsdatei des Backends. Die durchzuführenden Änderungen sind einfach. Kommentieren Sie zunächst alle Zeilen mit der falschen Schnittstelle aus. Da der Scanner eine USB-Schnittstelle besitzt, wurden im Beispiel alle Zeilen, die mit scsi anfingen, auskommentiert. Fügen Sie dann die Schnittstelle und den Gerätenamen am Ende der Datei ein. In diesem Beispiel wurde die nachstehende Zeile eingefügt:

usb /dev/uscanner0

Weitere Hinweise entnehmen Sie bitte der Hilfeseite des Backends. Jetzt können Sie prüfen, ob der Scanner richtig erkannt wird:

# scanimage -L
device `epson:/dev/uscanner0' is a Epson GT-8200 flatbed scanner

Der Scanner wurde nun erkannt. Es ist nicht wichtig, ob der Hersteller oder das Modell Ihres Scanners korrekt angezeigt werden. Wichtig ist nur die Ausgabe `epson:/dev/uscanner0', die das richtige Backend und den richtigen Gerätenamen anzeigt.

Wenn scanimage -L den Scanner erkannt hat, ist der Scanner eingerichtet und bereit, zu scannen.

Obwohl wir mit scanimage(1) von der Kommandozeile scannen können, ist eine graphische Anwendung zum Scannen besser geeignet. SANE bietet ein einfaches und effizientes Werkzeug: xscanimage (graphics/sane-frontends).

Xsane (graphics/xsane) ist eine weitere beliebte graphische Anwendung. Dieses Frontend besitzt erweiterte Funktionen wie den Scan-Modus (beispielsweise Photo, Fax), eine Farbkorrektur und Batch-Scans. Beide Anwendungen lassen sich als GIMP-Plugin verwenden.


7.6.4. Den Scanner für Benutzerkonten freigeben

Vorher wurden alle Tätigkeiten mit root-Rechten ausgeführt. Wenn andere Benutzer den Scanner benutzen sollen, müssen sie Lese- und Schreibrechte auf die Gerätedatei des Scanners besitzen. Im Beispiel wird die Datei /dev/uscanner0 verwendet, die der Gruppe operator gehört. Damit der Benutzer joe auf den Scanner zugreifen kann, muss das Konto in die Gruppe operator aufgenommen werden:

# pw groupmod operator -m joe

Weiteres entnehmen Sie bitte der Hilfeseite pw(8). Da Mitglieder der Gruppe operator in der Voreinstellung nur Leserechte für die Gerätedatei /dev/uscanner0 besitzen, müssen Sie ebenfalls die Schreibbrechtigung (0660 oder 0664) vergeben. Dazu fügen Sie in die Datei /etc/devfs.rules die nachstehenden Zeilen ein:

[system=5]
add path uscanner0 mode 660

In die Datei /etc/rc.conf fügen Sie noch die folgende Zeile ein:

devfs_system_ruleset="system"

Starten Sie anschließend Ihr System neu.

Weitere Informationen finden Sie in devfs(8).

Anmerkung: Aus Sicherheitsgründen sollten Sie genau darauf achten, wen Sie in eine Gruppe aufnehmen, besonders wenn es sich um die Gruppe operator handelt.


Kapitel 8. Konfiguration des FreeBSD-Kernels

Erweitert und neu strukturiert von Jim Mock. Ursprünglich veröffentlicht von Jake Hamby. Übersetzt von Robert Altschaffel.

8.1. Übersicht

Der Kernel ist das Herz des FreeBSD Betriebssystems. Er ist verantwortlich für die Speicherverwaltung, das Durchsetzen von Sicherheitsdirektiven, Netzwerkfähigkeit, Festplattenzugriffen und vieles mehr. Obwohl FreeBSD es immer mehr ermöglicht, dynamisch konfiguriert zu werden, ist es ab und an notwendig, den Kernel neu zu konfigurieren und zu kompilieren.

Nachdem Sie dieses Kapitel gelesen haben, werden Sie Folgendes wissen:

  • Wieso Sie Ihren Kernel neu konfigurieren sollten.

  • Wie Sie eine Kernelkonfigurationsdatei erstellen oder verändern.

  • Wie Sie mit der Konfigurationsdatei einen neuen Kernel kompilieren.

  • Wie Sie den neuen Kernel installieren.

  • Was zu tun ist, falls etwas schiefgeht.

Alle Kommandos, aus den Beispielen dieses Kapitels, müssen mit root-Rechten ausgeführt werden.


8.2. Wieso einen eigenen Kernel bauen?

Traditionell besaß FreeBSD einen monolithischen Kernel. Das bedeutet, dass der Kernel ein einziges großes Programm war, das eine bestimmte Auswahl an Hardware unterstützte. Also musste man immer, wenn man das Kernelverhalten verändern wollte, zum Beispiel wenn man neue Hardware hinzufügen wollte, einen neuen Kernel kompilieren, installieren und das System neu starten.

Heutzutage vertritt FreeBSD immer mehr die Idee eines modularen Kernels, bei dem bestimmte Funktionen, je nach Bedarf, als Module geladen werden können. Ein bekanntes Beispiel dafür sind die Module für die PCMCIA-Karten in Laptops, die zum Starten nicht zwingend benötigt und erst bei Bedarf geladen werden.

Trotzdem ist es noch immer nötig, einige statische Kernelkonfigurationen durchzuführen. In einigen Fällen ist die Funktion zu systemnah, um durch ein Modul zu realisiert werden. In anderen Fällen hat eventuell noch niemand ein ladbares Kernelmodul für diese Funktion geschrieben.

Das Erstellen eines angepaßten Kernels ist eines der wichtigsten Rituale für erfahrene BSD-Benutzer. Obwohl dieser Prozess recht viel Zeit in Anspruch nimmt, bringt er doch viele Vorteile für Ihr FreeBSD System. Der GENERIC-Kernel muss eine Vielzahl unterschiedlicher Hardware unterstützen, im Gegensatz dazu unterstützt ein angepasster Kernel nur Ihre Hardware. Dies hat einige Vorteile:

  • Schnellerer Bootvorgang. Da der Kernel nur nach der Hardware des Systems sucht, kann sich die Zeit für einen Systemstart erheblich verkürzen.

  • Geringerer Speicherbedarf. Ein eigener Kernel benötigt in der Regel weniger Speicher als ein GENERIC-Kernel durch das Entfernen von Funktionen und Gerätetreibern. Das ist vorteilhaft, denn der Kernel verweilt immer im RAM und verhindert dadurch, dass dieser Speicher von Anwendungen genutzt wird. Insbesondere profitieren Systeme mit wenig RAM davon.

  • Zusätzliche Hardwareunterstützung. Ein angepasster Kernel kann Unterstützung für Geräte wie Soundkarten bieten, die im GENERIC-Kernel nicht enthalten sind.


8.3. Informationen über die vorhandene Hardware beschaffen

Geschrieben von Tom Rhodes.

Bevor Sie mit der Kernelkonfiguration beginnen, sollten Sie wissen, über welche Hardware Ihr System verfügt. Verwenden Sie derzeit noch ein anderes Betriebssystem, ist es meist sehr einfach, eine Liste der installierten Hardware zu erzeugen. Verwenden Sie beispielsweise Microsoft Windows, können Sie dafür den Gerätemanager verwenden, den Sie in der “Systemsteuerung” finden.

Anmerkung: Einige Versionen von Microsoft Windows verfügen über ein System-Icon auf dem Desktop, über das Sie den Gerätemanager direkt aufrufen können.

Haben Sie außer FreeBSD kein weiteres Betriebssystem, müssen Sie diese Informationen manuell zusammentragen. Eine Möglichkeit, an Informationen über die vorhandene Hardware zu gelangen, ist der Einsatz von dmesg(8) in Kombination mit man(1). Die meisten FreeBSD-Gerätetreiber haben eine eigene Manualpage, die Informationen über die unterstützte Hardware enthält. Während des Systemstarts werden Informationen über die vorhandene Hardware ausgegeben. Die folgenden Zeilen zeigen beispielsweise an, dass der psm-Treiber eine angeschlossene Maus gefunden hat:

psm0: <PS/2 Mouse> irq 12 on atkbdc0
psm0: [GIANT-LOCKED]
psm0: [ITHREAD]
psm0: model Generic PS/2 mouse, device ID 0

Dieser Treiber muss in Ihrer Kernelkonfigurationsdatei vorhanden sein oder durch das Werkzeug loader.conf(5) geladen werden.

Manchmal zeigt dmesg während des Systemstarts nur Systemmeldungen, aber keine Informationen zur gefundenen Hardware an. In diesem Fall können Sie diese Informationen durch das Studium der Datei /var/run/dmesg.boot herausfinden.

Eine weitere Möglichkeit bietet das Werkzeug pciconf(8), das ausführliche Informationen bereitstellt. Dazu ein Beispiel:

ath0@pci0:3:0:0:        class=0x020000 card=0x058a1014 chip=0x1014168c rev=0x01 hdr=0x00
    vendor     = 'Atheros Communications Inc.'
    device     = 'AR5212 Atheros AR5212 802.11abg wireless'
    class      = network
    subclass   = ethernet

Diese Zeilen, die Sie durch den Aufruf des Befehls pciconf -lv erhalten, zeigen, dass der Treiber ath eine drahtlose Ethernetkarte gefunden hat. Durch Eingabe des Befehls man ath öffnet sich die Manualpage ath(4).

Rufen Sie man(1) mit der Option -k auf, können Sie die Datenbank der Manualpages auch durchsuchen. Für das angegebene Beispiel würde dieser Befehl beispielsweise so aussehen:

# man -k Atheros

Dadurch erhalten Sie eine Liste aller Manualpages, die das angegebene Suchkriterium enthalten:

ath(4)                   - Atheros IEEE 802.11 wireless network driver
ath_hal(4)               - Atheros Hardware Access Layer (HAL)

Mit diesen Informationen ausgestattet, sollte der Bau eines angepassten Kernel keine allzugroßen Probleme mehr bereiten.


8.4. Kerneltreiber, Subsysteme und Module

Bevor Sie einen angepassten Kernel erstellen, überlegen Sie sich bitte, warum Sie dies tun wollen. Wenn Sie lediglich eine bestimmte Hardwareunterstützung benötigen, existiert diese vielleicht schon als Kernelmodul.

Kernelmodule existieren im Verzeichnis /boot/kernel und können dynamisch in den laufenden Kernel über kldload(8) geladen werden. Die meisten, wenn nicht sogar alle, Kerneltreiber besitzen ein spezifisches Modul und eine Manualpage. Beispielsweise erwähnte der letzte Abschnitt den drahtlosen Ethernettreiber ath. Dieses Gerät hat die folgende Information in seiner Manualpage:

Alternatively, to load the driver as a module at boot time, place the
following line in loader.conf(5):

    if_ath_load="YES"

Wie dort angegeben, wird das Modul durch die Zeile if_ath_load="YES" in der Datei /boot/loader.conf dynamisch beim Systemstart geladen.

Allerdings gibt es in manchen Fällen kein dazugehöriges Modul. Das gilt insbesondere für bestimmte Teilsysteme und sehr wichtige Treiber. Beispielsweise ist das Fast File System (FFS) eine notwendige Kerneloption, genauso wie die Netzwerkunterstützung (INET). Die einzige Möglichkeit, herauszufinden, ob ein Treiber benötigt ist, ist die Überprüfung des jeweiligen Moduls.

Warnung: Es ist erstaunlich einfach, einen defekten Kernel zu erhalten (beispielsweise durch das Entfernen der eingebauten Unterstützung für ein Gerät oder einer Kerneloption). Wenn beispielsweise der ata(4)-Treiber aus der Kernelkonfigurationsdatei entfernt wird, kann ein System, das den ATA-Festplattentreiber benötigt, nicht mehr starten, ohne dass Sie das entsprechende Kernelmodul durch einen Eintrag in loader.conf aufnehmen. Wenn Sie nicht sicher sind, wie Sie vorgehen sollen, überprüfen Sie zuerst das Modul. Im Zweifelsfall belassen Sie die Unterstützung für ein bestimmtes Gerät besser im Kernel.


8.5. Erstellen und Installation eines angepassten Kernels

Zuerst erläutern wir die Verzeichnisstruktur, in der der Kernel gebaut wird. Die im Folgenden genannten Verzeichnisse sind relativ zum Verzeichnis /usr/src/sys angegeben, das Sie auch über den Pfad /sys erreichen können. Es existieren mehrere Unterverzeichnisse, die bestimmte Teile des Kernels darstellen, aber die für uns wichtigsten sind arch/conf, in dem Sie die Konfigurationsdatei für den angepassten Kernel erstellen werden, und compile, in dem der Kernel gebaut wird. arch kann entweder i386, alpha, amd64, ia64, powerpc, sparc64 oder pc98 (eine in Japan beliebte Architektur) sein. Alles in diesen Verzeichnissen ist nur für die jeweilige Architektur relevant. Der Rest des Codes ist maschinenunabhängig und für alle Plattformen, auf die FreeBSD portiert werden kann, gleich. Beachten Sie die Verzeichnisstruktur, die jedem unterstützten Gerät, jedem Dateisystem und jeder Option ein eigenes Verzeichnis zuordnet.

Die Beispiele in diesem Kapitel verwenden ein i386-System. Wenn Sie ein anderes System benutzen, passen Sie bitte die Pfade entsprechend der Architektur des Systems an.

Anmerkung: Falls Sie kein /usr/src/sys Verzeichnis vorfinden, so sind die Kernelquellen nicht installiert. Der einfachste Weg, dies nachzuholen, ist sysinstall als root auszuführen. Dort wählen Sie Configure, dann Distributions, dann src, danach base und sys. Wenn Sie eine Aversion gegen sysinstall haben und eine “offizielle” FreeBSD CD-ROM besitzen, können Sie die Kernelquellen auch von der Kommandozeile installieren:

# mount /cdrom
# mkdir -p /usr/src/sys
# ln -s /usr/src/sys /sys
# cat /cdrom/src/ssys.[a-d]* | tar -xzvf -
# cat /cdrom/src/sbase.[a-d]* | tar -xzvf -

Als nächstes wechseln sie in das Verzeichnis arch/conf und kopieren die Konfigurationsdatei GENERIC in eine Datei, die den Namen Ihres Kernels trägt. Zum Beispiel:

# cd /usr/src/sys/i386/conf
# cp GENERIC MYKERNEL

Traditionell ist der Name des Kernels immer in Großbuchstaben. Wenn Sie mehrere FreeBSD mit unterschiedlicher Hardware warten, ist es nützlich, wenn Sie Konfigurationsdatei nach dem Hostnamen der Maschinen benennen. Im Beispiel verwenden wir den Namen MYKERNEL.

Tipp: Es ist nicht zu empfehlen die Konfigurationsdatei direkt unterhalb von /usr/src abzuspeichern. Wenn Sie Probleme haben, könnten Sie der Versuchung erliegen, /usr/src einfach zu löschen und wieder von vorne anzufangen. Wenn Sie so vorgehen, werden Sie kurz darauf merken, dass Sie soeben Ihre Kernelkonfigurationsdatei gelöscht haben.

Editieren Sie immer eine Kopie von GENERIC. Änderungen an GENERIC können verloren gehen, wenn der Quellbaum aktualisiert wird.

Sie sollten die Konfigurationsdatei an anderer Stelle aufheben und im Verzeichnis i386 einen Link auf die Datei erstellen.

Beispiel:

# cd /usr/src/sys/i386/conf
# mkdir /root/kernels
# cp GENERIC /root/kernels/MYKERNEL
# ln -s /root/kernels/MYKERNEL

Jetzt editieren Sie MYKERNEL mit einem Texteditor Ihres Vertrauens. Wenn Sie gerade neu anfangen, ist Ihnen vielleicht nur der vi Editor bekannt, der allerdings zu komplex ist, um hier erklärt zu werden. Er wird aber in vielen Büchern aus der Bibliographie gut erklärt. FreeBSD bietet aber auch einen leichter zu benutzenden Editor, den ee an, den Sie, wenn Sie Anfänger sind, benutzen sollten. Sie können die Kommentare am Anfang der Konfigurationsdatei ändern, um die Änderungen gegenüber GENERIC zu dokumentieren.

Falls Sie schon einmal einen Kernel unter SunOS oder einem anderen BSD kompiliert haben, werden Sie diese Konfigurationsdatei bereits kennen. Wenn Sie mit einem anderen Betriebssystem wie DOS vertraut sind, könnte die GENERIC Konfigurationsdatei Sie verschrecken. In diesen Fall sollten Sie den Beschreibungen im Abschnitt über die Konfigurationsdatei langsam und vorsichtig folgen.

Anmerkung: Wenn Sie die FreeBSD Quellen synchronisieren, sollten Sie immer, bevor Sie etwas verändern, /usr/src/UPDATING durchlesen. Diese Datei enthält alle wichtigen Informationen, die Sie beim Aktualisieren beachten müssen. Da /usr/src/UPDATING immer zu Ihrer Version der FreeBSD Quellen passt, sind die Informationen dort genauer, als in diesem Handbuch.

Nun müssen Sie die Kernelquellen kompilieren.

Den Kernel bauen

  1. Wechseln Sie in das Verzeichnis /usr/src:

    # cd /usr/src
    
  2. Kompilieren Sie den neuen Kernel:

    # make buildkernel KERNCONF=MYKERNEL
    
  3. Installieren Sie den neuen Kernel:

    # make installkernel KERNCONF=MYKERNEL
    

Anmerkung: Sie benötigen den kompletten Quellcodebaum, um den Kernel zu bauen.

Tipp: In der Voreinstellung werden beim Bau eines angepassten Kernels stets alle Kernelmodule neu gebaut. Wollen Sie Ihren Kernel schneller bauen oder nur bestimmte Module bauen, sollten Sie /etc/make.conf anpassen, bevor Sie Ihren Kernel bauen:

MODULES_OVERRIDE = linux acpi sound/sound sound/driver/ds1 ntfs

Wenn Sie diese Variable setzen, werden ausschließlich die hier angegebenen Module gebaut (und keine anderen).

WITHOUT_MODULES = linux acpi sound/sound sound/driver/ds1 ntfs

Durch das Setzen dieser Variable werden werden alle Module bis auf die angegebenen gebaut. Weitere Variablen, die beim Bau eines Kernels von Interesse sein könnten, finden Sie in make.conf(5).

Der neue Kernel wird im Verzeichnis /boot/kernel, genauer unter /boot/kernel/kernel abgelegt, während der alte Kernel nach /boot/kernel.old/kernel verschoben wird. Um den neuen Kernel zu benutzen, sollten Sie Ihren Rechner jetzt neu starten. Falls etwas schief geht, sehen Sie bitte in dem Abschnitt zur Fehlersuche am Ende dieses Kapitels nach. Dort sollten Sie auch unbedingt den Abschnitt lesen, der erklärt, was zu tun ist, wenn der neue Kernel nicht startet.

Anmerkung: Im Verzeichnis /boot werden andere Dateien, die zum Systemstart benötigt werden, wie der Boot-Loader (loader(8)) und dessen Konfiguration, abgelegt. Module von Fremdherstellern oder angepasste Module werden in /boot/kernel abgelegt. Beachten Sie bitte, dass diese Module immer zu dem verwendeten Kernel passen müssen. Module, die nicht zu dem verwendeten Kernel passen, gefährden die Stabilität des Systems.


8.6. Die Kernelkonfigurationsdatei

Für FreeBSD 6.X aktualisiert von Joel Dahl.

Das Format der Konfigurationsdatei ist recht einfach. Jede Zeile enthält ein Schlüsselwort und ein oder mehrere Argumente. Eine Zeile, die von einen # eingeleitet wird, gilt als Kommentar und wird ignoriert. Die folgenden Abschnitte beschreiben jedes Schlüsselwort in der Reihenfolge, in der es in GENERIC auftaucht. Eine ausführliche Liste aller Optionen mit detaillierten Erklärungen finden Sie in der Konfigurationsdatei NOTES, die sich in demselben Verzeichnis wie die Datei GENERIC befindet. Von der Architektur unabhängige Optionen sind in der Datei /usr/src/sys/conf/NOTES aufgeführt.

Seit FreeBSD 5.0 existiert eine neue include-Anweisung in der Kernelkonfigurationsdatei. Diese erlaubt das lokale Einfügen von anderen Konfigurationsdateien in die aktuelle, was es einfacher macht, kleinere Änderungen an einer existierenden Datei zu vollziehen. Wenn Sie beispielsweise einen GENERIC-Kernel mit nur einer kleinen Anzahl von zusätzlichen Optionen und Treibern benötigen, brauchen Sie mit den folgenden Zeilen nur ein kleines Delta im Vergleich zu GENERIC anpassen:

include GENERIC
ident MYKERNEL

options         IPFIREWALL
options         DUMMYNET
options         IPFIREWALL_DEFAULT_TO_ACCEPT
options         IPDIVERT

Für viele Administratoren bietet dieses Modell entscheidende Vorteile über das bisherige Erstellen von Konfigurationsdateien von Grund auf: die lokalen Konfigurationdateien enthalten auch nur die lokalen Unterschiede zu einem GENERIC-Kernel und sobald Aktulaisierungen durchgeführt werden, können neue Eigenschaften, die zu GENERIC hinzugefügt werden, auch dem lokalen Kernel angehängt werden, es sei denn, es wird durch nooptions oder nodevice verhindert. Der übrige Teil dieses Kapitels behandelt die Inhalte einer typischen Konfigurationsdatei und die Rolle, die unterschiedliche Optionen und Geräte dabei spielen.

Anmerkung: Um einen Kernel mit allen möglichen Optionen zu bauen beispielsweise für Testzwecke), führen Sie als root die folgenden Befehle aus:

# cd /usr/src/sys/i386/conf && make LINT

Das folgende Beispiel zeigt eine GENERIC Konfigurationsdatei, die, wo notwendig, zusätzliche Kommentare enthält. Sie sollte der Datei /usr/src/sys/i386/conf/GENERIC auf Ihrem System sehr ähnlich sein.

machine        i386

Gibt die Architektur der Maschine an und muss entweder alpha, amd64, i386, ia64, pc98, powerpc oder sparc64 sein.

cpu          I486_CPU
cpu          I586_CPU
cpu          I686_CPU

Die vorigen Zeilen geben den Typ der CPU Ihres Systems an. Sie können mehrere CPU Typen angeben, wenn Sie sich zum Beispiel nicht sicher sind, ob Sie I586_CPU oder I686_CPU benutzen sollen. Für einen angepassten Kernel ist es aber am besten, wenn Sie nur die CPU angeben, die sich in der Maschine befindet. Der CPU-Typ wird in den Boot-Meldungen ausgegeben, die in der Datei /var/run/dmesg.boot gespeichert sind.

ident          GENERIC

Gibt den Namen Ihres Kernels an. Hier sollten Sie den Namen einsetzen, den Sie Ihrer Konfigurationsdatei gegeben haben. In unserem Beispiel ist das MYKERNEL. Der Wert, den Sie ident zuweisen, wird beim Booten des neuen Kernels ausgegeben. Wenn Sie den Kernel von Ihrem normal verwendeten Kernel unterscheiden wollen, weil Sie zum Beispiel einen Kernel zum Testen bauen, ist es nützlich, hier einen anderen Namen anzugeben.

#To statically compile in device wiring instead of /boot/device.hints
#hints          "GENERIC.hints"         # Default places to look for devices.

Unter FreeBSD werden Geräte mit device.hints(5) konfiguriert. In der Voreinstellung überprüft loader(8) beim Systemstart die Datei /boot/device.hints. Die Option hints erlaubt es, die Gerätekonfiguration statisch in den Kernel einzubinden, sodass die Datei device.hints in /boot nicht benötigt wird.

makeoptions     DEBUG=-g          # Build kernel with gdb(1) debug symbols

Der normale Bauprozess von FreeBSD erstellt nur dann einen Kernel, der Debugging-Informationen enthält, wenn Sie die Option -g von gcc(1) aktivieren.

options          SCHED_4BSD        # 4BSD scheduler

Der herkömmliche (und voreingestellte) Scheduler von FreeBSD. Ändern Sie diesen Wert nicht!

options          PREEMPTION        # Enable kernel thread preemption

Erlaubt es Kernelthreads, vor Threads eigentlich höherer Prioritält ausgeführt zu werden. Die Interaktivitält des Systems wird dadurch erhölt. Interrupt-Threads werden dabei bevorzugt ausgeführt.

options          INET              # InterNETworking

Netzwerkunterstützung. Auch wenn Sie nicht planen, den Rechner mit einem Netzwerk zu verbinden, sollten Sie diese Option aktiviert lassen. Die meisten Programme sind mindestens auf die Loopback Unterstützung (Verbindungen mit sich selbst) angewiesen. Damit ist diese Option im Endeffekt notwendig.

options          INET6             # IPv6 communications protocols

Aktiviert die Unterstützung für das IPv6 Protokoll.

options          FFS               # Berkeley Fast Filesystem

Das Dateisystem für Festplatten. Wenn Sie von einer Festplatte booten wollen, lassen Sie diese Option aktiviert.

options          SOFTUPDATES       # Enable FFS Soft Updates support

Mit dieser Option wird die Unterstützung für Soft Updates, die Schreibzugriffe beschleunigen, in den Kernel eingebunden. Auch wenn die Funktion im Kernel ist, muss sie für einzelne Dateisysteme explizit aktiviert werden. Überprüfen Sie mit mount(8), ob die Dateisysteme Soft Updates benutzen. Wenn die Option soft-updates nicht aktiviert ist, können Sie die Option nachträglich mit tunefs(8) aktivieren. Für neue Dateisysteme können Sie Option beim Anlegen mit newfs(8) aktivieren.

options          UFS_ACL           # Support for access control lists

Diese Option aktiviert die Unterstützung für Zugriffskontrolllisten (ACL). Die ACLs hängen von erweiterten Attributen und UFS2 ab, eine genaue Beschreibung finden Sie in Abschnitt 14.12. Die Zugriffskontrolllisten sind in der Voreinstellung aktiviert und sollten auch nicht deaktiviert werden, wenn Sie schon einmal auf einem Dateisystem verwendet wurden, da dies die Zugriffsrechte auf Dateien in unvorhersehbarer Art und Weise ändern kann.

options          UFS_DIRHASH       # Improve performance on big directories

Diese Option steigert die Geschwindigkeit von Plattenzugriffen auf großen Verzeichnissen. Dadurch verbraucht das System etwas mehr Speicher als vorher. Für stark beschäftigte Server oder Arbeitsplatzrechner sollten Sie diese Option aktiviert lassen. Auf kleineren Systemen, bei denen Speicher eine kostbare Ressource darstellt oder Systemen, auf denen die Geschwindigkeit der Plattenzugriffe nicht wichtig ist, wie Firewalls, können Sie diese Option abstellen.

options          MD_ROOT           # MD is a potential root device

Diese Option aktiviert die Unterstüztung für ein Root-Dateisystem auf einem speicherbasierten Laufwerk (RAM-Disk).

options          NFSCLIENT         # Network Filesystem Client
options          NFSSERVER         # Network Filesystem Server
options          NFS_ROOT          # NFS usable as /, requires NFSCLIENT

Das Network Filesystem. Wenn Sie keine Partitionen von einem UNIX File-Server über TCP/IP einhängen wollen, können Sie diese Zeile auskommentieren.

options          MSDOSFS           # MSDOS Filesystem

Das MS-DOS Dateisystem. Sie können diese Zeile auskommentieren, wenn Sie nicht vorhaben, eine DOS-Partition beim Booten einzuhängen. Das nötige Modul wird ansonsten automatisch geladen, wenn Sie das erste Mal eine DOS-Partition einhängen. Außerdem können Sie mit den ausgezeichneten emulators/mtools aus der Ports-Sammlung auf DOS-Floppies zugreifen, ohne diese an- und abhängen zu müssen (MSDOSFS wird in diesem Fall nicht benötigt).

options          CD9660            # ISO 9660 Filesystem

Das ISO 9660 Dateisystem für CD-ROMs. Sie können diese Zeile auskommentieren, wenn Sie kein CD-ROM-Laufwerk besitzen oder nur ab und an CDs einhängen. Das Modul wird automatisch geladen, sobald Sie das erste Mal eine CD einhängen. Für Audio-CDs benötigen Sie dieses Dateisystem nicht.

options          PROCFS            # Process filesystem (requires PSEUDOFS)

Das Prozessdateisystem. Dies ist ein Pseudo-Dateisystem, das auf /proc eingehangen wird und es Programmen wie ps(1) erlaubt, mehr Informationen über laufende Prozesse auszugeben. PROCFS sollte von FreeBSD nicht mehr benötigt werden, da die meisten Debug- und Überwachungs-Werkzeuge nicht mehr darauf angewiesen sind. Daher wird das Prozessdateisystem auch nicht mehr automatisch in das System eingebunden.

options          PSEUDOFS          # Pseudo-filesystem framework

6.X-Kernel benötigen zusätzlich zur Option PROCFS auch die Option PSEUDOFS.

options          GEOM_GPT          # GUID Partition Tables.

Diese Option ermöglicht eine große Anzahl Partitionen auf einem einzelnen Laufwerk.

options          COMPAT_43         # Compatible with BSD 4.3 [KEEP THIS!]

Stellt die Kompatibilität zu 4.3BSD sicher. Belassen Sie diese Option, da sich manche Programme recht sonderbar verhalten werden, wenn Sie diese auskommentieren.

options          COMPAT_FREEBSD4   # Compatible with FreeBSD4

Mit FreeBSD 5.X stellt diese Option auf i386- und Alpha-Systemen sicher, dass Anwendungen, die auf älteren FreeBSD Versionen übersetzt wurden und alte Systemaufrufe verwenden, noch lauffähig sind. Wir empfehlen, diese Option auf allen i386- und Alpha-Systemen zu verwenden, auf denen vielleicht noch ältere Anwendungen laufen sollen. Auf Plattformen, die erst ab FreeBSD 5.0 unterstützt werden (wie ia64 und Sparc®), wird diese Option nicht benötigt.

options          COMPAT_FREEBSD5   # Compatible with FreeBSD5

Diese Option wird ab FreeBSD 6.X benötigt, um Programme, die unter FreeBSD 5.X-Versionen mit FreeBSD 5.X-Systemaufrufen kompiliert wurden, unter FreeBSD 6.X ausführen zu können.

options          SCSI_DELAY=5000  # Delay (in ms) before probing SCSI

Dies weist den Kernel an, 5 Sekunden zu warten, bevor er anfängt nach SCSI-Geräten auf dem System zu suchen. Wenn Sie nur IDE-Geräte besitzen, können Sie die Anweisung ignorieren. Sie können versuchen, den Wert zu senken, um den Startvorgang zu beschleunigen. Wenn FreeBSD dann Schwierigkeiten hat, Ihre SCSI-Geräte zu erkennen, sollten Sie den Wert natürlich wieder erhöhen.

options          KTRACE            # ktrace(1) support

Dies schaltet die Kernel-Prozessverfolgung (engl. kernel process tracing) ein, die sehr nützlich bei der Fehlersuche ist.

options          SYSVSHM           # SYSV-style shared memory

Diese Option aktiviert die Unterstützung für System V Shared-Memory. Die XSHM-Erweiterung von X benötigt diese Option und viele Graphik-Programme werden die Erweiterung automatisch benutzen und schneller laufen. Wenn Sie X benutzen, sollten Sie diese Option auf jeden Fall aktivieren.

options          SYSVMSG           # SYSV-style message queues

Unterstützung für System V Messages. Diese Option vergrößert den Kernel nur um einige hundert Bytes.

options          SYSVSEM           # SYSV-style semaphores

Unterstützung für System V Semaphoren. Dies wird selten gebraucht, vergrößert aber den Kernel nur um einige hundert Bytes.

Anmerkung: Die Option -p des Kommandos ipcs(1) zeigt Programme an, die diese System V Erweiterungen benutzen.

options         _KPOSIX_PRIORITY_SCHEDULING # POSIX P1003_1B real-time extensions

Echtzeit-Erweiterungen, die 1993 zu POSIX® hinzugefügt wurden. Bestimmte Programme wie StarOffice benutzen diese Erweiterungen.

options          KBD_INSTALL_CDEV  # install a CDEV entry in /dev

Diese Option erstellt für die Tastatur einen Eintrag im Verzeichnis /dev.

options          ADAPTIVE_GIANT    # Giant mutex is adaptive.

Giant ist der Name einer Sperre (Mutex) die viele Kernel-Ressourcen schützt. Heutzutage ist Giant ein unannehmbarer Engpass, der die Leistung eines Systems beeinträchtigt. Daher wird Giant durch Sperren ersetzt, die einzelne Ressourcen schützen. Die Option ADAPTIVE_GIANT fügt Giant zu den Sperren hinzu, auf die gewartet werden kann. Ein Thread, der die Sperre Giant von einem anderen Thread benutzt vorfindet, kann nun weiterlaufen und auf die Sperre Giant warten. Früher wäre der Prozess in den schlafenden Zustand (sleep) gewechselt und hätte darauf warten müssen, dass er wieder laufen kann. Wenn Sie sich nicht sicher sind, belassen Sie diese Option.

Anmerkung: Beachten Sie, dass ab FreeBSD 8.0-CURRENT und neuer alle Mutexe in der Voreinstellung adaptiv sein werden, es sei denn, Sie werden durch das Setzen der Option NO_ADAPTIVE_MUTEXES explizit als nichtadaptiv deklariert. Als Folge dessen ist Giant nun in in der Voreinstellung ebenfalls adaptiv, daher ist in diesen Versionen die Kerneloption ADAPTIVE_GIANT nicht mehr in der Kernelkonfigurationsdatei enthalten.

device          apic               # I/O APIC

Das apic-Gerält ermöglicht die Benutzung des I/O APIC für die Interrupt-Auslieferung. Das apic-Gerält kann mit Kerneln für Einprozessorsysteme und Mehrprozessorsysteme benutzt werden. Kernel für Mehrprozessorsysteme benötigen diese Option zwingend. Die Unterstützung für Mehrprozessorsysteme aktivieren Sie mit der Option options SMP.

Anmerkung: Das apic-Gerät existiert nur unter der i386-Architektur, daher ist es sinnlos, diese Zeile unter einer anderen Architektur in Ihre Kernelkonfigurationsdatei aufzunehmen.

device          eisa

Fügen Sie diese Zeile ein, wenn Sie ein EISA-Motherboard besitzen. Dies aktiviert die Erkennung und Konfiguration von allen Geräten auf dem EISA Bus.

device          pci

Wenn Sie ein PCI-Motherboard besitzen, fügen Sie diese Zeile ein. Dies aktiviert die Erkennung von PCI-Karten und die PCI-ISA bridge.

# Floppy drives
device          fdc

Der Floppy-Controller.

# ATA and ATAPI devices
device          ata

Dieser Treiber unterstützt alle ATA und ATAPI Geräte. Eine device ata Zeile reicht aus und der Kernel wird auf modernen Maschinen alle PCI ATA/ATAPI Geräte entdecken.

device          atadisk                 # ATA disk drives

Für ATA-Plattenlaufwerke brauchen Sie diese Zeile zusammen mit device ata.

device          ataraid                 # ATA RAID drives

Für ATA-RAID brauchen Sie diese Zeile zusammen mit device ata.


device          atapicd                 # ATAPI CDROM drives

Zusammen mit device ata wird dies für ATAPI CD-ROM Laufwerke benötigt.

device          atapifd                 # ATAPI floppy drives

Zusammen mit device ata wird dies für ATAPI Floppy Laufwerke benötigt.

device          atapist                 # ATAPI tape drives

Zusammen mit device ata wird dies für ATAPI Bandlaufwerke benötigt.

options         ATA_STATIC_ID           # Static device numbering

Erzwingt eine statische Gerätenummer für den Controller; ohne diese Option werden die Nummern dynamisch zugeteilt.

# SCSI Controllers
device          ahb        # EISA AHA1742 family
device          ahc        # AHA2940 and onboard AIC7xxx devices
options         AHC_REG_PRETTY_PRINT     # Print register bitfields in debug
                                         # output.  Adds ~128k to driver.
device          ahd        # AHA39320/29320 and onboard AIC79xx devices
options         AHD_REG_PRETTY_PRINT     # Print register bitfields in debug
                                         # output.  Adds ~215k to driver.
device          amd        # AMD 53C974 (Teckram DC-390(T))
device          isp        # Qlogic family
#device         ispfw      # Firmware for QLogic HBAs- normally a module
device          mpt        # LSI-Logic MPT-Fusion
#device         ncr        # NCR/Symbios Logic
device          sym        # NCR/Symbios Logic (newer chipsets + those of `ncr'))
device          trm        # Tekram DC395U/UW/F DC315U adapters

device          adv        # Advansys SCSI adapters
device          adw        # Advansys wide SCSI adapters
device          aha        # Adaptec 154x SCSI adapters
device          aic        # Adaptec 15[012]x SCSI adapters, AIC-6[23]60.
device          bt         # Buslogic/Mylex MultiMaster SCSI adapters

device          ncv        # NCR 53C500
device          nsp        # Workbit Ninja SCSI-3
device          stg        # TMC 18C30/18C50

SCSI-Controller. Kommentieren Sie alle Controller aus, die sich nicht in Ihrem System befinden. Wenn Sie ein IDE-System besitzen, können Sie alle Einträge entfernen. Die Zeilen mit den *_REG_PRETTY_PRINT-Einträgen aktivieren Debugging-Optionen für die jeweiligen Treiber.

# SCSI peripherals
device          scbus      # SCSI bus (required for SCSI)
device          ch         # SCSI media changers
device          da         # Direct Access (disks)
device          sa         # Sequential Access (tape etc)
device          cd         # CD
device          pass       # Passthrough device (direct SCSI access)
device          ses        # SCSI Environmental Services (and SAF-TE)

SCSI Peripheriegeräte. Kommentieren Sie wieder alle Geräte aus, die Sie nicht besitzen. Besitzer von IDE-Systemen können alle Einträge entfernen.

Anmerkung: Der USB-umass(4)-Treiber und einige andere Treiber benutzen das SCSI-Subsystem obwohl sie keine SCSI-Geräte sind. Belassen Sie die SCSI-Unterstützung im Kernel, wenn Sie solche Treiber verwenden.

# RAID controllers interfaced to the SCSI subsystem
device          amr        # AMI MegaRAID
device          arcmsr     # Areca SATA II RAID
device          asr        # DPT SmartRAID V, VI and Adaptec SCSI RAID
device          ciss       # Compaq Smart RAID 5*
device          dpt        # DPT Smartcache III, IV - See NOTES for options
device          hptmv      # Highpoint RocketRAID 182x
device          rr232x     # Highpoint RocketRAID 232x
device          iir        # Intel Integrated RAID
device          ips        # IBM (Adaptec) ServeRAID
device          mly        # Mylex AcceleRAID/eXtremeRAID
device          twa        # 3ware 9000 series PATA/SATA RAID

# RAID controllers
device          aac        # Adaptec FSA RAID
device          aacp       # SCSI passthrough for aac (requires CAM)
device          ida        # Compaq Smart RAID
device          mfi        # LSI MegaRAID SAS
device          mlx        # Mylex DAC960 family
device          pst        # Promise Supertrak SX6000
device          twe        # 3ware ATA RAID

Unterstützte RAID Controller. Wenn Sie keinen der aufgeführten Controller besitzen, kommentieren Sie die Einträge aus oder entfernen sie.

# atkbdc0 controls both the keyboard and the PS/2 mouse
device          atkbdc     # AT keyboard controller

Der Tastatur-Controller (atkbdc) ist für die Ein- und Ausgabe von AT-Tastaturen und PS/2 Zeigegeräten (z.B. einer Maus) verantwortlich. Dieser Controller wird vom Tastaturtreiber (atkbd) und dem PS/2 Gerätetreiber (psm) benötigt.

device          atkbd      # AT keyboard

Zusammen mit dem atkbdc Controller bietet der atkbd Treiber Zugriff auf AT-Tastaturen.

device          psm        # PS/2 mouse

Benutzen Sie dieses Gerät, wenn Sie eine Maus mit PS/2 Anschluss besitzen.

device          kbdmux        # keyboard multiplexer

Basisunterstützung für Tastaturmultiplexer. Verwenden Sie nur eine einzige Tastatur, können Sie diese Zeile aus Ihrer Kernelkonfigurationsdatei entfernen.

device          vga        # VGA video card driver

Der Grafikkartentreiber.

device          splash     # Splash screen and screen saver support

Zeigt einen “Splash Screen” beim Booten. Diese Zeile wird auch von den Bildschirmschonern benötigt.

# syscons is the default console driver, resembling an SCO console
device          sc

sc ist in der Voreinstellung der Treiber für die Konsole, die der SCO-Konsole ähnelt. Da die meisten bildschirmorientierten Programme auf die Konsole mit Hilfe einer Datenbank wie termcap zugreifen, sollte es keine Rolle spielen, ob Sie diesen Treiber oder vt, den VT220 kompatiblen Konsolentreiber einsetzen. Wenn Sie Probleme mit bildschirmorientierten Anwendungen unter dieser Konsole haben, setzen Sie beim Anmelden die Variable TERM auf den Wert VT220.

# Enable this for the pcvt (VT220 compatible) console driver
#device          vt
#options         XSERVER          # support for X server on a vt console
#options         FAT_CURSOR       # start with block cursor

Der VT220 kompatible Konsolentreiber ist kompatibel zu VT100/102. Auf einigen Laptops, die aufgrund der Hardware inkompatibel zum sc Treiber sind, funktioniert dieser Treiber gut. Beim Anmelden sollten Sie die Variable TERM auf den Wert vt100 setzen. Dieser Treiber kann sich als nützlich erweisen, wenn Sie sich über das Netzwerk auf vielen verschiedenen Maschinen anmelden, da dort oft Einträge in termcap oder terminfo für das sc Gerät fehlen. Dagegen sollte vt100 auf jeder Plattform unterstützt werden.

device          agp

Fügen Sie diese Zeile ein, wenn Sie eine AGP-Karte besitzen. Damit werden Motherboards mit AGP und AGP GART unterstützt.

# Power management support (see NOTES for more options)
#device          apm

Unterstützung zur Energieverwaltung. Diese Option ist nützlich für Laptops, allerdings ist sie in GENERIC deaktiviert.

# Add suspend/resume support for the i8254.
device           pmtimer

Zeitgeber für Ereignisse der Energieverwaltung (APM und ACPI).

# PCCARD (PCMCIA) support
# PCMCIA and cardbus bridge support
device          cbb               # cardbus (yenta) bridge
device          pccard            # PC Card (16-bit) bus
device          cardbus           # CardBus (32-bit) bus

PCMCIA Unterstützung. Wenn Sie einen Laptop benutzen, brauchen Sie diese Zeile.

# Serial (COM) ports
device          sio               # 8250, 16[45]50 based serial ports

Die seriellen Schnittstellen, die in der MS-DOS- und Windows-Welt COM genannt werden.

Anmerkung: Wenn Sie ein internes Modem, das COM4 benutzt, besitzen und eine serielle Schnittstelle haben, die auf COM2 liegt, müssen Sie den IRQ des Modems auf 2 setzen (wegen undurchsichtigen technischen Gründen ist IRQ2 gleich IRQ9). Wenn Sie eine serielle Multiport-Karte besitzen, entnehmen Sie bitte die Werte, die Sie in die Datei /boot/device.hints einfügen müssen, der Hilfeseite sio(4). Einige Graphikkarten, besonders die auf S3-Chips basierten, benutzen IO-Adressen der Form 0x*2e8 und manche billige serielle Karten dekodieren den 16-Bit IO-Adressraum nicht sauber. Dies führt zu Konflikten und blockiert dann die COM4-Schnittstelle.

Jeder seriellen Schnittstelle muss ein eigener IRQ zugewiesen werden (wenn Sie eine Multiport-Karte verwenden, bei der das Teilen von Interrupts unterstützt wird, muss das nicht der Fall sein), daher können in der Voreinstellung COM3 und COM4 nicht benutzt werden.

# Parallel port
device          ppc

Die parallele Schnittstelle auf dem ISA Bus.

device          ppbus      # Parallel port bus (required)

Unterstützung für den Bus auf der parallelen Schnittstelle.

device          lpt        # Printer

Unterstützung für Drucker über die parallele Schnittstelle.

Anmerkung: Sie brauchen jede der drei Zeilen, um die Unterstützung für einen Drucker an der parallelen Schnittstelle zu aktivieren.

device          plip       # TCP/IP over parallel

Der Treiber für das Netzwerkinterface über die parallele Schnittstelle.

device          ppi        # Parallel port interface device

Allgemeine I/O (“geek port”) und IEEE1284 I/O Unterstützung.

#device         vpo        # Requires scbus and da

Dies aktiviert den Treiber für ein Iomega Zip Laufwerk. Zusätzlich benötigen Sie noch die Unterstützung für scbus und da. Die beste Performance erzielen Sie, wenn Sie die Schnittstelle im EPP 1.9 Modus betreiben.

#device         puc

Aktivieren Sie diesen Treiber, wenn Sie eine serielle oder parallele PCI-Karte besitzen, die vom Treiber puc(4) unterstützt wird.

# PCI Ethernet NICs.
device          de         # DEC/Intel DC21x4x (“Tulip”)
device          em         # Intel PRO/1000 adapter Gigabit Ethernet Card
device          ixgb       # Intel PRO/10GbE Ethernet Card
device          txp        # 3Com 3cR990 (“Typhoon”)
device          vx         # 3Com 3c590, 3c595 (“Vortex”)

Verschiedene Treiber für PCI-Netzwerkkarten. Geräte, die sich nicht in Ihrem System befinden, können Sie entfernen oder auskommentieren.

# PCI Ethernet NICs that use the common MII bus controller code.
# NOTE: Be sure to keep the 'device miibus' line in order to use these NICs!
device          miibus     # MII bus support

Einige PCI 10/100 Ethernet Netzwerkkarten, besonders die, die MII-fähige Transceiver verwenden oder Transceiver-Steuerungen implementieren, die ähnlich wie MII funktionieren, benötigen die Unterstützung für den MII-Bus. Die Zeile device miibus fügt dem Kernel die Unterstützung für das allgemeine miibus API und allen PHY-Treibern hinzu.

device          bce        # Broadcom BCM5706/BCM5708 Gigabit Ethernet
device          bfe        # Broadcom BCM440x 10/100 Ethernet
device          bge        # Broadcom BCM570xx Gigabit Ethernet
device          dc         # DEC/Intel 21143 and various workalikes
device          fxp        # Intel EtherExpress PRO/100B (82557, 82558)
device          lge        # Level 1 LXT1001 gigabit ethernet
device          msk        # Marvell/SysKonnect Yukon II Gigabit Ethernet
device          nge        # NatSemi DP83820 gigabit ethernet
device          nve        # nVidia nForce MCP on-board Ethernet Networking
device          pcn        # AMD Am79C97x PCI 10/100 (precedence over 'lnc')
device          re         # RealTek 8139C+/8169/8169S/8110S
device          rl         # RealTek 8129/8139
device          sf         # Adaptec AIC-6915 (“Starfire”)
device          sis        # Silicon Integrated Systems SiS 900/SiS 7016
device          sk         # SysKonnect SK-984x & SK-982x gigabit Ethernet
device          ste        # Sundance ST201 (D-Link DFE-550TX)
device          stge       # Sundance/Tamarack TC9021 gigabit Ethernet
device          ti         # Alteon Networks Tigon I/II gigabit Ethernet
device          tl         # Texas Instruments ThunderLAN
device          tx         # SMC EtherPower II (83c170 “EPIC”)
device          vge        # VIA VT612x gigabit ethernet
device          vr         # VIA Rhine, Rhine II
device          wb         # Winbond W89C840F
device          xl         # 3Com 3c90x (“Boomerang”, “Cyclone”)

Treiber, die den MII Bus Controller Code benutzen.

# ISA Ethernet NICs.  pccard NICs included.
device          cs         # Crystal Semiconductor CS89x0 NIC
# 'device ed' requires 'device miibus'
device          ed         # NE[12]000, SMC Ultra, 3c503, DS8390 cards
device          ex         # Intel EtherExpress Pro/10 and Pro/10+
device          ep         # Etherlink III based cards
device          fe         # Fujitsu MB8696x based cards
device          ie         # EtherExpress 8/16, 3C507, StarLAN 10 etc.
device          lnc        # NE2100, NE32-VL Lance Ethernet cards
device          sn         # SMC's 9000 series of Ethernet chips
device          xe         # Xircom pccard Ethernet

# ISA devices that use the old ISA shims
#device         le

Treiber für ISA Ethernet Karten. Schauen Sie in /usr/src/sys/i386/conf/NOTES nach, um zu sehen, welche Karte von welchem Treiber unterstützt wird.

# Wireless NIC cards
device          wlan       # 802.11 support

Generische 802.11-Unterstützung. Diese Zeile wird unbedingt benötigt, wenn Sie WLAN nutzen wollen.

device          wlan_wep        # 802.11 WEP support
device          wlan_ccmp       # 802.11 CCMP support
device          wlan_tkip       # 802.11 TKIP support

Krypto-Unterstützung für 802.11-Geräte. Sie benötigen diese Zeilen, wenn Sie Ihr drahtloses Netzwerk verschlüsseln und die 802.11-Sicherheitsprotokolle einsetzen wollen.

device          an              # Aironet 4500/4800 802.11 wireless NICs
device          ath             # Atheros pci/cardbus NIC's
device          ath_hal         # Atheros HAL (Hardware Access Layer)
device          ath_rate_sample # SampleRate tx rate control for ath
device          awi        # BayStack 660 and others
device          ral        # Ralink Technology RT2500 wireless NICs.
device          wi         # WaveLAN/Intersil/Symbol 802.11 wireless NICs.
#device         wl         # Older non 802.11 Wavelan wireless NIC.

Treiber für drahtlose Netzwerkkarten (WLAN).

# Pseudo devices
device   loop          # Network loopback

Das TCP/IP Loopback Device. Wenn Sie eine Telnet oder FTP Verbindung zu localhost (alias 127.0.0.1) aufbauen, erstellen Sie eine Verbindung zu sich selbst durch dieses Device. Die Angabe dieser Option ist verpflichtend.

device   random        # Entropy device

Kryptographisch sicherer Zufallszahlengenerator.

device   ether         # Ethernet support

ether brauchen Sie nur, wenn Sie eine Ethernet-Karte besitzen. Der Treiber unterstützt das Ethernet-Protokoll.

device   sl            # Kernel SLIP

sl aktiviert die SLIP-Unterstützung. SLIP ist fast vollständig von PPP verdrängt worden, da letzteres leichter zu konfigurieren, besser geeignet für Modem zu Modem Kommunikation und mächtiger ist.

device   ppp           # Kernel PPP

Dies ist Kernel Unterstützung für PPP-Wählverbindungen. Es existiert auch eine PPP-Version im Userland, die den tun Treiber benutzt. Die Userland-Version ist flexibler und bietet mehr Option wie die Wahl auf Anforderung.

device   tun           # Packet tunnel.

Dies wird vom der Userland PPP benutzt. Die Zahl hinter tun gibt die Anzahl der unterstützten gleichzeitigen Verbindungen an. Weitere Informationen erhalten Sie im Abschnitt PPP dieses Handbuchs.


device   pty           # Pseudo-ttys (telnet etc)

Dies ist ein “Pseudo-Terminal” oder simulierter Login-Terminal. Er wird von einkommenden telnet und rlogin Verbindungen, xterm und anderen Anwendungen wie Emacs benutzt.

device   md            # Memory “disks”

Pseudo-Gerät für Speicher-Laufwerke.

device   gif           # IPv6 and IPv4 tunneling

Dieses Gerät tunnelt IPv6 über IPv4, IPv4 über IPv6, IPv4 über IPv4 oder IPv6 über IPv6. Das Gerät gif kann die Anzahl der benötigten Geräte automatisch bestimmen (“auto-cloning”).

device   faith         # IPv6-to-IPv4 relaying (translation)

Dieses Pseudo-Gerät fängt zu ihm gesendete Pakete ab und leitet Sie zu einem Dæmon weiter, der Verkehr zwischen IPv4 und IPv6 vermittelt.

# The `bpf' device enables the Berkeley Packet Filter.
# Be aware of the administrative consequences of enabling this!
# Note that 'bpf' is required for DHCP.
device   bpf           # Berkeley packet filter

Das ist der Berkeley Paketfilter. Dieses Pseudo-Gerät kann Netzwerkkarten in den “promiscuous” Modus setzen und erlaubt es damit, Pakete auf einem Broadcast Netzwerk (z.B. einem Ethernet) einzufangen. Die Pakete können auf der Festplatte gespeichert und mit tcpdump(1) untersucht werden.

Anmerkung: Das bpf(4)-Gerät wird von dhclient(8) genutzt, um die IP-Adresse des Default-Routers zu bekommen. Wenn Sie DHCP benutzen, lassen Sie diese Option bitte aktiviert.

# USB support
device          uhci          # UHCI PCI->USB interface
device          ohci          # OHCI PCI->USB interface
device          ehci          # EHCI PCI->USB interface (USB 2.0)
device          usb           # USB Bus (required)
#device         udbp          # USB Double Bulk Pipe devices
device          ugen          # Generic
device          uhid          # “Human Interface Devices”
device          ukbd          # Keyboard
device          ulpt          # Printer
device          umass         # Disks/Mass storage - Requires scbus and da
device          ums           # Mouse
device          ural          # Ralink Technology RT2500USB wireless NICs
device          urio          # Diamond Rio 500 MP3 player
device          uscanner      # Scanners
# USB Ethernet, requires mii
device          aue           # ADMtek USB Ethernet
device          axe           # ASIX Electronics USB Ethernet
device          cdce          # Generic USB over Ethernet
device          cue           # CATC USB Ethernet
device          kue           # Kawasaki LSI USB Ethernet
device          rue           # RealTek RTL8150 USB Ethernet

Unterstützung für verschiedene USB Geräte.

# FireWire support
device          firewire      # FireWire bus code
device          sbp           # SCSI over FireWire (Requires scbus and da)
device          fwe           # Ethernet over FireWire (non-standard!)

Verschiedene Firewire-Geräte.

Mehr Informationen und weitere von FreeBSD unterstützte Geräte entnehmen Sie bitte /usr/src/sys/i386/conf/NOTES.


8.6.1. Hohe Speicheranforderungen (PAE)

Systeme mit hohen Speicheranforderungen benötigen mehr Speicher als den auf 4 Gigabyte beschränkten User- und Kernel-Adressraum (KVA). Mit dem Pentium Pro und neueren CPUs hat Intel den Adressraum auf 36-Bit erweitert.

Die Physical-Address-Extension (PAE) von Intels Pentium Pro und neueren Prozessoren unterstützt bis zu 64 Gigabyte Speicher. FreeBSD kann diesen Speicher mit der Option PAE in der Kernelkonfiguration nutzen. Die Option gibt es in allen aktuellen FreeBSD-Versionen. Wegen Beschräkungen der Intel-Speicherarchitektur wird keine Unterscheidung zwischen Speicher oberhalb oder unterhalb von 4 Gigabyte getroffen. Speicher über 4 Gigabyte wird einfach dem zur Verfügung stehenden Speicher zugeschlagen.

Sie aktivieren PAE im Kernel, indem Sie die folgende Zeile in die Kernelkonfigurationsdatei einfügen:

options            PAE

Anmerkung: FreeBSD unterstützt PAE nur auf IA-32 Prozessoren. Die PAE-Unterstützung wurde zudem noch nicht hinreichend getestet und befindet sich im Vergleich zu anderen Komponenten von FreeBSD noch im Beta-Stadium.

Die PAE-Unterstützung in FreeBSD ist mit den nachstehenden Einschränkungen verbunden:

  • Ein Prozess kann nicht mehr als 4 Gigabyte virtuellen Speicher benutzen.

  • Gerätetreiber, die nicht die bus_dma(9)-Schnittstelle benutzen, führen zusammen mit einem PAE-Kernel zu Datenverlusten. Diese Treiber sollen nicht mit einem PAE-Kernel verwendet werden. Daher gibt es unter FreeBSD eine zusätzliche PAE-Kernelkonfigurationsdatei, die alle Treiber enthält, die mit einem PAE-Kernel funktionieren.

  • Einige Systemvariablen werden abhängig von der Speichergröße eingestellt. In einem PAE-System mit viel Speicher können die Werte daher zu hoch eingestellt sein. Ein Beispiel ist die sysctl-Variable kern.maxvnodes, die die maximale Anzahl von vnodes im Kernel bestimmt. Solche Variablen sollten auf einen angemessenen Wert eingestellt werden.

  • Es kann erforderlich sein, den virtuellen Adressraum des Kernels (KVA) zu vergrößern oder, wie oben beschrieben, den Wert einer häufig gebrauchten Kernelvariablen zu verringern. Dies verhindert einen Überlauf des KVAs. Der Adressraum des Kernels kann mit der Kerneloption KVA_PAGES vergrößert werden.

Hinweise zur Leistungssteigerung und Stabilität entnehmen Sie bitte der Hilfeseite tuning(7). Die PAE-Unterstützung von FreeBSD wird in der Hilfeseite pae(4) beschrieben.


8.7. Wenn etwas schiefgeht

Es gibt vier Hauptfehlerquellen beim Erstellen eines angepassten Kernels:

config verursacht Fehler:

Wenn config(8) misslingt, liegen Fehler in der Kernelkonfigurationsdatei vor. Zum Glück gibt config(8) die die Zeilennummer der Fehlerstelle an, sodass Sie den Fehler schnell finden können. Beispielsweise könnten Sie folgende Fehlermeldung sehen:

config: line 17: syntax error

Vergleichen Sie die angegebene Zeile mit GENERIC und stellen Sie sicher, dass das Schlüsselwort richtig geschrieben ist.

make verursacht Fehler:

Wenn make misslingt, liegen meistens Fehler in der Konfigurationsdatei vor, die aber nicht schwerwiegend genug für config(8) waren. Überprüfen Sie wiederum Ihre Konfiguration und wenn Sie keinen Fehler entdecken können, schicken Sie eine E-Mail mit Ihrer Kernelkonfiguration an die Mailingliste 'Fragen und Antworten zu FreeBSD' . Sie sollten dann schnell Hilfe erhalten.

Der Kernel bootet nicht:

Wenn der Kernel nicht booten will, ist das noch lange kein Grund zur Panik. Denn FreeBSD besitzt exzellente Mechanismen zur Wiederherstellung nach dem Einsatz inkompatibler Kernel. Den Kernel, mit dem Sie booten wollen, können Sie sich im FreeBSD Boot-Loader aussuchen. Dazu wählen Sie im Bootmenü die Option “Escape to a loader prompt”. Danach geben Sie den Befehl unload kernel ein, um anschließend mit boot /boot/kernel.old den alten Kernel zu booten. Sie können hier natürlich auch den Dateinamen eines anderen Kernels, der sauber bootet angeben. Für alle Fälle sollten Sie immer einen Kernel, der garantiert bootet, bereit halten.

Nun können Sie die Konfiguration noch einmal überprüfen und den Kernel neu kompilieren. Dazu ist /var/log/messages sehr nützlich, da hier sämtliche Kernelmeldungen von jedem erfolgreichen Bootvorgang gespeichert werden. dmesg(8) gibt Ihnen die Kernelmeldungen vom letzten Bootvorgang aus.

Anmerkung: Für den Fall, dass Sie Probleme bei dem Kernelbau bekommen, heben Sie sich immer einen GENERIC oder einen anderen Kernel, der garantiert bootet, auf. Der Name dieses Kernels sollte so gewählt sein, dass er beim nächsten Bau nicht überschrieben wird. Sie können sich nicht auf kernel.old verlassen, da dieser Kernel durch den zuletzt installierten Kernel, der vielleicht schon kaputt war, während der Installation ersetzt wird. Kopieren Sie den funktionierenden Kernel so schnell wie möglich in das richtige Verzeichnis (/boot/kernel). Ansonsten funktionieren Kommandos wie ps(1) nicht. Benennen Sie dazu einfach das Verzeichnis des funktionierenden Kernels um:

# mv /boot/kernel /boot/kernel.bad
# mv /boot/kernel.good /boot/kernel
Der Kernel ist in Ordnung, aber ps geht nicht mehr:

Wenn Sie eine andere Version des Kernels installiert haben als die, mit der Ihre Systemwerkzeuge gebaut wurden (beispielsweise einen -CURRENT-Kernel auf einem -RELEASE-System), werden Programme wie ps(1) und vmstat(8) nicht mehr funktionieren. Sie sollten nun das komplette System neu bauen und installieren. Achten Sie darauf, dass die Quellen, aus denen Sie das System bauen, zum installierten Kernel passen. Das ist ein Grund dafür, warum man nie einen Kernel, der nicht zur Systemversion passt, benutzen sollten.


Kapitel 9. Drucken

Beigetragen von Sean Kelly. Restrukturiert und aktualisiert durch Jim Mock. Übersetzt von Stefan Bethke.

9.1. Übersicht

Mit FreeBSD können Sie viele unterschiedliche Drucker benutzen, von den ältesten Nadeldruckern bis zu den neuesten Laserdruckern, und allen möglichen Geräten dazwischen. Auf diese Weise können Sie hochwertige Ausdrucke mit Ihren Programmen erzeugen.

Sie können FreeBSD auch so konfigurieren, dass es Druckaufträge von anderen Computern über Ihr lokales Netzwerk entgegennimmt, seien es Windows-, Mac OS- oder andere FreeBSD-Computer. FreeBSD stellt sicher, dass die Druckaufträge in der richtigen Reihenfolge bearbeitet werden und kann optional ein Deckblatt mit dem Namen des Auftraggebers eines Druckauftrags aufgeben. FreeBSD kann auch Statistiken über die Computer und Benutzer führen, die Ausdrucke in Auftrag geben.

In diesem Kapitel erfahren Sie, wie Sie:

  • FreeBSD-Druckerwarteschlangen einrichten.

  • Druckfilter installieren, die Druckaufträge je nach Bedarf besonders behandeln und z.B. Dokumente automatisch in eine Form umwandeln, die Ihr Drucker versteht.

  • Druckaufträge mit einem Deckblatt versehen können.

  • Mit einem Drucker drucken können, der an einen anderen Computer angeschlossen ist.

  • Mit einem Drucker drucken können, der direkt an das Netzwerk angeschlossen ist.

  • die Größe von Druckaufträgen beschränken können, oder bestimmte Benutzer von den Benutzung des Drucksystems ausschließen können.

  • Statistiken aufzeichnen und die Benutzung des Drucksystems nach Benutzern und Computern aufschlüsseln können.

  • Probleme beim Drucken diagnostizieren und beheben können.

Bevor Sie dieses Kapitel lesen:

  • Machen Sie sich mit der Konfiguration und Installation eines neuen Kernels vertraut (Kapitel 8).


9.2. Einführung

Um einen Drucker mit FreeBSD zu benutzen, können Sie das Berkeley Line Printer Spooling System, das auch als LPD-Drucksystem oder nur als LPD bekannt ist, verwenden. Dieses System zur Verwaltung von Druckaufträgen ist das Standardsystem in FreeBSD. Dieses Kapitel führt Sie in LPD und dessen Konfiguration ein.

Wenn Sie bereits mit LPD oder einem anderen Drucksystem vertraut sind, können Sie direkt im Abschnitt Einfache Drucker-Konfiguration weiterlesen.

LPD steuert alle Aspekte rund um die Drucker, die an den Computer angeschlossen sind. Es ist verantwortlich für:

  • Die Zugriffskontrolle für direkt und über das Netzwerk angeschlossene Drucker.

  • Die Entgegennahme von Dateien, die gedruckt werden sollen; eine so an das Drucksystem übergebene Datei wird als Druckauftrag bezeichnet.

  • Den gleichzeitigen Zugriff von mehreren Benutzern auf einen Drucker. Alle Druckaufträge werden in einer Druckerwarteschlange gesammelt, und nacheinander abgearbeitet.

  • Den Druck von Deckblättern (auch als Banner- oder Burst-Seiten bezeichnet), damit Benutzer ihre Druckaufträge schnell innerhalb eines Stapels von ausgedruckten Dokumenten finden können.

  • Das Einstellen der korrekten Kommunikations-Parameter für Drucker, die seriell angeschlossen sind.

  • Das Senden von Druckaufträgen an ein LPD-System auf einem anderen Computer.

  • Das Ausführen von speziellen Filtern, um Druckaufträge in die unterschiedlichen Seitenbeschreibungssprachen umzusetzen oder an die Fähigkeiten eines Druckers anzupassen.

  • Das Erfassen von Verrechnungsdaten für Druckaufträge.

Sie können LPD alle diese Funktionen, oder auch nur einen Teil davon, ausführen lassen, indem Sie die Konfigurationsdatei (/etc/printcap) anpassen, und indem Sie spezielle Filterprogramme bereitstellen.


9.2.1. Vorteile des Drucksystems

Wenn Sie der einzige Benutzer sind, der mit Ihrem Computer arbeitet, fragen Sie sich vielleicht, warum Sie die Konfigurationsarbeit für das Drucksystem auf sich nehmen sollten, wenn Sie Deckblätter, Abrechnungsdaten oder Zugriffskontrolle nicht benötigen. Obwohl Sie direkt auf den Drucker zugreifen können, bietet LPD eine Reihe von Vorteilen:

  • LPD druckt im Hintergrund; Sie müssen nicht erst darauf warten, dass Ihr Druckauftrag an den Drucker übermittelt worden ist.

  • LPD kann Druckaufträge mit Kopf- oder Fußzeilen versehen, oder ein spezielles Dateiformat, wie DVI von TeX, automatisch in ein für den Drucker verständliches Format umwandeln; Sie müssen diese Schritte nicht manuell ausführen.

  • Viele freie und kommerzielle Programme, mit denen Sie drucken können, erwarten, mithilfe des LPD-Drucksystems zu drucken. Wenn Sie das Drucksystem konfiguriert haben, können Sie einfacher mit neuer oder auch vorhandener Software drucken.


9.3. Grund-Konfiguration

Um einen Drucker mit dem LPD-Drucksystem benutzen zu können, müssen Sie sowohl Ihren Drucker und die Drucker-Schnittstelle als auch das LPD-Drucksystem konfigurieren. Dieser Abschnitt beschreibt zwei Konfigurationen:

  • Abschnitt Einfache Drucker-Konfiguration beschreibt, wie Sie einen Drucker an Ihren Computer anschließen und LPD so konfigurieren, dass Sie Textdateien zum Drucker senden können.

  • Abschnitt Erweiterte Drucker-Konfiguration beschreibt, wie Sie mit speziellen Dateiformaten umgehen können, wie Sie Deckblätter drucken können, wie Sie den Zugriff auf Drucker einschränken können, und wie Sie Verrechnungsdaten aufzeichnen können.


9.3.1. Einfache Drucker-Konfiguration

Dieser Abschnitt beschreibt, wie Sie die LPD-Software konfigurieren, um Ihren Drucker zu benutzen. Diese Grundlagen werden erklärt:

Wenn Sie einen Drucker einrichten möchten, der über das Netzwerk angeschlossen ist (anstatt über die serielle oder parallele Schnittstelle), lesen Sie bitte Abschnitt Drucker mit direkter TCP-Schnittstelle.

Obwohl dieser Abschnitt “Grund-Konfiguration” heißt, ist die Konfiguration relativ komplex. Es ist vergleichsweise schwierig, einen Drucker mit Ihrem Computer und dem LPD-Drucksystem zu verbinden. Die weiteren Optionen, wie Kopfzeilen oder Deckblätter, sind einfach zu konfigurieren, sobald die Grund-Konfiguration erfolgreich abgeschlossen ist.


9.3.1.1. Hardware-Konfiguration

Dieser Abschnitt beschreibt, über welche Schnittstellen Sie einen Drucker mit Ihrem Computer verbinden können. Er behandelt sowohl die Schnittstellen und Kabel, als auch die Kerneloptionen, die Sie benötigen, um FreeBSD mit Ihrem Drucker kommunizieren zu lassen.

Wenn Sie Ihren Drucker bereits erfolgreich mit einem anderen Betriebssystem auf Ihrem PC eingesetzt haben, können Sie wahrscheinlich mit dem Abschnitt Software-Konfiguration fortfahren.


9.3.1.1.1. Schnittstellen und Kabel

Praktisch alle Drucker unterstützen mindestens eine dieser Schnittstellen:

  • Seriell angeschlossene Drucker werden über eine serielle Schnittstelle (auch RS-232 oder COM-Schnittstelle genannt) mit Ihrem Computer verbunden. Diese Schnittstelle wird von vielen unterschiedlichen Systemen verwendet. Serielle Kabel sind leicht erhältlich und können auch einfach selbst hergestellt werden. Einige Drucker erfordern möglicherweise ein spezielles Kabel oder besondere Kommunikationseinstellungen. Die meisten seriellen Schnittstellen von PCs besitzen eine maximale Datenübertragungsrate von 115200 bps; zum Ausdruck großer Grafiken sind serielle Drucker daher ungeeignet.

  • Parallel angeschlossene Drucker werden über eine parallele Schnittstelle mit Ihrem Computer verbunden. Diese Schnittstelle wird hauptsächlich von PCs und Workstations benutzt. Die Schnittstelle bietet eine höhere Datenübertragungsrate als serielle Schnittstellen. Kabel sind leicht erhältlich, sind aber vergleichsweise schwer selbst herzustellen. Üblicherweise brauchen keine Kommunikationsparameter festgelegt zu werden; dies macht die Einrichtung sehr einfach.

    Die parallele Schnittstelle wird auch als “Centronics”-Schnittstelle bezeichnet, nach dem Namen des Steckverbinders, der hier häufig zum Einsatz kommt.

  • USB-Schnittstelle (Universal Serial Bus) bieten noch höhere Geschwindigkeiten als parallele Schnittstellen oder serielle RS-232-Schnittstellen. USB-Kabel sind einfach und billig. Zum Drucken ist die USB-Schnittstelle besser geeignet als serielle oder parallele Schnittstellen, auf vielen UNIX Systemen werden USB-Schnittstellen jedoch nur unzureichend unterstützt. Um Probleme zu vermeiden, sollten Sie sich einen Drucker anschaffen, der sowohl eine USB-Schnittstelle als auch eine parallele Schnittstelle besitzt (viele Drucker besitzen heute beide Schnittstellen).

Im Allgemeinen versenden parallele Schnittstellen Daten nur in eine Richtung (vom Computer zum Drucker), serielle Schnittstellen und USB-Schnittstellen versenden Daten in beide Richtungen. Moderne parallele Schnittstellen (EPP and ECP) übertragen Daten bi-direktional nach dem Standard IEEE 1284.

Ein Drucker kann auf zwei Arten bi-direktional angesprochen werden. Die erste Methode benutzt einen Druckertreiber, der die herstellerspezifische Sprache des Druckers beherrscht. Diese Methode wird oft mit Tintenstrahl-Druckern eingesetzt und dazu benutzt, den Füllstand der Tintenpatronen und andere Status-Informationen auszugeben. Die zweite Methode wird benutzt, wenn der Drucker PostScript beherrscht.

Da ein PostScript-Druckauftrag ein komplettes Programm ist, kann es auch Daten an den Computer zurückliefern, ohne überhaupt eine Seite Papier zu bedrucken. Auf diesem Wege werden auch Probleme wie z.B. ein Papierstau vom Drucker an den Computer übermittelt. Darüberhinaus ist dies die effektivste Methode, um die tatsächlich gedruckte Anzahl an Seiten vom Drucker abzufragen: ein PostScript-Programm ermittelt jeweils vor und direkt nach einem Druckauftrag den Seitenzähler des Druckers, und vergleicht die beiden Zählerwerte.


9.3.1.1.2. Parallele Schnittstellen

Um einen Drucker mit paralleler Schnittstelle an Ihren Computer anzuschließen, verbinden Sie den Drucker mit einer parallelen Schnittstelle Ihres Computers. Die Dokumentation zu Ihrem Drucker oder Computer sollte Ihnen hier weiterhelfen.

Notieren Sie sich, mit welcher parallelen Schnittstelle des Computers Sie den Drucker verbunden haben. Die meisten Computer haben lediglich eine parallele Schnittstelle. Der FreeBSD-Gerätename der ersten Schnittstelle lautet ppc0, der der zweiten ppc1, und so weiter. Der Gerätename für den Drucker an der ersten parallelen Schnittstelle folgt dem selben Schema und lautet /dev/lpt0, usw.


9.3.1.1.3. Serielle Schnittstellen

Um einen Drucker mit serieller Schnittstelle an Ihren Computer anzuschließen, verbinden Sie den Drucker mit einer seriellen Schnittstelle Ihres Computers. Die Dokumentation zu Ihrem Drucker oder Computer sollte Ihnen hier weiterhelfen.

Sollten Sie sich nicht sicher sein, welches das “richtige Kabel” ist, können Sie eine dieser Alternativen ausprobieren:

  • Ein Modemkabel verbindet alle Anschlüsse an einem Ende des Kabels eins-zu-eins mit den Anschlüssen am anderen Ende des Kabels. Ein solches Kabel wird auch als (engl.) “DTE-to-DCE-” oder “DEE-zu-DÜE-”Kabel bezeichnet.

  • Ein Nullmodemkabel verbindet einige Signale eins-zu-eins, andere über Kreuz (z.B. Sende- und Empfangsleitung), und verbindet einige weitere direkt im Stecker miteinander. Ein solches Kabel wird auch als (engl.) “DTE-to-DTE-” oder “DEE-zu-DEE-”Kabel bezeichnet.

  • Ein Serielles Druckerkabel schließlich, das für einige spezielle Drucker benötigt wird, verbindet zusätzliche Signale miteinander, anstatt sie im Stecker zurückzuführen.

Sie sollten auch die Kommunikationsparameter am Drucker einstellen; üblicherweise gibt es dazu DIP-Schalter, oder eine Option in der Menüführung am Drucker. Wählen Sie die höchste Bitrate (auch als bps Bits pro Sekunde oder Baudrate bezeichnet), die sowohl Ihr Drucker als auch Ihr Computer unterstützen. Wählen Sie 7 oder 8 Bits, gerade, ungerade oder keine Parität, und ein oder zwei Stoppbits. Wählen Sie die Art der Flusssteuerung: keine, XON/XOFF (auch als “in-band-” oder “Software”-Flusssteuerung bezeichnet), oder Hardware. Notieren Sie sich diese Einstellungen, damit Sie sie später bei der Software-Konfiguration zur Verfügung haben.


9.3.1.2. Software-Konfiguration

Dieser Abschnitt beschreibt die notwendigen Konfigurationsschritte, damit Sie mit dem FreeBSD-LPD-System drucken können.

Diese Schritte müssen Sie ausführen:

  1. Konfigurieren Sie Ihren Kernel, soweit notwendig, um die Schnittstelle benutzen zu können, an die Ihr Drucker angeschlossen ist. Abschnitt Kernel-Konfiguration erklärt, welche Optionen Sie benötigen.

  2. Konfigurieren Sie die Kommunikationseinstellungen für die parallele Schnittstelle, sofern Sie sie benutzen. Abschnitt Kommunikationseinstellungen für die parallele Schnittstelle enthält die Details.

  3. Prüfen Sie, ob Sie Daten an den Drucker senden können. Abschnitt Prüfen der Drucker-Kommunikation führt eine Reihe von Möglichkeiten auf.

  4. Konfigurieren Sie LPD für Ihren Drucker, indem Sie die Konfigurationsdatei /etc/printcap anpassen. Details dazu finden Sie im Abschnitt LPD aktivieren: die /etc/printcap-Datei.


9.3.1.2.1. Kernel-Konfiguration

Der Betriebssystem-Kernel ist für eine bestimmte Kombination aus Geräten kompiliert. Dies schließt Ihre seriellen oder parallelen Schnittstellen mit ein. Dementsprechend kann es notwendig sein, die Kernelkonfiguration um weitere Schnittstellen zu erweitern.

So können Sie prüfen, ob Ihr Kernel die serielle Schnittstelle unterstützt, an die Sie den Drucker angeschlossen haben:

# grep sioN /var/run/dmesg.boot

Ersetzen Sie N durch die Nummer der seriellen Schnittstelle, beginnend bei Null. Wenn Sie eine Ausgabe ähnlich der folgenden erhalten, unterstützt ihr Kernel diese Schnittstelle:

sio2 at port 0x3e8-0x3ef irq 5 on isa
sio2: type 16550A

Erhalten Sie keine Ausgabe, oder eine Fehlermeldung, wird die Schnittstelle nicht korrekt unterstützt.

So können Sie prüfen, ob Ihr Kernel die parallele Schnittstelle unterstützt, an die Sie den Drucker angeschlossen haben:

# grep ppcN /var/run/dmesg.boot

Ersetzen Sie N durch die Nummer der parallelen Schnittstelle, beginnend bei Null. Wenn Sie eine Ausgabe ähnlich der folgenden erhalten, unterstützt ihr Kernel diese Schnittstelle:

ppc0: <Parallel port> at port 0x378-0x37f irq 7 on isa0
ppc0: SMC-like chipset (ECP/EPP/PS2/NIBBLE) in COMPATIBLE mode
ppc0: FIFO with 16/16/8 bytes threshold

Erhalten Sie keine Ausgabe, oder eine Fehlermeldung, wird die Schnittstelle nicht korrekt unterstützt.

Gegebenenfalls müssen Sie Ihren Kernel umkonfigurieren und neu kompilieren, damit die von Ihnen gewählte Schnittstelle unterstützt wird.

Um Unterstützung für eine serielle Schnittstelle hinzuzufügen, lesen Sie bitte Kapitel Konfiguration des FreeBSD Kernels. Um eine parallele Schnittstelle hinzuzufügen, lesen Sie bitte ebenfalls jenes Kapitel als auch den folgenden Abschnitt Kommunikationseinstellungen für die parallele Schnittstelle.


9.3.1.3. Kommunikationseinstellungen für die parallele Schnittstelle

Wenn Sie die parallele Schnittstelle zur Kommunikation mit Ihrem Drucker benutzen, haben Sie die Wahl zwischen Interrupt-gesteuerter oder Polling-Datenübertragung. Der generische Druckergerätetreiber lpt(4) in FreeBSD benutzt das ppbus(4)-System, das die parallele Schnittstelle mithilfe des ppc(4)-Treibers steuert.

  • Die Interrupt-gesteuerte Datenübertragung ist die Voreinstellung im GENERIC-Kernel. Der Treiber benutzt eine IRQ-Leitung, um zu erfahren, wann der Drucker weitere Daten empfangen kann.

  • Bei der Polling-Methode prüft der Treiber in regelmäßigen Abständen, ob weitere Daten übertragen werden können.

Die Interrupt-gesteuerte Methode ist überlicherweise schneller und verbraucht weniger Rechenzeit als die Polling-Methode, es wird jedoch eine eigene IRQ-Leitung für die Schnittstelle benötigt. Darüberhinaus kann es mit einigen Druckermodellen zu Problemen kommen, wenn die Interrupt-gesteuerte Übertragung zum Einsatz kommt.

Die können die Kommunikationseinstellung entweder in der Kernel-Konfiguration wählen, oder mittels des lptcontrol(8)-Programms zur Laufzeit einstellen.

So legen Sie die Kommunikationseinstellung in der Kernel-Konfiguration fest:

  1. Ändern Sie Ihre Kernel-Konfigurationsdatei. Finden Sie die Zeile, die mit device ppc0 beginnt. Wenn Sie die zweite parallele Schnittstelle konfigurieren möchten, suchen Sie nach device ppc1, für die dritte Schnittstelle ppc2, usw.

    • Um die Interrupt-Steuerung zu aktivieren, passen Sie die folgende Zeile an:

      hint.ppc.0.irq="N"
      

      Ersetzen Sie N durch die Nummer der IRQ-Leitung, die dieser parallelen Schnittstelle zugewiesen ist. Stellen Sie sicher, dass Ihre Kernel-Konfigurationsdatei den ppc(4)-Treiber enthält:

      device ppc
      
    • Wenn Sie den Polling-Modus verwenden möchten, entfernen Sie die folgende Zeile aus /boot/device.hints:

      hint.ppc.0.irq="N"
      

      Sollte der Treiber die Schnittstelle dennoch im Interrupt-Modus betreiben, könnte dies an der Aktivierung durch das acpi(4)-System in FreeBSD liegen. Bitte prüfen Sie die ACPI- und die BIOS-Konfiguration.

  2. Wenn Sie Ihre Kernel-Konfigurationsdatei angepasst haben, kompilieren und installieren Sie nun einen neuen Kernel. Das Kapitel Konfiguration des FreeBSD-Kernels enthält weitere Details dazu.

So können Sie die Kommunikationseinstellung mit lptcontrol(8) ändern:

  1. Um die Interrupt-Steuerung für die Schnittstelle N zu aktivieren, geben Sie ein:

    # lptcontrol -i -d /dev/lptN
    
  2. Um den Polling-Modus für die Schnittstelle N zu aktivieren, geben Sie ein:

    # lptcontrol -p -d /dev/lptN
    

Sie können diesen Befehl in /etc/rc.local aufnehmen, damit er bei jedem Systemstart automatisch ausgeführt wird. lptcontrol(8) enthält weitere Informationen.


9.3.1.4. Kommunikation mit den Drucker prüfen

Bevor Sie mit der Konfiguration des LPD-Drucksystems fortfahren, sollten Sie sicherstellen, das Sie erfolgreich Daten an Ihren Drucker senden können. Es ist deutlich einfacher, Kommunikations- und Konfigurationsprobleme unabhängig voneinander zu lösen.

Der Drucker kann mit einem Probeausdruck getestet werden. Für alle Drucker, die normalen Text unmittelbar drucken können, bietet sich das Programm lptest(1) an: es produziert alle 96 druckbaren ASCII-Zeichen auf 96 Zeilen.

Für einen PostScript-Drucker (oder andere Drucker, die eine Seitenbeschreibungssprache verwenden) muss ein passendes Programm an den Drucker gesendet werden, z.B. dieses:

%!PS
100 100 moveto 300 300 lineto stroke
310 310 moveto /Helvetica findfont 12 scalefont setfont
(Funktioniert dieser Drucker?) show
showpage

Sie können dieses ProstScript-Programm in einer Datei speichern, und mit den Beispielen in den folgenden Abschnitt verwenden.

Anmerkung: Nicht alle Drucker, die eine Seitenbeschreibungssprache verwenden, benötigen ein Test-Programm: z.B. HPs PCL (das auch in vielen kompatiblen Druckern zum Einsatz zu kommt), versteht normalen Text. Besondere Escape-Sequenzen werden benutzt, um die erweiterten Möglichkeiten aufzurufen. PostScript-Drucker können in der Regel keinen normalen Text direkt verarbeiten, weil sie ein PostScript-Programm erwarten, das eine Seite produziert.


9.3.1.4.1. Einen Paralleldrucker prüfen

Dieser Abschnitt führt vor, wie Sie die Kommunikation mit Ihrem Drucker über die parallele Schnittstelle prüfen können.

So testen Sie einen Drucker an einer parallelen Schnittstelle:

  1. Werden Sie root mithilfe des su(1)-Befehls.

  2. Senden Sie Testdaten an den Drucker.

    • Wenn Ihr Drucker reinen Text direkt drucken kann, verwenden Sie lptest(1):

      # lptest > /dev/lptN
      

      Ersetzen Sie N durch die Nummer der parallelen Schnittstelle, an die der Drucker angeschlossen ist (angefangen bei Null).

    • Wenn Ihr Drucker PostScript (oder eine andere Seitenbeschreibungssprache) versteht, senden Sie ein passendes Testprogramm an den Drucker. Geben Sie folgenden Befehl ein:

      # cat > /dev/lptN
      

      Ersetzen Sie N durch die Nummer der parallelen Schnittstelle, an die der Drucker angeschlossen ist (angefangen bei Null). Geben Sie nun das Testprogramm ein, Zeile für Zeile. Kontrollieren Sie jede Zeile, bevor Sie die Eingabetaste drücken: Sie können die Zeile später nicht mehr ändern. Zum Schluss tippen Sie Ctrl+D. Wenn Sie ein anderes Zeichen nutzen, um das Ende der Datei anzuzeigen, müssen Sie natürlich die entsprechende Tastenkombination für dieses Zeichen betätigen.

      Sie können das Testprogramm auch in einer Datei speichern, und dann diesen Befehl aufrufen:

      # cat Testprogramm > /dev/lptN
      

      Ersetzen Sie Testprogramm durch den Dateinamen, unter dem Sie das Testprogramm gespeichert haben.

Der Drucker sollte einige Zeilen oder eine Seite drucken. Machen Sie sich keine Sorgen über falsche Formatierungen: die Software-Konfiguration enthält Informationen zum Umformatieren von Druckaufträgen.


9.3.1.4.2. Einen seriellen Drucker prüfen

Dieser Abschnitt führt vor, wie Sie die Kommunikation mit Ihrem Drucker über die parallele Schnittstelle prüfen können.

So testen Sie einen Drucker an einer seriellen Schnittstelle:

  1. Werden Sie root mithilfe des su(1)-Befehls.

  2. Ändern Sie die Datei /etc/remote. Fügen Sie den folgenden Eintrag hinzu:

    printer:dv=/dev/Gerät:br#Baudrate:pa=Parität
    

    Ersetzen Sie Gerät durch den Gerätenamen der seriellen Schnittstelle (ttyd0 für die erste, ttyd1 für die zweite, usw.), Baudrate ist die Geschwindigkeit und Parität die Parität (even für gerade, odd für ungerade oder none für keine), die Sie am Drucker eingestellt haben.

    Hier ein Beispieleintrag für einen Drucker, der über die dritte serielle Schnittstelle angeschlossen ist, mit 19.200 Baud kommuniziert und keine Parität verwendet:

    printer:dv=/dev/ttyd2:br#19200:pa=none
    
  3. Verbinden Sie sich mit dem Drucker über den Befehl tip(1):

    # tip printer
    

    Kommt es hierbei zu einer Fehlermeldung, ändern Sie den Eintrag in /etc/remote und verwenden Sie /dev/cuaaN statt /dev/ttydN.

  4. Senden Sie Testdaten an den Drucker.

    • Wenn Ihr Drucker reinen Text direkt drucken kann, verwenden Sie lptest(1):

      % $lptest
      
    • Wenn Ihr Drucker PostScript (oder eine andere Seitenbeschreibungssprache) versteht, senden Sie ein passendes Testprogramm an den Drucker. Geben Sie das Testprogramm ein, Zeile für Zeile. Kontrollieren Sie jede Zeile, bevor Sie die Eingabetaste drücken: Sie können die Zeile später nicht mehr ändern. Zum Schluss tippen Sie Control-D.

      Sie können das Testprogramm auch in einer Datei speichern, und dann diesen Befehl aufrufen:

      % >Testprogramm
      

      Ersetzen Sie Testprogramm durch den Dateinamen, unter dem Sie das Testprogramm gespeichert haben. Nachdem tip(1) die Datei gesendet hat, tippen Sie Control-D.

Der Drucker sollte einige Zeilen oder eine Seite drucken. Machen Sie sich keine Sorgen über falsche Formatierungen: die Software-Konfiguration enthält Informationen zum Umformatieren von Druckaufträgen.


9.3.1.5. LPD aktivieren: die /etc/printcap-Datei

Nachdem Sie Ihren Drucker angeschlossen haben, Ihren Kernel richtig konfiguriert haben und erfolgreich einen Testausdruck produziert haben, können Sie nun das LPD-System konfigurieren.

Sie konfigurieren LPD, indem Sie die Datei /etc/printcap anpassen. Da LPD die Datei jedes Mal liest, wenn eine Aktion durchgeführt wird, werden Änderungen an der Konfiguration sofort aktiv.

Die printcap(5)-Datei ist einfach aufgebaut. Sie können /etc/printcap mit Ihrem bevorzugten Texteditor bearbeiten. Sie verwendet dasselbe Format wie auch /usr/share/misc/termcap oder /etc/remote. Informationen zum Format finden Sie in cgetent(3).

Die Grund-Konfiguration des LPD-Systems beinhaltet diese Schritte:

  1. Wählen Sie einen Namen (und einige praktische Abkürzungen) für die Druckerwarteschlage, und tragen Sie ihn in die /etc/printcap-Datei ein. Abschnitt Einen Namen wählen enthält weitere Informationen.

  2. Schalten Sie den Druck von Deckblättern aus (dies ist standardmäßig eingeschaltet), indem Sie das Attribut sh setzen. Abschnitt Den Druck von Deckblättern ausschalten erklärt, wie Sie dies tun können.

  3. Legen Sie ein Pufferverzeichnis für die Warteschlange an, und geben Sie den Pfad mittels des sd-Attributs an: siehe Abschnitt Das Pufferverzeichnis anlegen.

  4. Geben Sie den Gerätenamen für Ihren Drucker mittels des lp-Attributs an: siehe Abschnitt Festlegen der Drucker-Gerätedatei. Ist Ihr Drucker über eine serielle Schnittstelle angeschlossen, benutzen Sie das Attribut ms#, wie dies in Abschnitt Festlegen der Kommunikationsparameter beschrieben ist.

  5. Installieren Sie einen Filter für reinen Text: siehe Abschnitt Den Textfilter installieren.

  6. Testen Sie die Konfiguration, indem Sie etwas mit dem lpr(1)-Befehl drucken. Die Abschnitte Die Konfiguration testen und Fehlersuche und Problembehebung enthalten weitere Informationen.

Anmerkung: Drucker, die eine Seitenbeschreibungssprache wie PostScript verwenden, können keinen reinen Text drucken. Es wird deshalb angenommen, dass Sie nur solche Dateien drucken, die Ihr Drucker verarbeiten kann.

Viele Anwender erwarten, dass sie normalen Text auf allen Druckern drucken können. Viele Programme, die mit LPD zusammenarbeiten, gehen ebenfalls von dieser Annahme aus. Wenn Sie einen PostScript-Drucker installieren, und Sie sowohl PostScript- als auch Textdateien drucken möchten, sollten Sie einen weiteren Konfigurationsschritt ausführen und einen Text-zu-PostScript-Filter installieren. Der Abschnitt Drucken von reinen Textdateien auf einem PostScript-Drucker erklärt, wie Sie dies tun können.


9.3.1.5.1. Einen Namen wählen

Der erste einfache Schritt ist, einen Namen für Ihren Drucker zu wählen. Sie können diesen Namen frei wählen, Sie sollten allerdings keine Sonderzeichen oder Umlaute verwenden. Sie können mehrere Alias-Namen vergeben.

Ein Drucker in /etc/printcap sollte den Alias lp haben. Dieser Name wird standardmäßig von allen Druckbefehlen verwendet, wenn auf der Befehlszeile oder in der PRINTER-Umgebungsvariablen kein anderer Drucker angegeben ist.

Ebenso ist es üblich, eine ausführliche Beschreibung des Druckermodells als letzten Alias-Namen zu verwenden.

Sobald Sie einen Namen und einige einfache Alias-Namen ausgewählt haben, tragen Sie sie in die Datei /etc/printcap ein. Beginnen Sie die Zeile mit dem Namen des Druckers und fügen Sie alle Alias-Namen an. Trennen Sie die Namen durch den senkrechten Strich |. Fügen Sie an das Ende der Zeile einen Doppelpunkt : an.

Das folgende Beispiel definiert zwei Drucker, einen Diablo 630 Zeilendrucker, und einen Panasonic KX-P4455 PostScript-Laserdrucker:

#
#  /etc/printcap for host rose
#
rattan|line|diablo|lp|Diablo 630 Line Printer:

bamboo|ps|PS|S|panasonic|Panasonic KX-P4455 PostScript v51.4:

Der erste Drucker hat den Namen rattan, und hat die Alias-Namen line, diablo, lp und Diablo 630 Line Printer. Da er den Alias-Namen lp trägt, wird er standardmäßig von den Druckprogrammen verwendet. Der zweite Drucker heißt bamboo, und hat die Alias-Namen ps, PS, S, panasonic und Panasonic KX-P4455 PostScript v51.4.


9.3.1.5.2. Keine Deckblätter drucken

Standardmäßig druckt das LPD-System ein Deckblatt vor jedem Druckauftrag, die den Namen des Druckauftrags, den Benutzer und den Computer angibt. Während der Einrichtung des Systems und beim Testen stört das Deckblatt allerdings, weshalb Sie sie zunächst deaktivieren sollten.

Um den Druck von Deckblättern zu deaktivieren, fügen Sie das Attribut sh zur Druckerdefinition in /etc/printcap hinzu. Hier ein Beispiel:

#
#  /etc/printcap for host rose - no header pages anywhere
#
rattan|line|diablo|lp|Diablo 630 Line Printer:\
        :sh:

bamboo|ps|PS|S|panasonic|Panasonic KX-P4455 PostScript v51.4:\
        :sh:

Beachten Sie die korrekte Formatierung: die beiden Definitionen beginnen auf einer Zeile; weitere Zeilen der Definition sind mit einem Tab-Zeichen eingerückt, und alle Zeilen einer Definition, bis auf die letzte, enden mit dem Backslash \.


9.3.1.5.3. Das Pufferverzeichnis anlegen

Der nächste Schritt ist, das Pufferverzeichnis anzulegen. In diesem Verzeichnis werden Druckaufträge zwischengespeichert, während sie gedruckt werden. Gleichzeitig werden hier auch einige Verwaltungsdateien des Systems abgelegt.

Da sich die Dateien in diesem Verzeichnis häufig ändern, ist es üblich, das Verzeichnis unter /var/spool anzulegen. Es ist nicht notwendig, Sicherungskopien der Dateien herzustellen; das Verzeichnis kann nötigenfalls leicht mit mkdir(1) wieder angelegt werden.

Es ist auch üblich, dem Verzeichnis denselben Namen wie dem Drucker zu geben:

# mkdir /var/spool/Druckername

Wenn Sie viele Drucker verwenden, ist es am besten, wenn Sie für die Pufferverzeichnisse ein eigenes Unterverzeichnis in /var/spool anlegen, wie dies hier für die beiden Beispieldrucker rattan und bamboo gezeigt wird:

# mkdir /var/spool/lpd
# mkdir /var/spool/lpd/rattan
# mkdir /var/spool/lpd/bamboo

Anmerkung: Um zu verhindern, dass alle Benutzer den Inhalt aller Druckaufträge einsehen können, sollten Sie die Rechte auf den Pufferverzeichnissen einschränken. Die Verzeichnisse sollten dem Benutzer daemon und der Gruppe daemon gehören, und auch nur vom Benutzer und der Gruppe les-, schreib- und durchsuchbar sein. Für unsere Beispieldrucker:

# chown daemon:daemon /var/spool/lpd/rattan
# chown daemon:daemon /var/spool/lpd/bamboo
# chmod 770 /var/spool/lpd/rattan
# chmod 770 /var/spool/lpd/bamboo

Schließlich müssen Sie dem LPD-System noch mitteilen, wo Sie die Pufferverzeichnisse angelegt haben. Dazu geben Sie in der Definition das Attribut sd an:

#
#  /etc/printcap for host rose - added spooling directories
#
rattan|line|diablo|lp|Diablo 630 Line Printer:\
        :sh:sd=/var/spool/lpd/rattan:

bamboo|ps|PS|S|panasonic|Panasonic KX-P4455 PostScript v51.4:\
        :sh:sd=/var/spool/lpd/bamboo:

Beachten Sie, dass der Druckername in der ersten Spalte beginnt, und dass alle Folgezeilen mit einem Tab eingerückt sind.

Wenn Sie das sd-Attribut nicht angeben, verwendet das System /var/spool/lpd als Verzeichnis.


9.3.1.5.4. Festlegen der Drucker-Gerätedatei

Nachdem Sie die die korrekten Gerätedatei für die Schnittstelle identifiziert und angelegt haben, müssen Sie dem LPD-System mitteilen, welche Gerätedatei es für die Datenübertragung zum Drucker verwenden soll.

Geben Sie die Gerätedatei durch das Attribut lp in /etc/printcap an.

Wenn rattan an die erste parallele Schnittstelle angeschlossen ist, und bamboo an die sechste serielle, dann sieht /etc/printcap so aus:

#
#  /etc/printcap for host rose - identified what devices to use
#
rattan|line|diablo|lp|Diablo 630 Line Printer:\
        :sh:sd=/var/spool/lpd/rattan:\
        :lp=/dev/lpt0:

bamboo|ps|PS|S|panasonic|Panasonic KX-P4455 PostScript v51.4:\
        :sh:sd=/var/spool/lpd/bamboo:\
        :lp=/dev/ttyd5:

Wenn Sie lp nicht angeben, versucht LPD die Gerätedatei /dev/lp zu verwenden. /dev/lp ist zurzeit in FreeBSD nicht definiert.

Wenn Ihr Drucker über eine parallele Schnittstelle angeschlossen ist, können Sie mit dem Abschnitt Den Textfilter installieren fortfahren. Verwenden Sie eine serielle Schnittstelle, beachten Sie bitte den folgenden Abschnitt.


9.3.1.5.5. Kommunikationsparameter festlegen

Für seriell angeschlossene Drucker kann LPD die Geschwindigkeit, Parität und weitere Kommunikationsparameter einstellen. Dies hat folgende Vorteile:

  • Sie können die Parameter einfach in /etc/printcap ändern, ohne das Ausgabe-Filterprogramm anpassen zu müssen.

  • Dasselbe Ausgabe-Filterprogramm kann für unterschiedliche Drucker verwendet werden, auch wenn diese unterschiedliche Kommunikationseinstellungen benötigen.

Die folgenden Attribute legen die seriellen Kommunikationsparameter fest:

br#Baudrate

Setzt die Übertragungsgeschwindigkeit auf Baudrate. Baudrate kann üblicherweise 50, 75, 110, 134.5, 150, 300, 600, 1200, 1800, 2400, 4800, 9600, 19200, 38400, 57600, oder 115200 Bit pro Sekunde betragen.

ms#stty-Modi

Setzt die Eigenschaften für das Gerät, nachdem es geöffnet wurde. Die verfügbaren Eigenschaften sind in stty(1) aufgeführt.

Wenn LPD das mit lp angegebene Gerät öffnet, setzt es die mit ms# angegebenen Eigenschaften. Von besonderem Interesse sind hier die Modi parenb, parodd, cs5, cs6, cs7, cs8, cstopb, crtscts und ixon, die in der stty(1)-Handbuchseite erläutert werden.

Für den über die sechste serielle Schnittstelle angeschlossenen Laserdrucker beträgt die Geschwindigkeit 38.400 Baud, und es werden diese Kommunikationseinstellungen verwendet: keine Parität (-parenb), 8-Bit-Zeichen (cs8), keine Modemsteuerung (clocal) und Hardware-Flusssteuerung (crtscts):

bamboo|ps|PS|S|panasonic|Panasonic KX-P4455 PostScript v51.4:\
        :sh:sd=/var/spool/lpd/bamboo:\
        :lp=/dev/ttyd5:ms#-parenb cs8 clocal crtscts:

9.3.1.5.6. Den Textfilter installieren

Ein Textfilter, auch als Eingangsfilter bezeichnet, ist ein Programm, das von LPD aufgerufen wird, wenn ein Druckauftrag verarbeitet wird. Dabei wird die Standardeingabe des Programms mit der zu druckenden Datei verbunden, und die Standardausgabe mit dem im lp-Attribut angegebenen Gerät. Das Programm sollte nun die Datei einlesen, alle Übersetzungen durchführen, die für den Drucker notwendig sind, und das Ergebnis über die Standardausgabe an den Drucker senden. Textfilter werden im Abschnitt Filter genauer erläutert.

Um einen einfachen Test durchzuführen, reicht ein kleines Filterprogramm, dass schlicht /bin/cat aufruft, um die Daten unverändert und den Drucker zu schicken. FreeBSD verfügt über das Programm lpf, das Unterstreichung und Fettdruck für solche Drucker ermöglicht, die ansonsten dazu nicht in der Lage wären. Darüberhinaus gibt es viele andere Filter, die Sie einsetzen können. lpf wird im Abschnitt lpf: ein Textfilter ausführlich beschrieben.

Legen Sie zunächst das folgende Shell-Skript als /usr/local/libexec/if-simple mit Ihrem bevorzugten Texteditor an:

#!/bin/sh
#
# if-simple - Simple text input filter for lpd
# Installed in /usr/local/libexec/if-simple
#
# Simply copies stdin to stdout.  Ignores all filter arguments.

/bin/cat && exit 0
exit 2

Machen Sie die Datei ausführbar:

# chmod 555 /usr/local/libexec/if-simple

Konfigurieren Sie nun den Textfilter für Ihren Drucker in /etc/printcap, indem Sie das if-Attribut hinzufügen. Hier die Konfiguration unserer beiden Beispieldrucker:

#
#  /etc/printcap for host rose - added text filter
#
rattan|line|diablo|lp|Diablo 630 Line Printer:\
        :sh:sd=/var/spool/lpd/rattan:\
        :lp=/dev/lpt0:\
        :if=/usr/local/libexec/if-simple:

bamboo|ps|PS|S|panasonic|Panasonic KX-P4455 PostScript v51.4:\
        :sh:sd=/var/spool/lpd/bamboo:\
        :lp=/dev/ttyd5:ms#-parenb cs8 clocal crtscts:\
        :if=/usr/local/libexec/if-simple:

Anmerkung: Das Shell-Skript if-simple steht im Verzeichnis /usr/share/examples/printing.


9.3.1.5.7. LPD aktivieren

lpd(8) wird von /etc/rc gestartet, wenn die rc.conf(5)-Variable lpd_enable auf YES gesetzt ist. Fügen Sie dazu diese Zeile in /etc/rc.conf hinzu:

lpd_enable="YES"

Starten Sie Ihren Computer neu, oder starten Sie lpd(8) von Hand:

# lpd

9.3.1.5.8. Die Konfiguration testen

Damit ist die einfache Konfiguration abgeschlossen. Noch muss die Konfiguration aber getestet werden und etwaige Probleme müssen behoben werden. Um die Konfiguration zu testen, sollten Sie einen Probeausdruck mithilfe des Programms lpr(1) produzieren. lpr(1) übergibt Druckaufträge an das LPD-System.

Sie können lpr(1) mit lptest(1) kombinieren, um Testdaten zu drucken. lptest(1) wurde im Abschnitt Kommunikation mit den Drucker prüfen vorgestellt.

So testen Sie die einfache LPD-Konfiguration:

# lptest 20 5 | lpr -PDruckername

Ersetzen Sie Druckername durch den Namen des Druckers, den Sie testen möchten. Wenn Sie den Standard-Drucker testen möchten, rufen Sie lpr(1) ohne die Option -P auf. Wenn Sie einen Drucker testen möchten, der nur PostScript versteht, müssen Sie ein PostScript-Testprogramm an lpr(1) übergeben. Ein Testprogramm, das Sie in einer Datei gespeichert haben, können Sie mit dem Befehl lpr Dateiname an das LPD-System übergeben.

Bei einem PostScript-Drucker hängt das Ergebnis naturgemäß vom Testprogramm ab. Wenn Sie lptest(1) verwenden, sollte das Ergebnis ungefähr so aussehen:

!"#$%&'()*+,-./01234
"#$%&'()*+,-./012345
#$%&'()*+,-./0123456
$%&'()*+,-./01234567
%&'()*+,-./012345678

Um sicherzustellen, dass alles richtig funktioniert, sollten Sie jetzt ein größeres PostScript-Programm senden. Mit lptest(1) können Sie größere Datenmengen z.B. mit dem Befehl lptest 80 60 erzeugen: lptest(1) produziert 60 Zeilen mit je 80 Zeichen.

Wenn Sie nicht erfolgreich drucken können, finden Sie im Abschnitt Fehlersuche und Problembehebung weitere Informationen.


9.4. Erweiterte Drucker-Konfiguration

Übersetzt von Johann Kois.

Dieser Abschnitt beschreibt den Einsatz von Filtern für das Drucken speziell formatierter Seiten oder von Deckblättern, das Drucken über ein Netzwerk sowie die Beschränkung und Verrechnung der Druckernutzung.


9.4.1. Filter

Obwohl LPD Netzwerkprotokolle, Warteschlangen, Zugriffskontrollen und andere für das Drucken wichtige Aspekte prinzipiell unterstützt, passiert ein Großteil der wirklichen Arbeit in den sogenannten Filtern. Dabei handelt es sich um Programme, die direkt mit einem Drucker kommunizieren und deren Gerätespezifika und spezielle Anforderungen erfüllen. Im einfachsten Fall installiert man nur einen reinen Textfilter, der mit beinahe allen Druckern funktionieren sollte. (Lesen Sie dazu auch den Abschnitt Den Text-Filter installieren.)

Um die erweiterten Fähigkeiten von Druckern auch einsetzen zu können, sollten Sie verstehen, wie Filter arbeiten, da diese für die Bereitstellung dieser Funktionen zuständig sind. Die schlechte Nachricht ist, dass Sie diese Filter bereitstellen müssen. Die gute Nachricht ist allerdings, dass diese in der Regel bereits vorhanden sind. Ist dies nicht der Fall, können Sie einen Filter meist relativ einfach selbst erstellen.

Der Filter /usr/libexec/lpr/lpf wird bereits mit FreeBSD geliefert. Er kümmert sich um die korrekte Behandlung von gelöschten Zeichen (das sogenannte Backspacing), um im Text enthaltene Tabulatoren, sowie um die Verrechnung von Druckaufträgen. Das ist aber auch alles, was dieser Filter kann. Zusätzliche Filter und für die Funktion von Filtern nötige Komponenten finden sich aber in der FreeBSD Ports-Sammlung.

Dieser Abschnitt behandelt folgende Themen:

  • Der Abschnitt Die Funktionsweise von Filtern versucht, einen Überblick über die Rolle von Filtern innerhalb des Druckprozesses zu geben. Sie sollten diesen Abschnitt lesen, damit Sie verstehen, was “unter der Haube” passiert, wenn LPD einen Filter verwendet. Dieses Wissen wird Ihnen dabei helfen, Probleme, die bei Installation von Filtern für verschiedene Drucker entstehen können, vorauszusehen und zu beheben.

  • LPD geht davon aus, dass jeder Drucker in der Lage ist, normalen Text zu drucken. Für PostScript- (oder andere sprachbasierte) Drucker stellt dies allerdings ein Problem dar, da diese nicht in der Lage sind, normalen Text direkt zu drucken. Der Abschnitt Normalen Text auf PostScript-Druckern drucken beschreibt, wie Sie dieses Problem lösen können. Besitzen Sie einen PostScript-Drucker, sollten Sie diesen Abschnitt lesen.

  • PostScript ist ein populäres Ausgabeformat, das von vielen Programmen unterstützt wird. Es ist sogar möglich, PostScript-Code direkt zu schreiben. Leider sind PostScript-Drucker in der Regel relativ teuer. Der Abschnitt PostScript auf Nicht-PostScript-Druckern emulieren beschreibt, wie Sie einen Textfilter anpassen müssen, um PostScript-Daten auf einem nicht-PostScript-fähigen Drucker auszugeben. Haben Sie keinen PostScript-Drucker, sollten Sie insbesondere diesen Abschnitt lesen.

  • Der Abschnitt Konvertierungsfilter beschreibt eine Möglichkeit zur automatischen Konvertierung verschiedener Dateiformate in ein von Ihrem Drucker unterstütztes Format. Nachdem Sie diesen Abschnitt gelesen haben, werden Sie in der Lage sein, Ihren Drucker so zu konfigurieren, dass Sie durch die Eingabe von lpr -t troff-Daten, von lpr -d TeX-DVI-Daten, oder von lpr -v Rasterbilddaten drucken können. Daher sollten Sie diesen Abschnitt auf jeden Fall lesen.

  • Im Abschnitt Ausgabefilter wird eine nur selten genutzte Eigenschaft von LPD, die sogenannten Ausgabefilter, beschrieben. Wenn Sie keine Deckblätter drucken müssen, können Sie diesen Abschnitt überspringen.

  • Der Abschnitt lpf: Ein Textfilter beschreibt lpf, einen kompletten, wenn auch einfachen Textfilter für Zeilendrucker (oder auch Laserdrucker, die sich analog verhalten), der bereits mit FreeBSD geliefert wird. Wenn Sie nur am Ausdruck von reinem Text interessiert sind, oder wenn Ihr Drucker nur “Schrott” produziert, wenn er auf Backspace-Zeichen trifft, sollten Sie sich lpf näher ansehen.

Anmerkung: Eine Kopie der verschiedenen Skripte finden Sie im Verzeichnis /usr/share/examples/printing.


9.4.1.1. Die Funktionsweise von Filtern

Bei einem Filter handelt es sich um ein ausführbares Programm, das von LPD gestartet wird, um den geräteabhängigen Teil der Kommunikation mit einem Drucker zu übernehmen.

Wenn LPD eine Datei über einen Druckauftrag drucken will, startet es ein Filterprogramm. Danach setzt es die Standardeingabe des Filters auf die zu druckende Datei, die Standardausgabe auf den Drucker und die Standardfehlerausgabe auf /dev/console (Voreinstellung) oder auf die über die Option lf in /etc/printcap festgelegte Datei.

Welcher Filter von LPD mit welchen Argumenten geladen wird, wird in der Datei /etc/printcap oder durch die Argumente, die der Anwender lpr(1) auf der Kommandozeile übergibt, festgelegt. Gibt der Anwender beispielsweise lpr -t ein, startet LPD über die tf-Fähigkeit den troff-Filter für den gewünschten Drucker. Wollen Sie hingegen normalen Text drucken, wird der if-Filter gestartet. (Für Ausnahmen von diesem Vorgehen lesen Sie bitte den Abschnitt Ausgabefilter.)

Es gibt drei Arten von Filtern, die Sie in /etc/printcap angeben können:

  • Textfilter (die in der LPD-Dokumentation als input filter bezeichnet werden) sind für den Druck von normalem Text zuständig. Es handelt sich dabei um eine Art Standardfilter, da LPD von jedem Drucker erwartet, dass er normalen Text drucken kann. Aufgabe des Textfilters ist es, sicherzustellen, dass gelöschte Zeichen (Backspaces), Tabulatoren und andere Sonderzeichen Ihren Drucker nicht verwirren. Falls Sie für die Nutzung eines Druckers bezahlen müssen, kann der Textfilter über die Anzahl der gedruckten Zeilen auch die Anzahl der von Ihnen gedruckten Seiten ermitteln. Der Textfilter wird mit folgenden Argumenten gestartet:

    filter-name [-c] -w width -l length -i indent -n login -h host acct-file

    Die einzelnen Argumente haben folgende Bedeutung:

    -c

    Notwendig, wenn lpr -l verwendet wird.

    width

    Der Wert der in /etc/printcap festgelegten Option pw (page width). In der Voreinstellung ist dieser Wert auf 132 gesetzt.

    length

    Der Wert der pl-Fähigkeit (page length), Voreinstellung 66.

    indent

    Der durch lpr -i festgelegte Einzug, Voreinstellung 0.

    login

    Der Name des Benutzers, der die Datei druckt.

    host

    Der Rechner, auf dem der Druckauftrag gestartet wurde.

    acct-file

    Der Name der Verrechnungsdatei, in der die Ergebnisse der af-Fähigkeit gespeichert werden.

  • Ein Konvertierungsfilter konvertiert verschiedene Dateiformate in ein Format, das Ihr Drucker auf Papier ausgeben kann. So kann etwa der ditroff-Schriftsatz nicht direkt gedruckt werden, daher müssen Sie einen Konvertierungsfilter installieren, um diese Daten in ein Format zu bringen, das Ihr Drucker verarbeiten und drucken kann. Der Abschnitt Konvertierungsfilter enthält ausführliche Informationen zu diesen Filtern. Konvertierungsfilter können auch zur Verrechnung verwendet werden. Sie werden mit folgenden Argumenten gestartet:

    filter-name -x pixel-width -y pixel-height -n login -h host acct-file

    pixel-width ist der Wert der px-Fähigkeit (Voreinstellung 0), während pixel-height dem Wert der py-Fähigkeit (Voreinstellung ebenfalls 0) entspricht.

  • Ausgabefilter werden nur verwendet, wenn keine Textfilter vorhanden sind oder wenn Deckblätter benötigt werden. Der Abschnitt Ausgabefilter enthält weitere Informationen. Ausgabefilter unterstützen nur zwei Argumente:

    filter-name -w width -l length

    Beide Argumente entsprechen den Optionen -w und -l der Textfilter.

Alle Filter sollten mit folgenden Rückgabewerten (Exitcodes) beendet werden:

exit 0

Der Filter hat die Datei erfolgreich gedruckt.

exit 1

Der Filter war nicht in der Lage, die Datei zu drucken und meldet diesen Exitcode an LPD, um die Datei erneut zu drucken. LPD startet daraufhin den Filter erneut.

exit 2

Der Filter war nicht in der Lage, die Datei zu drucken. Bei diesem Exitcode soll LPD aber nicht versuchen, die Datei erneut zu drucken, sondern den Druckauftrag verwerfen.

/usr/libexec/lpr/lpf, der mit FreeBSD gelieferte Textfilter, nutzt die Argumente page width und page length, um festzulegen, wann ein Seitenumbruch (form feed) gesendet werden soll sowie zur Verrechnung von Druckaufträgen. Dazu werden der Benutzername, der für den Druckauftrag verwendete Rechner sowie die Verrechnungsdatei ausgewertet, um die entsprechenden Einträge zu erstellen.

Wenn Sie auf der Suche nach Filtern sind, achten Sie darauf, dass diese LPD-kompatibel sind. Dazu müssen diese die oben beschriebenen Argumente unterstützen. Wenn Sie planen, Ihre Filter selbst zu erstellen, müssen diese ebenfalls die gleichen Argumente und Exitcodes unterstützen.


9.4.1.2. Normalen Text auf PostScript®-Druckern drucken

Sie sind der alleinige Benutzer Ihres Computers und Ihres PostScript-Druckers und Sie sind sich sicher, dass Sie niemals normalen Text an Ihren Drucker senden werden? Außerdem werden Sie niemals ein Programm verwenden, um normalen Text auszudrucken? Nur wenn dies alles zutrifft, können Sie diesen Abschnitt überspringen.

Wollen Sie allerdings sowohl PostScript als auch normalen Text drucken, müssen Sie Ihren Drucker zuvor entsprechend konfigurieren. Dazu muss Ihr Textfilter in der Lage sein, zu unterscheiden, ob es sich bei einem ankommenden Druckauftrag um normalen Text oder um PostScript-Daten handelt. Jeder PostScript-Druckauftrag muss mit den Zeichen %! beginnen (sehen Sie in Ihrem Druckerhandbuch nach, ob Ihr Drucker weitere Sprachen unterstützt). Sind dies die beiden ersten Zeichen eines Druckauftrages, so handelt es sich um PostScript-Daten, die direkt gedruckt werden können. Fehlen diese Zeichen allerdings, muss der Textfilter den Inhalt der Datei nach PostScript konvertieren, bevor die Datei gedruckt werden kann.

Wie funktioniert diese Unterscheidung?

Haben Sie einen seriellen Drucker, können Sie lprps installieren. lprps ist ein PostScript-Druckerfilter, der eine Zweiwegekommunikation mit einem Drucker ermöglicht. Er aktualisiert die Druckerstatusdatei mit Protokollinformationen des Druckers. Dadurch sind Anwender und Administratoren in der Lage, den genauen Zustand des Druckers zu prüfen (durch Meldungen wie “toner low” oder “paper jam”). Wichtiger ist allerdings, dass lprps psif enthält, ein Programm, das feststellen kann, ob ein ankommender Druckauftrag normalen Text enthält. Ist dies der Fall, wird textps (das ebenfalls mit lprps geliefert wird) aufgerufen und die Datei nach PostScript konvertiert. Danach kann lprps die Datei an den Drucker senden.

lprps ist in der FreeBSD Ports-Sammlung enthalten. Je nach der von Ihnen verwendeten Papiergröße installieren Sie dazu den Port print/lprps-a4 oder print/lprps-letter. Nach der Installation müssen Sie nur noch den Pfad zum Programm psif angeben, das als Teil von lprps installiert wird. Haben Sie lprps über die Ports-Sammlung installiert, fügen Sie folgende Zeile in den Eintrag Ihres PostScript-Druckers in /etc/printcap ein:

:if=/usr/local/libexec/psif:

Zusätzlich sollten Sie die rw-Fähigkeit aktivieren, um LPD im Schreib- und Lesemodus zu öffnen.

Haben Sie hingegen einen parallelen PostScript-Drucker, was eine Zweiwegekommunikation mit Ihrem Drucker (auf die lprps angewiesen ist) unmöglich macht, können Sie das folgende Shell-Skript verwenden:

#!/bin/sh
#
#  psif - Drucke PostScript oder normalen Text auf einem PostScript-Drucker
#  Script-Version; das ist NICHT die mit lprps gelieferte Version!
#  Installiert unter:  /usr/local/libexec/psif
#

IFS="" read -r first_line
first_two_chars=`expr "$first_line" : '\(..\)'`

if [ "$first_two_chars" = "%!" ]; then
    #
    #  PostScript - einfach drucken.
    #
    echo "$first_line" && cat && printf "\004" && exit 0
    exit 2
else
    #
    #  Normaler Text - zuerst konvertieren, dann drucken.
    #
    ( echo "$first_line"; cat ) | /usr/local/bin/textps && printf "\004" && exit 0
    exit 2
fi     

Für dieses Skript wurde textps als seperates Programm installiert, um normalen Text nach PostScript zu konvertieren. Sie können aber auch jeden anderen Text-nach-PostScript-Konverter verwenden. Die FreeBSD Ports-Sammlung enthält mit a2ps ein umfangreiches Programm zur Konvertierung von normalem Text nach PostScript.


9.4.1.3. PostScript auf Nicht-PostScript-Druckern emulieren

Bei PostScript handelt es sich um den de facto-Standard für hochwertigen Schriftsatz und Druck. Leider ist PostScript aber auch ein teurer Standard. Glücklicherweise hat Aladdin Enterprises daher eine freie PostScript-ähnliche Implementierung namens Ghostscript entwickelt, die auch unter FreeBSD lauffähig ist. Ghostscript kann fast jede PostScript-Datei lesen und auf den verschiedensten Geräten ausgeben, darunter auch auf vielen Nicht-PostScript-Druckern. Durch die Installation von Ghostscript und die Nutzung eines speziellen Textfilters erreichen Sie, dass sich Ihr Nicht-PostScript-Drucker wie ein echter PostScript-Drucker verhält.

Ghostscript ist in verschiedenen Versionen in der FreeBSD Ports-Sammlung enhalten, die am häfigsten verwendete Version ist print/ghostscript-gpl.

Um PostScript zu emulieren, muss der Textfilter erkennen, ob er eine PostScript-Datei drucken soll. Ist dies nicht der Fall, wird die Datei direkt an den Drucker geschickt. Anderenfalls wird die Datei an Ghostscript übergeben, das die Datei in ein Format konvertiert, das Ihr Drucker versteht.

Dazu ein Beispiel. Das folgende Skript ist ein Textfilter für den Drucker DeskJet 500 von Hewlett Packard. Nutzen Sie einen anderen Drucker, müssen Sie die Option -sDEVICE beim Aufruf von gs (Ghostscript) entsprechend anpassen. Eine Liste der von Ghostscript unterstützten Geräte erhalten Sie durch die Eingabe von gs -h auf der Kommandozeile.

#!/bin/sh
#
#  ifhp - Ghostscript-emuliertes PostScript auf einem HP DeskJet 500 drucken
#  Installiert unter:  /usr/local/libexec/ifhp

#
#  LF als CR+LF behandeln (um einen "Treppeneffekt" auf HP/PCL-Drucker
#  zu vermeiden)
#
printf "\033&k2G" || exit 2

#
#  Lies die ersten zwei Zeichen der Datei
#
IFS="" read -r first_line
first_two_chars=`expr "$first_line" : '\(..\)'`

if [ "$first_two_chars" = "%!" ]; then
    #
    #  Oh.  Es ist PostScript; mit Ghostscript konvertieren, danach drucken.
    #
    /usr/local/bin/gs -dSAFER -dNOPAUSE -q -sDEVICE=djet500 \
      -sOutputFile=- - && exit 0
else
    #
    #  Normaler Text oder HP/PCL, einfach direkt drucken.  Ans Ende setzen wir
    #  einen Seitenumbruch (also ein Form Feed), damit auch die letzte Seite
    #  ausgeworfen wird.
    #
    echo "$first_line" && cat && printf "\033&l0H" &&
exit 0
fi

exit 2

Zuletzt müssen Sie LPD noch durch die if-Fähigkeit über den neuen Filter informieren:

:if=/usr/local/libexec/ifhp:

Das ist alles. Ab sofort sollte sowohl ein lpr normaler.text als auch ein lpr wasauchimmer.ps funktionieren und beide Dateien sollten problemlos gedruckt werden.


9.4.1.4. Konvertierungsfilter

Nachdem Sie Ihren Drucker wie unter Einfache Drucker-Konfiguration eingerichtet haben, wollen Sie wahrscheinlich einige Konvertierungsfilter installieren, damit Sie (abgesehen von ASCII-Text) auch Ihre Lieblings-Dateiformate drucken können.


9.4.1.4.1. Warum sollte ich einen Konvertierungsfilter installieren?

Konvertierungsfilter erleichtern das Drucken von verschiedenen Dateiformaten. Nehmen wir beispielsweise an, dass Sie sehr viel mit dem TeX-Satzsystem arbeiten und über einen PostScript-Drucker verfügen. Eine vom TeX-System erzeugte DVI-Datei kann erst dann gedruckt werden, nachdem diese nach PostScript konvertiert wurde. Dazu geben Sie Folgendes ein:

% dvips seaweed-analysis.dvi
% lpr seaweed-analysis.ps

Haben Sie einen Konvertierungsfilter für DVI-Dateien installiert, können Sie die manuelle Konvertierung überspringen, da dies nun LPD für Sie erledigt. Wollen Sie eine DVI-Datei drucken, geben Sie nur noch den folgenden Befehl ein:

% lpr -d seaweed-analysis.dvi

Durch die Verwendung der Option -d wurde LPD angewiesen, unsere DVI-Datei vor dem Druck zu konvertieren. Der Abschnitt Formatierungs- und Konvertierungsoptionen beschreibt die dabei möglichen Optionen.

Für jede Konvertierungsoption, die Ihr Drucker unterstützen soll, müssen Sie einen eigenen Konvertierungsfilter installieren und dessen Pfad in der Datei /etc/printcap angeben. Ein Konvertierungsfilter verhält sich im Prinzip wie ein Textfilter bei einer einfachen Druckerkonfiguration (lesen Sie dazu auch den Abschnitt Den Textfilter installieren), allerdings konvertiert er die Datei in ein Format, das Ihr Drucker versteht, anstatt normalen Text zu drucken.


9.4.1.4.2. Welche Konvertierungsfilter sollte ich installieren?

Sie sollten nur Filter installieren, die Sie auch benötigen. Wenn Sie sehr viele DVI-Dateien drucken, sollten Sie auch einen DVI-Konvertierungsfilter installieren. Müssen Sie viele troff-Daten drucken, ist ein troff-Filter hilfreich.

Die folgende Tabelle listet die von LPD unterstützten Filter sowie die Einträge in /etc/printcap auf, mit denen Sie diese Fähigkeiten aktivieren. Zusätzlich wird angegeben, wie Sie lpr jeweils aufrufen müssen:

Dateityp /etc/printcap-Fähigkeit lpr-Option
cifplot cf -c
DVI df -d
plot gf -g
ditroff nf -n
FORTRAN-Text rf -f
troff tf -f
Rasterdaten vf -v
Normaler Text if keine, -p, or -l

Wollen Sie also lpr -d verwenden, muss die df-Fähigkeit in /etc/printcap aktiviert sein.

Obwohl manche Leute etwas anderes behaupten, sind Formate wie FORTRAN-Text und -Plot inzwischen nahezu obsolet. Wenn Sie diese Formate dennoch benötigen, installieren Sie einfach einen angepassten Filter. Wollen Sie beispielsweise zwar Printerleaf-Dateien (also Dateien des Desktop Publishing-Programms von Interleaf), aber keine Plotdateien drucken, so können Sie einen Printerleaf-Konvertierungsfilter installieren, der es durch die Aktivierung der gf-Fähigkeit erlaubt, diese Dateien direkt zu drucken. Nun müssen Sie Ihren Mitarbeitern nur noch mitteilen, dass lpr -g nun für “drucke Printerleaf-Dateien” steht.


9.4.1.4.3. Konvertierungsfilter installieren

Da Konvertierungsfilter nicht zum Basissystem von FreeBSD gehören, sollten diese unter /usr/local installiert werden. Häufig wird das Verzeichnis /usr/local/libexec verwendet, da es sich bei Konvertierungsfiltern um spezielle Programme handelt, die nur von LPD, aber nicht von einem normalen Benutzer gestartet werden.

Um einen Konvertierungsfilter zu aktivieren, müssen Sie dessen Pfad zusätzlich zur benötigten Fähigkeit in der Datei /etc/printcap eintragen.

In unserem Beispiel wollen wir einen DVI-Konvertierungsfilter für den Drucker bamboo installieren. Unsere bereits bekannte /etc/printcap wurde allerdings um die df-Fähigkeit für den Drucker bamboo erweitert.

#
#  /etc/printcap des Rechners rose - neuer df-Filter für bamboo
#
rattan|line|diablo|lp|Diablo 630 Line Printer:\
        :sh:sd=/var/spool/lpd/rattan:\
        :lp=/dev/lpt0:\
        :if=/usr/local/libexec/if-simple:

bamboo|ps|PS|S|panasonic|Panasonic KX-P4455 PostScript v51.4:\
        :sh:sd=/var/spool/lpd/bamboo:\
        :lp=/dev/ttyd5:ms#-parenb cs8 clocal crtscts:rw:\
        :if=/usr/local/libexec/psif:\
        :df=/usr/local/libexec/psdf:

Beim DVI-Filter handelt es sich um ein Shell-Skript namens /usr/local/libexec/psdf:

#!/bin/sh
#
#  psdf - DVI-nach-PostScript Druckerfilter
#  Installiert unter:  /usr/local/libexec/psdf
#
#  Wird von lpd aktiviert, wenn der Nutzer lpr -d eingibt.
#
exec /usr/local/bin/dvips -f | /usr/local/libexec/lprps "$@"

Dieses Skript startet dvips im Filtermodus (durch das Argument -f wird der Druckauftrag über die Standardeingabe entgegengenommen). Danach wird der PostScript-Druckerfilter lprps (lesen Sie dazu auch den Abschnitt Drucken von reinen Textdateien auf einem PostScript-Drucker) mit den von LPD übergebenen Argumenten gestartet. lprps wiederum nutzt diese Argumente, um die gedruckten Seiten zu verrechnen.


9.4.1.4.4. Beispiele für Konvertierungsfilter

Da es keine verbindliche Prozedur zur Installation eines Druckerfilters gibt, folgen nun weitere Beispiele. Verwenden Sie diese, um Ihre eigenen Filter zu erstellen. Falls ein Filter Ihren Anforderungen bereits entspricht, können Sie ihn auch direkt verwenden.

Das erste Beispiel beschreibt einen Konvertierungsfilter für GIF-Dateien für den Drucker LaserJet III-Si von Hewlett Packard:

#!/bin/sh
#
#  hpvf - Konvertiert GIF-Dateien nach HP/PCL, danach wird gedruckt.
#  Installiert unter:  /usr/local/libexec/hpvf

PATH=/usr/X11R6/bin:$PATH; export PATH
giftopnm | ppmtopgm | pgmtopbm | pbmtolj -resolution 300 \
    && exit 0 \
    || exit 2

Dieser Filter konvertiert eine GIF-Datei in eine portable Anymap, diese in ein portables Graustufenbild, dieses wiederum in eine portable Bitmap, die schließlich in ein LaserJet/PCL-kompatibles Format umgewandelt wird.

/etc/printcap muss für einen Drucker, der diesen Filter nutzen will, folgenden Eintrag enthalten:

#
#  /etc/printcap des Rechners orchid
#
teak|hp|laserjet|Hewlett Packard LaserJet 3Si:\
        :lp=/dev/lpt0:sh:sd=/var/spool/lpd/teak:mx#0:\
        :if=/usr/local/libexec/hpif:\
        :vf=/usr/local/libexec/hpvf:

Das folgende Skript ist ein Konvertierungsfilter, der das Drucken von troff-Daten des groff-Textsatzsystems auf dem PostScript-Drucker bamboo ermöglicht:

#!/bin/sh
#
#  pstf - Konvertiert groff's troff-Daten nach PS, dann wird gedruckt.
#  Installiert unter:  /usr/local/libexec/pstf
#
exec grops | /usr/local/libexec/lprps "$@"

Dieses Skript nutzt wiederum lprps, um mit dem Drucker zu kommunizieren. Wäre der Drucker an einem parallelen Port angeschlossen, würde das Skript so aussehen:

#!/bin/sh
#
#  pstf - Konvertiert groff's troff-Daten nach PS, danach wird gedruckt.
#  Installiert unter:  /usr/local/libexec/pstf
#
exec grops

Das ist alles. Um den Filter verwenden zu können, müssen Sie ihn allerdings noch in /etc/printcap aktivieren:

:tf=/usr/local/libexec/pstf:

Das nächste Skript ist ein FORTRAN-Textfilter für jeden Drucker, der normalen Text direkt drucken kann und der hier für den Drucker teak installiert wird:

#!/bin/sh
#
# hprf - FORTRAN-Textfilter für den Drucker LaserJet 3si:
# Installiert unter:  /usr/local/libexec/hprf
#

printf "\033&k2G" && fpr && printf "\033&l0H" &&
 exit 0
exit 2   

Zusätzlich benötigen wir wiederum einen Eintrag in /etc/printcap, um diesen Filter für den Drucker teak zu aktivieren:

:rf=/usr/local/libexec/hprf:

Das letzte Beispiel ist etwas komplexer. Es soll ein DVI-Filter für den bereits erwähnten LaserJet-Drucker teak installiert werden. Der erste Teil ist einfach: Sie müssen den Pfad des DVI-Filters in /etc/printcap eintragen:

:df=/usr/local/libexec/hpdf:

Nun kommt der schwierige Teil: Sie müssen den Filter funktionsfähig machen. Dazu benötigen Sie einen DVI-nach-LaserJet/PCL-Konverter. Glücklicherweise enthält die FreeBSD Ports-Sammlung mit dvi2xx ein solches Programm. Nach der Installation des Ports verfügen wir über das Programm dvilj2p, das zur Konvertierung von DVI-Daten in zu den Druckern LaserJet IIp, LaserJet III, sowie LaserJet 2000 kompatible Codes benötigt wird.

Durch den Einsatz von dvilj2p wird der Filter hpdf relativ komplex, da dvilj2p nicht von der Standardeingabe lesen kann, sondern als Eingabe einen Dateinamen erwartet. Zusätzlich muss der Dateiname auf .dvi enden, daher ist die Verwendung von /dev/fd/0 als Standardeingabe problematisch. Wir können diese Problem aber umgehen, indem wir einen temporären Dateinamen symbolisch nach /dev/fd/0 linken. Dadurch wird dvilj2p gezwungen, dennoch von der Standardeingabe zu lesen.

Das letzte Problem, das wir noch lösen müssen, ist, dass wir /tmp nicht als temporären Link verwenden können. Symbolische Links gehören dem User sowie der Gruppe bin. Der Filter läuft aber als User daemon. Außerdem ist /tmp durch ein Sticky-Bit gesichert. Daher kann der Filter den Link zwar erzeugen, ein Aufräumen ist aber nicht mehr möglich, weil sich die Eigentümer des Filters und des temporären Verzeichnisses unterscheiden.

Daher legt der Filter den symbolischen Link im Arbeitsverzeichnis an, das gleichzeitig als Spooling-Verzeichnis dient (festgelegt durch die Aktivierung der sd-Fähigkeit in /etc/printcap). Das Arbeitsverzeichnis ist ein idealer Ort für den Filter, insbesondere da dieses (manchmal) sogar über mehr freien Speicherplatz als /tmp verfügt.

Mit diesen Informationen sind wir nun in der Lage, den Filter zu entwickeln:

#!/bin/sh
#
#  hpdf - DVI-Daten auf einen HP/PCL-Drucker drucken
#  Installiert unter:  /usr/local/libexec/hpdf

PATH=/usr/local/bin:$PATH; export PATH

#
#  Eine Funktion zum Aufräumen unserer temporären Dateien.
#  Diese finden sich im Arbeitsverzeichnis, das wir auch als
#  Spooling-Verzeichnis für unseren Drucker verwenden werden.
#
cleanup() {
   rm -f hpdf$$.dvi
}

#
#  Eine Funktion, um fatale Fehler zu behandeln.  Dazu die Meldung
#  ausgeben, danach ein exit 2.  Dadurch weiß LPD, dass es
#  den Auftrag nicht noch einmal drucken soll.
#
fatal() {
    echo "$@" 1>&2
    cleanup
    exit 2
}

#
#  Wenn ein Anwender den Auftrag entfernt, sendet LPD ein SIGINT, daher
#  wollen wir SIGINT und einige andere Signale abfangen (trappen), um
#  nach der Konvertierung aufräumen zu können.
#
trap cleanup 1 2 15

#
#  Bevor wir anfangen, räumen wir noch auf.  Sicher ist sicher.
#
cleanup

#
#  Die DVI-Eingabedatei auf die Standardeingabe linken (die zu druckende
#  Datei).
#
ln -s /dev/fd/0 hpdf$$.dvi || fatal "Konnte Symlink nicht anlegen!"

#
#  Umwandeln: LF = CR+LF
#
printf "\033&k2G" || fatal "Konnte Drucker nicht initialisieren!"

#
#  Konvertieren und drucken.  Da der Rückgabewert von dvilj2p
#  unzuverlässig ist, ignorieren wir ihn einfach.
#
dvilj2p -M1 -q -e- dfhp$$.dvi

#
#  Aufräumen und beenden.
#
cleanup
exit 0   

9.4.1.4.5. Automatische Konvertierung: Eine Alternative zu Konvertierungsfiltern

Alle in diesem Abschnitt besprochenen Konvertierungsfilter sind zwar sehr hilfreich, allerdings müssen Sie nach wie vor bei jedem Aufruf von lpr(1) angeben, welchen Filter sie verwenden wollen, was mit der Zeit sicher nervend wird. Schlimmer ist allerdings, dass die Auswahl eines unpassenden Filters dazu führen kann, dass Sie Hunderte Seiten Papier ausdrucken.

Statt also Konvertierungsfilter zu installieren, könnten Sie den Textfilter (der ohnehin der Standardfilter ist) verwenden, um den zu druckenden Dateityp zu erkennen und anschließend den korrekten Konvertierungsfilter auszuwählen. Um den Dateityp zu bestimmen, können Sie beispielsweise file verwenden. Leider ist es bei einigen Dateitypen problematisch, diese zu unterscheiden. Daher könnten Sie für diese Dateitypen dennoch einen Konvertierungsfilter installieren.

Die FreeBSD Ports-Sammlung enthält mit apsfilter einen Textfilter, der diese automatische Konvertierung durchführen kann. Er ist in der Lage, normalen Text sowie PostScript- und DVI-Dateien zu erkennen, diese zu konvertieren und auf Ihren Drucker auszugeben.


9.4.1.5. Ausgabefilter

LPD unterstützt noch eine weitere Filterart, die sogenannten Ausgabefilter. Diese sind - analog zu einem Textfilter -  für den Druck von normalem Text ausgelegt, allerdings verfügen sie im Vergleich zu diesen nur über sehr eingeschränkte Fähigkeiten. Wenn Sie einen Ausgabefilter (aber keinen Textfilter) verwenden, dann

  • startet LPD nur einen Ausgabefilter für den kompletten Druckauftrag, statt für jede Datei des Auftrags einen eigenen Filter zu starten.

  • kümmert sich LPD nicht darum, den Beginn oder das Ende einer Datei innerhalb des Druckauftrages zu finden.

  • übergibt LPD weder den Benutzer- noch den Rechnernamen desjenigen, der den Druckauftrag erteilt hat, an den Ausgabefilter, was eine Verrechnung von Druckaufträgen unmöglich macht. Ausgabefilter unterstützen insgesamt nur zwei Argumente:

    filter-name -w width -l length

    width basiert auf der pw-Fähigkeit, length hingegen auf der pl-Fähigkeit des gewählten Druckers.

Lassen Sie sich von dieser angeblichen Einfachheit eines Ausgabefilters nicht täuschen. Ausgabefilter sind beispielsweise nicht dazu in der Lage, jede Datei eines Druckauftrages auf einer neuen Seite zu drucken. Dazu benötigen Sie einen Textfilter (die im Abschnitt Den Textfilter installieren beschrieben werden). Außerdem sind Ausgabefilter in Wirklichkeit komplexer, da sie den gesendeten Bytestrom nicht nur auf Sonderzeichen hin untersuchen müssen, sondern auch die Übertragung von Signalen für LPD übernehmen müssen.

Sie benötigen Ausgabefilter aber dann, wenn Sie Deckblätter drucken wollen, da dazu Escape-Sequenzen und Initialisierungsstrings erforderlich sind. (Es ist allerdings nicht möglich, den Druck dieser Deckblätter zu verrechnen, da LPD keine Benutzer- oder Rechnerinformationen an den Ausgabefilter übergibt.)

LPD kann für den gleichen Drucker sowohl Ausgabefilter als auch Textfilter verwenden. In solchen Fällen verwendet LPD den Ausgabefilter nur für den Druck von Deckblättern (die im Abschnitt Deckblätter näher beschrieben werden). Nach dem Druck des Deckblattes erwartet LPD, dass sich der Ausgabefilter selbst beendet. Dazu werden zwei Bytes an den Ausgabefilter gesendet: ASCII 031, gefolgt von ASCII 001. Wenn ein Ausgabefilter diese zwei Bytes (031, 001) empfängt, sendet er das Signal SIGSTOP an sich selbst. Nachdem LPD den Rest des Druckauftrages erledigt hat, wird der Ausgabefilter erneut gestartet, indem ein SIGCONT an den Ausgabefilter gesendet wird.

Haben Sie nur einen Ausgabefilter, aber keinen Textfilter installiert, dann verwendet LPD den Ausgabefilter auch für den Druck von normalem Text. Wie bereits erwähnt, werden dabei allerdings alle Dateien des Druckauftrags unmittelbar hintereinander gedruckt, Seitenumbrüche oder ein zusätzlicher Papiervorschub sind also nicht möglich. Da dieses Verhalten von Ihnen wahrscheinlich nicht gewünscht wird, werden Sie in fast allen Fällen einen zusätzlichen Textfilter benötigen.

Der weiter oben beschriebene Textfilter lpf kann auch als Ausgabefilter verwendet werden. Wenn Sie nur einen funktionierenden Ausgabefilter benötigen, aber nicht den dafür benötigten Code (zur Zeichenerkennung und zum Senden von Signalen) schreiben wollen, sollten Sie sich lpf näher ansehen. Sie können lpf auch in ein Shell-Skript einbinden, um von Ihrem Drucker benötigte Initialisierungscodes zu verarbeiten.


9.4.1.6. lpf: Ein Textfilter

Der Textfilter (Eingabefilter) /usr/libexec/lpr/lpf wird bereits mit FreeBSD geliefert. Er erlaubt das Einrücken der Ausgabe (über lpr -i), die Übergabe von Zeichen-Literalen (über lpr -l), das Anpassen der Druckposition bei gelöschten Zeichen (Backspaces) oder Tabulatoren, sowie die Verrechnung gedruckter Seiten. Zusätzlich kann dieser Textfilter auch als Ausgabefilter arbeiten.

lpf ist für viele verschiedene Druckumgebungen geeignet. Zwar ist dieser Textfilter nicht in der Lage, Initialisierungssequenzen an einen Drucker zu senden, dieses Problem kann allerdings durch das Schreiben und Ausführen eines Shell-Skripts (das diese Funktion übernimmt) und das anschließende Aufrufen von lpf gelöst werden.

Damit Sie lpf für die Verrechnung von Druckaufträgen einsetzen können, müssen Sie die korrekten Werte für die pw- und pl-Fähigkeiten in /etc/printcap eintragen. lpf verwendet diese Werte, um festzustellen, wieviel Text auf eine Seite passt und wieviele Seiten im Druckauftrag enthalten sind. Weitere Informationen zur Verrechnung der Druckernutzung enthält der Abschnitt Die Druckernutzung verrechnen.


9.4.2. Deckblätter

Wenn Sie viele Benutzer mit verschiedenen Druckern verwalten müssen, sollten Sie Deckblätter als notwendiges Übel akzeptieren.

Deckblätter (manchmal auch als Bannerseiten oder burst pages bezeichnet) geben an, wem die Ausgabe eines Druckauftrags gehört. Sie werden normalerweise in großen fetten Buchstaben gedruckt, manchmal sogar mit zusätzlicher Umrandung, damit man sie leichter von den tatsächlichen Seiten eines Druckauftrages unterscheiden kann. Der Nachteil von Deckblättern ist allerdings, dass es sich dabei um eine zusätzliche zu druckende Seite handelt, die in der Regel bereits nach wenigen Minuten wieder im Papierkorb landet. Da aber für jeden Druckauftrag nur ein einziges Deckblatt gedruckt wird, ist der Papierverbrauch in den meisten Fällen tolerierbar.

Das LPD-System kann Deckblätter automatisch erzeugen, wenn Ihr Drucker normalen Text direkt drucken kann. Haben Sie hingegen einen PostScript-Drucker, benötigen Sie ein externes Programm, um die Deckblätter zu generieren (Lesen Sie dazu auch den Abschnitt Deckblätter auf PostScript-Druckern erzeugen.).


9.4.2.1. Deckblätter aktivieren

Im Abschnitt Einfache Drucker-Konfiguration haben wir die Ausgabe von Deckblättern durch die die Angabe der Option sh (suppress header) in /etc/printcap deaktiviert. Um die Ausgabe von Deckblättern wieder zu aktivieren, müssen Sie daher die sh-Fähigkeit wieder entfernen.

Das klingt zu einfach? Wo ist der Haken?

Sie haben recht. Es ist möglich, dass Sie einen Ausgabefilter verwenden müssen, um die nötigen Initialisierungsstrings an den Drucker zu senden. Das folgende Beispiel beschreibt einen Ausgabefilter für PCL-kompatible Drucker von Hewlett Packard:

#!/bin/sh
#
#  hpof - Ausgabefilter für PCL-kompatible Drucker von Hewlett Packard
#  Installiert unter:  /usr/local/libexec/hpof

printf "\033&k2G" || exit 2
exec /usr/libexec/lpr/lpf

Geben Sie den Pfad des Ausgabefilters über die of-Fähigkeit an. Weitere Informationen finden Sie im Abschnitt Ausgabefilter.

Das nächste Beispiel beschreibt die Datei /etc/printcap des bereits erwähnten Druckers teak. Allerdings sind nun die Ausgabe von Deckblättern sowie der vorhin beschriebene Ausgabefilter enthalten:

#
#  /etc/printcap für den Rechner orchid
#
teak|hp|laserjet|Hewlett Packard LaserJet 3Si:\
        :lp=/dev/lpt0:sd=/var/spool/lpd/teak:mx#0:\
        :if=/usr/local/libexec/hpif:\
        :vf=/usr/local/libexec/hpvf:\
        :of=/usr/local/libexec/hpof:

Wenn ein Anwender nun einen Druckauftrag an den Drucker teak schickt, wird für jeden Druckauftrag ein Deckblatt erstellt. Benötigt ein Anwender keine Deckblätter, kann er die Ausgabe dieser Seiten durch die Verwendung von lpr -h unterdrücken. Weitere, für die Ausgabe von Deckblättern interessante lpr(1)-Optionen finden Sie im Abschnitt Deckblattoptionen.

Anmerkung: LPD verwendet ein Form Feed, um das Deckblatt abzuschließen. Wenn Ihr Drucker ein anderes Zeichen verwendet, um eine Seite auszuwerfen, geben Sie dieses über die ff-Fähigkeit in /etc/printcap an.


9.4.2.2. Deckblätter kontrollieren

Haben Sie die Ausgabe von Deckblättern aktiviert, gibt LPD eine ganze Seite in großen Buchstaben aus, die den Anwender, den verwendeten Rechner sowie den Druckauftrag beschreiben. Das folgende Beispiel ist ein Deckblatt für den Druckauftrag outline, der von kelly auf dem Rechner rose erstellt wurde:

      k                   ll       ll
      k                    l        l
      k                    l        l
      k   k     eeee       l        l     y    y
      k  k     e    e      l        l     y    y
      k k      eeeeee      l        l     y    y
      kk k     e           l        l     y    y
      k   k    e    e      l        l     y   yy
      k    k    eeee      lll      lll     yyy y
                                               y
                                          y    y
                                           yyyy


                                   ll
                          t         l        i
                          t         l
       oooo    u    u   ttttt       l       ii     n nnn     eeee
      o    o   u    u     t         l        i     nn   n   e    e
      o    o   u    u     t         l        i     n    n   eeeeee
      o    o   u    u     t         l        i     n    n   e
      o    o   u   uu     t  t      l        i     n    n   e    e
       oooo     uuu u      tt      lll      iii    n    n    eeee









      r rrr     oooo     ssss     eeee
      rr   r   o    o   s    s   e    e
      r        o    o    ss      eeeeee
      r        o    o      ss    e
      r        o    o   s    s   e    e
      r         oooo     ssss     eeee







                                              Job:  outline
                                              Date: Sun Sep 17 11:04:58 1995

LPD fügt ein Form Feed an diesen Text an, damit der eigentliche Druckauftrag auf einer neuen Seite gestartet wird (es sei denn, Sie haben die sf-Fähigkeit (suppress form feeds) des jeweiligen Druckers in /etc/printcap aktiviert).

Wenn Sie dies wüschen, kann LPD auch nur ein kurzes Deckblatt ausgeben. Dazu verwenden Sie die Option sb (short banner) in /etc/printcap. Dadurch erhalten Sie ein Deckblatt ähnlich dem folgenden:

rose:kelly  Job: outline  Date: Sun Sep 17 11:07:51 1995

In der Voreinstellung druckt LPD zuerst das Deckblatt und danach den eigentlichen Druckauftrag. Um diese Reihenfolge umzukehren, geben Sie die Option hl (header last) in /etc/printcap ans.


9.4.2.3. Deckblätter verrechnen

Wenn Sie die in LPD eingebaute Funktion zur Erstellung von Deckblättern verwenden, werden Sie auf folgendes Paradigma stoßen: Deckblätter müssen kostenlos sein.

Warum ist das so?

Weil der Ausgabefilter das einzige externe Programm ist, das zum Zeitpunkt der Erstellung des Deckblatts eine Verrechnung durchführen könnte. Da Ausgabefilter aber weder über Benutzer- noch über Rechnerinformationen verfügen, ist es nicht möglich, einen Druckauftrag einem bestimmten Benutzer zuzuordnen. Da ein Benutzer die Ausgabe von Deckblättern über lpr -h unterdrücken kann, ist es auch nicht möglich, die Vorgabe “verrechne eine zusätzliche Seite” in den Text- oder Konvertierungsfilter (die über die zur Verrechnung nötigen Benutzer- und Rechnerinformationen verfügen) aufzunehmen, weil Benutzer sonst für Deckblätter bezahlen müssten, die sie nicht gedruckt haben.

Es ist ebenfalls nicht ausreichend, jeden Filter eigene Deckblätter erzeugen zu lassen (und sie dadurch verrechnen zu können). Wollte ein Benutzer durch ein lpr -h die Ausgabe eines Deckblattes unterdrücken, würde dieses nun trotzdem verrechnet werden, da LPD keine Informationen über die Verwendung der Option -h an einen Filter weitergibt.

Welche Möglichkeiten habe ich nun?

Sie können:

  • Das Paradigma von LPD einfach akzeptieren und die Deckblätter gratis abgeben.

  • Eine alternatives Drucksystem wie LPRng installieren. Der Abschnitt Alternativen zum Standard-Drucksystem beschreibt verschiedene Drucksysteme, die LPD ersetzen können.

  • Schreiben Sie einen intelligenten Ausgabefilter. Normalerweise kümmert sich ein Ausgabefilter nur um die Initialisierung des Druckers oder um eine einfache Zeichenkonvertierung. Außerdem eignet er sich für die Ausgabe von Deckblättern und normalem Text, wenn Sie keinen Text- oder Eingabefilter installiert haben. Haben Sie allerdings einen Textfilter installiert, verwendet LPD Ausgabefilter nur für die Ausgabe von Deckblättern. Ein Ausgabefilter kann den Text des von LPD erzeugten Deckblattes untersuchen, um festzustellen, welcher Benutzer und welcher Rechner den Druckauftrag gestartet hat. Leider weiß der Ausgabefilter auch mit dieser Methode nicht, welche Datei er zur Verrechnung verwenden soll (da der Name dieser Datei durch die af-Fähigkeit übergeben wird). Wenn Sie eine Standard-Verrechnungsdatei verwenden, können Sie diese in den Ausgabefilter einbauen. Um den Text des Deckblattes zu untersuchen, verwenden Sie die sh-Fähigkeit (short header) in /etc/printcap. Falls Ihnen das zuviel Aufwand ist, freuen sich Ihre Benutzer sicher darüber, wenn Sie ihnen den kostenlosen Druck von Deckblättern erlauben.


9.4.2.4. Deckblätter auf PostScript-Druckern ausgeben

In der Regel erzeugt LPD ein Deckblatt mit normalem Text, das für viele verschiedene Drucker geeignet ist. Da PostScript-Drucker normalen Text aber nicht drucken können, ist die LPD-Funktion zur Erstellung von Deckblättern auf diesen Drucker relativ sinnlos.

Es sei denn, jeder Text- und Konvertierungsfilter erzeugt über den Benutzer- und Rechnernamen sein eigenes, für den jeweiligen Drucker geeignetes Deckblatt. Das Problem dieser Methode ist allerdings, dass ein Anwender auch dann ein Deckblatt erhält, wenn er dies über lpr -h verhindern wollte.

Das folgende Skript benötigt drei Argumente (den Loginnamen des Benutzers, den Rechnernamen und den Namen des Druckauftrages), um daraus ein einfaches PostScript-Deckblatt zu erzeugen:

#!/bin/sh
#
#  make-ps-header - ein PostScript-Deckblatt auf stdout ausgeben
#  Installiert unter:  /sr/local/libexec/make-ps-header
#

#
#  Die folgenden Werte sind PostScript-Einheiten (72 pro Zoll).
#  Passen Sie diese Werte für A4 oder die von Ihnen verwendete
#  Papiergröße an:
#
page_width=612
page_height=792
border=72

#
#  Argumente prüfen
#
if [ $# -ne 3 ]; then
    echo "Usage: `basename $0` <user> <host> <job>" 1>&2
    exit 1
fi

#
#  Diese Werte in Variablen speichern, damit der PostScript-Code
#  übersichtlicher wird.
#
user=$1
host=$2
job=$3
date=`date`

#
#  Sende den PostScript-Code an stdout.
#
exec cat <<EOF
%!PS

%
%  Sicherstellen, dass es keine unerwünschten Wechselwirkungen mit
%  dem folgenden Druckauftrag gibt.
%
save

%
%  Ziehe eine fette Umrandung.
%
$border $border moveto
$page_width $border 2 mul sub 0 rlineto
0 $page_height $border 2 mul sub rlineto
currentscreen 3 -1 roll pop 100 3 1 roll setscreen
$border 2 mul $page_width sub 0 rlineto closepath
0.8 setgray 10 setlinewidth stroke 0 setgray

%
%  Zeige den Benutzernamen groß und fett an.
%
/Helvetica-Bold findfont 64 scalefont setfont
$page_width ($user) stringwidth pop sub 2 div $page_height 200 sub moveto
($user) show

%
%  Und nun zeige noch die Einzelheiten an.
%
/Helvetica findfont 14 scalefont setfont
/y 200 def
[ (Job:) (Host:) (Date:) ] {
200 y moveto show /y y 18 sub def }
forall

/Helvetica-Bold findfont 14 scalefont setfont
/y 200 def
[ ($job) ($host) ($date) ] {
        270 y moveto show /y y 18 sub def
} forall

%
% Das wars.
%
restore
showpage
EOF    

Nun kann jeder Konvertierungs- oder Textfilter dieses Skript aufrufen, um zuerst das Deckblatt zu erzeugen und danach den Druckauftrag zu drucken. Das nächste Beispiel enthält den bereits beschriebenen DVI-Konvertierungsfilter, der hier um die Funktion zur Erzeugung eines Deckblatts erweitert wurde:

#!/bin/sh
#
#  psdf - DVI-nach-PostScript - Druckerfilter
#  Installiert unter:  /usr/local/libexec/psdf
#
#  Wird von lpd aufgerufen, wenn der Benutzer lpr -d verwendet.
#

orig_args="$@"

fail() {
    echo "$@" 1>&2
    exit 2
}

while getopts "x:y:n:h:" option; do
    case $option in
        x|y)  ;; # Ignore
        n)    login=$OPTARG ;;
        h)    host=$OPTARG ;;
        *)    echo "LPD started `basename $0` wrong." 1>&2
              exit 2
              ;;
    esac
done

[ "$login" ] || fail "No login name"
[ "$host" ] || fail "No host name"

( /usr/local/libexec/make-ps-header $login $host "DVI File"
  /usr/local/bin/dvips -f ) | eval /usr/local/libexec/lprps $orig_args

Beachten Sie, dass der Filter die Liste der Argumente überprüft, um den Benutzer- und den Rechnernamen zu ermitteln. Dieser Vorgang ist prinzipiell für alle Filter identisch. Der Textfilter benötigt allerdings etwas andere Argumente, die im Abschnitt Die Funktionsweise von Filtern beschrieben werden.

Wie bereits erwähnt, deaktiviert diese Methode leider die “suppress header page”-Option (also die Option -h) von lpr. Benutzer können danach den Ausdruck eines Deckblattes nicht mehr verhindern, da der angepasste Filter zu jedem Druckauftrag automatisch ein Deckblatt erstellt.

Damit ein Benutzer bei Bedarf den Ausdruck eines Deckblatts dennoch unterbinden kann, müssen Sie auch hier den im Abschnitt Deckblätter verrechnen beschriebenen Trick einsetzen: Schreiben Sie einen Ausgabefilter, der das von LPD erzeugte Deckblatt untersucht und daraus eine PostScript-Version erzeugt. Wenn der Benutzer den Druckauftrag mit lpr -h verschickt, erzeugt LPD kein Deckblatt, was in weiterer Folge auch für Ihren Ausgabefilter gilt. Soll hingegen ein Deckblatt erzeugt werden, liest der Ausgabefilter den von LPD übergebenen Text und erzeugt daraus ein für Ihren PostScript-Drucker geeignetes Deckblatt.

Haben Sie Ihren PostScript-Drucker über eine serielle Verbindung angeschlossen, können Sie auch lprps verwenden. In diesem Paket ist mit psof auch ein Ausgabefilter enthalten, der die eben beschriebenen Funktionen übernehmen kann. Beachten Sie aber, dass Sie mit psof keine Deckblätter verrechnen können.


9.4.3. Drucken über ein Netzwerk

FreeBSD unterstützt das Drucken über ein Netzwerk, also den Versand von Druckaufträgen an einen entfernten Drucker. Man unterscheidet dabei zwei Möglichkeiten:

  • Den Zugriff auf einen an einem entfernten Rechner angeschlossenen Drucker. Sie konfigurieren dabei auf Ihrem System einen Drucker, der über eine konventionelle serielle oder parallele Verbindung an einem anderen Rechner angeschlossen ist. Danach richten Sie LPD auf dem entfernten System so ein, dass andere Drucker über das Netzwerk auf diesen Drucker zugreifen können. Der Abschnitt Auf entfernten Rechnern installierte Drucker beschreibt, wie Sie dazu vorgehen müssen.

  • Den Zugriff auf einen direkt an ein Netzwerk angeschlossenen Drucker. Ein solcher Drucker verfügt anstelle (oder zusätzlich zu) einer parallelen oder seriellen Schnittstelle über eine Netzwerkschnittstelle. Ein solcher Drucker kann sich auf zwei Arten verhalten:

    • Er kann das LPD-Protokoll direkt unterstützen und sogar Druckjobs von entfernten Rechner verwalten. In diesem Fall verhält sich der Drucker wie ein normaler Rechner, auf dem LPD läuft. Lesen Sie den Abschnitt Auf entfernten Rechnern installierte Drucker, um einen solchen Drucker einzurichten.

    • Er könnte Verbindungen über ein Netzwerk unterstützen. In diesem Fall “verbinden” Sie den Drucker mit einem Rechner Ihres Netzwerks, der danach für die Verwaltung von Druckaufträgen sowie den tatsächlichen Druck verantwortlich ist. Der Abschnitt Drucker mit direkter TCP-Schnittstelle enthält Hinweise zur Installation derartiger Drucker.


9.4.3.1. Auf entfernten Rechnern installierte Drucker

Das LPD-Drucksystem unterstützt den Versand von Druckaufträgen an andere Rechner, auf denen entweder LPD läuft oder die zu LPD kompatibel sind. Dadurch können Sie einen Drucker auf einem Rechner installieren und von anderen Rechnern des Netzwerks darauf zugreifen. Außerdem werden Drucker mit direkter TCP-Schnittstelle unterstützt, wenn diese das LPD-Protokoll unterstützen.

Um diese Art des Druckens über ein Netzwerk zu aktivieren, installieren Sie zuerst Ihren Drucker auf einem Rechner Ihres Netzwerks, dem sogenannten printer host. Die dazu nötigen Schritte werden im Abschnitt Einfache Drucker-Konfiguration beschrieben. Falls Sie eine erweiterte Druckerkonfiguration benötigen, sollten Sie auch den Abschnitt Erweiterte Drucker-Konfiguration lesen. Danach testen Sie, ob der Drucker alle von Ihnen aktivierten LPD-Fähigkeiten unterstützt. Stellen Sie auch sicher, dass Ihr lokales System berechtigt ist, den LPD-Dienst auf dem entfernten System zu nutzen (lesen Sie dazu den Abschnitt Druckaufträge auf entfernten Druckern beschränken).

Wenn Sie einen Drucker mit einer zu LPD kompatiblen Netzwerkschnittstelle verwenden, handelt es sich beim printer host um den Drucker selbst, und der Druckername ist der von Ihnen für diesen Drucker vorgegebene Name. Lesen Sie die Dokumentation Ihres Druckers und/oder der Netzwerkschnittstelle Ihres Druckers, um dies zu klären.

Tipp: Wenn Sie einen Hewlett Packard Laserjet-Drucker verwenden, sorgt der Druckername text für eine automatische LF-zu-CRLF-Konvertierung. In diesem Fall wird das hpif-Skript nicht benötigt.

Danach müssen Sie auf jedem Rechner, der auf diesen Drucker zugreifen soll, einen entsprechenden Eintrag in deren /etc/printcap aufnehmen. Dazu werden folgende Informationen benötigt:

  1. Der Name des Eintrags. Entspricht in der Regel dem Eintrag auf dem printer host.

  2. Lassen Sie den Eintrag für die lp-Fähigkeit leer, schreiben Sie also :lp=:.

  3. Erzeugen Sie ein Spooling-Verzeichnis und geben Sie dessen Pfad über die sd-Fähigkeit an. LPD speichert Ihre Druckaufträge in diesem Verzeichnis, bevor sie an den Drucker geschickt werden.

  4. Geben Sie den Namen des printer hosts über die rm-Fähigkeit an.

  5. Geben Sie den Namen des Druckers (auf dem printer host) über die rp-Fähigkeit an.

Das ist alles. Sie benötigen weder Konvertierungsfilter, noch Seitengrößen oder sonstige Angaben in Ihrer lokalen /etc/printcap.

Dazu ein Beispiel. Der Rechner rose verfügt über zwei Drucker, bamboo und rattan. Wir wollen nun allen Benutzern des Rechners orchid erlauben, diese Drucker zu verwenden. Es folgt nun wieder die bereits aus dem Abschnitt Deckblätter verwenden bekannte /etc/printcap für den Rechner orchid. Diese enthielt bereits einen Eintrag für den Drucker teak. Zusätzlich tragen wir nun die zwei Drucker des Rechners rose ein:

#
#  /etc/printcap für den Rechner orchid - mit zusätzlichen
#  Einträgen für die (entfernten) Drucker auf dem Rechner rose
#

#
#  teak ist ein lokaler Drucker und direkt mit orchid verbunden:
#
teak|hp|laserjet|Hewlett Packard LaserJet 3Si:\
        :lp=/dev/lpt0:sd=/var/spool/lpd/teak:mx#0:\
        :if=/usr/local/libexec/ifhp:\
        :vf=/usr/local/libexec/vfhp:\
        :of=/usr/local/libexec/ofhp:

#
#  rattan ist mit rose verbunden, Druckaufträge für rattan gehen daher
#  an den Rechner rose:
#
rattan|line|diablo|lp|Diablo 630 Line Printer:\
        :lp=:rm=rose:rp=rattan:sd=/var/spool/lpd/rattan:

#
#  bamboo ist ebenfalls mit rose verbunden:
#
bamboo|ps|PS|S|panasonic|Panasonic KX-P4455 PostScript v51.4:\
        :lp=:rm=rose:rp=bamboo:sd=/var/spool/lpd/bamboo:

Nun müssen wir nur noch die Spooling-Verzeichnisse auf dem Rechner orchid erzeugen:

# mkdir -p /var/spool/lpd/rattan /var/spool/lpd/bamboo
# chmod 770 /var/spool/lpd/rattan /var/spool/lpd/bamboo
# chown daemon:daemon /var/spool/lpd/rattan /var/spool/lpd/bamboo

Damit können Benutzer des Rechners orchid die Drucker rattan und bamboo verwenden. Gibt ein Benutzer auf orchid beispielsweise

% lpr -P bamboo -d sushi-review.dvi
ein, würde LPD auf dem Rechner orchid den Druckauftrag in das Spooling-Verzeichnis /var/spool/lpd/bamboo kopieren und feststellen, dass es sich um einen DVI-Auftrag handelt. Sobald rose über genug freien Platz im bamboo-Spooling-Verzeichnis verfügt, würden die beiden LPDs die Datei auf den Rechner rose transferieren. Diese Datei verbleibt danach in der Druckerwarteschlange des Rechners rose, bis der Ausdruck der Datei abgeschlossen ist. Vor dem Ausdruck würde die Datei noch von DVI nach PostScript konvertiert werden, da es sich bei bamboo um einen an den Rechner rose angeschlossenen PostScript-Drucker handelt.


9.4.3.2. Drucker mit direkter TCP-Schnittstelle

Wenn Sie eine Netzwerkkarte für Ihren Drucker kaufen, können Sie zwei verschiedene Versionen wählen: Eine Version, die ein Drucksystem emuliert (die teure Version), oder eine Version, die sich verhält, als wäre der Drucker an eine serielle oder parallele Schnittstelle angeschlossen (die billige Version). Dieser Abschnitt beschreibt die billige Variante. Bevorzugen Sie die teure Variante, sollten Sie den Abschnitt Auf entfernten Rechnern installierte Drucker nochmals lesen.

Das Format der Datei /etc/printcap erlaubt es Ihnen, anzugeben, welche serielle oder parallele Schnittstelle verwendet werden soll und (falls Sie eine serielle Schnittstelle verwenden) welche Parameter (Baudrate, Flußkontrolle, Behandlung von Tabulatoren, Konvertierung von neuen Zeilen und andere mehr) Sie verwenden wollen. Es gibt allerdings keine Möglichkeit, eine Verbindung zu einem Drucker zu definieren, der einen TCP/IP- oder einem anderem Netzwerkport auf Druckaufträge hin abfragt.

Um Daten an einen Netzwerkdrucker zu schicken, müssen Sie daher ein Kommunikationsprogramm entwickeln, das von Text- und Konvertierungsfiltern aufgerufen werden kann. Dazu ein Beispiel. Das Skript netprint übernimmt alle Daten von der Standardeingabe und schickt sie an einen Netzwerkdrucker. netprint erwartet zwei Argumente: Als erstes Argument wird der Hostname des Druckers und als zweites Argument der Port, über den die Verbindung erfolgen soll, übergeben. Dabei handelt sich allerdings um eine Ein-Wege-Kommunikation (von FreeBSD zum Drucker). Viele Netzwerkdrucker unterstützen aber auch eine Zwei-Wege-Kommunikation, deren Vorteile (Abfrage des Druckerstatus, die Verrechnung von Druckaufträgen und andere mehr) Sie vielleicht nutzen wollen.

#!/usr/bin/perl
#
#  netprint - Textfilter für einen Netzwerkdrucker
#  Installiert unter:  /usr/local/libexec/netprint
#
$#ARGV eq 1 || die "Usage: $0 <printer-hostname> <port-number>";

$printer_host = $ARGV[0];
$printer_port = $ARGV[1];

require 'sys/socket.ph';

($ignore, $ignore, $protocol) = getprotobyname('tcp');
($ignore, $ignore, $ignore, $ignore, $address)
    = gethostbyname($printer_host);

$sockaddr = pack('S n a4 x8', &AF_INET, $printer_port, $address);

socket(PRINTER, &PF_INET, &SOCK_STREAM, $protocol)
    || die "Can't create TCP/IP stream socket: $!";
connect(PRINTER, $sockaddr) || die "Can't contact $printer_host: $!";
while (<STDIN>) { print PRINTER; }
exit 0;

Dieses Skript kann für verschiedene Filter eingesetzt werden. Das folgende Beispiel verwendet den an ein Netzwerk angeschlossenen Zeilendrucker Diablo 750-N. Dieser Drucker empfängt zu druckende Daten auf dem Port 5100. Der Hostname des Druckers lautet scrivener. Daher sieht der Textfilter für diesen Drucker wie folgt aus:

#!/bin/sh
#
#  diablo-if-net - Textfilter für den Diablo-Drucker `scrivener'.
#  Drucker lauscht auf Port 5100.
#  Installiert unter:  /usr/local/libexec/diablo-if-net
#
exec /usr/libexec/lpr/lpf "$@" | /usr/local/libexec/netprint scrivener 5100

9.4.4. Den Druckerzugriff beschränken

Dieser Abschnitt beschreibt, wie Sie den Druckerzugriff beschränken können. Das LPD-Drucksystem erlaubt Ihnen die Kontrolle darüber, wer lokal oder über ein Netzwerk auf einen Drucker zugreifen darf, ob mehrere Kopien erstellt werden dürfen und wie groß Druckaufträge und Druckerwarteschlangen werden dürfen.


9.4.4.1. Den Ausdruck von mehreren Kopien verhindern

Das LPD-System macht es dem einzelnen Benutzer einfach, mehrere Kopien einer Datei zu drucken. So werden mit lpr -#5 beispielsweise fünf Kopien jeder Datei des Druckauftrags erstellt. Ob dies gut oder schlecht ist, müssen Sie selbst entscheiden.

Wenn Sie der Meinung sind, dass multiple Kopien eine unnötige Beanspruchung Ihres Druckers darstellen, sollten Sie die -#-Opion von lpr(1) deaktivieren, indem Sie die sc-Fähigkeit in Ihre /etc/printcap aufnehmen. Verwendet ein Benutzer dennoch die Option -#, erhält er daraufhin folgende Meldung:

lpr: multiple copies are not allowed

Wenn Sie den Zugriff auf einen entfernten Drucker (wie in Abschnitt Auf entfernten Rechnern installierte Drucker beschrieben) konfiguriert haben, müssen Sie die sc-Fähigkeit auch auf den entfernten Rechnern, die auf Ihren Drucker zugreifen dürfen, in /etc/printcap eintragen, damit Benutzer diese Vorgabe nicht durch den Wechsel auf einen anderen Rechner umgehen können.

Dazu ein Beispiel. Es handelt sich dabei um die Datei /etc/printcap auf dem Rechner rose. Der Drucker rattan soll multiple Kopien zulassen, auf dem Laserdrucker bamboo sollen multiple Kopien hingegen nicht erlaubt sein, daher müssen wir für diesen Drucker die sc-Fähigkeit aktivieren:

#
#  /etc/printcap für den Rechner rose - multiple Kopien auf bamboo verbieten
#
rattan|line|diablo|lp|Diablo 630 Line Printer:\
        :sh:sd=/var/spool/lpd/rattan:\
        :lp=/dev/lpt0:\
        :if=/usr/local/libexec/if-simple:

bamboo|ps|PS|S|panasonic|Panasonic KX-P4455 PostScript v51.4:\
        :sh:sd=/var/spool/lpd/bamboo:sc:\
        :lp=/dev/ttyd5:ms#-parenb cs8 clocal crtscts:rw:\
        :if=/usr/local/libexec/psif:\
        :df=/usr/local/libexec/psdf:

Außerdem müssen wir noch die sc-Fähigkeit in der Datei /etc/printcap des Rechners orchid aktivieren. Parallel dazu untersagen wir das Erstellen von multiplen Kopien auf dem Drucker teak:

#
#  /etc/printcap für den Rechner orchid - lokal machen wir keine multiplen Kopien
#  Lokaler Drucker teak oder entfernter Drucker bamboo:
teak|hp|laserjet|Hewlett Packard LaserJet 3Si:\
        :lp=/dev/lpt0:sd=/var/spool/lpd/teak:mx#0:sc:\
        :if=/usr/local/libexec/ifhp:\
        :vf=/usr/local/libexec/vfhp:\
        :of=/usr/local/libexec/ofhp:

rattan|line|diablo|lp|Diablo 630 Line Printer:\
        :lp=:rm=rose:rp=rattan:sd=/var/spool/lpd/rattan:

bamboo|ps|PS|S|panasonic|Panasonic KX-P4455 PostScript v51.4:\
        :lp=:rm=rose:rp=bamboo:sd=/var/spool/lpd/bamboo:sc:

Durch die Verwendung der sc-Fähigkeit ist zwar die Verwendung von lpr -# nicht mehr möglich, ein Benutzer kann aber weiterhin lpr(1) mehrmals hintereinander aufrufen oder eine Datei mehrfach in den gleichen Druckauftrag aufnehmen:

% lpr forsale.sign forsale.sign forsale.sign forsale.sign forsale.sign

Auch dieser Mißbrauch Ihres Druckers kann verhindert werden, falls Sie dies wünschen. Diese Maßnahmen werden in diesem Abschnitt allerdings nicht behandelt.


9.4.4.2. Den Zugriff auf bestimmte Drucker beschränken

Sie können angeben, wer auf welchem Drucker drucken darf, wenn Sie den Gruppenmechanismus von UNIX in Kombination mit der rg-Fähigkeit von /etc/printcap einsetzen. Weisen Sie dazu alle Benutzer, die auf einen Drucker zugreifen dürfen, einer gemeinsamen Gruppe zu und geben Sie diese Gruppe über die rg-Fähigkeit an.

Benutzer, die dieser Gruppe nicht angehören (dies gilt auch für root), erhalten die Meldung “lpr: Not a member of the restricted group” wenn Sie diesen Drucker verwenden wollen.

Analog zur sc-Fähigkeit (suppress multiple copies) müssen Sie die rg-Fähigkeit auch auf allen entfernten Rechnern aktivieren, die auf Ihren Drucker zugreifen dürfen (lesen Sie dazu auch den Abschnitt Auf entfernten Rechnern installierte Drucker).

Wollen wir beispielsweise allen Benutzern die Verwendung des Druckers rattan, aber nur Mitgliedern der Gruppe artists die Verwendung des Druckers bamboo erlauben, passen wir die bereits bekannte /etc/printcap des Rechners rose entsprechend an:

#
#  /etc/printcap des Rechners rose - Zugriffsbeschränkung für bamboo
#
rattan|line|diablo|lp|Diablo 630 Line Printer:\
        :sh:sd=/var/spool/lpd/rattan:\
        :lp=/dev/lpt0:\
        :if=/usr/local/libexec/if-simple:

bamboo|ps|PS|S|panasonic|Panasonic KX-P4455 PostScript v51.4:\
        :sh:sd=/var/spool/lpd/bamboo:sc:rg=artists:\
        :lp=/dev/ttyd5:ms#-parenb cs8 clocal crtscts:rw:\
        :if=/usr/local/libexec/psif:\
        :df=/usr/local/libexec/psdf:

Die Datei /etc/printcap des Rechners orchid wird dadurch nicht beeinflusst. Jeder Benutzer des Rechners orchid kann also weiterhin den Drucker bamboo verwenden.

Anmerkung: Für jeden Drucker kann nur eine einzige priviligierte Gruppe erstellt werden.


9.4.4.3. Die Größe von Druckaufträgen kontrollieren

Wenn Sie viele Benutzer haben, die Ihre Drucker verwenden dürfen, werden Sie wahrscheinlich eine Obergrenze für Dateien angeben wollen, die Benutzer an Ihren Drucker senden dürfen. Dies ist sinnvoll, weil Speicherplatz für Spooling-Verzeichnisse nur begrenzt verfügbar ist und Sie stets sicherstellen müssen, dass auch die Druckaufträge anderer Benutzer verarbeitet werden können.

LPD verwendet die mx-Fähigkeit, um die maximal erlaubte Größe von Dateien eines Druckauftrags anzugeben. Dieser Wert wird in 1.024 Bytes großen BUFSIZ-Blöcken angegeben. Setzen Sie diesen Wert auf Null, gibt es keine Größenbeschränkung. Existiert die mx-Fähigkeit hingegen überhaupt nicht, so gilt ein Limit von 1.000 Blöcken.

Anmerkung: Diese Limits gelten nur für die Größe von Dateien innerhalb eines Druckauftrages, nicht aber für die Gesamtgröße des Druckauftrags.

LPD lehnt eine Datei auch dann nicht ab, wenn sie das Limit des Druckers überschreitet. Vielmehr wird die Datei bis zum Erreichen des Limits in die Warteschlange geladen, danach wird der Druck gestartet. Der das Limit überschreitende Rest wird hingegen verworfen und nicht gedruckt!

Mit diesem Wissen können wir nun Limits für die Drucker rattan und bamboo definieren. Da PostScript-Dateien der Gruppe artists in der Regel sehr groß sind, setzen wir ein Limit von fünf Megabytes. Für den Druck von normalen Text (auf dem Drucker rattan) setzen wir hingegen kein Limit:

#
#  /etc/printcap für den Rechner rose
#

#
#  Kein Größenlimit:
#
rattan|line|diablo|lp|Diablo 630 Line Printer:\
        :sh:mx#0:sd=/var/spool/lpd/rattan:\
        :lp=/dev/lpt0:\
        :if=/usr/local/libexec/if-simple:

#
#  Ein Limit von 5 Megabyte:
#
bamboo|ps|PS|S|panasonic|Panasonic KX-P4455 PostScript v51.4:\
        :sh:sd=/var/spool/lpd/bamboo:sc:rg=artists:mx#5000:\
        :lp=/dev/ttyd5:ms#-parenb cs8 clocal crtscts:rw:\
        :if=/usr/local/libexec/psif:\
        :df=/usr/local/libexec/psdf:

Auch diese Limits gelten nur für lokale Benutzer. Wenn Sie den Zugriff auf Ihren Drucker auch über ein Netzwerk erlauben wollen, unterliegen die Benutzer dieser Rechner diesen Limits nicht. Daher müssen Sie diese Limits über die mx-Fähigkeit auch in der /etc/printcap jedes Rechners definieren, der Ihren Drucker verwenden darf. Der Abschnitt Auf entfernten Rechnern installierte Drucker enthält weitere Informationen zum Drucken über ein Netzwerk.

Es gibt eine weitere Möglichkeit, um die Größe von Druckaufträgen von entfernten Rechnern zu beschränken. Lesen Sie dazu den Abschnitt Druckaufträge von entfernten Rechnern beschränken.


9.4.4.4. Druckaufträge von entfernten Rechnern beschränken

Das LPD-System bietet mehrere Möglichkeiten, um Druckaufträge zu beschränken, die auf entfernten Rechnern gestartet wurden:

Rechner beschränken

Sie können festlegen, von welchen entfernten Rechnern ein lokaler LPD Druckaufträge annimmt, indem Sie die Dateien /etc/hosts.equiv sowie /etc/hosts.lpd entsprechend anpassen. LPD überprüft diese Dateien, um festzustellen, ob ein Druckauftrag von einem Rechner stammt, der in einer dieser Dateien aufgeführt ist. Ist dies nicht der Fall, lehnt LPD den Druckauftrag ab.

Der Aufbau dieser Datei ist sehr einfach: Jede Zeile enthält einen einzigen Rechnernamen. Beachten Sie aber, dass /etc/hosts.equiv auch vom ruserok(3)-Protokoll benötigt wird und Änderungen dieser Datei auch Programme wie rsh(1) und rcp(1) beeinflussen können.

Das folgende Beispiel beschreibt die Datei /etc/hosts.lpd auf dem Rechner rose:

orchid
violet
madrigal.fishbaum.de

Durch diese Vorgaben akzeptiert rose nur noch Druckaufträge von den Rechnern orchid, violet, und madrigal.fishbaum.de. Versucht ein anderer Rechner, auf den LPD von rose zuzugreifen, wird dieser Druckauftrag abgelehnt werden.

Größenbeschränkungen

Sie können festlegen, wieviel Speicherplatz auf dem Dateisystem, in dem das Spooling-Verzeichnis liegt, mindestens frei sein muss. Dazu erzeugen Sie im Spooling-Verzeichnis Ihres lokalen Druckers die Datei minfree. In dieser Datei geben Sie an, wieviele 512 Byte große Blöcke auf Ihrer Platte frei sein müssen, damit ein Druckauftrag von einem entfernten Rechner akzeptiert wird.

Durch diese Vorgabe können Sie sicherstellen, dass Benutzer von entfernten Rechnern Ihr Dateisystem nicht “zumüllen”. Außerdem können Sie damit lokale Benutzer bevorzugen, da diese auch dann noch Druckaufträge erteilen dürfen, wenn der verfügbare Plattenplatz unter das in der Datei minfree definierte Limit gefallen ist.

Legen wir nun die Datei minfree für den Drucker bamboo an. Zuerst untersuchen wir /etc/printcap, um das Spooling-Verzeichnis für diesen Drucker zu finden. Das folgende Beispiel zeigt den Eintrag für den Drucker bamboo:

bamboo|ps|PS|S|panasonic|Panasonic KX-P4455 PostScript v51.4:\
        :sh:sd=/var/spool/lpd/bamboo:sc:rg=artists:mx#5000:\
        :lp=/dev/ttyd5:ms#-parenb cs8 clocal crtscts:rw:mx#5000:\
        :if=/usr/local/libexec/psif:\
        :df=/usr/local/libexec/psdf:

Das Spooling-Verzeichnis wird über die sd-Fähigkeit festgelegt. Wir wollen, dass mindestens drei Megabyte (also 6144 Blöcke) freier Plattenplatz vorhanden sein müssen, damit LPD einen Druckauftrag von einem entfernten Rechner akzeptiert:

# echo 6144 > /var/spool/lpd/bamboo/minfree
Benutzer beschränken

Sie können auch festlegen, welche entfernten Benutzer Ihren lokalen Drucker verwenden dürfen, indem Sie die rs-Fähigkeit in /etc/printcap definieren. Wenn für den Eintrag eines lokalen Druckers die rs-Fähigkeit definiert ist, akzeptiert LPD Druckaufträge von entfernten Rechnern nur dann, wenn der Benutzer, der den Druckauftrag gesendet hat, auch über ein gleichnamiges Benutzerkonto auf dem lokalen Rechner verfügt. Ist dies nicht der Fall, lehnt LPD den Druckauftrag ab.

Diese Fähigkeit ist besonders in Umgebungen nützlich, in denen beispielsweise verschiedene Abteilungen ein gemeinsames Netzwerk teilen, wobei einige Benutzer zu mehreren Abteilungen gehören. Haben diese Benutzer auch ein Benutzerkonto auf Ihrem System, so können sie Ihren Drucker auch von ihrer eigenen Abteilung aus nutzen. Wollen Sie zwar den Zugriff auf Ihren Drucker, nicht aber den Zugriff auf Ihre übrigen Ressourcen erlauben, können Sie für diese Benutzer einen sogenannten “Token-Account” ohne Heimatverzeichnis und mit einer nutzlosen Shell wie /usr/bin/false erstellen.


9.4.5. Die Druckernutzung verrechnen

Sie wollen die Nutzung Ihrer Drucker kostenpflichtig machen? Warum auch nicht? Papier und Tinte kosten Geld. Auch eine regelmäßige Wartung muss bezahlt werden. Nachdem Sie einen Preis festgelegt haben, den Sie für jede gedruckte Seite verrechnen wollen, stellt sich die Frage, wie Sie die Verrechnung der Druckkosten technisch umsetzen können.

Die schlechte Nachricht ist, dass das LPD-System dabei wenig hilfreich ist. Die Verrechnung von Druckaufträgen hängt stark vom verwendeten Drucker, den zu druckenden Dateiformaten und Ihren Anforderungen an die Verrechnung der Druckernutzung ab.

Um die Verrechnung der Druckernutzung zu implementieren, müssen Sie sowohl Ihre Textfilter (um den Druck von normalem Text abzurechnen) als auch Ihre Konvertierungsfilter (um den Druck sonstiger Formate abzurechnen) entsprechend anpassen, damit diese die Zahl der gedruckten Seiten ermitteln können. Leider können Sie dazu nicht einen einfachen Ausgabefilter verwenden, da diese die Verrechnung von Druckaufträgen nicht unterstützen. Weitere Informationen zu den verschiedenen Filterarten finden Sie im Abschnitt Filter.

Prinzipiell gibt es zwei Möglichkeiten, wie Sie diese Verrechnung umsetzen können:

  • Die periodische Verrechnung wird häufiger verwendet, da sie einfacher zu implementieren ist. Wenn ein Druckauftrag ausgeführt wird, schreibt der Filter den Benutzer, den verwendeten Rechner sowie die Anzahl der gedruckten Seiten in eine Verrechnungsdatei. Nach einem zu definierenden Zeitraum werden diese Dateien ausgewertet, die Gesamtzahl der von einem Benutzer gedruckten Seiten bestimmt und dem jeweiligen Benutzer verrechnet. Danach werden alle Protokolldateien zurückgesetzt, und die Protokollierung beginnt von Neuem.

  • Die unmittelbare Verrechnung wird nur selten eingesetzt, das sie schwieriger zu implementieren ist. Bei dieser Methode wird der Druckauftrag verrechnet, sobald der Drucker verwendet wird. Dadurch können Sie beispielsweise verhindern, dass ein Benutzer seine erlaubte “Druckquote” überschreitet. Zusätzlich können Sie es Ihren Benutzern erlauben, deren Druckquote abzufragen oder anzupassen. Allerdings benötigen Sie eine Datenbank, um Benutzer und deren Quoten verwalten zu können.

Das LPD-Drucksystem unterstützt beide Methoden. Allerdings müssen Sie die benötigen Filter sowie den zur Verrechnung nötigen Code selbst bereitstellen. Der Vorteil dabei ist allerdings, dass Sie in der Wahl Ihrer Verrechnungsmethode äußerst flexibel sind. So können Sie sich etwa für die periodische oder die unmittelbare Verrechnung entscheiden. Sie können festlegen, welche Informationen Sie erfassen wollen: Benutzernamen, Rechnernamen, die Art der Druckaufträge, die Anzahl der gedruckten Seiten, den Papierverbrauch, den Zeitaufwand für die Bearbeitung eines Druckauftrages und viele andere mehr. Dazu müssen Sie Ihre Filter entsprechend anpassen, damit diese Informationen erfassst und gespeichert werden.


9.4.5.1. Kurzanleitung für die Implementierung der Druckerverrechnung

FreeBSD bietet Ihnen zwei Programme, um eine periodische Verrechnung rasch zu implementieren. Dabei handelt es sich um den im Abschnitt lpf: Ein Textfilter behandelten Textfilter sowie um pac(8), ein Programm, mit dem Sie Einträge aus Verrechnungsdateien auslesen und aufsummieren können.

Wie bereits im Abschnitt Filter erwähnt, startet LPD den Text- oder Konvertierungsfilter mit dem Namen der Verrechnungsdatei als Argument. Dadurch weiß der Filter, in welche Datei er einen Verrechnungseintrag schreiben soll. Der Name dieser Datei wird über die af-Fähigkeit in /etc/printcap festgelegt. Falls die Datei nicht über einen absoluten Pfad angegeben wird, handelt es sich um einen Pfad relativ zum Spooling-Verzeichnis.

LPD startet lpf mit den Argumenten page width und page length, die über die pw- und pl-Fähigkeit definiert werden. lpf verwendet diese Argumente danach, um den Papierverbrauch zu bestimmen. Nachdem die Datei an den Drucker geschickt wurde, wird ein Verrechnungseintrag in die Verrechnungsdatei geschrieben. Ein solcher Eintrag sieht dabei ähnlich den folgenden aus:

2.00 rose:andy
3.00 rose:kelly
3.00 orchid:mary
5.00 orchid:mary
2.00 orchid:zhang

Sie sollten für jeden Drucker eine eigene Verrechnungsdatei verwenden, da lpf die Verrechnungsdatei nicht sperren kann. Sind also gleichzeitig zwei lpf-Instanzen aktiv, kann es dazu kommen, dass Ihre Verrechnungsdatei zerstört wird, wenn beide Instanzen gleichzeitig in die gleiche Datei schreiben. Damit für jeden Drucker eine eigene Verrechnungsdatei angelegt wird, fügen Sie den Eintrag af=acct in /etc/printcap ein. Dadurch wird für jeden Drucker eine separate Verrechnungsdatei mit dem Namen acct im Spooling-Verzeichnis des jeweiligen Druckers erzeugt.

Wenn Sie Ihre Daten erfasst haben und die entstandenen Kosten Ihren Benutzern verrechnen wollen, starten Sie pac(8). Dazu wechseln Sie in das Spooling-Verzeichnis des auszuwertenden Druckers und geben pac ein. Dadurch erhalten Sie eine Ausgabe ähnlich der folgenden:

  Login               pages/feet   runs    price
orchid:kelly                5.00    1   $  0.10
orchid:mary                31.00    3   $  0.62
orchid:zhang                9.00    1   $  0.18
rose:andy                   2.00    1   $  0.04
rose:kelly                177.00  104   $  3.54
rose:mary                  87.00   32   $  1.74
rose:root                  26.00   12   $  0.52

total                     337.00  154   $  6.74

Folgende Argumente können an pac(8) übergeben werden:

-PDrucker

Gibt an, welcher Drucker ausgewertet werden soll. Diese Option setzt voraus, dass für die af-Fähigkeit in /etc/printcap ein absoluter Pfad angegeben wurde.

-c

Sortiert die Ausgabe nach den verursachten Kosten anstelle einer alphabetischen Sortierung der Benutzernamen.

-m

Ignoriert den Rechnernamen in Verrechnungsdateien. Ist diese Option gesetzt, ist der Benutzer smith auf dem Rechner alpha mit dem Benutzer smith auf dem Rechner gamma identisch. Ist diese Option nicht gesetzt, handelt es sich um unterschiedliche Benutzer.

-pPreis

Berechnet die entstandenen Kosten aus dem Preis in Dollar pro Seite statt aus dem über die pc-Fähigkeit in /etc/printcap definierten Preis. In der Voreinstellung sind dies zwei Cent pro Seite. Sie können aber auch einen eigenen Preis in Form einer Gleitkommazahl angeben.

-r

Die Sortierreihenfolge umkehren.

-s

Die Verrechnungsdatei in einer neuen Datei aufsummieren und die originale Verrechnungsdatei zurücksetzen.

name ...

Verrechnungsinformationen nur für die angegebenen Benutzernamen ausgeben.

In der Voreinstellung gibt pac(8) aus, wieviele Seiten von welchem Benutzer auf welchem Rechner gedruckt wurden. Wenn Rechnernamen für Sie uninteressant sind (weil sich Benutzer beispielsweise auf jedem Rechner anmelden können), sollten Sie pac -m verwenden, um die folgende Ausgabe zu erhalten:

  Login               pages/feet   runs    price
andy                        2.00    1   $  0.04
kelly                     182.00  105   $  3.64
mary                      118.00   35   $  2.36
root                       26.00   12   $  0.52
zhang                       9.00    1   $  0.18

total                     337.00  154   $  6.74

Um den zu verrechnenden Betrag zu ermitteln, verwendet pac(8) die pc-Fähigkeit von /etc/printcap (Voreinstellung 200, dieser Wert entspricht 2 Cents). Geben Sie hier (als Hundertfaches des tatsächlichen Wertes) den Preis pro Seite an, den Sie verrechnen wollen. Sie können diesen Wert überschreiben, wenn Sie pac(8) mit der Option -p ausführen. Beachten Sie dabei aber, dass Sie in diesem Fall die Einheiten in Dollar angeben, und nicht als Hundertfaches des tatsächlichen Cent-Betrages. So steht

# pac -p1.50
beispielsweise für einen Preis von einem Dollar und fünfzig Cent pro Seite.

Der Aufruf von pac -s führt schließlich dazu, dass die aufsummierten Informationen in einer eigenen Auswertedatei gespeichert werden. Diese hat den gleichen Namen wie die Verrechnungsdatei, es wird lediglich ein _sum an den Dateinamen angehängt. Danach wird die Verrechnungsdatei zurückgesetzt. Wenn Sie pac(8) erneut aufrufen, wird die Auswertedatei eingelesen, um die Startbeträge zu erhalten, alle weiteren Informationen stammen danach aus der normalen Verrechnungsdatei.


9.4.5.2. Wie kann man die Anzahl der gedruckten Seiten ermitteln?

Um die Druckernutzung auch nur annähernd genau verrechnen zu können, müssen Sie ermitteln, wieviel Papier ein Druckauftrag verbraucht. Die Bestimmung dieses Wertes ist das zentrale Problem, das Sie lösen müssen, wenn Sie Druckaufträge kostenpflichtig machen wollen.

Normaler Text stellt in der Regel kein Problem dar: Sie zählen dazu nur die Zeilen des Druckauftrages und dividieren diesen Wert durch die Anzahl der Zeilen pro Seite, die Ihr Drucker bietet. Allerdings dürfen Sie dabei nicht vergessen, dass gelöschte Zeichen (Backspaces) Zeilen überschreiben. Außerdem können sich lange logische Zeilen (im Druckauftrag) über mehrere physikalische Zeilen (am Ausdruck) erstrecken.

Der im Abschnitt lpf: Ein Textfilter vorgestellte Textfilter lpf berücksichtigt diese Besonderheiten. Wenn Sie einen eigenen Textfilter für die Verrechnung der Druckernutzung schreiben wollen, sollten Sie sich daher den Quellcode von lpf näher ansehen.

Aber was ist mit anderen Dateiformaten?

Für die DVI-nach-LaserJet- oder für die DVI-nach-PostScript-Konvertierung können Sie die Protokolldateien von dvilj oder dvips auslesen, um festzustellen, wieviele Seiten konvertiert wurden. Die gleiche Methode könnte auch mit anderen Dateitypen funktionieren.

Alle diese Methoden haben aber das Problem, dass ein Drucker möglicherweise nicht alle Seiten des Druckauftrages drucken kann. So könnte es etwa zu einem Papierstau kommen, der Toner könnte zu Ende gehen oder es könnte ein Druckerdefekt auftreten - trotzdem würden alle Seiten des Druckauftrages verrechnet werden.

Was kann man dagegen tun?

Es gibt nur eine einzige sichere Methode, um die Druckernutzung exakt zu bestimmen. Besorgen Sie sich einen Drucker, der das verbrauchte Papier protokolliert und verbinden Sie ihn über eine serielle oder eine Netzwerkverbindung. Nahezu alle PostScript-Drucker, aber auch viele andere Modelle und Druckertypen (beispielsweise Laserdrucker von Imagen) sind dazu in der Lage. Passen Sie die Filter für diese Drucker entsprechend an, damit diese nach jedem Druckauftrag die Anzahl der gedruckten Seiten ermitteln und verrechnen Sie Druckaufträge ausschließlich über diesen Wert. Danach müssen Sie sich um die Anzahl der gedruckten Zeilen oder um mögliche Druckerprobleme nie mehr kümmern.

Sie können aber auch großzügig sein und alle Ausdrucke kostenlos abgeben.


9.5. Drucker verwenden

Übersetzt von Johann Kois.

Dieser Abschnitt beschreibt, wie Sie einen unter FreeBSD konfigurierten Drucker verwenden können. Die folgende Liste bietet einen Überblick über wichtige Anwenderbefehle:

lpr(1)

Einen Druckauftrag drucken

lpq(1)

Eine Druckerwarteschlange prüfen

lprm(1)

Einen Druckauftrag aus einer Warteschlange entfernen (stornieren)

Zusätzlich existiert mit lpc(8) ein Befehl zur zur Steuerung von Druckern und Druckerwarteschlangen, der im Abschnitt Drucker verwalten näher beschrieben wird.

Jeder der drei Befehle lpr(1), lprm(1), sowie lpq(1) akzeptiert die Option -P printer-name, mit der Sie den zu verwendenden Drucker (der dazu in /etc/printcap definiert sein muss) festlegen. Dadurch sind Sie in der Lage, Druckaufträge zu erstellen, zu stornieren, oder den Status Ihrer Druckaufträge zu überprüfen. Verwenden Sie die Option -P nicht, wird der in der Umgebungsvariable PRINTER definierte Drucker verwendet. Existiert diese Variable nicht, greifen diese Befehle auf den Drucker lp zurück.

Im Folgenden steht der Begriff Standarddrucker daher für den über die Umgebungsvariable PRINTER definierten Drucker, oder, falls diese Variable nicht existiert, für den Drucker lp.


9.5.1. Druckaufträge erstellen

Um eine Datei zu drucken, geben Sie folgenden Befehl ein:

% lpr filename ...

Dadurch wird jede angegebene Datei an den Standarddrucker geschickt. Wenn Sie keine Datei angeben, liest lpr(1) die zu druckenden Daten von der Standardeingabe. Um beispielsweise einige wichtige Systemdateien zu drucken, geben Sie folgenden Befehl ein:

% lpr /etc/host.conf /etc/hosts.equiv

Um einen bestimmten Drucker auszuwählen, verwenden Sie:

% lpr -P printer-name filename ...

Das folgende Beispiel gibt eine ausführliche Liste aller im Arbeitsverzeichnis enthaltenen Dateien auf den Drucker rattan aus:

% ls -l | lpr -P rattan

Da keine Dateien an lpr(1) übergeben werden, liest lpr die zu druckenden Daten von der Standardeingabe, in unserem Fall also die Ausgabe des Befehls ls -l.

lpr(1) akzeptiert auch verschiedene Optionen zur Formatierung und Konvertierung von Dateien, zur Erzeugung von multiplen Ausdrucken und so weiter. Lesen Sie dazu den Abschnitt Druckoptionen.


9.5.2. Druckaufträge verwalten

Wenn Sie lpr(1) verwenden, werden alle zu druckenden Daten in ein Paket, den sogenannten “Druckauftrag”, gepackt und an LPD geschickt. Jeder Drucker verfügt über eine Druckerwarteschlange, in der Ihre Druckaufträge gemeinsam mit denen anderer Benutzer verbleiben, bis sie gedruckt werden können. Zuerst eintreffende Druckaufträge werden dabei auch zuerst gedruckt.

Um die Druckerwarteschlange des Standarddruckers anzuzeigen, verwenden Sie lpq(1). Wollen Sie einen anderen Drucker abfragen, müssen Sie die Option -P verwenden. Der Befehl

% lpq -P bamboo
zeigt so die Druckerwarteschlange des Druckers bamboo an. Dieser Befehl liefert eine Ausgabe ähnlich der folgenden:

bamboo is ready and printing
Rank   Owner    Job  Files                              Total Size
active kelly    9    /etc/host.conf, /etc/hosts.equiv   88 bytes
2nd    kelly    10   (standard input)                   1635 bytes
3rd    mary     11   ...                                78519 bytes

Derzeit enthält die Warteschlange von bamboo drei Druckaufträge. Dem ersten Auftrag, der vom Benutzer kelly erstellt wurde, wurde die “Auftragsnummer (job number)” 9 zugewiesen. Analog erhält jeder Druckerauftrag eine eindeutige Nummer zugewiesen. Diese Nummern sind nur dann von Bedeutung, wenn Sie einen Druckauftrag stornieren wollen. Der Abschnitt Druckaufträge stornieren beschreibt, wie Sie dazu vorgehen.

Der Auftrag mit der Nummer 9 besteht aus zwei Dateien, mehrere an lpr(1) übergebene Dateien werden also als Teil eines (gemeinsamen) Druckauftrags betrachtet. Dieser Druckauftrag ist derzeit aktiv (beachten Sie den Status active in der Spalte “Rank”), wird also gerade gedruckt. Der zweite Auftrag besteht aus Daten, die von der Standardeingabe an lpr(1) übergeben wurden. Der dritte Auftrag wurde vom Benutzer mary erstellt. Er ist sehr viel größer als die anderen Aufträge. Da der Pfad der zu druckenden Datei aufgrund seiner Länge nicht in der Spalte “Files” Platz hat, werden von lpq(1) nur drei Punkte angezeigt.

Die erste Zeile der Ausgabe von lpq(1) ist ebenfalls sehr nützlich: Sie beschreibt den momentanen Druckerstatus (oder zumindest, was LPD denkt, dass der Drucker gerade macht).

lpq(1) unterstützt auch die Option -l zur Erstellung einer ausführlicheren Ausgabe. Die Eingabe von lpq -l erzeugt für unser obiges Beispiel die folgende Ausgabe:

waiting for bamboo to become ready (offline ?)
kelly: 1st               [job 009rose]
       /etc/host.conf                    73 bytes
       /etc/hosts.equiv                  15 bytes

kelly: 2nd               [job 010rose]
       (standard input)                  1635 bytes

mary: 3rd                                [job 011rose]
      /home/orchid/mary/research/venus/alpha-regio/mapping 78519 bytes

9.5.3. Druckaufträge stornieren

Mit lprm(1) können Sie einen Druckauftrag stornieren. Häufig ist lprm(1) auch noch in der Lage, einen bereits aktiven Auftrag abzubrechen, allerdings wird dabei in der Regel trotzdem ein Teil des Auftrages oder der gesamte Auftrag gedruckt.

Um einen Druckauftrag auf dem Standarddrucker zu stornieren, müssen Sie zuerst die Auftragsnummer über lpq(1) ermitteln. Danach geben Sie Folgendes ein:

% lprm job-number

Um einen Druckauftrag eines anderen Druckers zu stornieren, benötigen Sie wiederum die Option -P. Der folgende Befehl entfernt den Druckauftrag mit der Nummer 10 aus der Warteschlange des Druckers bamboo:

% lprm -P bamboo 10

lprm(1) unterstützt verschiedene Kurzbefehle:

lprm -

Entfernt alle Druckaufträge (des Standarddruckers), die von Ihnen erstellt wurden.

lprm user

Entfernt alle Druckaufträge (des Standarddruckers), die vom Benutzer user erstellt wurden. Der Superuser kann im Gegensatz zu einem normalen Benutzer auch Aufträge anderer Benutzer entfernen.

lprm

Wenn Sie weder eine Auftragsnummer, einen Benutzernamen, noch die Option - angeben, entfernt lprm(1) den aktiven Druckauftrag auf dem Standarddrucker, falls dieser Auftrag von Ihnen erstellt wurde. Der Superuser kann hingegen jeden aktiven Druckauftrag abbrechen.

Verwenden Sie zusätzlich die Option -P zu den eben beschriebenen Kurzbefehlen, wenn Sie diese auf einen anderen Drucker als den Standarddrucker anwenden wollen. So entfernt der folgende Befehl beispielsweise alle Druckaufträge des aktuellen Benutzers aus der Druckerwarteschlange des Druckers rattan:

% lprm -P rattan -

Anmerkung: Wenn Sie in einer Netzwerkumgebung arbeiten, erlaubt es lprm(1) Ihnen nur, Druckaufträge auf dem Rechner zu stornieren, auf dem sie erstellt wurden. Dies gilt selbst dann, wenn der gleiche Drucker auch auf anderen Rechnern des Netzwerks verfügbar ist. Die folgende Befehlsfolge veranschaulicht diesen Umstand:

% lpr -P rattan myfile
% rlogin orchid
% lpq -P rattan
Rank   Owner      Job  Files                          Total Size
active seeyan     12    ...                           49123 bytes
2nd    kelly      13   myfile                         12 bytes
% lprm -P rattan 13
rose: Permission denied
% logout
% lprm -P rattan 13
dfA013rose dequeued
cfA013rose dequeued
   

9.5.4. Abseits von normalem Text: Druckoptionen

lpr(1) unterstützt verschiedene Optionen zur Formatierung von Text, zur Konvertierung von Grafik- und anderen Dateiformaten, zur Erzeugung von multiplen Kopien, zur Verwaltung von Druckaufträgen und andere mehr. Dieser Abschnitt beschreibt einige dieser Optionen.


9.5.4.1. Formatierungs- und Konvertierungsoptionen

Die folgenden lpr(1)-Optionen kontrollieren die Formatierung von in einem Druckauftrag enthaltenen Dateien. Verwenden Sie diese Optionen, wenn Ihr Druckauftrag keinen normalen Text enthält, oder wenn Sie normalen Text mit pr(1) formatieren wollen.

Der folgende Befehl druckt so beispielsweise eine DVI-Datei (des TeX-Satzsystems) namens fish-report.dvi auf dem Drucker bamboo:

% lpr -P bamboo -d fish-report.dvi

Diese Optionen gelten für jede Datei des Druckauftrags, daher ist es nicht möglich beispielsweise DVI- und ditroff-Dateien über den gleichen Druckauftrag zu drucken. Sie müssen diese Dateien vielmehr über getrennte Druckaufträge drucken, wobei Sie jeweils geeignete Konvertierungsoptionen verwenden.

Anmerkung: Alle Optionen mit Ausnahme von -p und -T setzen einen installierten und für den jeweiligen Drucker konfigurierten Konvertierungsfilter voraus. So benötigt die Option -d den DVI-Konvertierungsfilter. Diese Filter werden im Abschnitt Konvertierungsfilter ausführlich beschrieben.

-c

Druckt cifplot-Dateien.

-d

Druckt DVI-Dateien.

-f

Druckt FORTRAN-Textdateien.

-g

Druckt Plot-Daten.

-i anzahl

Rückt die Ausgabe um anzahl Spalten ein, lassen Sie anzahl weg, wird der Text um 8 Spalten eingerückt. Beachten Sie aber, dass diese Option nicht mit allen Konvertierungsfiltern funktioniert.

Anmerkung: Zwischen der Option -i und der der Zahl darf dabei kein Leerzeichen stehen.

-l

Druckt Text inklusive vorhandener Steuerzeichen.

-n

Druckt ditroff-Dateien (geräteunabhängiges troff).

-p

Formatiert normalen Text mit pr(1), bevor der Ausdruck erfolgt.

-T titel

Verwende titel auf dem pr(1)-Deckblatt anstelle des Dateinamens. Diese Option ist nur wirksam, wenn sie gemeinsam mit der Option -p verwendet.

-t

Druckt troff-Daten.

-v

Druckt Rasterdaten.

Dazu ein Beispiel. Der folgende Befehl druckt eine formatierte Version der Manualpage zu ls(1) auf den Standarddrucker:

% zcat /usr/share/man/man1/ls.1.gz | troff -t -man | lpr -t

zcat(1) dekomprimiert den Quellcode der Manualpage ls(1) und reicht ihn an troff(1) weiter, das ihn formatiert und daraus GNU troff-Daten erzeugt. Diese werden wiederum an lpr(1) weitergereicht, das den Druckauftrag schließlich an LPD übergibt. Da die Option -t von lpr(1) verwendet wurde, konvertiert das Drucksystem die GNU troff-Daten zuvor in ein Format, das der Standarddrucker verstehen und ausgeben kann.


9.5.4.2. Druckaufträge verwalten

Die folgenden Optionen von lpr(1) weisen LPD an, den Druckauftrag auf verschiedene Art und Weise zu behandeln:

-# anzahl

Erzeugt anzahl Ausdrucke jeder im Druckauftrag enthaltenen Datei anstelle eines einzigen Exemplars. Diese Option kann von einem Administrator deaktiviert werden, um die Beanspruchung des Druckers zu verringern. Lesen Sie den Abschnitt Den Ausdruck von mehreren Kopien verhindern, wenn Sie diese Funktion benötigen.

Das folgende Beispiel druckt drei Kopien der Datei parser.c, gefolgt von drei Kopien von parser.h auf den Standarddrucker:

% lpr -#3 parser.c parser.h
-m

Verschickt eine E-Mail, nachdem der Druckauftrag beendet wurde. Verwenden Sie diese Option, sendet LPD Ihnen eine E-Mail, wenn es die Bearbeitung Ihres Druckauftrages abgeschlossen hat. Diese Nachricht enthält Informationen darüber, ob Ihr Auftrag erfolgreich erledigt wurde oder ob ein Fehler auftrat. Ist dies der Fall, wird meist noch angegeben, welcher Fehler auftrat.

-s

Kopiert die Dateien nicht in das Spooling-Verzeichnis, sondern verlinkt stattdessen symbolisch auf diese Dateien.

Wenn Sie einen umfangreichen Druckauftrag erstellen, werden Sie diese Option wahrscheinlich verwenden wollen. Einerseits sparen Sie dadurch Speicherplatz im Spooling-Verzeichnis (im schlimmsten Fall könnte Ihr Druckauftrag ansonsten das Dateisystem des Spooling-Verzeichnis zum Überlaufen bringen), andererseits sparen Sie dadurch auch Zeit, weil LPD die in Ihrem Druckauftrag enthaltenen Dateien nicht in das Spooling-Verzeichnis kopieren muss.

Da LPD in diesem Fall die Originaldateien verwendet, muss sichergestellt sein, dass diese nicht verändert werden, bevor der Ausdruck abgeschlossen ist.

Anmerkung: Wenn Sie auf einen entfernten Drucker drucken, muss LPD die Dateien dennoch vom lokalen auf den entfernten Rechner kopieren. In diesem Fall spart die Option -s Speicherplatz lediglich im lokalen Spooling-Verzeichnis, nicht aber im entfernten. Dennoch ist diese Option auch in diesem Fall nützlich.

-r

Löscht die im Druckauftrag enthaltenen Dateien, nachdem sie in das Spooling-Verzeichnis kopiert oder unter Verwendung der Option -s gedruckt werden. Verwenden Sie diese Option daher nur mit äußerster Vorsicht!


9.5.4.3. Deckblatt-Optionen

Die folgenden lpr(1)-Optionen passen den Text an, der auf einem Deckblatt eines Druckauftrages ausgegeben wird. Wird die Ausgabe von Deckblättern auf dem Zieldrucker unterdrückt, bleiben diese Optionen wirkungslos. Lesen Sie den Abschnitt Deckblätter, wenn Sie diese Funktion benötigen.

-C text

Ersetzt den Rechnernamen auf dem Deckblatt durch text. Der Rechnername ist dabei in der Regel der Name des Rechners, auf dem der Druckauftrag erstellt wurde.

-J text

Ersetzt den Namen des Druckauftrages auf dem Deckblatt durch text. Der Name des Druckauftrages entspricht in der Regel dem Namen der ersten Datei des Druckauftrages oder stdin, wenn Sie die Standardeingabe an den Drucker weiterleiten.

-h

Verhindert den Ausdruck von Deckblättern.

Anmerkung: Ob diese Option funktioniert, hängt von der Art und Weise ab, wie Deckblätter auf Ihrem System erzeugt werden. Lesen Sie den Abschnitt Deckblätter für weitere Informationen.


9.5.5. Drucker verwalten

Als Administrator Ihres Systems ist es Ihre Aufgabe, Drucker zu installieren, zu konfigurieren und zu testen. Um mit Ihrem Drucker zu kommunizieren, können Sie lpc(8) verwenden. Dadurch sind Sie in der Lage,

  • Ihre Drucker zu starten und zu beenden.

  • Die Warteschlangen Ihrer Drucker zu aktivieren und zu deaktivieren.

  • Die Reihenfolge der Druckaufträge zu ändern.

Am Anfang dieses Abschnitts steht die Erklärung einiger Begriffe. Wenn ein Drucker beendet ist, wird der Inhalt seiner Warteschlange nicht gedruckt. Druckaufträge können zwar weiterhin erstellt werden, diese verbleiben aber solange in der Warteschlange, bis der Drucker wieder gestartet oder die Warteschlange gelöscht wird.

Ist eine Warteschlange deaktiviert, kann (mit Ausnahme von root) kein Benutzer mehr einen Druckauftrag erteilen. Ist die Warteschlange hingegen aktiviert, können Druckaufträge erteilt werden. Ist ein Drucker zwar gestartet, die Warteschlange hingegen deaktiviert, werden dennoch alle noch in der Warteschlange vorhandenen Druckaufträge gedruckt.

Im Allgemeinen benötigen Sie root-Rechte, um lpc(8) einsetzen zu können. Als normaler Benutzer erlaubt es Ihnen lpc(8) lediglich, den Druckstatus abzufragen und einen hängenden Drucker neu zu starten.

Es folgt nun eine Zusammenfassung der Befehle von lpc(8). Die meisten dieser Befehle benötigen das Argument printer-name, mit dem Sie angeben, auf welchen Drucker der Befehl angewendet werden soll. Wenn Sie für printer-name all angeben, wird der Befehl auf alle in /etc/printcap definierten Drucker angewendet.

abort printer-name

Bricht den aktuellen Druckauftrag ab und beendet den Drucker. Solange die Warteschlange aktiviert ist, können allerdings weiterhin Druckaufträge erteilt werden.

clean printer-name

Entfernt veraltete Dateien aus dem Spooling-Verzeichnis des Druckers, da diese manchmal nicht vollständig von LPD entfernt werden können. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn während der Bearbeitung des Druckauftrages Fehler auftraten. Dieser Befehl sucht dabei nach Dateien, die nicht in das Spooling-Verzeichnis gehören und entfernt diese.

disable printer-name

Deaktiviert die Annahme neuer Druckaufträge. Solange der Drucker nicht beendet wird, werden weiterhin alle in der Warteschlange enthaltenen Auftrage bearbeitet und gedruckt. root kann jederzeit Druckaufträge erstellen, selbst dann, wenn die Druckerwarteschlange deaktiviert ist.

Dieser Befehl ist besonders nützlich, wenn Sie einen neuen Drucker testen müssen oder einen neuen Filter installiert haben. Dazu deaktivieren Sie die Warteschlange des Druckers und erstellen Ihre Druckaufträge als root. Andere Benutzer können erst dann einen Druckauftrag erstellen, wenn Sie Ihre Tests abgeschlossen haben und die Druckerwarteschlange mit enable wieder reaktivieren.

down printer-name nachricht

Beendet einen Drucker. Äquivalent zu disable, gefolgt von stop. Die von Ihnen definierte nachricht wird als Druckerstatus angezeigt, wenn ein Benutzer die Warteschlange des Druckers mit lpq(1) oder mit lpc status abfragt.

enable printer-name

Aktiviert die Warteschlange eines Druckers. Erteilte Druckaufträge können zwar erteilt werden, diese werden aber nur dann gedruckt, wenn der Drucker auch gestartet ist.

help command-name

Ausgaben von hilfreichen Informationen zu command-name. Wird kein command-name angegeben, wird die Liste der verfügbaren Befehle ausgegeben.

restart printer-name

Startet den Drucker. Normale Benutzer können diesen Befehl verwenden, um einen hängenden LPD zu reaktivieren, sie sind allerdings nicht berechtigt, einen Drucker zu starten, der mit stop oder down beendet wurde. Dieser Befehl ist äquivalent zu abort, gefolgt von start.

start printer-name

Startet den Drucker, um die in der Warteschlange enthaltenen Aufträge zu drucken.

stop printer-name

Beendet den Drucker. Der Drucker beendet den aktiven Druckauftrag noch, danach wird kein weiterer in der Warteschlange enthaltener Auftrag gedruckt. Obwohl der Drucker beendet wurde, können weiterhin Druckaufträge erteilt werden, solange die Warteschlange nicht deaktiviert wurde.

topq printer-name job-or-username

Sortiert die Druckerwarteschlange des Druckers printer-name um, wobei der Auftrag mit der angegebenen Auftragsnummer, oder Druckaufträge, die von username erstellt wurden, an den Beginn der Warteschlange gesetzt werden. Für diesen Befehl kann die Option all nicht als printer-name verwendet werden.

up printer-name

Startet einen Drucker. Das Gegenstück zu down. Äquivalent zu start, gefolgt von enable.

lpc(8) akzeptiert diese Befehle direkt auf der Kommandozeile. Geben Sie keinen Befehl ein, wird lpc(8) im interaktiven Modus gestartet. In diesem Modus können Sie solange Befehle eingeben, bis Sie exit oder quit eingeben.


9.6. Alternativen zum LPD-Drucksystem

Wenn Sie dieses Kapitel bis hierher gelesen haben, wissen Sie so gut wie alles über LPD, das Standarddrucksystem von FreeBSD. Wahrscheinlich sind Ihnen bereits einige Unzulänglichkeiten dieses Systems aufgefallen, und Sie fragen sich nun, welche anderen Drucksysteme es für FreeBSD gibt.

LPRng

LPRng steht für “LPR: the Next Generation”. Dabei handelt es sich um eine von Grund auf neu geschriebene Version von PLP. LPRng wurde von Patrick Powell und Justin Mason, dem Hauptmaintainer von PLP, entwickelt . Die offizielle Webseite von LPRng ist unter http://www.lprng.org/ zu finden.

CUPS

CUPS, das Common UNIX Printing System, stellt eine portable Abstraktionsschicht dar, die das Drucken auf allen UNIX-artigen Betriebsystemen ermöglicht. CUPS wurde von Easy Software entwickelt, um UNIX-Herstellern und -Benutzern eine einheitliche Standardlösung für den Druck von Dokumenten zu bieten.

CUPS verwendet das Internet Printing Protocol (IPP), um Druckaufträge und -warteschlangen zu verwalten. Zusätzlich werden die Protokolle Line Printer Daemon (LPD), Server Message Block (SMB), und AppSocket/JetDirect), unterstützt, wenn auch nur mit eingeschränkter Funktionalität. Ausserdem ermöglicht CUPS das Auffinden von Netzwerkdruckern sowie die Verwendung auf PostScript Printer Description (PPD) basierender Druckoptionen.

Die offizielle Webseite von CUPS ist http://www.cups.org/.


9.7. Problembehandlung

Wenn Sie eine einfache Testseite mit lptest(1) gedruckt haben, könnte eines der folgenden Probleme aufgetreten sein:

Der Druck hat erst mit einer gewissen Verzögerung geklappt oder das bedruckte Blatt verblieb im Drucker, so als wäre der Druckvorgang noch nicht abgeschlossen.

Die Testseite wurde zwar gedruckt, danach tat sich allerdings nichts mehr. Vielleicht mussten Sie sogar eine Taste Ihres Druckers, etwa PRINT REMAINING oder FORM FEED drücken, damit der Druckvorgang fortgesetzt wurde.

Wenn das der Fall ist, hat der Drucker vermutlich vor dem eigentlichen Drucken gewartet, ob noch weitere Daten für Ihren Druckauftrag gesendet werden. Um dieses Problem zu beheben, können Sie den Textfilter anweisen, ein Form Feed -Zeichen (oder ein anderes entsprechendes Zeichen) an den Drucker zu senden. Dies reicht für gewöhnlich aus, um den Drucker zum Druck des noch im internen Puffer verbliebenen Textes zu bewegen. Dadurch kann auch sichergestellt werden, dass jeder neue Druckauftrag auf einer neuen Seite beginnt.

Der folgende Ersatz für das Shell-Skript /usr/local/libexec/if-simple gibt ein “Form Feed” aus, nachdem der Auftrag an den Drucker geschickt wurde:

#!/bin/sh
#
# if-simple - Einfacher Eingabefilter für lpd
# Installiert unter /usr/local/libexec/if-simple
#
# Kopiert stdin einfach nach stdout. Ignoriert alle Filter-Argumente.
# Schreibt ein Form-Feed-Zeichen (\f) nach dem Ende des Druckauftrages.

/bin/cat && printf "\f" && exit 0
exit 2
Der Drucker erzeugte einen “Treppeneffekt” (staircase effect).

Sie haben einen Ausdruck ähnlich dem folgenden erhalten:

!"#$%&'()*+,-./01234
                "#$%&'()*+,-./012345
                                 #$%&'()*+,-./0123456

Sie sind zu einem weiteren Opfer des Treppeneffekts geworden. Verursacht wird dieser Effekt durch unterschiedliche Ansichten darüber, welche Zeichen den Beginn einer neuen Zeile anzeigen sollen. UNIX-ähnliche Betriebssysteme verwenden dafür ein einzelnes Zeichen: ASCII-Code 10, auch als Line Feed (LF) bekannt. MS-DOS, OS/2® und andere Betriebssysteme verwenden stattdessen ein Zeichenpaar: ASCII-Code 10 und ASCII-Code 13, Carriage Return (CR). Viele Drucker verwenden in der Voreinstellung die Konvention von MS-DOS, um Zeilenumbrüche darzustellen.

Wenn Sie unter FreeBSD drucken, wird nur das Zeichen Line Feed verwendet. Der Drucker erkennt dieses Zeichen und erweitert den Druckbereich um eine Zeile, verbleibt zum Druck des nächsten Zeichens aber in derselben horizontalen Position. Das ist der Grund für die Verwendung des Carriage Return: Es setzt die Position für das folgende Zeichen auf den linken Rand der Seite.

FreeBSD erwartet von einem Drucker das folgende Verhalten:

Drucker empfängt CR Drucker druckt CR
Drucker empfängt LF Drucker druckt CR + LF

Es gibt mehrere Möglichkeiten, dieses Verhalten zu erreichen:

  • Verändern Sie die Konfiguration Ihres Druckers, um die Interpretation dieser Zeichen zu verändern. Lesen Sie Ihr Druckerhandbuch, wenn Sie nicht wissen, was Sie dazu tun müssen.

    Anmerkung: Wenn Sie auf Ihrem Rechner neben FreeBSD noch andere Betriebssysteme verwenden, müssen Sie Ihren Drucker möglicherweise anschließend erneut konfigurieren, damit die Zeichen CR und LF unter diesen Systemen korrekt interpretiert werden. Ist dies bei Ihnen der Fall, werden Sie wohl eine der folgenden Lösungen bevorzugen.

  • Lassen Sie LF durch den Treiber der seriellen Schnittstelle automatisch in CR+LF konvertieren. Selbstverständlich funktioniert dies nur mit Druckern, die an einer seriellen Schnittstelle angeschlossen sind. Um diese Möglichkeit zu nutzen, müssen Sie die ms#-Fähigkeit verwenden und in /etc/printcap den onlcr-Modus für den Drucker aktivieren.

  • Senden Sie eine Escape-Sequenz an den Drucker, damit das Zeichen LF zeitweilig anders behandelt wird. Suchen Sie im Handbuch Ihres Druckers nach den von Ihrem Drucker unterstützten Escape-Sequenzen. Wenn Sie eine entsprechenden Escape-Sequenz finden, müssen Sie den Textfilter so anpassen, dass zuerst die Escape-Sequenz und anschließend der Druckauftrag gesendet wird.

    Es folgt nun ein Bespieltextfilter für einen Drucker, der die Hewlett Packard PCL Escape-Sequenzen versteht. Dieser Filter veranlasst den Drucker, LF-Zeichen als Folgen von LF+CR aufzufassen. Anschließend wird der Druckauftrag gesendet. Als Abschluss wird ein Form Feed gesendet, um die letzte Seite des Druckauftrags auszuwerfen. Dieses Beispiel sollte mit nahezu allen Druckern von Hewlett Packard funktionieren.

    #!/bin/sh
    #
    # hpif - Einfacher Text-Eingabefilter für lpd für auf HP-PCL basierende Drucker
    # Installiert unter /usr/local/libexec/hpif
    #
    # Kopiert stdin einfach nach stdout.  Ignoriert alle Filterargumente.
    # Weist den Drucker an LF als CR+LF zu interpretieren.
    # Wirft die Seite nach dem Drucken aus.
    
    printf "\033&k2G" && cat && printf "\033&l0H" && exit 0
    exit 2
    

    Das nächste Beispiel aus /etc/printcap beschreibt den Rechner orchid, an dessen Parallelport ein Drucker angeschlossen ist. Es handelt sich dabei um einen Hewlett Packard LaserJet 3Si, der den Namen teak verwendet. Als Textfilter wird das Skript aus dem letzten Beispiel verwendet:

    #
    #  /etc/printcap für den Rechner orchid
    #
    teak|hp|laserjet|Hewlett Packard LaserJet 3Si:\
            :lp=/dev/lpt0:sh:sd=/var/spool/lpd/teak:mx#0:\
            :if=/usr/local/libexec/hpif:
    
Alle Zeilen wurden in die gleiche Zeile gedruckt.

Der Drucker hat niemals eine neue Zeile begonnen. Alle Zeilen des Textes wurden in eine einzige Zeile gedruckt.

Dieses Problem ist das “Gegenteil” des oben beschriebenen Treppeneffekts und kommt wesentlich seltener vor. Die von FreeBSD zum Abschluss einer Zeile benutzten LF-Zeichen werden als CR-Zeichen interpretiert. Dadurch wird die Druckposition zwar auf den linken Rand der Seite, aber nicht um eine Zeile nach unten gesetzt.

Konfigurieren Sie Ihren Drucker, um die folgende Interpretation der Zeichen LF und CR zu erzwingen:

Drucker empfängt Drucker druckt
CR CR
LF CR + LF
Manche Zeichen wurden nicht gedruckt.

Der Drucker hat in jeder Zeile einige Zeichen nicht gedruckt. Vielleicht ist das Problem auch während des Druckens schlimmer geworden, und der Drucker hat immer mehr Zeichen nicht gedruckt.

Dieses Problem entsteht, weil der Drucker mit der Geschwindigkeit, mit der die Daten über die serielle Schnittstelle (an einer parallelen Schnittstelle sollte das Problem nicht auftreten) eintreffen, nicht mithalten kann. Es gibt zwei Möglichkeiten, dieses Problem zu lösen:

  • Wenn der Drucker die Flusskontrolle mit XON/XOFF unterstützt, können Sie in der ms#-Fähigkeit den ixon-Modus aktivieren.

  • Unterstützt der Drucker die Carrier-Flusskontrolle, dann sollten Sie den crtscts-Modus in der ms#-Fähigkeit aktivieren. Stellen Sie aber sicher, dass das verwendete Druckerkabel auch für die Carrier-Flusskontrolle geeignet ist.

Es wurden nur wirre Zeichen gedruckt.

Anstelle des gewünschten Textes wurden nur zufällige Zeichen gedruckt.

Dieses Problem wird ebenfalls durch falsche Konfigurationsparameter im Zusammenhang mit einem seriellen Drucker verursacht. Kontrollieren Sie die bps-Rate in der br-Fähigkeit und die Paritätseinstellung (Parity) in der ms#-Fähigkeit. Überprüfen Sie außerdem, ob der Drucker auch tatsächlich die gleichen Einstellungen verwendet, die in /etc/printcap definiert wurden.

Der Drucker hat überhaupt nicht reagiert.

Wenn gar nichts passiert ist, dann liegt das vermutlich an FreeBSD und nicht am Drucker. Aktivieren Sie die Protokollierung (lf-Fähigkeit) für den entsprechenden Drucker in der Datei /etc/printcap. Es folgt nun ein Beispieleintrag für den Drucker rattan, bei dem die lf-Fähigkeit aktiviert wurde.

rattan|line|diablo|lp|Diablo 630 Line Printer:\
        :sh:sd=/var/spool/lpd/rattan:\
        :lp=/dev/lpt0:\
        :if=/usr/local/libexec/if-simple:\
        :lf=/var/log/rattan.log

Versuchen Sie jetzt noch einmal zu drucken. Überprüfen Sie die Protokolldatei (in unserem Beispiel /var/log/rattan.log) auf etwaige Fehlermeldungen. Versuchen Sie aufgrund dieser Meldungen, das Problem zu beheben.

Wenn Sie keine Protokolldatei festlegen, verwendet LPD in der Voreinstellung /dev/console für die Ausgabe der Fehlermeldungen.


Kapitel 10. Linux-Binärkompatibilität

Restrukturiert und teilweise aktualisiert von Jim Mock. Beigetragen von Brian N. Handy und Rich Murphey. Übersetzt von Johann Kois.

10.1. Übersicht

FreeBSD bietet Binärkompatibilität zu verschiedenen anderen UNIX Betriebssystemen, darunter auch Linux. Nun könnten Sie sich fragen, warum FreeBSD in der Lage sein muss, Linux-Binärprogramme auszuführen? Die Antwort auf diese Frage ist sehr einfach. Viele Unternehmen und Entwickler programmieren bzw. entwickeln nur für Linux, da es “das Neueste und Beste” in der Computerwelt ist. Für uns FreeBSD-Anwender heißt dies, genau diese Unternehmen und Entwickler zu bitten, FreeBSD-Versionen ihrer Programme herauszubringen. Das Problem dabei ist nur, dass die meisten dieser Firmen trotzdem nicht erkennen, wie viele zusätzliche Anwender ihre Produkte benutzen würden, wenn es auch FreeBSD-Versionen gäbe, und daher weiterhin ausschließlich für Linux entwickeln. Was also kann ein FreeBSD-Anwender tun? Genau an diesem Punkt kommt die Linux- Binärkompatibilität ins Spiel.

Um es auf den Punkt zu bringen, genau diese Kompatibilität erlaubt es FreeBSD-Anwendern, etwa 90 % aller Linux-Anwendungen ohne Code-Änderungen zu verwenden. Dies schließt solche Anwendungen wie StarOffice, Open Office, die Linux-Versionen von Netscape, Adobe Acrobat, RealPlayer, VMWare® , Oracle, WordPerfect®, Doom, Quake und viele andere ein. Es wird sogar berichtet, dass diese Linux-Anwendungen in manchen Fällen unter FreeBSD eine bessere Leistung als unter Linux aufweisen.

Allerdings gibt es nach wie vor einige Linux-spezifische Betriebssystem-Eigenschaften, die unter FreeBSD nicht unterstützt werden. Linux-Anwendungen, die i386-spezifische Aufrufe (wie die Aktivierung des virtuellen 8086-Modus) verwenden, funktionieren unter FreeBSD leider nicht.

Nach dem Lesen dieses Kapitels werden Sie

  • wissen, wie Sie die Linux-Binärkompatibilität installieren bzw. aktivieren.

  • Wissen, wie man zusätzliche Linux-Systembibliotheken unter FreeBSD installiert.

  • Linux-Anwendungen unter FreeBSD installieren können.

  • Wissen, wie die Linux-Binärkompatibilität unter FreeBSD verwirklicht wurde.

Bevor Sie dieses Kapitel lesen, sollten Sie

  • wissen, wie man Software Dritter installiert (Kapitel 4).


10.2. Installation

Die Linux-Binärkompatibilität ist per Voreinstellung nicht aktiviert. Der einfachste Weg, dies zu tun, ist das Linux KLD (“Kernel LoaDable object”) zu laden. Dies erreichen Sie durch die Eingabe des folgenden Befehls:

# kldload linux

Wollen Sie die Linux-Binärkompatibilität dauerhaft aktivieren, sollten Sie die folgende Zeile in /etc/rc.conf einfügen:

linux_enable="YES"

Der kldstat(8)-Befehl kann benutzt werden, um festzustellen, ob KLD geladen wurde:

% kldstat
Id Refs Address    Size     Name
 1    2 0xc0100000 16bdb8   kernel
 7    1 0xc24db000 d000     linux.ko

Wenn Sie das KLD nicht laden können oder wollen, besteht auch die Möglichkeit, die Linux-Binärkompatibiltät statisch in den Kernel einzubinden. Dazu fügen Sie Ihrer Kernelkonfigurationsdatei den Eintrag options COMPAT_LINUX hinzu. Anschließend installieren Sie Ihren neuen Kernel wie in Kapitel 8 beschrieben.


10.2.1. Linux-Laufzeitbibliotheken installieren

Dies kann auf zwei Arten geschehen, entweder über den linux_base-Port, oder durch manuelle Installation der Bibliotheken .


10.2.1.1. Installation unter Verwendung des linux_base-Ports

Dies ist die einfachste Methode, um die Laufzeitbibliotheken zu installieren. Sie funktioniert genauso wie die Installation eines beliebigen anderen Ports aus der Ports-Sammlung. Dazu machen Sie einfach folgendes:

# cd /usr/ports/emulators/linux_base-fc4
# make install distclean

Sie sollten nun über eine funktionierende Linux-Binärkompatibilität verfügen. Einige Programme könnten sich zwar über falsche Unterversionsnummern der Systembibliotheken beschweren, dies ist im Allgemeinen aber kein Problem.

Anmerkung: Unter Umständen gibt es mehrere Versionen des Ports emulators/linux_base. Die Ports entsprechen unterschiedlichen Versionen verschiedener Linux-Distributionen Sie sollten den Port installieren, der am besten die Anforderungen der Linux-Anwendung erfüllt.


10.2.1.2. Manuelle Installation der Bibliotheken

Wenn Sie die “Ports”-Sammlung nicht installiert haben, können Sie die Bibliotheken auch manuell installieren. Dazu brauchen Sie die jeweiligen Linux-Systembibliotheken, die das zu installierende Programm verwendet sowie den Laufzeit-Linker. Zusätzlich müssen Sie auf Ihrem FreeBSD-System einen “virtuellen” Verzeichnisbaum für die Linux-Bibliotheken einrichten. Alle unter FreeBSD gestarteten Linux-Programme suchen zuerst in diesem Verzeichnisbaum nach Systembibliotheken. Wenn also ein Linuxprogramm beispielsweise /lib/libc.so lädt, versucht FreeBSD zuerst, /compat/linux/lib/libc.so laden. Ist diese Datei nicht vorhanden, wird /lib/libc.so geladen. Systembibliotheken sollten daher besser in den “virtuellen” Verzeichnisbaum /compat/linux/lib als in den vom Linux-ld.so vorgeschlagenen installiert werden.

Im Allgemeinen müssen Sie nur zu Beginn nach den Systembibliotheken suchen, die von Linuxprogrammen benötigt werden. Nach den ersten Installationen von Linuxprogrammen auf Ihrem FreeBSD-System verfügen Sie über eine Sammlung von Linux-Systembibliotheken, die es Ihnen ermöglichen wird, neue Linuxprogramme ohne Zusatzarbeit zu installieren.


10.2.1.3. Installation zusätzlicher Systembibliotheken

Was passiert, wenn Sie den linux_base-Port installieren, und Ihr Programm beschwert sich trotzdem über fehlende Systembibliotheken? Woher wissen Sie, welche Systembibliotheken von Linux-Binärprogrammen benötigt werden, und wo Sie diese finden? Grundsätzlich gibt es dafür zwei Möglichkeiten (um dieser Anleitung zu folgen, müssen Sie unter FreeBSD als Benutzer root angemeldet sein):

Wenn Sie Zugriff auf ein Linux-System haben, können Sie dort nachsehen, welche Systembibliotheken eine Anwendung benötigt, und diese auf Ihr FreeBSD-System kopieren. Dazu folgendes Beispiel:

Nehmen wir an, Sie haben FTP verwendet, um die Linux-Binärversion von Doom zu bekommen und haben sie auf Ihrem Linux-System installiert. Nun können Sie überprüfen, welche Systembibliotheken das Programm benötigt, indem Sie ldd linuxdoom eingeben. Das Resultat sieht dann so aus:

% ldd linuxdoom
libXt.so.3 (DLL Jump 3.1) => /usr/X11/lib/libXt.so.3.1.0
libX11.so.3 (DLL Jump 3.1) => /usr/X11/lib/libX11.so.3.1.0
libc.so.4 (DLL Jump 4.5pl26) => /lib/libc.so.4.6.29

Sie müssten nun alle Dateien aus der letzten Spalte kopieren und sie unter /compat/linux speichern, wobei die Namen der ersten Spalte als symbolische Links auf diese Dateien zeigen. Damit haben Sie schließlich folgende Dateien auf Ihrem FreeBSD-System:

/compat/linux/usr/X11/lib/libXt.so.3.1.0
/compat/linux/usr/X11/lib/libXt.so.3 -> libXt.so.3.1.0
/compat/linux/usr/X11/lib/libX11.so.3.1.0
/compat/linux/usr/X11/lib/libX11.so.3 -> libX11.so.3.1.0
/compat/linux/lib/libc.so.4.6.29
/compat/linux/lib/libc.so.4 -> libc.so.4.6.29

Anmerkung: Beachten Sie, dass wenn Sie bereits eine Linux-Systembibliothek einer zur ersten Spalte passenden Hauptversionsnummer (laut ldd-Ausgabe) besitzen, Sie die Datei aus der zweiten Spalte nicht mehr kopieren müssen, da die bereits vorhandene Version funktionieren sollte. Hat die Systembibliothek jedoch eine neuere Versionsnummer, sollten Sie sie dennoch kopieren. Sie können die alte Version löschen, solange Sie einen symbolischen Link auf die neue Version anlegen. Wenn Sie also folgende Bibliotheken auf Ihrem System installiert haben:

/compat/linux/lib/libc.so.4.6.27
/compat/linux/lib/libc.so.4 -> libc.so.4.6.27

und Sie haben eine neue Binärdatei, die laut ldd eine neuere Bibliothek benötigt:

libc.so.4 (DLL Jump 4.5pl26) -> libc.so.4.6.29

Wenn diese sich nur um ein oder zwei Stellen in der Unterversionsnummer unterscheiden, müssen Sie /lib/libc.so.4.6.29 nicht auf Ihr System kopieren, da das Programm auch mit der etwas älteren Version ohne Probleme funktionieren sollte. Wenn Sie wollen, können Sie libc.so aber dennoch ersetzen (das heißt aktualisieren), was dann zu folgender Ausgabe führt:

/compat/linux/lib/libc.so.4.6.29
/compat/linux/lib/libc.so.4 -> libc.so.4.6.29

Anmerkung: Der Mechanismus der symbolischen Links wird nur für Linux-Binärdateien benötigt. Der FreeBSD-Laufzeitlinker sucht sich die passenden Hauptversionsnummern selbst, das heißt Sie müssen sich nicht darum kümmern.


10.2.2. Linux ELF-Binärdateien installieren

ELF-Binärdateien benötigen manchmal eine zusätzliche “Kennzeichnung”. Wenn Sie versuchen, eine nicht gekennzeichnete ELF-Binärdatei auszuführen, werden Sie eine Fehlermeldung ähnlich der folgenden erhalten:

% ./my-linux-elf-binary
ELF binary type not known
Abort

Damit der FreeBSD-Kernel eine Linux-ELF-Datei von einer FreeBSD-ELF-Datei unterscheiden kann, gibt es das Werkzeug brandelf(1):

% brandelf -t Linux my-linux-elf-binary

Die GNU Werkzeuge schreiben nun automatisch die passende Kennzeichnungsinformation in die ELF-Binärdateien, so dass Sie diesen Schritt in Zukunft nur noch selten benötigen werden.


10.2.3. Namensauflösung konfigurieren

Wenn DNS nicht funktioniert, oder Sie folgende Fehlermeldung erhalten:

resolv+: "bind" is an invalid keyword resolv+:
"hosts" is an invalid keyword

müssen sie /compat/linux/etc/host.conf wie folgt anlegen:

order hosts, bind
multi on

Diese Reihenfolge legt fest, dass zuerst /etc/hosts und anschließend DNS durchsucht werden. Wenn /compat/linux/etc/host.conf nicht vorhanden ist, finden Linux-Anwendungen FreeBSD's /etc/host.conf und beschweren sich über die inkompatible FreeBSD-Syntax. Wenn Sie keinen Nameserver (in /etc/resolv.conf) konfiguriert haben, sollten Sie den Eintrag bind entfernen.


10.3. Mathematica® installieren

Für Mathematica 5.x aktualisiert von Boris Hollas.

Dieses Dokument beschreibt die Installation der Linux-Version von Mathematica® 5.x auf einem FreeBSD-System.

Die Linux-Version von Mathematica oder Mathematica für Studenten kann direkt von Wolfram unter http://www.wolfram.com/ bestellt werden.


10.3.1. Den Mathematica-Installer starten

Zuerst müssen Sie FreeBSD mitteilen, dass die Linux-Binärversion von Mathematica die Linux-ABI verwendet. Dies erreichen Sie am einfachsten, indem Sie die Standard-ELF-Kennzeichnung für alle ungekennzeichneten Binärdateien auf Linux festlegen:

# sysctl kern.fallback_elf_brand=3

Danach wird FreeBSD annehmen, dass alle ungekennzeichneten ELF-Binärdateien die Linux-ABI verwenden und es wäre nun möglich, das Installationsprogramm direkt von der CD-ROM zu starten.

Unter FreeBSD müssen allerdings die Datei MathInstaller in ein lokales Verzeichnis Ihrer Festplatte kopieren:

# mount /cdrom
# cp /cdrom/Unix/Installers/Linux/MathInstaller /LokalesVerzeichnis/

In dieser Datei ersetzen Sie in der ersten Zeile den Wert /bin/sh durch /compat/linux/bin/sh. Dadurch wird sichergestellt, dass der Installer von der Linux-Version von sh(1) aufgerufen wird. Danach ersetzen Sie durch das im nächsten Abschnitt zu findende Skript oder über einen Texteditor alle Vorkommen von Linux) durch FreeBSD). Dadurch ist es dem Mathematica-Installer möglich, durch den Einsatz von uname -s das Betriebssystem zu bestimmen. FreeBSD wird dabei als Linux-artiges Betriebssystem behandelt. Durch den Aufruf von MathInstaller kann Mathematica anschließend installiert werden.


10.3.2. Die Mathematica-Programmdateien anpassen

Das von Mathematica während der Installation erzeugte Shell-Skript muss angepasst werden, bevor Sie es einsetzen können. Wenn Sie die Mathematica-Programmdateien unter /usr/local/bin installieren, finden Sie in diesem Verzeichnis die symbolische Links math, mathematica, Mathematica, sowie MathKernel. In jeder dieser Dateien müssen Sie jedes Vorkommen von Linux) durch FreeBSD) ersetzen (entweder über einen Texteditor oder durch das folgende Shellskript):

#!/bin/sh
cd /usr/local/bin
for i in math mathematica Mathematica MathKernel
  do sed 's/Linux)/FreeBSD)/g' $i > $i.tmp
  sed 's/\/bin\/sh/\/compat\/linux\/bin\/sh/g' $i.tmp > $i
  rm $i.tmp
  chmod a+x $i
done

10.3.3. Ihr Mathematica-Passwort anfordern

Wenn Sie Mathematica das erste Mal starten, werden Sie nach einem Passwort gefragt. Haben Sie noch kein Passwort von Wolfram erhalten, müssen Sie zuerst im Installationsverzeichnis mathinfo aufrufen, um Ihre “Rechner-ID” zu bestimmen. Diese Rechner-ID basiert ausschließlich auf der MAC-Adresse Ihrer ersten Netzwerkkarte. Daher ist es nicht möglich, Ihre Mathematica-Kopie auf verschiedenen Rechnern zu installieren.

Wenn Sie sich bei Wolfram registrieren (durch E-Mail, Telefon oder Fax), teilen Sie Ihre “Rechner-ID” mit und erhalten dafür ein aus Zahlengruppen bestehendes Passwort.


10.3.4. Das Mathematica-Frontend über ein Netzwerk ausführen

Mathematica verwendet einige spezielle Schriftarten, um Zeichen anzuzeigen, die in den Standardzeichensätzen nicht vorhanden sind (z.B. Integrale, Summen, griechische Buchstaben). Das X-Protokoll verlangt allerdings, dass diese Schriftarten lokal installiert sind. Das bedeutet, dass Sie diese Schriftarten von der CD-ROM oder von einem Rechner, auf dem Mathematica installiert ist, auf Ihren Rechner kopieren müssen. Diese Schriftarten befinden sich normalerweise in /cdrom/Unix/Files/SystemFiles/Fonts (Mathematica-CD) oder in /usr/local/mathematica/SystemFiles/Fonts (Festplatte). Die aktuellen Schriftarten befinden sich dabei in den Unterverzeichnissen Type1 und X. Um diese Schriftarten zu verwenden, gibt es mehrere Möglichkeiten, die nun beschrieben werden:

Die erste Möglichkeit besteht darin, die Schriftarten in eins der bereits existierenden Schriftartenverzeichnisse unter /usr/X11R6/lib/X11/fonts zu kopieren. Dies bedeutet, dass Sie fonts.dir editieren müssen, indem Sie die Schriftnamen hinzufügen und die Anzahl der Schriftarten in der ersten Zeile ändern. Alternativ ist es auch möglich, im Verzeichnis, in das Sie die Schriftarten kopiert haben, das Kommando mkfontdir(1) auszuführen.

Die zweite Möglichkeit, besteht darin, die Verzeichnisse nach /usr/X11R6/lib/X11/fonts zu kopieren:

# cd /usr/X11R6/lib/X11/fonts
# mkdir X
# mkdir MathType1
# cd /cdrom/Unix/Files/SystemFiles/Fonts
# cp X/* /usr/X11R6/lib/X11/fonts/X
# cp Type1/* /usr/X11R6/lib/X11/fonts/MathType1
# cd /usr/X11R6/lib/X11/fonts/X
# mkfontdir
# cd ../MathType1
# mkfontdir

Nun fügen Sie die neuen Schriftartenverzeichnisse in Ihren Pfad ein:

# xset fp+ /usr/X11R6/lib/X11/fonts/X
# xset fp+ /usr/X11R6/lib/X11/fonts/MathType1
# xset fp rehash

Wenn Sie den Xorg-Server verwenden, können Sie die Schriftarten-Verzeichnisse automatisch laden lassen, wenn Sie sie in Ihrer xorg.conf angeben.

Anmerkung: Für den XFree86-Server verwenden Sie die Datei XF86Config.

Wenn Sie noch kein /usr/X11R6/lib/X11/fonts/Type1-Verzeichnis haben, können Sie das MathType1-Verzeichnis im vorherigen Beispiel in Type1 umbenennen.


10.4. Maple™ installieren

Beigetragen von Aaron Kaplan. Mit Unterstützung durch Robert Getschmann.

Maple ist ein mit Mathematica vergleichbares kommerzielles Mathematikprogramm. Sie können dieses Programm unter http://www.maplesoft.com/ kaufen und sich anschließend registrieren, um eine Lizenz zu erhalten. Um dieses Programm unter FreeBSD zu installieren, gehen Sie wie folgt vor:

  1. Führen Sie das INSTALL-Shell-Skript der Softwaredistribution aus. Wählen Sie die “RedHat”-Option aus, wenn Sie das Installationsprogramm danach fragt. Ein typisches Installationsverzeichnis wäre z.B. /usr/local/maple.

  2. Wenn Sie dies noch nicht gemacht haben, besorgen Sie sich nun eine Maple-Lizenz von Maple Waterloo Software (http://register.maplesoft.com) und kopieren Sie diese nach /usr/local/maple/license/license.dat.

  3. Installieren Sie den FLEXlm-Lizenz-Manager, indem Sie das INSTALL_LIC-Installations-Shellskript ausführen, das mit Maple ausgeliefert wird. Geben Sie Ihren primären Rechnernamen für den Lizenz-Server an.

  4. Verändern Sie /usr/local/maple/bin/maple.system.type wie folgt:

       ----- snip ------------------
    *** maple.system.type.orig      Sun Jul  8 16:35:33 2001
    --- maple.system.type   Sun Jul  8 16:35:51 2001
    ***************
    *** 72,77 ****
    --- 72,78 ----
              # the IBM RS/6000 AIX case
              MAPLE_BIN="bin.IBM_RISC_UNIX"
              ;;
    +     "FreeBSD"|\
          "Linux")
              # the Linux/x86 case
            # We have two Linux implementations, one for Red Hat and
       ----- snip end of patch -----
    

    Bitte beachten Sie, dass nach "FreeBSD"|\ kein anderes Zeichen eingefügt werden darf.

    Dieser Patch weist Maple an, FreeBSD als “eine Art von Linux-System” zu erkennen. Das Shell-Skript bin/maple ruft das Shell-Skript bin/maple.system.type auf, welches wiederum uname -a verwendet, um den Namen des Betriebssystems herauszufinden. Abhängig vom Betriebssystem weiß das System nun, welche Binärdateien verwendet werden sollen.

  5. Starten Sie den Lizenz-Server.

    Das folgende, als /usr/local/etc/rc.d/lmgrd.sh installierte Shell-Skript ist ein komfortabler Weg, um lmgrd zu starten:

       ----- snip ------------
    
    #! /bin/sh
    PATH=/usr/local/sbin:/usr/local/bin:/sbin:/bin:/usr/sbin:/usr/bin:/usr/X11R6/bin
    PATH=${PATH}:/usr/local/maple/bin:/usr/local/maple/FLEXlm/UNIX/LINUX
    export PATH
    
    LICENSE_FILE=/usr/local/maple/license/license.dat
    LOG=/var/log/lmgrd.log
    
    case "$1" in
    start)
        lmgrd -c ${LICENSE_FILE} 2>> ${LOG} 1>&2
        echo -n " lmgrd"
        ;;
    stop)
        lmgrd -c ${LICENSE_FILE} -x lmdown 2>> ${LOG} 1>&2
        ;;
    *)
        echo "Usage: `basename $0` {start|stop}" 1>&2
        exit 64
        ;;
    esac
    
    exit 0
       ----- snip ------------
    
  6. Versuchen Sie, Maple zu starten:

    % cd /usr/local/maple/bin
    % ./xmaple
    

    Nun sollte das Programm laufen und alles funktionieren. Falls ja, vergessen Sie nicht, an Maplesoft zu schreiben und sie wissen zu lassen, dass Sie gerne eine native FreeBSD-Version hätten.


10.4.1. Häufige Fehlerquellen

  • Der FLEXlm-Lizenzmanager kann schwierig zu bedienen sein. Zusätzliche Dokumentation zu diesem Thema finden Sie unter http://www.globetrotter.com/.

  • Es ist bekannt, dass lmgrd sehr pingelig ist, wenn es um die Lizenzdatei geht. Gibt es Probleme, führt dies zu einem Speicherauszug (core dump). Ein korrekte Lizenzdatei sollte ähnlich der folgenden aussehen:

    # =======================================================
    # License File for UNIX Installations ("Pointer File")
    # =======================================================
    SERVER chillig ANY
    #USE_SERVER
    VENDOR maplelmg
    
    FEATURE Maple maplelmg 2000.0831 permanent 1 XXXXXXXXXXXX \
             PLATFORMS=i86_r ISSUER="Waterloo Maple Inc." \
             ISSUED=11-may-2000 NOTICE=" Technische Universitat Wien" \
             SN=XXXXXXXXX
    

    Anmerkung: Seriennummer und Schlüssel wurden durch mehrere X unkenntlich gemacht. chillig ist ein Rechnername.

    Veränderungen an der Lizenzdatei sind möglich, solange Sie die FEATURE-Zeile nicht verändern (diese ist durch den Lizenzschlüssel geschützt).


10.5. MATLAB® installieren

Beigesteuert von Dan Pelleg.

Im Folgenden wird die Installation der Linux-Anwendung MATLAB® Version 6.5 auf FreeBSD beschrieben. Mit Ausnahme der Java Virtual Machine (siehe Abschnitt 10.5.3) läuft die Anwendung auch ganz gut.

Die Linux-Version von MATLAB können Sie direkt bei The MathWorks bestellen. Vergewissern Sie sich, dass Sie die Lizenz-Datei oder eine Anleitung zum Erstellen der Lizenz-Datei erhalten haben. Wenn Sie mit MathWorks in Kontakt stehen, weisen Sie bitte auf die fehlende FreeBSD-Version der Software hin.


10.5.1. Das MATLAB-Installationsskript

Um MATLAB zu installieren, gehen Sie wie folgt vor:

  1. Hängen Sie die Installations-CD ein und wechseln Sie zu root, wie im Installations-Skript gefordert. Starten Sie die Installation mit dem folgenden Kommando:

    # /compat/linux/bin/sh /cdrom/install
    

    Tipp: Die Installation erfordert eine graphische Benutzeroberfläche. Wenn Sie die Fehlermeldung erhalten, dass das Display nicht geöffnet werden konnte, führen Sie das folgende Kommando aus:

    # setenv HOME ~USER
    

    Für USER setzen Sie den Benutzer ein, von dem aus Sie root geworden sind.

  2. Beantworten Sie die Frage nach dem MATLAB-Root-Verzeichnis mit: /compat/linux/usr/local/matlab.

    Tipp: Den langen Pfad werden Sie noch öfter brauchen. Die Tipparbeit können Sie sich mit dem folgenden Befehl erleichtern:

    # set MATLAB=/compat/linux/usr/local/matlab
    
  3. Editieren Sie die Lizenz-Datei entsprechend der Anweisung, die Sie beim Erwerb der Lizenz erhalten haben.

    Tipp: Sie können die Datei schon vorher mit Ihrem Lieblingseditor bearbeiten. Kopieren Sie die Lizenz-Datei nach $MATLAB/license.dat bevor das Installationsprogramm Sie auffordert, die Datei zu editieren.

  4. Schließen Sie die Installation ab.

Die MATLAB-Installation ist jetzt abgeschlossen. Die folgenden Schritte passen MATLAB an FreeBSD an.


10.5.2. Den Lizenzmanager starten

  1. Erstellen Sie symbolische Links zu den Startskripten des Lizenzmanagers:

    # ln -s $MATLAB/etc/lmboot /usr/local/etc/lmboot_TMW
    # ln -s $MATLAB/etc/lmdown /usr/local/etc/lmdown_TMW
    
  2. Erstellen Sie das Startskript /usr/local/etc/rc.d/flexlm.sh. Das folgende Beispiel ist eine geänderte Version des mitgelieferten Skripts $MATLAB/etc/rc.lm.glnx86. Angepasst wurden die Pfade zu den Dateien und der Start des Lizenzmanagers unter der Linux-Emulation.

    #!/bin/sh
    case "$1" in
      start)
            if [ -f /usr/local/etc/lmboot_TMW ]; then
                  /compat/linux/bin/sh /usr/local/etc/lmboot_TMW -u username && echo 'MATLAB_lmgrd'
            fi
            ;;
      stop)
        if [ -f /usr/local/etc/lmdown_TMW ]; then
                /compat/linux/bin/sh /usr/local/etc/lmdown_TMW  > /dev/null 2>&1
        fi
            ;;
      *)
        echo "Usage: $0 {start|stop}"
        exit 1
        ;;
    esac
    
    exit 0
    

    Wichtig: Machen Sie Datei ausführbar:

    # chmod +x /usr/local/etc/rc.d/flexlm.sh
    

    Ersetzen Sie im Skript username durch einen existierenden Benutzer Ihres Systems (bitte keinesfalls root).

  3. Starten Sie den Lizenzmanager:

    # /usr/local/etc/rc.d/flexlm.sh start
    

10.5.3. Einrichten der Java-Laufzeitumgebung

Erstellen Sie einen symbolischen Link auf eine unter FreeBSD laufende Java-Laufzeitumgebung (JRE):

# cd $MATLAB/sys/java/jre/glnx86/
# unlink jre; ln -s ./jre1.1.8 ./jre

10.5.4. Ein MATLAB-Startskript erstellen

  1. Kopieren Sie das folgende Skript nach /usr/local/bin/matlab:

    #!/bin/sh
    /compat/linux/bin/sh /compat/linux/usr/local/matlab/bin/matlab "$@"
    
  2. Machen Sie das Skript ausführbar:

    # chmod +x /usr/local/bin/matlab
    

Tipp: Abhängig von der Version des Ports emulators/linux_base kann das Skript auf Fehler laufen. Die Fehler können Sie vermeiden, indem Sie die Datei /compat/linux/usr/local/matlab/bin/matlab editieren. Ändern Sie die nachstehende Zeile

if [ `expr "$lscmd" : '.*->.*'` -ne 0 ]; then

(mit Version 13.0.1 in der Zeile 410) in die folgende um:

if test -L $newbase; then

10.5.5. Stopp-Skript für MATLAB erstellen

Das nachstehende Skript beendet MATLAB ordnungsgemäß.

  1. Erstellen Sie die Datei $MATLAB/toolbox/local/finish.m mit dem nachstehenden Inhalt:

    ! $MATLAB/bin/finish.sh
    

    Anmerkung: Übernehmen Sie die Zeichenkette $MATLAB unverändert.

    Tipp: Im selben Verzeichnis befinden sich die Dateien finishsav.m und finishdlg.m. Die Dateien sichern die Einstellungen der Arbeitsfläche bevor MATLAB beendet wird. Wenn Sie eine der beiden Dateien benutzen, fügen Sie die obige Zeile unmittelbar nach dem save-Kommando ein.

  2. Erstellen Sie die Datei $MATLAB/bin/finish.sh mit nachstehendem Inhalt:

    #!/usr/compat/linux/bin/sh
    (sleep 5; killall -1 matlab_helper) &
    exit 0
    
  3. Machen Sie die Datei ausführbar:

    # chmod +x $MATLAB/bin/finish.sh
    

10.5.6. MATLAB benutzen

Jetzt können Sie MATLAB mit dem matlab starten.


10.6. Oracle® installieren

Beigetragen von Marcel Moolenaar.

10.6.1. Übersicht

Dieses Dokument beschreibt die Installation von Oracle 8.0.5 und Oracle 8.0.5.1 Enterprise Edition für Linux auf einem FreeBSD-Rechner.


10.6.2. Installation der Linux-Umgebung

Stellen Sie sicher, dass Sie sowohl emulators/linux_base und devel/linux_devtools aus der Ports-Sammlung installiert haben. Wenn Sie mit diesen Ports Schwierigkeiten haben, müssen Sie vielleicht ältere Versionen der Linux-Umgebung aus der Ports-Sammlung installieren.

Wenn Sie den Intelligent-Agent verwenden wollen, müssen Sie zusätzlich das RedHat Tcl-Paket installieren: tcl-8.0.3-20.i386.rpm. Zur Installation von RPM-Paketen wir der Port archivers/rpm benötigt. Ist der Port installiert, lassen sich RPM-Pakete anschließend mit dem nachstehenden Befehl installieren:

# rpm -i --ignoreos --root /compat/linux --dbpath /var/lib/rpm package

Die Installation der RPM-Pakete sollte ohne Fehlermeldung ablaufen.


10.6.3. Die Oracle-Umgebung erzeugen

Bevor Sie Oracle installieren können, müssen Sie eine entsprechende Umgebung erzeugen. Dieses Dokument beschreibt nur, was Sie im Speziellen tun müssen, um die Linux-Version von Oracle unter FreeBSD zu installieren, nicht aber, was bereits in der Installationsanleitung von Oracle beschrieben wird.


10.6.3.1. Kernel-Tuning

Wie in der Installationsanleitung von Oracle beschrieben, müssen Sie die maximale Shared-Memory Größe festlegen. Verwenden Sie SHMMAX nicht unter FreeBSD. SHMMAX wird lediglich aus SHMMAXPGS und PGSIZE berechnet. Definieren Sie stattdessen SHMMAXPGS. Alle anderen Optionen können wie in der Anleitung beschrieben verwendet werden. Zum Beispiel:

options SHMMAXPGS=10000
options SHMMNI=100
options SHMSEG=10
options SEMMNS=200
options SEMMNI=70
options SEMMSL=61

Passen Sie diese Optionen entsprechend dem von Ihnen gewünschten Einsatzzweck von Oracle an.

Stellen Sie außerdem sicher, dass Sie folgende Optionen in Ihren Kernel kompilieren:

options SYSVSHM #SysV shared memory
options SYSVSEM #SysV semaphores
options SYSVMSG #SysV interprocess communication

10.6.3.2. Oracle-Benutzer anlegen

Legen Sie den Account oracle an. Der Account unterschiedet sich von normalen Accounts dadurch, dass er eine Linux-Shell zugeordnet bekommen muss. Fügen Sie /compat/linux/bin/bash in die Datei /etc/shells ein und setzen Sie die Shell für den oracle-Account auf /compat/linux/bin/bash.


10.6.3.3. Umgebung

Neben den normalen Oracle-Variablen, wie z.B. ORACLE_HOME und ORACLE_SID müssen Sie die folgenden Variablen setzen:

Variable Wert
LD_LIBRARY_PATH $ORACLE_HOME/lib
CLASSPATH $ORACLE_HOME/jdbc/lib/classes111.zip
PATH /compat/linux/bin /compat/linux/sbin /compat/linux/usr/bin /compat/linux/usr/sbin /bin /sbin /usr/bin /usr/sbin /usr/local/bin $ORACLE_HOME/bin

Es ist empfehlenswert, alle Variablen in der Datei .profile zu setzen. Ein komplettes Beispiel sieht folgendermaßen aus:

ORACLE_BASE=/oracle; export ORACLE_BASE
ORACLE_HOME=/oracle; export ORACLE_HOME
LD_LIBRARY_PATH=$ORACLE_HOME/lib
export LD_LIBRARY_PATH
ORACLE_SID=ORCL; export ORACLE_SID
ORACLE_TERM=386x; export ORACLE_TERM
CLASSPATH=$ORACLE_HOME/jdbc/lib/classes111.zip
export CLASSPATH
PATH=/compat/linux/bin:/compat/linux/sbin:/compat/linux/usr/bin
PATH=$PATH:/compat/linux/usr/sbin:/bin:/sbin:/usr/bin:/usr/sbin
PATH=$PATH:/usr/local/bin:$ORACLE_HOME/bin
export PATH

10.6.4. Oracle installieren

Auf Grund einer kleinen Unregelmäßigkeit im Linux-Emulator müssen Sie das Verzeichnis .oracle unter /var/tmp erzeugen, bevor Sie das Installationsprogramm starten. Das Verzeichnis muss dem Account oracle gehören. Sie sollten Oracle nun ohne Probleme installieren können. Treten dennoch Probleme auf, überprüfen Sie zuerst Ihre Oracle-Distribution und Ihre Konfiguration. Nachdem Sie Oracle erfolgreich installiert haben, installieren Sie die Patches wie in den zwei folgenden Abschnitten beschrieben:

Ein häufiges Problem ist, dass der TCP Protokoll-Adapter nicht korrekt installiert wird. Daraus folgt, dass Sie keine TCP-Listener starten können. Dieses Problem kann durch folgende Schritte behoben werden:

# cd $ORACLE_HOME/network/lib
# make -f ins_network.mk ntcontab.o
# cd $ORACLE_HOME/lib
# ar r libnetwork.a ntcontab.o
# cd $ORACLE_HOME/network/lib
# make -f ins_network.mk install

Vergessen Sie nicht, root.sh nochmals auszuführen!


10.6.4.1. root.sh patchen

Während der Oracle-Installation werden einige Aktionen, die als root ausgeführt werden müssen, in ein Shell-Skript mit dem Namen root.sh gespeichert. Dieses Skript befindet sich im Verzeichnis orainst. Verwenden Sie folgenden Patch für root.sh, damit es das richtige chown Kommando verwendet, oder lassen Sie das Skript alternativ unter einer Linux-Shell ablaufen:

*** orainst/root.sh.orig Tue Oct 6 21:57:33 1998
--- orainst/root.sh Mon Dec 28 15:58:53 1998
***************
*** 31,37 ****
# This is the default value for CHOWN
# It will redefined later in this script for those ports
# which have it conditionally defined in ss_install.h
! CHOWN=/bin/chown
#
# Define variables to be used in this script
--- 31,37 ----
# This is the default value for CHOWN
# It will redefined later in this script for those ports
# which have it conditionally defined in ss_install.h
! CHOWN=/usr/sbin/chown
#
# Define variables to be used in this script

Wenn Sie Oracle nicht von CD-ROM installieren, können Sie Quelldatei für root.sh verändern. Sie heißt rthd.sh und befindet sich im orainst-Verzeichnis des Quellcodebaums.


10.6.4.2. genclntsh patchen

Das Skript genclntsh wird verwendet, um eine Shared-Library für Clients zu erzeugen. Diese wird bei der Erzeugung der Demos verwendet. Verwenden Sie folgenden Patch, um die Definition von PATH auszukommentieren:

*** bin/genclntsh.orig Wed Sep 30 07:37:19 1998
--- bin/genclntsh Tue Dec 22 15:36:49 1998
***************
*** 32,38 ****
#
# Explicit path to ensure that we're using the correct commands
#PATH=/usr/bin:/usr/ccs/bin export PATH
! PATH=/usr/local/bin:/bin:/usr/bin:/usr/X11R6/bin export PATH
#
# each product MUST provide a $PRODUCT/admin/shrept.lst
--- 32,38 ----
#
# Explicit path to ensure that we're using the correct commands
#PATH=/usr/bin:/usr/ccs/bin export PATH
! #PATH=/usr/local/bin:/bin:/usr/bin:/usr/X11R6/bin export PATH
#
# each product MUST provide a $PRODUCT/admin/shrept.lst

10.6.5. Oracle starten

Wenn Sie den Anweisungen gefolgt sind, sollten Sie nun in der Lage sein, Oracle zu starten, genau so, wie Sie dies auch unter Linux tun würden.


10.7. SAP® R/3® installieren

Beigetragen von Holger Kipp. Originalversion nach SGML konvertiert durch: Valentino Vaschetto.

Installationen von SAP unter FreeBSD werden vom SAP Support-Team nicht unterstützt - und SAP bietet Support nur für zertifizierte Plattformen an!


10.7.1. Übersicht

Dieses Dokument beschreibt einen möglichen Weg, um ein SAP R/3-System mit Oracle Datenbank für Linux auf einem FreeBSD-Rechner zu installieren, einschließlich der Installation von FreeBSD und Oracle. Zwei verschiedene Konfigurationen werden beschrieben:

  • SAP R/3 4.6B (IDES) mit Oracle 8.0.5 unter FreeBSD 4.3-STABLE

  • SAP R/3 4.6C mit Oracle 8.1.7 unter FreeBSD 4.5-STABLE

Obwohl dieses Dokument versucht, alle wichtigen Schritte ausführlich zu beschreiben, besteht nicht die Absicht, die originalen Installationsanleitungen von Oracle und SAP R/3 zu ersetzen.

Benutzen Sie die mit SAP R/3 Linux Edition gelieferte Dokumentation für SAP- und Oracle-spezifische Fragen, sowie die Ressourcen von Oracle und SAP-OSS.


10.7.2. Software/Programme

Folgende CD-ROMs wurden für die Installation von SAP verwendet:


10.7.2.1. SAP R/3 4.6B, Oracle 8.0.5

Bezeichnung Nummer Beschreibung
KERNEL 51009113 SAP Kernel Oracle / Installation / AIX, Linux, Solaris
RDBMS 51007558 Oracle / RDBMS 8.0.5.X / Linux
EXPORT1 51010208 IDES / DB-Export / Disc 1 of 6
EXPORT2 51010209 IDES / DB-Export / Disc 2 of 6
EXPORT3 51010210 IDES / DB-Export / Disc 3 of 6
EXPORT4 51010211 IDES / DB-Export / Disc 4 of 6
EXPORT5 51010212 IDES / DB-Export / Disc 5 of 6
EXPORT6 51010213 IDES / DB-Export / Disc 6 of 6

Zusätzlich wurde die Oracle 8 Server CD-ROM (Pre-production Version 8.0.5 für Linux, Kernel Version 2.0.33) verwendet, die allerdings nicht unbedingt nötig ist und FreeBSD 4.3-STABLE (die Installation wurde kurz nach dem Erscheinen von 4.3-RELEASE durchgeführt).


10.7.2.2. SAP R/3 4.6C SR2, Oracle 8.1.7

Bezeichnung Nummer Beschreibung
KERNEL 51014004 SAP Kernel Oracle / SAP Kernel Version 4.6D / DEC, Linux
RDBMS 51012930 Oracle 8.1.7/ RDBMS / Linux
EXPORT1 51013953 Release 4.6C SR2 / Export / Disc 1 of 4
EXPORT1 51013953 Release 4.6C SR2 / Export / Disc 2 of 4
EXPORT1 51013953 Release 4.6C SR2 / Export / Disc 3 of 4
EXPORT1 51013953 Release 4.6C SR2 / Export / Disc 4 of 4
LANG1 51013954 Release 4.6C SR2 / Language / DE, EN, FR / Disc 1 of 3

Abhängig von den zu installierenden Sprachen kann es sein, dass zusätzliche Sprach-CDs nötig sind. Da hier nur Deutsch und Englisch verwendet wurden, ist die erste Sprachen-CD ausreichend. Nebenbei bemerkt sind die Nummern aller vier Export-CDs identisch. Das heißt alle drei Sprachen-CDs haben diesselbe Nummer (das unterscheidet sie von der Nummerierung der 4.6B IDES-Version). Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Dokuments lief das System unter FreeBSD 4.5-STABLE (20.03.2002).


10.7.3. SAP-Notes

Die folgenden Anmerkungen sollten vor der Installation von SAP R/3 gelesen werden, da sie sich während der Installation als nützlich erwiesen haben.


10.7.3.1. SAP R/3 4.6B, Oracle 8.0.5

Nummer Bezeichnung
0171356 SAP Software on Linux: Essential Comments
0201147 INST: 4.6C R/3 Inst. on UNIX - Oracle
0373203 Update / Migration Oracle 8.0.5 --> 8.0.6/8.1.6 LINUX
0072984 Release of Digital UNIX 4.0B for Oracle
0130581 R3SETUP step DIPGNTAB terminates
0144978 Your system has not been installed correctly
0162266 Questions and tips for R3SETUP on Windows NT/W2K

10.7.3.2. SAP R/3 4.6C, Oracle 8.1.7

Nummer Bezeichnung
0015023 Initializing table TCPDB (RSXP0004) (EBCDIC)
0045619 R/3 with several languages or typefaces
0171356 SAP Software on Linux: Essential Comments
0195603 RedHat 6.1 Enterprise version: Known problems
0212876 The new archiving tool SAPCAR
0300900 Linux: Released DELL Hardware
0377187 RedHat 6.2: important remarks
0387074 INST: R/3 4.6C SR2 Installation on UNIX
0387077 INST: R/3 4.6C SR2 Inst. on UNIX - Oracle
0387078 SAP Software on UNIX: OS Dependencies 4.6C SR2

10.7.4. Hardware-Anforderungen

Die folgende Ausstattung reicht für die Installation eines SAP R/3 Systems aus. Für Produktionszwecke benötigt man natürlich eine exakte Bestimmung dieser Größen:

Komponente 4.6B</